Weltmeister

Gestern waren wir Weltmeister gucken. Brasilien gegen Kroatien.

Unser Herz schlug – wie könnte es anders sein – natürlich für Brasilien. Unsere Freundin aus Kroatien fieberte für ihre Landsleute. Vor Spielbeginn füllten wir Tippzettel aus (es gibt für einen richtigen Tipp ein Bierglas mit Autogrammen). Klaus hat tollkühn 4:0 getippt; ich wollte es ’ne Nummer kleiner. 3:0 wäre mein Gewinn gewesen.
Leider sind wir beide leer ausgegangen.

Es war ein ziemlich müdes Spiel. Der Ball wurde relativ lustlos hin und her gekickt. Zum guten Schluß – nachdem klar war, dass das mit 3:0 nix mehr werden würde, hätte ich sogar den Kroaten noch ein Tor gegönnt. Die haben wirklich ziemlich gerackert und hatten außerdem noch Pech mit ihren Torschüssen.
Jungs, das war nix!!

Mag ja sein, dass sie sich im ersten Spiel noch ein bisschen geschont haben (die WM), aber dafür setze ich mich doch nicht in einer Kneipe auf einen unbequemen Stuhl! Das muss besser werden!
Nur gut, dass wir unser brasilianisches Equipment nicht dabei hatten (TShirt lag im Schrank und unser kleines Fähnchen vom Sonntag zusammengerollt auf der Kommode). Wir hätten uns nur blamiert.

Mal sehen, ob das heute Abend besser wird. Deutschland gegen irgendwen (Polen oder so). Klaus hat versucht, noch Fähnchen fürs Auto zu kriegen – alles ausverkauft. Nun hat er via Internet welche bestellt, die angeblich heute per Post kommen sollen. Dafür musste ich meinen Terminplan über den Haufen werfen und warte nun auf den Postboten! Wahrscheinlich kommt er erst am Freitag. >:-[

Kann mir jemand sagen, ob die Polen (oder wer immer gegen uns spielt) gut sind? Schließlich muss ich auch heute einen Tipp abgeben und diesmal will ich ein Glas mit nach Hause nehmen. Nicht das Ihr glaubt, ich sei heiss auf so ein blödes Bitburgerglas; wir wollen es für unseren brasilianischen Freund, dessen erste (und einzige) deutsche Worte waren „Bitte ein Bit“. Er hat sie gnadenlos in jeder Kneipe angewandt, auch wenn es nur Binding gab.

Jedenfalls, wenn einer einen heißen Tipp für mich hat, meldet Euch bitte! Im übrigen hoffe ich auf ein etwas spritzigeres Spiel heute Abend.
Euch und uns viel Spaß beim Zugucken.

Aberglauben

Wir fürchten uns immer ein kleines bisschen vor Freitag dem 13., vor schwarzen Katzen und Schafen, die auf der falschen Seite stehen. Ich kann noch eins draufsetzen: Ein spanisches Sprichwort besagt, dass man am Dienstag dem 13. nicht heiraten und keine Reise antreten soll.

HEUTE IST DIENSTAG DER 13!!!

Sollte also jemand vorhaben heute zu heiraten, lasst die Finger davon. Beim Heiraten kann man sowieso nicht vorsichtig genug sein. Ruckzuck hast du den Falschen erwischt und der hängt Dir dann auf der Pelle, nervt mit zerquetschten Zahnpastatuben und rumliegenden Socken.

Solltet Ihr eine Reise geplant haben, wartet lieber noch einen Tag – reine Vorsichtsmaßnahme. Bestimmt sind die Autobahnen heute durch LKWs und holländische Wohnwagen verstopft (das sind sie morgen auch, das hat nix mit Aberglauben zu tun). Bleibt schön zu Hause und genießt die Sonne.

Mir ist heute schon ein Nagel abgebrochen und das, obwohl der Tag noch gar nicht so alt ist und meine bisherigen Aktivitäten sich in Grenzen hielten.
Ein ganz schlechtes Omen! Werde also vorsichtshalber nur Dinge tun, die nit so wischdisch sin.

