Das Biest

Sie steht da und grinst mich an – lockend, hämisch und frech. Ich betrachte sie argwöhnisch aus den Augenwinkeln und überlege, was ich tun soll. Einerseits hätte ich gern Gewissheit, andererseits weiß ich, dass das, was sie mir zu sagen hat, niederschmetternd sein wird. Ich hasse schwerwiegende Auseinandersetzungen am frühen Morgen und heute ist sowieso nicht mein Tag. Soll ich ihn mir nun endgültig versauen, nur weil ich meine Neugier nicht zähmen kann? U-(
Nein, ich lasse es! Ich werde es die ganze Woche lassen und mich frühestens am Samstag mit ihr auseinandersetzen.
Mit diesem Entschluss gebe ich ihr einen Tritt und schubse sie weiter unter das Regal. Ich will sie nicht mal ansehen müssen, meine Waage. :##

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Nachlese

Nach einem köstlichen Frühstück mit Bauernspeck, frischen Eiern (von glücklichen Hühnern), hausgemachter Marmelade und einem Tässchen Prosecco sind wir zu unserem letzten Schitag aufgebrochen. Wir konnten uns nochmal richtig austoben und fast alle Hänge abfahren. 😀 Der Hausberg ist immer noch gesperrt und wurde erst am Samstag für die (mehr-)zahlenden Gäste der Hauptsaison präpariert. War uns aber egal, wir kennen die Gegend sehr genau und kommen überall hin, wo wir hin wollen (ätsch!).

Bei dem Wirt unserer allerliebsten Lieblingshütte (liegt total versteckt und muss zu Fuß erklommen werden) hat der Göttergatte eine CD mit dem Hüttensong (eindeutig zweideutiger Text) erstanden und am Nachmittag haben wir in unserer Aprés-Ski-Hütte feucht-fröhlichen Abschied gefeiert.

Einige von uns haben den Absprung rechtzeitig geschafft und konnten noch Koffer packen und duschen und waren rechtzeitig abmarschbereit zum Abendessen. Schon in Hut und Mantel hörten wir vor unserem Haus ziemlich lautes Gerede und Lachen und schauten vom Balkon. Unsere restliche Clique versuchte gerade, einigermaßen graziös aus einem Taxi zu fallen. STRUNZENBREIT!!! 88| 88| 88|
Der Hüttenwirt hatte nach dem erheblichem Alkoholgenuß seiner Gäste doch Bedenken, sie unbeaufsichtigt nach Hause zu schicken und sie kurzerhand in ein Taxi verfrachtet.
Na bravo, dachten wir und sind schon mal ins Restaurant gegangen, um Quartier zu machen. Mit 20-minütiger Verspätung trudelte dann der Rest der Truppe ein und unterhielt das ganze Lokal. Gottlob war es unser letzter Abend und bis zum nächsten Jahr ist ihr Auftritt hoffentlich vergessen. Der Wirt sah es jedenfalls gelassen und spendierte noch eine Runde obendrauf. :-/

Ziemlich geschafft vom vielen Abschiednehmen bin ich dann ein letztes Mal auf meine harte Schlafstatt gesunken und am Morgen vom Schneeschieber geweckt worden. Seit 3.00 Uhr in der Früh schneite es unaufhörlich und wie verrückt. Also war Schneeketten aufziehen angesagt. Ich hab‘ mir schon nix gutes gedacht und sollte Recht behalten. Erstmal eine Stunde im Stau stehen (an einer Stelle, wo es definitiv keine Ausweichmöglichkeit gibt) und dann noch 250 km im dichten Schneetreiben. Vorwärtskommen nur im Schneckentempo. Gottlob wurde es danach besser und wir erreichten die Heimat zwar viel später als normal, aber immerhin wohlbehalten.

Nun ist Schluß mit Lustig und jetzt werde ich meiner neuen Hausangestellten mal richtig Stress machen. Wenn die Wäscheberge abgearbeitet sind, melde ich mich wieder. :wave:

Es geht auch ohne

Man glaubt es nicht, aber es geht auch ohne Internet!

