Wegen Reichtum geschlossen

Gestern im Portugiesischkurs wurde uns wieder einmal eine neue Zeitform nahegebracht (Vollendete Vergangenheit). Langsam hab’ ich die Nase voll davon. 😦 Das viele Konjugieren der Verben führt dazu, dass man sie nur noch mit Mühe erkennen kann. Da wir mittlerweile schon etliche Zeitformen kennen (nimmt das eigentlich gar kein Ende?) kommen wir ständig durcheinander, was zu tollen Missverständnissen führt. Ich hasse diese Sprache! >:-[

Jedenfalls waren wir ziemlich gefrustet und haben beschlossen, nach dem Kurs gemeinsam noch ein Bier zu trinken. In der VHS gibt es ein kleines Bistro, in dem wir gelegentlich noch einen Absacker nehmen und da wollten wir hin. Wollten, denn: die Kneipe war zu. 😐
Also ins Auto, zur nächstgelegenen Kneipe. Auch hier alles dunkel und zu. (Kein Ruhetag, keine Betriebsferien. Einfach nur zu.) 😦
Kneipen gibt es eigentlich wie Sand am Meer, nicht aber in der VHS-Gegend. Also sind wir um ein paar Ecken gefahren und haben – total versteckt und ziemlich abgelegen – eine Sportplatzkneipe gefunden. Hier waren wir die einzigen Gäste, wurden aber freundlich begrüßt und nach unseren Wünschen gefragt. 🙂

Zwanzig Minuten später wurde die Kneipe voll. Als erstes kamen die reiferen Mädels aus der Gymnastikstunde, kurz darauf der Herren-Kegelklub und zwischendrin tröpfelten noch einige einsame Gestalten durch die Tür. Plötzlich war Leben in der Bude. Der Kellner schleppte Getränke durch die Gegend, der Wirt zapfte Bier, was das Zeug hielt. Alle wurden bestens versorgt und einige Zeit später (gegen 23.00 Uhr) wurden sogar noch warme Speisen verteilt. Der Laden brummte und: er gehört einem Ausländer.
Versucht mal, in einer deutschen Kneipe nach 22.00 Uhr noch etwas zu Essen zu kriegen – die lachen Euch aus. :##

Wir hatten jedenfalls unseren Spaß und wurden bestens bedient. Als wir gegen 24.00 Uhr gegangen sind, war u.a. das Krampfader-Geschwader noch munter dabei und machte keinerlei Anstalten, nach Hause zu gehen.
Wir werden die Kneipe zu unserer Portug.-Stammkneipe machen. Sollen die anderen Wirte doch auf ihrer Couch weiter vom großen Verdienst träumen. :yes:

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Schöner Wohnen

Mir ist grad’ sehr nach ausmisten, umräumen und neu dekorieren zumute. Wir haben einen ziemlich abgewetzten Teil unserer Couch ausrangiert und unser Wohnzimmer so optisch vergrößert. Ich bin drei Kartons mit Geschirr, den alten Keller-Kühlschrank sowie meine olle Mikrowelle losgeworden und sogar mein Göttergatte hat sich von größeren Mengen Computerschrott getrennt (Jubel! :D). Es gibt also wieder Platz und damit Möglichkeiten zur Umgestaltung und Neuordnung die vermutlich dazu führen wird, dass wir alle möglichen Dinge in Zukunft erstmal werden suchen müssen, weil sie nicht mehr am anstammten Platz zu finden sind. :-/
Veränderungen jeder Art sollen ja die Gehirntätigkeit anregen und zu höherer Leistungsfähigkeit desselben führen. Damit werde ich dann die Unmutsäußerungen meines Liebsten kommentieren.

