Glücksritter

Mein lieber Neffe ist gerade von einem längeren USA-Aufenthalt zurückgekehrt, hat heute Geburtstag und will ihn morgen mit einer zünftigen Grillparty und vielen Gästen feiern.
Es ist ja schon einigermaßen vermessen, in Boston zu sitzen und in Mainz eine Grillparty zu planen, während es hier wie dort noch saukalt ist. 8| Kurzzeitig wurde über das Aufstellen eines Pavillons nachgedacht und überlegt, wo man Heizstrahler mieten kann.

Am Dienstagmorgen ist er in Frankfurt gelandet und findet sich im schönsten Frühsommer wieder. Fürs Wochenende sind bis zu 30 Grad angesagt. Hoch Peggy macht’s möglich. :yes:
Alles Gute zum Geburtstag, mein lieber Florian; auf eine gelungene Wiedersehensfete. Ich freu’ mich drauf! :>>

Heut’ reecht mich alles uff

Die Nachbarn haben ihre Kinder zum Plärren in den Garten gejagt. Wenn sie nicht am Rumschreien sind, schieben sie quietschendes Spielgerät über die Wiese. Dieser Ton landet direkt im Kleinhirn und das sendet fiese Signale in die Hände, die sich flugs zu Fäusten ballen. >:-[

Auf der anderen Seite meines Lebens versucht der Autoschinder schon seit Stunden, die Rostbeulen seines Gefährts mittels Politur aus dem Lack zu rubbeln. Eigentlich wollte ich das Küchenfenster putzen, aber dann müsste ich da notgedrungen dauernd hingucken. Dabei kriege ich schon beim zufälligen Hinsehen Krämpfe!

Heute Morgen wollte ich im Supermarkt Obst kaufen und musste beobachten, wie eine ältere Dame den riesigen Bananenstand umgegraben hat und fast vollständig in den gelben Früchten lag. Sie wühlte, beäugte und feuerte die Bündel dann mit viel Schmackes zwei Meter weit von sich. Unsereins wundert sich dann, warum das Obst braune Stellen aufweist und ruckzuck vergammelt. Am liebsten hätte ich die Alte … ! Bananen jedenfalls habe ich keine gekauft. :>

Anschließend wollte ich eine neue Küchengardine erstehen und landete nach einigen erfolglosen Versuchen in einem Laden für Bodenbeläge und Gardinen. Ich war die einzige Kundin und eigentlich wild entschlossen, etwas zu kaufen. Vier Verkäufer/innen lehnten lässig am Kassentresen und unterhielten sich fröhlich. Nicht einer von ihnen lies erkennen, dass er willens war, mir ein paar Meter Stoff abzuschneiden. Also bin ich unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Sollen sie ihren Kram halt behalten! :>
Ich habe die alte Gardine noch mal in die Waschmaschine gestopft und wenn sie auch das Bügeln überlebt (was ich wegen ihres Alters stark bezweifle), hänge ich sie in Gottes Namen wieder auf und suche weiter.

Einziger Lichtblick bisher: Im Baumarkt habe ich neue Seifenspender gefunden. So, wie ich sie mir vorgestellt habe und obendrein zu einem annehmbaren Preis. Dafür habe ich mir aber an der Kasse die Beine in den Bauch gestanden.

So, die kleinen Knatschbeutel der Nachbarn laufen gerade zu Höchstform auf. Ich muss jetzt die Terrassentür schließen und am besten auch ringsum die Rollläden herunter lassen. Ade du böse Welt, du kannst mich heute mal! >:-(

Gibt es eigentlich …

… auch männliche Dominas? Und wenn ja, wie heißen die? – Domino?

Jedenfalls bin ich heute einem solchen in die Finger gefallen! Als erstes bewegte er meinen Arm in alle Richtungen und beobachtete dabei, ab welchem Moment ich schmerzhaft das Gesicht verzog. „Hmhm“, konstatierte er, „das geht nicht“. „Die Bewegung geht nicht.“ „Ah, und das geht auch nicht!“
Hiiilfe! Ich bin ein Wrack! 88| 88|

Dann begann er, meine Füße zu bearbeiten. Häää??? Irgendwo am kleinen Zeh gibt es einen Punkt, der scheinbar direkt mit der Schulter verbunden ist. Oberhalb des großen Onkels gibt’s noch einen. Ich dachte, ich spinne! Der bosselte an meinen Füßen rum und in der Schulter tat es weh. :??:
Höchst interessant, die ganze Sache. Und ich dachte, ich kenne meinen Körper!