Also stürze ich mich jetzt ins Tagesgeschäft und hoffe, dass keine Katastrophen passieren. Verheiratet bin ich schon (d i e Katastrophe ist also schon da!) und verreisen will ich nicht – mir kann praktisch nix passieren.

Habt einen schönen Tag, beherzigt meine Worte und lasst Euch auch von schwarzen Katzen und Schafen nicht aus der Ruhe bringen. Die tun auch nur ihre Pflicht.

Ein Urlaubstag am Rhein

Warum in die Ferne schweifen …?

Gestern haben wir einen richtig schönen Tag am und auf dem Rhein verbracht. Am Mittag sind wir bei strahlendem Sonnenschein nach Rüdesheim gefahren. Dort war – wegen der Magic Bike Ralley und weil das dort immer so ist – ein ziemliches Gewusel. Autos, Motorräder, Fahrräder und jede Menge Fußgänger. Trotzdem war es einigermaßen übersichtlich und man konnte sogar durch die Drosselgasse gehen, ohne zerquetscht zu werden.
Die Jungs haben sich ziemlich zügig eine Kneipe gesucht, in der man auch Fußball gucken konnte und wir Mädels haben die freie Zeit zum Shoppen genutzt. (Der Kauf von Strohhüten war angesagt; die Sonne brannte unerbittlich.)
Zwischen den Beutezügen mal eben nach den Herren schauen, eine Kleinigkeit essen und weiter gings. Sehr vergnüglich und obendrein noch ergiebig. :DD

Nachdem das Fußballspiel (keine Ahnung, welches) zu Ende war, haben wir unser Schiff (Nautilus) geentert und auf dem Sonnendeck Platz genommen. Mit Sonnenhut und -Creme bewehrt, konnte uns ja nix passieren, obwohl ich ob des Windes ein wenig Angst um meine Kopfbedeckung hatte. Sie hat aber allen Böen Stand gehalten. Aus dem Lautsprecher quakte etwas südamerikanische Musik, was uns dazu veranlasst hat, unsere – ebenfalls neu erworbene – Brasilienfahne zu hissen.

Nachdem wir lange genug interveniert hatten, gab’s auch was zu trinken. Die Kellner an Bord waren übrigens der einzige Wermutstropfen am gestrigen Tag; abgesehen von der Erkenntnis, dass man ’so was‘ viel zu selten macht.

Wir sind ein Stückchen flussabwärts gefahren, vorbei am Mäuseturm, Loreley und div. Burgen, haben irgendwann gedreht und sind gemächlich zurück nach Rüdesheim getuckert. Zwischendurch gab es zwei kleine Sambavorführungen mit original brasilianischen Mädchen und einem knackigen Jüngling. Die Stimmung war gut und die Mädels fast nackt, was sogar die Wasserschutzpolizei bewog, längsseits zu gehen und sich das Ganze mal etwas näher zu betrachten. 88|

Zwischendurch gabs eine Art Captainsdinner für Arme. Ein Zweigangmenue, bestehend aus einem Teller mit eingelegtem Gemüse, Wrap, Pastete und Tüddelkram und als Nachtisch Rote Grütze mit Vanillesoße – hat aber gut geschmeckt. Nachdem wir die Kellner bei bisschen auf Trab gebracht hatten, klappte auch der Wein- und Wassernachschub reibungslos.

Vor Rüdesheim stoppte das Boot. In der Zwischenzeit war es dunkel geworden und „Der Große Knall“ konnte beginnen. Ein gigantisches, 45-minütiges Feuerwerk anläßlich der Fußball-WM.
Es begann mit einem rotglühenden Schriftzug im Weinberg
„Die Welt zu Gast bei Freunden“. Danach rumste es auf einem kleineren Schiff direkt vor uns und alle Flaggen der teilnehmenden Nationen erstrahlten rings um das Schiff. Sah toll aus. Dann gabs über Bingen ein Feuerwerk, danach über Rüdesheim und zum guten Schluß wieder direkt vor uns, von dem kleineren Schiff aus. Es war einfach nur geil. Als Abschluß gab’s noch ein gleichzeitiges Feuerwerk von allen drei Stellen aus. Toll, kann man nicht anders sagen.