Ursprünglich wollte ich diese Woche Fenster putzen, aber bei dem Schweinewetter habe ich das erstmal verschoben. Wo ist eigentlich der Frühling hin, der letzte Woche schon in vollem Gange war? Plötzlich ist es wieder kalt und ungemütlich. 😦
Ich will jetzt Sonne B), ich will im Garten sitzen und den Blumen beim Blühen zugucken und ich will grillen und dazu lecker Caipi trinken *mit dem Fuß aufstampf*.
Ich hab’ die Schnauze so voll von dicken Winterjacken und warmen Schuhen! :##

Rappel

Volles Programm hatte ich heute. Erst habe ich eine liebe Freundin besucht und für deren Tochter die Hochzeitseinladungen abgegeben, mit denen ich mich die letzten Tage rumgeplagt habe. Anschließend nach Mainz zur Katzenbetreuung, dann zur Post und zum Supermarkt.
Hier bekam ich dann meinen alljährlichen Frühjahrsrappel. 😀

Nachdem ich heute Morgen bereits die ersten Magnolienblüten gesehen habe, die kurz vorm Aufspringen waren und mir die Sonne schon stundenlang frech ins Gesicht lachte, gab es kein Halten mehr.

Im Supermarkt musste ich mich erstmal durch die Osterabteilung kämpfen. :-/ Vorbei an Bergen von Nougat- und Marzipaneiern, lila Hasen und sonstigem Getier und kalorienreichen Präsentschachteln. Einen kleinen Blick habe ich mal riskiert, aber nix gekauft (man, bin ich stolz auf mich!). :yes:
Tja, und dann kam MEINE Abteilung: Grünzeug und Blühpflanzen.

Da standen sie nun fein säuberlich in Töpfchen und Schalen. Tulpen, Narzissen, Hornveilchen, Primeln etc., allesamt mit prächtigen, leuchtenden Blüten. Und alle schrien mich an, „nimm’ mich mit!“. :DD

Ok, so zwei oder drei Töpfchen wollte ich sowieso kaufen, um ein paar kleine Löcher im Blumenkübel zu stopfen. Dann allerdings dachte ich mir, dass ich mir eine Belohnung verdient hätte für die Nacht, die ich mir mit dem Druck der Einladungskarten um die Ohren geschlagen habe und ab da gab’s kein Zurück mehr.
Nun stehen mehrere Paletten der bunten Töpfchen auf der Terrasse und warten darauf, eingebuddelt zu werden. 😀 😀 😀

Danach bin ich noch zu einem richtigen Blumenladen um für eine weitere Freundin einen Geburtstagsstrauß zu kaufen. Auch hier standen natürlich herrliche Frühlingsboten ‚rum.
Gottlob hatte ich mich ja im Supermarkt schon verausgabt, andernfalls hätte ich nämlich da zugeschlagen und das wäre um einiges teurer geworden. B)
So gesehen, habe ich also schon wieder gespart und kann mit dem Ersparten demnächst die Osterabteilung plündern. ;D

Anspruchsvolle Ladies

Heute hab’ ich wieder meine zwei anspruchsvollen Mädels amüsiert. Nach allerlei „Fang-das-Mäuschen-Spielen“, mit denen ich nur mäßigen Erfolg hatte, weil draußen lustig die Vöglein über die Wiese hüpften und weitaus interessanter waren, entdeckte ich auf dem Schrank eine Dose Seifenblasen.
Ich erinnerte mich, dass unsere Katze seinerzeit davon fasziniert war und war gespannt, was die Kleinen wohl dazu sagen würden. Also pustete ich eine Ladung der schillernden bubbles durch die Luft und – die Ladies waren very amused! 😀

Es war köstlich zu sehen, wie sie sich anpirschten, aufgeregt mit dem Hintern wackelten und sehr verdutzt guckten, als die zarten Dinger – gerade als sie zum Sprung ansetzten – einfach zerplatzten. :DD Anfangs hatten sie blankes Entsetzen in den Augen, später wurden sie etwas mutiger und sprangen kreuz und quer durch die Luft. Herrlich! Irgendwann ging mir die Puste aus und ich versuchte mein Glück mit Schmusen, Leckerchen verteilen und kleinen Kämpfchen. Zeitweise gelang mein Ablenkungsmanöver, aber ihre Blicke gingen immer wieder nach oben. :p