Jedenfalls war es nicht ganz so schmerzhaft, wie beim letzten Mal und irgendwie fühle ich mich schon etwas beweglicher. Vielleicht hat er mich auch nur bewusstlos gequatscht ;). Er hat mir jeden einzelnen Handgriff genau erklärt und auch, was er bewirken soll und warum das so ist.
Er machte einen sehr kompetenten Eindruck (seine Kollegin übrigens auch, obwohl die nicht so gesprächig ist und die Sache irgendwie anders angeht), auch wenn ich die Sache mit den Füßen nicht unbedingt kapiert habe. Ich weiß wohl, dass es so etwas wie Fußreflexzonen gibt, dachte aber bisher, dass es dabei mehr um die inneren Organe als um Muskeln und Gelenke geht.
Na ja, man wird so alt wie eine Kuh und lernt dann immer noch dazu. 🙂

Fertig

Ostern ist endlich da bzw. schon so gut wie ‚rum. Mein Süßigkeiten- und Alkohol-Fasten hat mir vier Kilo weniger auf der Waage beschert und die Sommerklamotten passen wieder. :>> Ein voller Erfolg und ein Fasten brechen vom Feinsten: gestern wurde die Grillsaison eröffnet (Steaks, Würstchen und Caipirinha schmecken noch mal so köstlich, wenn man lange darauf verzichtet hat) und heute ging’s zum Osterbrunch :D.
Gestartet haben wir mit einem Gläschen Sekt, frischen Brezeln, Rührei und Speck. Als Zwischengang gab’s ein bisschen Grünfutter, Lachsterrine, Forellenmousse und Mangosalat mit Shrimps. Bärlauchsüppchen und Kraftbrühe habe ich weggelassen (man muss es ja nicht gleich übertreiben! 😉 ). Das erste Mittagessen bestand bei mir aus Fischfilet auf Gemüsebett mit Pernotschaum und Wildreis, das zweite aus Geschnetzeltem mit Champignons, Kartoffelgratin und Bohnen. Dann gab es ein Wöhlerchen und danach ging auch wieder Nachtisch (köstlich: Campari-Gelee mit Vanillehaube, Rheingauer Apfel-Tiramisu, Käseplatte; die frischen Erdbeeren waren mir zu „gewöhnlich“, damit habe ich nur mein Tellerchen dekoriert).

Dann haben wir eine kleine schöpferische Pause gemacht und zum Kaffee gab es noch mal ein klitzekleines Stückchen Schwarzwälderkirschtorte. 8|

Als definitiv letzten Gang habe ich zwei Rennie zu mir genommen und bin dann vor Erschöpfung in einen dreistündigen Tiefschlaf gefallen, der der Verdauung nicht sonderlich förderlich war. Ich fühle mich, als sei ich soeben vom Tisch aufgestanden! :-/
In den nächsten Tagen werde ich um meine Waage wieder einen Bogen machen. Schade eigentlich, ich hatte sie richtig liebgewonnen in den vergangenen Wochen.
Liköreier und Schokohasen werde ich ebenfalls ignorieren. Ehrenwort! 😐

Die Domina

Wisst Ihr eigentlich, wie viele Muskeln der Mensch rund um die Schulter hat? Ich gebe zu, ich hatte keine Ahnung davon und die genaue Zahl ist mir auch jetzt noch nicht bekannt. Es sind viele. Sehr viele!

