Ständige Gängelei

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass unsere Damen und Herren Politiker – vermutlich, weil sie nichts wirklich Großes auf die Reihe kriegen – sich inzwischen darin austoben, Otto Normalverbraucher immer mehr zu gängeln? Eigentlich dürfen wir bald gar nichts mehr – außer Steuern zahlen, versteht sich.

Gewiss hat alles irgendwo seine Berechtigung, siehe Umweltschutz, Nichtraucherschutz etc.. Irgendwo sind aber Grenzen und ich kann es bald nicht mehr hören, wie sie sich gegenseitig übertrumpfen wollen mit ihren guten Vorschlägen.

Beispiel Umweltschutz: Kaum jemand kann es sich heute leisten – wie das in den 60ern durchaus üblich war – sonntags die Familie ins Auto zu packen und spazieren zu fahren. Bei den Spritpreisen überlegt man sich genau, wohin man fährt und wie man Ziel A und B so kombinieren kann, dass man möglichst kostengünstig unterwegs ist. Nun will man uns auch noch die Glühbirne verleiden.

Beispiel Wasser sparen: Es gibt nur noch Toilettenspülkästen mit Spartaste fürs kleine Geschäft – per Verordnung. Da der Deutsche an sich nun mal sehr gewissenhaft ist führt das dazu, dass die Kläranlagen die Brühe, die bei ihnen ankommt, erstmal mit Frischwasser versetzen müssen, um sie überhaupt klären zu können. Was soll das? Mal ganz abgesehen davon, dass der Extremsparer nach ein paar Jahren eine Rohrverstopfung riskiert, deren Reparaturkosten immens sind.

Beispiel Mülltrennung: Wir trennen wie bekloppt, spülen jeden Joghurtbecher aus und der Müll liegt in den Sortieranlagen auf Halde, weil sie dem Ansturm gar nicht gewachsen sind. Das Ende vom Lied: unser fein säuberlich sortierter und gespülter Müll wird verbrannt. Ja spinn’ ich denn?

Beispiel Nichtraucherschutz: Ich bin dafür, dass in Restaurants nicht mehr geraucht wird oder es zumindest nur in speziellen Räumen gestattet ist. Meinetwegen kann das auch in Kneipen so geregelt werden.
Warum aber, kann nicht ein Wirt selbst entscheiden, ob in seiner Kneipe geraucht werden darf oder nicht? Kein Nichtraucher ist gezwungen, sich in einer Raucherkneipe aufzuhalten. Und was macht ein Wirt, der selbst Raucher ist und in seiner eigenen Kneipe seinem Laster nicht mehr frönen darf? Er muss vor die Tür und seinen Zapfhahn für 10 Minuten verlassen. Ich bin schon gespannt auf die Kommentare der Durstigen.
Ach ja, und was soll der Quatsch mit den Bierzelten? In unserem Stadtteil gibt es alljährlich eine Kerb mit einem riesigen Bierzelt, das schon seit vielen Jahren nicht mehr voll besetzt ist. Platz für 1.000 Gäste und es sitzen nur 300 Leute drin. Wenn dann die Raucher noch vor den Zelteingang müssen, braucht man das Ding gar nicht mehr aufzustellen.

Ganz eifrige Politiker wollen mir jetzt auch das Rauchen in meinem eigenen Auto (in dem ich sowieso nur alleine fahre) verbieten – weil das ja so schädlich ist. Da muss man erst mal drauf kommen!

Leute: Ihr könnt mich mal am Abend besuchen. Je mehr Druck ihr auf mich ausübt, desto mehr neige ich zu Trotzreaktionen.
Ich übe mich jetzt schon mal in zivilem Ungehorsam und wenn ich gleich aus dem Zimmer gehe, lasse ich das Licht an. Basta! >:-[

4 Gedanken zu “Ständige Gängelei

  1. Hehe, da ist aber jemand richtig sauer ;).

    Verbote auszusprechen, ist ja für Politiker viel einfacher, als eine vernünftige Gesundheits- oder Rentenreform auf die Reihe zu kriegen.

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    • Und wie ich sauer bin! Das einzige, was sie auf die Reihe kriegen, sind unausgegorene Gesetze. Darauf folgt dann eine Flut von Durchführungsverordnungen, damit das Ding halbwegs funktioniert. Über die Politikverdrossenheit der Bürger brauchen die sich wirklich nicht zu wundern. Wo soll man denn sein Kreuzchen machen, wenn man nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat?

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