Als alles vorbei war, sausten die Schiffe neben und hinter uns direkt los und steuerten die Landungsstege an. Unser Kapitän war mittlerweile eingeschlafen oder hatte den richtigen Hebel nicht gefunden. Jedenfalls dauerte es eine Weile, bis wir uns in Bewegung setzten mit dem Erfolg, dass unser Platz bereits von einem anderen Schiff besetzt war. Also weiterfahren, umdisponieren, wieder zurück, kurzer Plausch mit dem DLRG, die das ganze wohl zu organisieren hatten und wieder vor. Es wurde eine provisorische Rampe gebaut und die Passagiere konnten das Schiff verlassen.

Im dichten Abgasnebel der Autos fanden wir unseres auf dem Parkplatz wieder und konnten die Heimfahrt antreten.
Müde und erschöpft :yawn: von der vielen frischen Luft, aber voll mit schönen Eindrücken sind wir gegen 1.00 Uhr ins Bett gesunken und haben selig geschlafen.

Komplette Ausrüstung

Auch wenn ich die ganze Zeit mit Fußball nix am Hut hatte, nun hat auch mich das Fieber gepackt. Na ja, nicht so richtig, keine Angst. Nur wenn die deutsche Mannschaft spielt. Was interessiert mich Schweden gegen irgendwen. Wenn unsere Jungs auf dem Platz sind, weiß ich wenigstens, wem ich die Daumen drücken muss. Jawoll, ich weiß es: die schwarz-weißen sind unsere.:DD

Das Eröffnungsspiel haben wir mit Freunden bei uns im Wohnzimmer gesehen. Nicht zuletzt Dank Klaus‘ Geburtstag sind wir nun auch gut auf die WM vorbereitet. Ein dickes Nachschlagewerk steht griffbereit im Regal, Bier ist im Kühlschrank, WM-Servietten und Untersetzer liegen bereit. Wir sind mit entsprechenden T-Shirts und Kaffeebechern ausgerüstet und nun kommt der Knaller: Es hängt ein Voodoo-Püppchen überm Tisch, das man mit der Fahne des jeweiligen Gegners bestücken und mit kleinen fiesen Nadeln spicken kann. Die Nadeln müssen jeweils in das Körperteil gerammt werden, wo man den Kontrahenten schwächen will.

Beim Eröffnungsspiel hatte Püppi nur eine Nadel im rechten Bein. Nachdem Costa Rica das zweite Tor geschossen hat, waren alle Anwesenden dafür, ein paar Nadeln nachzuladen. Klaus als Eigner des Püppchens wollte den Zauber jedoch nicht überstrapazieren. Na ja, es hat ja dann auch so gelangt. Aber wir haben schon etwas geschwitzt stellenweise.

Jedenfalls werden wir Püppi sicherheitshalber auch weiterhin bearbeiten. Bislang habe ich von dem ganzen Hokuspokus ja nicht viel gehalten – aber man weiß ja nie … 😉

Freizeitstress

Dieses Wochende ist der Teufel los: Wilhelmstraßenfest, Höfefest, Fußball-WM, Umzugs(mit)hilfe etc.. Man muss sich einen Plan machen, wann man wo zu sein hat um wen oder was zu treffen oder zu sehen. Kann ja heiter werden.
Habe jedenfalls das Wochenende mit einer Freundin bei einem schönen gemütlichen Frühstück im Freien eingeläutet. Rings um uns herum war Markt und wir konnten das Treiben beobachten. War sehr entspannend.