Nachdem wir uns in der schneelosen Zeit gegenseitig das DSL-Kabel aus den Notebooks gerissen und gestritten haben, wer jetzt dran ist, habe ich mir zwei computerlose Tage verordnet. Und: es geht auch ohne! Anfangs ist es mir tierisch schwer gefallen und immer war ich versucht, doch wenigstens meine Emails zu lesen, aber ich hab‘ durchgehalten.
Urlaub wie früher. Völlig streßfrei; wenn man nicht weiß, was „draußen“ los ist, muss man auch nicht reagieren (erfreulicher Nebeneffekt: manche Dinge erledigen sich von selbst :yes:). Statt mir die Augen weiter zu ruinieren und in den kleinen Bildschirm zu starren, habe ich mein Schlafdefizit etwas verringert, mal wieder durch die „Brigitte“ und „Freundin“ geblättert und mich mit meinen Mitmenschen richtig unterhalten. Schön!

In der Zwischenzeit hat es hier zwei Tage heftig geschneit, die Schneekanonen ballern rund um die Uhr weißes Pulver in die Luft, die Pistenbullis schieben, was das Zeug hält. Jetzt macht auch das Schifahren wieder Spaß. 😀
Heute ist unser letzter Urlaubstag. Wir werden um 9.30 Uhr in den Lift klettern und in einer unserer Lieblingshütten frühstücken. Danach geht es auf die Abschiedstour und anschließend muss unsere ganze Habe wieder in die Taschen gestopft werden. Ein letztes gemeinsames Abendessen mit der Clique und dann mal zeitig ins Bett. Den Samstag verbringen wir auf der Straße und ab Sonntag geht das normale Leben wieder los. So’n Urlaub geht rum wie nix! 😦

Zeitvertreib

Inzwischen besitze ich Wanderschuhe (zum Schnäppchenpreis) und hatte auch schon Gelegenheit, sie auszuprobieren. 🙄
Mein Buch habe ich ausgelesen. Übrigens ein schönes Werk: „Im Jenseits ist der Teufel los“ von Arto Paasilinna. Ich habe herzlich gelacht und eine ganz andere Ansicht vom Leben nach dem Tod kennen gelernt. Sehr unterhaltsam. :yes:
Die restliche Zeit verbringen wir mit allem möglichen, wir toben durchs Internet, der Göttergatte versucht sich gerade am Vokabeltrainer, gelegentlich wird sogar gekocht.
Um sich nicht komplett auf den Geist zu gehen, hat sich die Clique heute mal getrennt und jeder geht seiner Wege. Zum Abendessen treffen wir uns wieder.
Gestern Abend hat es angefangen, leicht zu schneien und das tut es immer noch. Leider ziemlich nasser Schnee, der auf den Hausdächern und der Straße nicht liegen bleibt. Immerhin sind die Bäume schon wieder weiß überpudert und wenigstens optisch haben wir das Gefühl, im Winterurlaub zu sein. :-/

Einige Pisten wurden nachts zwangsbeschneit und die Pistenraupen haben alles irgendwie zu einer Art Fahrbahn zusammengeschoben. Ski fahren geht also, macht aber keinen richtigen Spaß. Gestern hat uns das wenigstens etwas Auslauf und ein Mittagessen in einer urigen Hütte beschert.

Die mangelnde Bewegung wird vermutlich dazu führen, dass wir hier locker fünf Kilo zunehmen (pro Person, versteht sich). Wenn man erstmal auf den Geschmack von Kaiserschmarrn, Kaasspatzen und Stelzen aus dem Rohr gekommen ist, gibts leider kein Halten mehr. Der Mensch an sich ist halt schwach. Seufz! 8|

Wieder Ruhe

Nachdem es gestern den ganzen Tag gestürmt und geregnet, nein geschüttet hat, ist es heute wieder ruhig.
Der Sessellift vor unserem Haus ist in Betrieb und keiner weiß, warum eigentlich. :-/ Zum Ski fahren gibt es nichts mehr, die restliche Piste ist nach dem Dauerregen auf die Straße gerutscht und von dort aus in der Kanalisation verschwunden. Auf der anderen Seite des Ortes, dem Hausberg, ist nur noch grüne Wiese. 😦
Wir haben den ganzen Tag zusammengegluckt, mittags Würstchen und Kartoffelbrei gemampft, abends eine zünftige Brotzeit veranstaltet, jede Menge dummes Zeug geredet, „Wer wird Millionär“ gespielt und die Bierbestände erheblich dezimiert.
Heute werden wir mal in die nächst größere Stadt fahren und sehen, was sich dort verändert hat. Die letzten paar Jahre kamen wir wegen der sehr guten Schneeverhältnisse nicht dorthin. Es gibt ein neues Shoppingcenter und vielleicht finden wir ja ein paar Wintersportartikel zum Schnäppchenpreis.

