Ich hab’s versprochen …

… über die heimliche Freundin meines Göttergatten und meine daraus resultierende Brasilienliebe zu erzählen. Also:

Vor etlichen Jahren gestand mir mein Liebster auffällig beiläufig, dass er da „jemanden“ kennen gelernt habe … 8|. ‚Ach du Scheiße’, dachte ich, ‚was kommt jetzt’? Im Geiste überflog ich unsere beinahe 20 Ehejahre und überlegte, an welcher Stelle wohl was schief gelaufen sein könnte. Ich antwortete mit einem verhaltenen „so“, und wartete erst mal ab. Mein Herz klopfte bis zum Hals und ich war auf das Schlimmste gefasst. 😐
Der Meine erzählte (nein, er schwärmte) von seiner Freundin. Die sei super nett und gebildet und lustig und, und, und. Das einzige, was mir ein bisschen komisch vorkam, waren seine zuckenden Mundwinkel und der Schelm in seinen Augen. Im Laufe unserer Aussprache stellte es sich dann heraus, dass er seine Freundin vom Chatten her kannte und sie in weiter Ferne, nämlich in Brasilien, lebt. :DD
Uff, gerade noch mal gut gegangen! ‚Brasilien ist weit’, dachte ich mir und ‚soll er meinetwegen mit der Tussi chatten, wenn’s Spaß macht’. Gefahr habe ich da keine gesehen.
Von Zeit zu Zeit erzählte er mal von ihr und so erfuhr ich, dass sie im gleichen Alter ist wie er, Chemielehrerin und bereits pensioniert (bei Lehrern passiert das in Brasilien sehr früh. Vielleicht sind die Kids da noch anstrengender als hier. Keine Ahnung!). Einer ihrer Söhne studiere in London und die anderen beiden Kinder irgendwo in Brasilien.
Zum Geburtstag meines Mannes und zu Weihnachten kamen dann Geschenke und Karten und „many kisses“. … Ähm …? :??:

Es kam, wie es kommen musste. Irgendwann verkündete mein Liebster: „Wir kriegen Besuch, die wollen eine Europareise machen und ich habe sie eingeladen!“ ‚Uiii’, dachte ich, ‚Caipi, sei wachsam’. Zaghaft fragte ich mal nach, wer den „die“ sind und erfuhr, dass eben seine Freundin komme und ihr Mann. (Bis dato wusste ich gar nicht, dass sie einen hat. Irgendwie machte mir diese Tatsache die Dame aber sympathisch.) Ach ja, der Sohn aus London käme auch. Alle für eine Woche.
Die Dame – sie heißt Lina – fragte dann bei mir mal per EMail an, ob mir das denn überhaupt Recht sei, Männer seien da immer schnell mit dem Einladen. Was blieb mir anderes übrig, als mein OK zu geben?

Also habe ich zwei Gästezimmer hergerichtet und sah dem Besuch mit gemischten Gefühlen entgegen. Ich habe gerne Besuch und gerne auch für länger. Aber die meisten Leute, die uns besuchen, kenne ich bereits und weiß, ob ich sie leiden kann, oder nicht.
Diesmal war das anders.
Es gibt viele Gründe, warum man Leute nicht leiden mag.
Manche riechen komisch, schmatzen beim Essen, rücken einem zu dicht auf die Pelle – mir fielen tausend Gründe ein. Und dann eine ganze Woche …!? |-|

Aber der Ankunftstag kam und wir sind mit einem dicken Luftballon (als Erkennungszeichen) und einer Pulle Sekt und Gläsern zum Flughafen gefahren. Tja, und was soll ich sagen? Die Tür ging auf, die Brasilianer kamen auf uns zu und wir mochten uns auf Anhieb – alle!
Wir verlebten eine richtig tolle, lustige und harmonische Woche und waren ab sofort – wie man bei uns sagt – ein Kopp und ein Arsch! Alle Bedenken waren umsonst!

In der Zwischenzeit haben wir schon zwei Urlaube bei und mit ihnen verbracht, sie waren noch ein paar Mal in wechselnder Besetzung hier und jedes Mal hatten wir Spaß ohne Ende.

Ach ja, und weil uns Brasilien so gut gefällt und unser Rentenalter in greifbare Nähe gerückt ist, haben wir beschlossen, zumindest Teile unseres dritten Lebensabschnittes dort zu verbringen und das Land zu bereisen. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns nun dauernd mit portugiesischen Vokabeln, Grammatik und all dem Zeugs ‚rumschlagen müssen. Mit Englisch kommt man in Brasilien nur in den Großstädten bzw. den großen Hotels weiter. Das ist der einzige Wermutstropfen neben der Tatsache, dass Brasilien halt ganz schön weit abgelegen ist! :yes:

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2 Gedanken zu “Ich hab’s versprochen …

  1. Das war aber eine spannende und schöne Geschichte. Anfangs dachte ich auch: ‚Oh Mann, was kommt denn jetzt?‘ und hoffte, dass du im Blog nicht offene Wunden der Vergangenheit verarbeiten würdest. 🙂 Aber schnell wendete es sich ja zum Guten! Aber über das chatten hört und weiß man ja so einiges…. das hätt‘ auch ein anderes Ende nehmen können. – Weiter so spannende Geschichten! Das macht immer Spaß zu lesen (und zu kommentieren).

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    • Freut mich, dass es Dir gefällt!

      Die Geschichte hätte in der Tat auch anders ausgehen können. Es ist schon interessant, welche Wendungen das Leben manchmal so nimmt. Bis zu dieser Begebenheit wusste ich von Brasilien nur, dass es irgendwo in Südamerika liegt, die Mädels alle knackig sind und Samba tanzen.
      Inzwischen bin ich um einiges schlauer!

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