Seit ein paar Monaten habe ich ziemliche Schmerzen in der Schulter und nachdem die keine Anstalten machten, von selbst wieder wegzugehen, musste ich wohl oder übel doch mal einen Arzt aufsuchen und erfahre: ich habe eine sogenannte Kalkschulter. Bravo! 😐
Wenn man – wie ich – dem Verfallsdatum schon etwas näher gekommen ist, macht eine solche Diagnose nicht unbedingt Mut. Aber besser Kalkschulter als Alzheimer. Jedenfalls hat mir der Gott in weiß erstmal eine Spritze verpasst und eine Klinikpackung Hau-mich-um-Pillen in die Hand gedrückt. Außerdem gab’s noch ein Rezept für Physio- und Kältetherapie. Ganz tolle Sache! :-/

Meine Therapeutin erklärte mir, dass ich schmerzbedingt bestimmte Bewegungen gar nicht mehr gemacht habe (klar, das tat ja sauweh und mein Hang zu Masochismus hält sich doch in Grenzen) und infolge dessen die Muskulatur verkürzt sei. Die müssten nun wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand versetzt werden. Sprach’s und legte Hand an. Sie hat an mir gedrückt, gezogen, geschoben und massiert und ich hatte einen Schweißausbruch nach dem anderen, gefolgt von Momenten, wo ich einfach nur die Luft angehalten oder als Reflex mit dem Fuß ausgetreten habe. Gegen das, was dieses elfenhafte Wesen mir an Pein beigebracht hat, waren die Schmerzen der Vergangenheit ein müder Abklatsch. 88|
Mein schmerzverzerrtes Gesicht und mein gequältes Stöhnen schienen sie nicht im Mindesten zu beeindrucken. Fröhlich plaudernd setzte sie ihr Werk fort und als sie nach einer halben Stunde endlich fertig war, bekam ich noch einen dicken Eisklumpen, mit dem ich meine malträtierte Schulter betäuben konnte. Wirklich angenehm war das allerdings auch nicht. 8| Dieses Procedere darf ich nun zweimal die Woche über mich ergehen lassen und jedes Mal fühle ich mich danach im Schulterbereich irgendwie „ausgeleiert“.

Allerdings muss ich meiner Domina zugestehen, dass nach etlichen Behandlungen meine Beweglichkeit tatsächlich etwas besser geworden ist. Nur aus diesem Grund gehe ich brav immer wieder hin. Vielleicht gelingt es ja auf diese Weise, das altersschwache Gelenk wieder gangbar zu machen und eine OP abzuwenden. Da hätte ich nämlich auch keinen Spaß dran! :no:

Gründonnerstag

Gestern war in der Tageszeitung von einer Umfrage zu lesen, ob die Leute denn wüssten, was es mit Ostern auf sich hat – von den zwei freien Tagen mal abgesehen. Ein paar skurrile Antworten waren schon dabei, aber im Großen und Ganzen wusste die Menschheit wohl, was es mit dem Fest auf sich hat. Ganz Schlaue konnten sogar sagen, woher bestimmte Bräuche kommen, die an Ostern fröhliche Urständ feiern.

Mir hat sich beim Lesen des Artikels allerdings eine Frage gestellt, die mir bisher niemand beantworten konnte: Warum heißt der Donnerstag vor Ostern eigentlich „Gründonnerstag“?

In unserer Familie hat es sich eingebürgert, dass wir an diesem Tag Frankfurter Grüne Soße essen. Aber als diese Tradition geboren wurde, hatte der Gründonnerstag seinen Namen schon lange weg. Damit kann es ergo nichts zu tun haben. Woher also kommt die Bezeichnung? Kann mir diese Frage jemand beantworten? Für Aufklärung wäre ich dankbar. Vielleicht gerate ich ja auch mal in so eine Umfrage und da wäre es schön, wenn ich nicht so dumm dastehen müsste. :yes:

Gefriergetrocknet

Vor zwei Jahren ist eine liebe alte Tante gestorben. Ihr Hausstand wurde aufgelöst und die Wohnung neu vermietet. Nun mussten dort in einigen Räumen die alten Fenster ausgewechselt werden und da die Mieter nicht da sind, wurde ich kurzer Hand zum Möbel bewachen abkommandiert. 😐

Da sitze ich nun in einer fremden Wohnung, ohne Internetanschluss und in einer Affenkälte. >:-[
Die Handwerker haben erstmal in drei Räumen die Fenster rausgerissen. Bis die neuen eingesetzt sind, wird noch eine ganze Weile vergehen. Durch die riesigen Löcher in den Wänden kann der kalte Wind ungehindert eindringen. Es zieht wie Hechtsuppe und die Kälte krabbelt mir langsam die Beine hoch und setzt sich in den Knochen fest. Die Knie schlottern und die Finger sind schon ganz klamm. >:-[ >:-[