Angeblich soll es morgen wieder kalt werden und auch schneien. Vielleicht können wir ja noch zwei, drei Tage dem eigentlichen Sinn unseres Urlaubs nachgehen. Wenn nicht, kriege ich vermutlich einen Lagerkoller. U-(
Aber ich bin ja Optimist und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Ich wünsche Euch ein schönes geruhsames Wochenende. :wave:

Er ist da

Der Orkan hat jetzt „S‘ Dörfl am Hochkönig“ erreicht.
Bin um 5.30 Uhr von einem merkwürdig pfeifenden Geräusch aufgewacht. Der Wind bläst ums Haus und peitscht den Regen durch die Straße. Die Weihnachtsdekorationen – die hier gnadenlos bis in den Februar hinein ihren Dienst tun – werden ordentlich durchgewirbelt. Gegenüber von uns steht ein mit vielen bunten Lichtern geschmückter Weihnachtsbaum auf einem Balkon. Die Lichter tanzen wild durcheinander, was wirklich interessant aussieht. Immerhin, der Baum steht noch und die Lichterkette funktioniert.
Viel erkennen kann man ansonsten draußen noch nicht, weil es noch stockfinster ist. Mir reicht das, was im Schein der Straßenlaterne zu erkennen ist.
Ade Schnee, ade Ski fahren.
Heute werden wohl die Gesellschaftsspiele zum Einsatz kommen. :-/

Zwischenbericht

Dafür, dass der Schnee immer weniger wird, läßt es sich noch sehr gut fahren. Dumm nur, dass der Hausberg (da, wo unsere Aprés-Ski-Hütte liegt >:-[) keine Beschneiungsanlage hat. Vor zwei Tagen konnten wir sie noch über einen vereisten Waldweg und das letzte Stück der (gesperrten) Piste erreichen. Das war kein Zuckerschlecken! Der Waldweg an sich war schon kriminell, aber als wir vor der Piste standen …?! „Caipi“, dachte ich, „wenn du dich hier auf die Schnauze legst, das tut richtig weh!“ Den Gedanken daran, dass ich dann auch nicht mehr auf die Beine kommen würde, habe ich vorsorglich verdrängt. Eigentlich war die Fläche nur noch mit Schlittschuhen zu befahren. Wir sind also langsam losgerutscht und haben versucht, die Schier Richtung bergauf zu lenken um evtl. nochmal zum Stehen zu kommen. Ich sag’s Euch, ich kam mir vor wie nach dem dritten Tag Schikurs und das erste mal auf einem richtigen Hang: zittrige Knie und Schiss in der Bux ohne Ende! 88| 88|
Wir haben es alle ohne Unfall geschafft und ich habe mir geschworen: NIE MEHR WIEDER! Großes Indianerehrenwort! Der Angstschweiß lief mir in Sturzbächen vom Körper.
Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich heute mal wieder dazu komme, etwas in meinem blog zu schreiben. Die anderen haben heute eine neue Route ausprobiert: Mit dem Lift ein kleines Stückchen nach oben, verbotener Weise mittendrin aussteigen und quer über die Piste rutschen. Angeblich die einzige Möglichkeit, dorthin zu kommen und (ebenfalls angeblich) sogar halbwegs legal. Ich werde mir später die Erfahrungsberichte anhören oder sie im Krankenhaus besuchen.

Tja, ansonsten geht es uns gut. Wir sind im Urlaubsstreß (Begrüßung der diversen Hütten- und Kneipenwirte, Erfragen der Neuigkeiten, wer hat geheiratet, ein Kind gekriegt, ist gestorben, etc.) Wenn man 20 Jahre immer wieder in den selben Ort kommt, gehört man irgendwie dazu.
In meinem neuen Buch, auf das ich mich so gefreut habe, habe ich noch nicht eine Seite gelesen; man kommt ja zu nix hier. :>>

So, jetzt werde ich mir noch eine Tüten-Caipirinha machen (gibt’s tatsächlich! Von Cachaca No. 51. Ist gar nicht so schlecht – jedenfalls besser, als andauernd dieser sprittige Obstler!) Danach werde ich mich zu einem gepflegten Mittagsschlaf niederlegen.

Ich wünsche Euch allen eine geruhsame Arbeitswoche, es sind ja nur noch zwei Tage! ;D