Nee, wat isset schee!

Das schöne Wetter animiert zu allerlei Tätigkeiten, die normalerweise nicht wirklich begeistern. Fenster putzen zum Beispiel. Nach einem Rundumschlag meinerseits können wir unsere Umwelt nun wieder streifenfrei beobachten. 😀

In unserer Nachbarschaft wird wie wild in den Gärten gewerkelt, geharkt, gejätet und geschnippelt. Einer unserer Nachbarn – DER „Akkurateur“ vor dem Herrn 🙄 – hat heute Stiefmütterchen gepflanzt. Zehn Stück in sechs Reihen. Ob Ihr es glaubt, oder nicht: er hat die Abstände zwischen den einzelnen Pflänzchen mit dem Zollstock ausgemessen! :)) Ich hab’ gedacht, ich seh’ nicht richtig! 88|

Aber die exakt ausgerichteten Blümchen passen ins Bild. Alles in diesem Garten ist akkurat. Als Sichtschutz gibt es eine kleine Reihe Lebensbäume, die sich immer in Größe und Form gleichen, als seien sie geklont. Selbst die Büsche im restlichen Garten stehen in exaktem Abstand zueinander, sind alle gleich hoch und gleich breit. Zwischen den Büschen wachsen – jeweils abgezählt und natürlich in exakt gleicher Anzahl – ein paar Osterglocken und sonstige Frühjahrsblüher. Natürlich in jeweils exakt derselben Farbe. Im Sommer gibt es noch ein paar Staudengewächse – natürlich alle gleich groß, …! 8|

Gottlob bleibt mir ein Teil dieser Kunstlandschaft im Sommer verborgen, da das üppige Grün eines anderen Nachbarn – er hält sich für einen Biogärtner, weil er alles einfach wachsen lässt wie es will – uns die Sicht versperrt. Zwei Extreme auf engstem Raum.
Ich habe keine Ahnung, wie die beiden miteinander auskommen, da ich mich aus dem Nachbarschaftsgeklüngel raushalte. Interessieren würde es mich aber schon mal. 😉

Ich buddel und werkel ja auch gerne in meinem kleinen Garten, aber exakt ist da gar nichts und was ich pflanze, wächst mit Sicherheit in die falsche Richtung. Meine Kletterrose blüht bevorzugt beim Nachbarn (dem Biogärtner. Hoffentlich schreibt er sich das nicht auch noch auf die Fahne!) 😦 und meine Klematis erfreut die Nachbarn zur Linken. Mit Unkraut in kleinen Mengen kann ich leben und welke Blätter stören mich auch nur bedingt.
Außerdem ziehe ich nicht jedes Mal Gummistiefel an, wenn ich in meinem 50qm-Gärtchen eine welke Blüte abschneiden will. Das macht nur der Akkurateur! :crazy:
Seine Gattin ist übrigens genauso gestrickt, aber von der erzähle ich ein anderes Mal.

2 Gedanken zu “Nee, wat isset schee!

  1. Ja, so einen ähnlichen Nachbarn, nennen wir ihn Herrn P., hatten wir damals auch in der Nähe meines Elternhauses. Alles schön gezirkelt, wenn auch vielleicht nicht ganz so extrem wie bei Dir. Und irgendwie sah er bei der Gartenarbeit immer völlig unglücklich und verbiestert aus. Ich weiß nicht mehr, welchem Beruf er nachgehangen hat, ich habe mir immer Hundesteuer-Eintreiber für ihn vorgestellt. Und diese deine Geschichte nach meinen Farn und Zitronemelissen-Erlebnissen!

    Und mit den Fenstern hast du mir auch wieder ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich bin nur froh, dass meine Vorhänge den Schmutz dahinter ein wenig verschleiern. Ich wohne auch noch an einer verkehrsreichen Straße mit Ampel zur Linken und Ampel zur Rechten.

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  2. Oh, sorry! Ein schlechtes Gewissen wollte ich niemandem machen. Ich wollte nur Herrn Penibel besser bei der Gartenarbeit zuschauen können! Das ist wirklich köstlich, zumal er immer ordnungsgemäß „kostümiert“ ans Werk schreitet. Gummistiefel und Lederhandschuhe gehören unbedingt dazu, auf das Stohhütchen warte ich noch.
    Solche Leute gibt es wohl überall. 🙂

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