Danach ein bisschen Hausarbeit und Vorbereitungen für den heutigen Fußballabend.
Bei allem was ich heute tat, ging mir ein Lied nicht aus dem Sinn. Ein alter Schlager von Daliah Lavi. Schon beim Wachwerden hatte ich ihn im Kopf und da spukt er mir schon seit Stunden rum. Habt ihr das schon mal gehabt? Nix gegen das Lied, aber inzwischen geht es mir auf den Geist. Ich hoffe jetzt auf das Eröffnungsspiel der WM. Vielleicht gibt es ein paar Schlachtgesänge, die mir das Gehirn wieder freispülen.

Ich wünsche Euch allen einen schönen (Fußball-)Abend!

Ich habe einen Vogel

Genauer gesagt, eine Amsel. Die wohnt in unserer Hecke und füttert ihre Jungen. Das tut sie seit Jahren und wir haben eine friedliche Koexistenz.
Allerdings gibt es auch viele Katzen in unserer Gegend und eine hat ein ganz bestimmtes Ritual. Sie durchstreift morgens in aller Herrgottsfrühe die Gärten. Bei uns sucht sie sich ein nettes Plätzchen und putzt sich in aller Ruhe und Gründlichkeit, was wiederum die Amsel auf den Plan ruft. Mit dem Auftauchen der Katze beginnt sie ein derartiges Gezeter, dass ich regelmäßig davon wach werde.
Die Katze kümmert’s nicht. Entweder ist sie taub oder sie hat schon anderorts gefrühstückt. Jedenfalls macht sie keinerlei Anstalten, den Vogel bzw. das Nest zu finden.
Das ganze Spektakel dauert in der Regel 10 Minuten.
Drei davon brauche ich um wachzuwerden und zu realisieren, dass es wieder so weit ist. Den Rest der Zeit stehe ich am Fenster und beobachte.
Nachdem sich die Katze saubergschleckt und ausgiebig gereckt und gestreckt hat, marschiert sie zum Teich und trinkt Wasser (by the way: ich vermisse einige Fische!). Die Amsel steht kurz vorm Infarkt.
Nach erfolgter Betankung verschwindet die Mieze durch den Nachbargarten und es kehrt wieder Ruhe ein.

Nun kann ich mich beruhigt meinem Morgenritual hingeben. Kaffee und das Kreuzworträtsel aus der Tageszeitung.
Ich wünsche Euch einen schönen sonnigen Tag!

Alte Bekannte

Nachdem wir gestern praktisch nichts gemacht haben (die durchzechte Nacht hing uns etwas in den Knochen) geht heute das Leben wieder ganz normal weiter.
Dienstags gehe ich in eine Englisch-Quasselgruppe und versuche, die paar mühselig angeeigneten Brocken nicht zu vergessen. Jedenfalls kam heute eine Besucherin aus einem anderen Kurs in unsere Gruppe, die mir gleich im ersten Augenblick bekannt vorkam. Allerdings war ich mir nicht so ganz sicher. Ich habe sie bestimmt 15 Jahre nicht gesehen und die Zeit hat auch an ihr ein wenig genagt. Ist ja auch blöd auf jemanden zuzugehen und zu sagen, „he, wir kennen uns doch“ und dann ist es doch jemand ganz anderes.
Etwas Aufwind bekam ich, als sie sich vorstellte. Der Vorname immerhin passte. Ich beobachtete sie aus den Augenwinkeln und war immer wieder verunsichert. Ein saublödes Gefühl.

Mir passiert es manchmal, dass ich Leute sehe und denke ‚den kennst du‘ und irgendwann später stellt sich heraus, dass man ihn immer mal im gleichen Bus sieht oder irgendwo im Supermarkt an der Kasse oder wo auch immer. Oder man kennt ihn wirklich und der Name will einem nicht einfallen (wie in der Reklame; ich weigere mich aber noch standhaft, dieses Produkt zu kaufen).