Vermutlich sind sie jetzt noch mit Luftraumüberwachung beschäftigt und die Vögel können unbeobachtet Würmer picken. |-|

Horror

Am Dienstagabend habe ich – um mir nach dem anstrengenden Portugiesischunterricht noch etwas Entspannung zu verschaffen – ein bisschen zwischen den Fernsehprogrammen gezappt und bin bei einem Dokumentarfilm über Kenia hängen geblieben.
Es ging um das Leben der Mädchen und Frauen unter der Knute ihrer Väter und Ehemänner und um die unsägliche Tradition der Beschneidung von Mädchen. Ein Thema, von dem ich seit vielen Jahren weiß und über das ich auch schon viel gelesen habe und darüber jedes Mal sehr entsetzt war. Der Film war sehr eindringlich und zeigte das ganze Leid und die Qualen der Mädchen, die diese Prozedur über sich ergehen lassen müssen. An Horror ließ der Film keine Wünsche offen und die Bilder kann ich seit dem nicht mehr vergessen.

Es ist nicht nur der Akt dieser völlig unsinnigen Beschneidung selbst, der unter Missachtung auch der mindesten hygienischen Grundbedingungen und mit brutaler Gewalt (natürlich bei vollem Bewusstsein) durchgeführt wird und nicht wenige der Mädchen verbluten oder an Infektionen sterben lassen. Völlig unverständlich für mich war, dass die Mütter der Mädchen – die diese Qualen selbst erlebt haben – seelenruhig dabei zusehen, wie ihren Töchtern dasselbe Leid zugefügt wird.

Die Beschneidung selbst ist ja erst der Beginn ihres Martyriums. Sie werden danach bis auf eine winzige Öffnung zugenäht, die gerade noch so das Wasser lassen ermöglicht und jeden Toilettengang zur Qual werden lassen.

Der nächste Horror steht den Mädchen in ihrer Hochzeitsnacht bevor. Dann nämlich, wenn der frisch gebackene Ehemann die junge Frau wieder „öffnet“. Auch hierbei kommt es natürlich immer wieder zu Infektionen und riesigem Blutverlust, von den Schmerzen, die die Frau erleiden muss, mal ganz abgesehen.

Eine Ärztin bemüht sich darum, junge Paare dazu zu überreden, den Eingriff in ihrer Praxis durchzuführen – mit Betäubung und unter einigermaßen hygienischen Bedingungen. Abgelehnt wurde das im gezeigten Fall vom Ehemann mit der Begründung, dass er sich dann vor seinen Freunden lächerlich mache und seine Manneswürde verliere.

Bei allem Verständnis für fremde Kulturen – ich hätte in den Fernseher springen können bei diesen Worten.

Da die Männer nach wie vor das Sagen haben, wird die Quälerei der Frauen noch lange kein Ende haben, auch wenn in einigen Ländern die Beschneidung von Mädchen mittlerweile verboten ist.

Mich hat dieser Film („Der Tag, den ich niemals vergessen werde“, GB 2002) zutiefst erschüttert und ich werde die Bilder wohl nie mehr loswerden.