Ich habe mir in der Zwischenzeit drei Tassen Pulverkaffee gekocht, der schneller kalt wird, als ich ihn trinken kann. Der Anblick der Handwerker ist auch nicht geeignet, es frau wenigstens ein bisschen warm ums Herz werden zu lassen, außerdem sind sie ziemlich muffelig. Im Fernsehen gibt’s nur Mist und die Arbeiten, die ich offline auf dem Notebook erledigen kann, habe ich schon gemacht. Mir bleibt nur noch, ein paar Vokabeln zu pauken, aber mein Gehirn ist inzwischen eingefroren und verweigert den Dienst. :>

Ostern werde ich vermutlich im Bett verbringen und eine Blasenentzündung auskurieren. Ich glaube, ich spür’ schon was.

Kalt, Hunger und fern der Heimat. Das ist kein bisschen witzig! Ich will nach Hause!!

Es ist jetzt kurz vor 13.00 Uhr und ich warte schon darauf, dass die ersten (ziemlich nervigen) Mitbewohner des Hauses in der Tür stehen und zur Einhaltung der Mittagsruhe auffordern. Die werde ich so was von abbügeln! Ich bin grad’ richtig gut drauf und warte nur auf eine Gelegenheit, meinen Frust loszuwerden. :## Nur herein spaziert, meine Herrschaften!

PS: Der Herr hat mein Flehen erhört und um 14.30 Uhr eine Ablösung geschickt. Nun sitze ich mit einer dicken Wolldecke zu Hause und versuche, meine Glieder wieder aufzutauen. :-/

Einblicke

Um morgen nicht ganz in den österlichen Einkaufsstress zu geraten, habe ich mir das Abenteuer Supermarkt heute schon gegeben. Ich schob meine Karre in bewährter Manier durch den Laden und raffte zusammen, was die Woche über so gebraucht wird. Nicht mehr und nicht weniger.

Einige Festtagseinkäufer waren allerdings auch schon unterwegs. Man erkennt sie an den voll gepackten Einkaufswagen, die meist von den Herren mit stoischer Ruhe durch die Gänge geschoben werden. Mutti läuft mit einem langen Einkaufszettel in der Hand vorneweg und gibt die Richtung vor.
Ich bin immer wieder erstaunt, was die Leute so alles an einem Feiertag (ok, diesmal sind es zwei) vertilgen. Die Familien werden immer kleiner und die Futtervorräte immer größer. 8|

Interessant ist es auch, mal in anderer Leute Einkaufswagen zu schielen. Ich vertreibe mir damit immer die Wartezeit an der Kasse, um nicht den süßen Verführungen zu erliegen, die böswillig in Kassennähe aufgebaut sind. >:-[

Da gibt es die Gesundesser: Nur Grünzeug, Bioware und Körner im Wagen. Es gibt die Zwangsernährer, deren Einkäufe im Wesentlichen aus Fertigfutter, Dosen und Tiefkühlkost bestehen und die Essen nur als notwendiges Übel ansehen, um am Leben zu bleiben. 😐
Zwischendrin findet man die Sparkäufer, die wirklich nur Sonderangebote kaufen und z.B. 10 riesige Waschpulverpakete nach Hause schleppen. Es gibt das alte Ehepaar (ein kleines Brot, Margarine, drei Bananen und 10 Tafeln Schokolade, falls die Enkel mal zu Besuch kommen) und die Partyeinkäufer (Kartoffelchips, Hochprozentiges und große Eimer Fertigsalate) sowie die Richtigkocher, also diejenigen, die noch wissen, wie man aus Rohprodukten z.B. einen Eintopf oder Auflauf macht. Letztere werden übrigens stetig weniger. 😦
Ich versuche mir immer vorzustellen, was bei diesen Leuten heute auf dem Speiseplan steht und welche Gerichte man aus den ausgewählten Zutaten kochen kann. Auf diese Weise kann man sich die Wartezeit an der Kasse prima vertreiben und man kriegt Ideen für den eigenen Speiseplan.

Nur vor Feiertagen werden die Einkaufswagen total unübersichtlich, weil die Leute zu Hamsterkäufen neigen. Vielleicht werden sie ja auch vom gesamten Familienclan mit Kind und Kegel heimgesucht, da will man ja was im Haus haben. Frohe Ostern! 😀