Jedenfalls habe ich dann im Laufe der Stunde noch einige Infos über meine unbekannte Bekannte rausgekriegt und sie dann letztendlich doch angesprochen. Tatsächlich, sie war es (uff!). Sie hatte mich allerdings auch nicht erkannt und auch dort nicht vermutet. Wir haben uns kurz unterhalten und ich hatte die nächste Gedächtnislücke: mir wollte partout der Name ihres (Ex-)Mannes nicht einfallen. Diese Klippe allerdings habe ich elegant umschifft und irgendwann erwähnte sie ihn. Hurra, nun bin ich wieder auf dem Laufenden! Vermutlich werde ich sie die nächsten 10 Jahre nicht mehr treffen und meine wiedergefundenen Kenntnisse nicht anbringen können. Beim nächsten Mal beginnt dann das Spiel von vorne.

Genießt die nächsten Tage – sie sollen sonnig und warm werden.

So ’ne schöne Kneipe …

und wir kannten sie nicht – eine echte Schande! Außerdem ist sie ganz in unserer Nähe, was ja durchaus praktisch ist. Jedenfalls sind wir da gestern gemütlich versackt.
Alles fing ganz harmlos an. Erst waren wir beim Reitturnier (Leute gucken), danach beim Mexikaner lecker essen und dann haben wir beschlossen, Billard zu spielen. Bravo: habe vor rund 35 Jahren einmal Billard gespielt und hatte schlicht keine Ahnung mehr, wie das eigentlich geht. Aber die Regeln sind ja einigermaßen verständlich, und so ging’s dann doch ganz gut. Habe sogar einmal Schluß gemacht – allerdings für die gegnerische Mannschaft :oops:!

Mein Partner hat eingesehen, dass ich das auch nicht kann und so haben wir uns anschließend wieder mit Darts versucht. Da sind wir alle nur Glücksritter, wenn man von Klaus mal absieht. Außerdem waren die Pfeilspitzen so krumm, da gab es sowieso nur Zufallstreffer.
Die gegnerische Mannschaft hat im Übrigen nicht ganz so hoch gewonnen, wie beim letzten Mal. Wir sind ein starkes Team!

Jedenfalls war es wieder ein lustiger Abend und bestimmt nicht das letzte Mal, dass man uns in dieser netten Kneipe gesehen hat. Zumal es dort noch Altbier gibt, was in unserer Gegend ausgesprochen selten ist.
Das tscheschische Bier allerdings klopft mir noch ein wenig im Kopf herum – oder sind’s die Tequillas?

Gärtnerlatein

Gestern hat es ausnahmsweise mal nicht geregnet, obwohl es permanent danach aussah. Klaus hat sich nach dem Frühstück daran gemacht, die Garageneinfahrt zu mähen, die Hecke zu stutzen und das Unkraut zwischen den Pflastersteinen zu beseitigen. Ich wollte eigentlich nur mal kurz an die Mülltonne und außerdem unsere ersten (!) vier Pfingstrosen abschneiden, um sie in eine Vase zu stellen – wenigstens etwas Frühling im Wohnzimmer.
Nun ist es aber so, dass ich mich sobald ich eine Gartenschere in der Hand halte, nicht mehr bremsen kann. Also bin ich gleich allem zu Leibe gerückt, was mich stört und ehe ich’s versah, war ich dicke mit drin im Gärtnern. Es wurde regelrecht gerodet.

Auf einem Pflanzstreifen hatte sich ein Zeug ausgebreitet mit rhabarbergroßen Blättern, die alles überwuchert hatten, was dort eigentlich wachsen sollte. Meiner Aufräumwut ist alles zum Opfer gefallen –
was bedeutet, dass ich in der kommenden Woche wieder in irgendeinem Gartencenter anzutreffen bin.