Man glaubt, man braucht ihn nicht …

aber wehe, er ist verletzt und mit einem Pflaster zugepappt! 😦

Gestern beim Schlachten einer frischen Ananas, bin ich mit dem Messer abgerutscht und hab’ zielsicher meinen Daumen erwischt. Schon wieder ein Aua und geblutet hat es auch tüchtig. Also musste ein Pflaster drauf. Seit dem ist die Feinmotorik am Arsch zum Teufel. Es ist unglaublich, wie sehr so eine kleine Verletzung zur Behinderung werden kann. :##

Auf dem Bildschirm tauchen ständig Buchstaben auf, die da nicht hingehören weil der Daumen, anstatt über der Leertaste zu schweben auf irgendeiner anderen Taste landet. Beim Zähneputzen wurde mehrmals unkontrolliert der Knopf für die Geschwindigkeit betätigt, was den Reinigungsakt spannend machte und beim Öffnen eines Joghurtbechers gab’s eine prima Sauerei. Das ist nur ein kleiner Auszug der Missgeschicke, die mich heute schon ereilten.

Bevor ich jetzt hier noch mehr Buchstaben korrigieren muss, werde ich mir das blöde Pflaster vom Daumen reißen und sehen, ob es nicht schon wieder ohne geht. :-/
Ich werde nie wieder behaupten, dass man den Daumen ja nicht so oft braucht!

Das Leben hinterlässt Spuren

Es ist schon ein paar Jahre her – mein kleiner Neffe war damals etwa vier Jahre alt – als er ein Wochenende bei uns verbrachte. Wir standen im Bad, ich war gerade der Dusche entstiegen und so, wie Gott mich schuf. Der kleine Mann stand auf einem niedrigen Tritt am Waschbecken und stocherte unmotiviert mit der Zahnbürste in seinem Mund herum. Zähne putzen ist eine Tätigkeit, die Kinder im Allgemeinen eher ungern machen und Eltern zu allerlei Tricks greifen lassen. So stand auf dem Waschbecken eine Eieruhr, die die notwendige Putzzeit anzeigte und die der Kleine normalerweise nicht eine Sekunde aus den Augen ließ. Aber die Gelegenheit, mich nackt zu sehen, ließ er sich nicht entgehen und er studierte meinen Körper genau. Nach einiger Zeit setzte er die Zahnbürste ab und stellte mit piepsiger Stimme fest: „Du hast aber viele Auas!“. 8|
Mit dem Zeigefinger seiner linken Hand deutete er auf einzelne Narben, die das Leben auf meinem Körper hinterlassen hat.
Ich kenne mich ja schon länger und betrachte mich nicht dauernd im Spiegel, nun aber schaute ich doch mal etwas genauer hin. Das Kind hatte Recht. Abgesehen von diversen Operationsnarben und einer großen Hundebissnarbe gibt’s noch jede Menge kleinere zu bestaunen. Kratzer die von „verlorenen“ Kämpfen mit Katzen oder Dornenbüschen im Garten stammen, diverse Knubbel als Überreaktion des Körpers gegen Insektenstiche und natürlich einige etwas dunklere Stellen an den Knien, die größtenteils aus meiner Fahrrad- und Rollschuhzeit stammen. 😦
Viele große und kleine Auas.

Dann wanderte mein Blick zu ihm und ich sah ein kleines perfektes Menschlein, ohne eine Schramme. Eine samtweiche, zarte Haut und ein makellos schöner Körper – zum Niederknien! Ein kleines bisschen Neid kam in mir auf und ich versuchte, mir diesen schönen Body 15 Jahre später vorzustellen. Auch mit ein paar Narben, evtl. Tatoos und womöglich auch noch gepierct. 88| (Ok, ich habe auch Piercings, aber die stammen aus einer Zeit, wo man noch Ohrloch stechen dazu sagte und es ist auch in jedem Ohrläppchen nur eins.) Der Gedanke, dass dieser kleine Kerl mal zu einem kräftigen Jüngling heranwachsen würde und sich möglicherweise mit Punkfrisur und Sicherheitsnadeln in der Wange verunstalten würde, schmerzte mich schon im Voraus.
Ich hoffe, dass der kleine perfekte Mensch seinen Körper später nicht unnötig verunstaltet und das Leben bei ihm keine großen Narben hinterlässt – nicht auf seinem Körper und schon gar nicht auf seiner Seele! :yes: