Saudi Arabien : Spanien (0:1)

Um 13.00 Uhr sind Klaus und ich nach Kaiserslautern aufgebrochen. Vorher haben wir Lina noch die Funktionsweise von Gegensprechanlage und Mikrowelle erklärt und Steckbriefe der Personen angefertigt, die sie ‚rein lassen darf. Dann ging’s auf die Autobahn.

Unsere Tickets hatten grüne Punkte und das bedeutete, dass wir der grünen P+R-Beschilderung zu folgen hatten. Einmal haben wir kurz gezuckt, als an einer Ausfahrt ein dickes FIFA-Schild mit Pfeil zu sehen war. Das stand da aber nur, um die ausländischen Gäste in die Irre zu führen. Wir sind stur weiter gefahren und das war auch gut so. Wir wurden auf einen Parkplatz eingewiesen und saßen drei Minuten später im Bus und waren rund 15 Minuten später vorm Stadion. Tickets und Taschen wurden überprüft, dann konnten wir aufs Gelände.
Ich habe eigentlich nur rot gesehen. Die Spanier – oder die, die sich dafür hielten – waren einheitlich in rot-gelb gekleidet und ich stellte fest, dass ich nicht ordnungsgemäß kostümiert war. Gottlob gab es einen Fan-Stand, an dem man sich schnell noch mit diversen Devotionalien ausstaffieren konnte. Nun bin ich also im Besitz eines zwar roten, ansonsten jedoch parteilosen TShirts (man weiß ja nie!). Wir passierten die zweite Kontrolle, ergatterten noch einen Brezel und etwas zu trinken und erklommen die vier Stockwerke zu unserer Tribüne. Hoch beglückt stellte ich fest, dass tatsächlich Sitzplätze vorhanden waren. Etwas hart zwar und mit nicht sonderlich viel Beinfreiheit, aber immerhin. Außerdem saßen wir im Schatten. Für mich gab’s also wieder nix zu meckern.
Neben mir ließen sich zwei junge Spanier nieder, neben Klaus zwei Burschen aus Saudi Arabien, von denen jeder eigentlich zwei Sitze gebraucht hätte. Der Arme war eingekeilt! Den Saudis war es wohl egal, wer gewinnt. Die waren für alles gerüstet; eine grüne und eine rot-gelbe Fahne wickelten sie sich jeweils um den Hals und weil’s schon so schön kuschelig war, wurde Klaus grad‘ mit unter die Fahne genommen. Im übrigen war’s das gleiche Procedere wie im Theater: Die mit den Plätzen in der Mitte kommen ganz zum Schluß und alle müssen aufstehen. Egal, irgendwann gings dann los. Es wurden Fahnen hereingeschleppt, die Journalisten und Mannschaften liefen ein und das Deckchen über dem Anstoßkreis (so heißt das große runde Ding in der Mitte – ich hab‘ mich erkundigt!) wurde rausgetragen. Der Anpfiff jedoch ging irgendwie im Gejohle unter.
Um es kurz zu machen, das Spiel war ausgesprochen mäßig. Die Saudis hatten zwei gute Leute auf dem Feld, nämlich den Torwart – der hatte einiges zu tun – und einen Spieler, der wenigstens ab und zu mal einen Schuß versucht hat. Der spanische Torwart stand (zumindest in der ersten Halbzei) ziemlich gelangweilt rum. In der zweiten Halbzeit hat er sich dann ab und zu bewegt.

Aufgefallen ist mir, dass so’n Spielfeld in echt ganz schön mickrig ist. Im Fernsehen sieht das viel größer aus. Das Stadion selbst ist beeindruckend und die Atmosphäre war toll. Das Spiel konnte man vergessen, aber es gab ja dumherum genug zu sehen.
Jedenfalls war der Zauber irgendwann vorbei und wir haben den Heimweg angetreten. Alles ging recht zügig vonstatten, die Busse standen bereit und ruckzuck waren wir wieder am Auto. Alles war prima organisiert (die Deutschen sind halt super gründlich).

Zurück in WI haben wir noch kurz beim Chinamann gehalten und was zu Essen mitgenommen. Nun hocken wir wieder vorm Fernseher und gucken – Ihr kommt nie drauf – Fußball. Im ORF werden beide Spiele gleichzeitig gesendet Frankreich/Togo und Schweiz/Korea. Ob ich bis zum Ende durchhalte, weiß ich noch nicht. Meine Euphorie läßt augenblicklich etwas zu wünschen übrig!

Allen, denen es besser geht, wünsche ich viel Spaß beim Zuschauen! Liebe Grüße und gute Nacht!

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