Am Anfang meiner Gärtnerkarriere habe ich immer versucht, Ableger von schönen Pflanzen zu ergattern. Das ist an und für sich eine tolle und preiswerte Sache. Allerdings habe ich dabei auch die Erfahrung gemacht, dass man niemals (!!) Ableger einbuddeln sollte, von denen der Ursprungsgärtner sagt: „oooch, das wächst schön“! Das bedeutet nämlich im Klartext: DU WIRST DAS ZEUG NIE MEHR LOS!

Ich denke mit Schrecken daran, dass ich mal irgendwelche blauen Blumen gepflanzt habe, die sich wie die Karnickel vermehrt haben und die ich wirklich jahrelang immer wieder aus der Erde reißen musste.

Warnen muss ich auch vor Zitronenmelisse. Ein hübsch anzusehendes Kräutlein, das sich vielseitig in der Küche einsetzen läßt. Wenn ihr es kultivieren wollt, dann bitte nur im Topf. Von meiner Pflanze – die vor bald 20 Jahren einem gemauerten Kamin weichen musste und einfach zubetoniert wurde – gibt es auch in der Nachbarschaft jede Menge Junge!
Ein Teil unserer Nachbarn hat mit Gartenarbeit überhaupt nix am Hut. Alles kann wachsen, wie es will und so findet die Zitronenmelisse immer wieder zu mir zurück.

Jedenfalls ist unsere Biotonne nun rappelvoll und in unserem eigentlichen Gärtchen wartet auch schon wieder jede Menge Gestrüpp, das beschnitten werden muss. Dem Regen sei Dank.

Fußballnacht

Fußball und kein Ende! Die Pferdenacht war uns echt zu kalt und außerdem gabs vorher auch noch das letze Testspiel unserer Fußfallelf vor der WM. Den Gegner habe ich schon wieder vergessen. Wir waren zum Fußball gucken zu Gast bei Freunden und unsere Jungs haben 3 : 0 gewonnen! (Ej, WM-Gegner: ihr könnt euch schon mal warm laufen!)
Hinterher gabs dann noch ein Spiel und diverse Rückblicke und dummes Geschwafel von vermeintlichen Fußballprofis und wieder Rückblicke und Beweihräucherungen ohne Ende.
Kann nicht mal einer den distinguierten älteren Herrn mit den vielen „jaaaa guuuut’s“ vom Platz stellen? – Ich kann ihn echt nicht mehr ab! >:-[

Zwischendrinn haben wir ein bisschen was gegessen. Es gab leckere italienische gefüllte Fladenbrote, deren Namen ich nicht mehr weiß und Torta Brasiliera Rapida para Festa (das Rezept aus Belindas blog – schöne Grüße an dieser Stelle, war echt lecker und total easy zu machen). Dazu ein paar Tässchen Sekt und – verdauungstechnisch – Slibowitz (Hausmarke).

Von der Konkurrenzveranstaltung im Schloßpark haben wir nur die Lautsprecherdurchsagen und das Feuerwerk mitgekriegt bzw. gehört. Gegen 24.00 Uhr sind wir nach Hause gegangen. Die Pferdenacht war auch gerade rum und in Biebrich herrschte Verkehrschaos! Taxis, Autos und Busse quetschten sich durch die engen Straßen. Der Gelenkbus der Linie 4 war so rappelvoll, da passte kein Blatt Papier mehr dazwischen.

Im Kurier steht heute, dass die Auftaktveranstaltung zum Reitturnier wieder ein voller Erfolg gewesen sei, aber nur mit dicken Steppjacken und warmem Schuhwerk zu genießen war. Die Armen!

Uns jedenfalls hat der gestrige Abend gut gefallen. Noch schöner wäre er – für mich – ohne den ganzen Fußballquatsch gewesen.

Ich muss mich wohl daran gewöhnen, dass die nächsten Wochen nur aus verschwitzten, spuckenden, mehr oder minder gut gebauten Kerlen im Fernsehen besteht und aus schlaffen, Bier trinkenden und alles besser wissenden Säcken auf der Couch davor.
Wie heißt es so schön: mein Freund ist aus Leder!