Harte Zeiten

Leute, ich sag’s Euch: das waren die härtesten 90 Minuten meines Lebens! Im Wiesbadener Kurpark ist zwar eine Riesenleinwand installiert, es gibt Getränke -, Freß- und Souvenierstände, aber für Sitzgelegenheiten hat es nicht mehr gereicht! Willkommen in der Weltkurstadt.:'(
Die Profi-Fußballgucker waren mit Decken und Klapphockern ausgerüstet, die Hartgesottenen standen in der Sonne und die ganz Armen – wie wir – hockten sich auf den nackten Beton! Wir saßen zwar in der ersten Reihe, besser sehen konnten wir aber nicht.
Erinnert Ihr Euch noch an die Teeniezeit, wo das Taschengeld gerade mal für die erste Reihe im Kino gereicht hat und an die Genickstarre, die sich unweigerlich nach 20 Minuten einstellt?! Ich sage Euch: Altes Herz wird wieder jung!
Heute jedoch fühlt sich mein Hinterteil an, wie nach einer langen Fahrradtour und die Hämorrhoiden jubeln.

Allerdings war das ganze schon eine Riesengaudi. Unsere Gäste konnten kaum glauben, dass es so viele Brasilianer in Wiesbaden gibt (ich übrigens auch nicht. Keine Ahnung, wo die sich sonst verstecken). Wir waren eingetaucht in ein Meer von gelb-grünen Farben. Es wurden Fähnchen und Fahnen geschwenkt und der Name „Ronaldo“ war auf jedem zweiten TShirt zu lesen.

Das Spiel selbst war in der ersten Halbzeit recht verhalten, was jedoch der Stimmung keinen Abbruch tat. Die Halbzeitpause wurde für einen schnellen Gang auf’s Klo und die Beschaffung neuer Getränke genutzt. Die auf den ganz harten Plätzen – wir – waren froh, die Knochen wieder sortieren zu können.

Die zweite Hälfte des Spieles war besser und nachdem dann endlich das erste Tor fiel, war der Jubel unbeschreiblich. Feiern können sie, die Brasilianer, das kann man nicht anders sagen! Aber die Australier haben sich auch tapfer geschlagen und gekämpft bis zum Schluß. Hat aber nix genutzt. Beim 2:0 waren die Leute nicht mehr zu halten. Es gab ein Gebrülle und Gejohle, als wäre die WM schon gewonnen!
Im Sog der Massen zogen wir vom Platz. Verkehrsregeln waren kurzfristig außer Kraft gesetzt. Vorfahrt hatte der mit der lautesten Hupe. Aufgrund unserer Brasilienfähnchen am Auto winkte und jubelte man uns freundlich zu. :wave::wave: Ganz ungewöhnlich in Deutschland, wo die meisten Zeitgenossen eher miesepetrig unterwegs sind. Ein durchaus schönes Gefühl! Man sollte öfter mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Straßen gehen/fahren. Vielleicht hilft uns die WM im eigenen Land dabei, die Mundwinkel besser unter Kontrolle zu halten.

In diesem Sinne: egal was Ihr tut, tut es mit einem Lächeln!
Euch allen einen schönen Tag und liebe Grüße.

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