Rettungsflieger

Steter Quell der Erheiterung sind für uns die Vorabendserien im Fernsehen.
Wir sitzen noch gemütlich am Tisch und versuchen, das Abendessen und die Nachrichten des Tages zu verdauen. Über den Bildschirm flimmern ein paar Werbespots, danach kriegen wir das Wetter serviert und erfahren, was uns in den nächsten Stunden erwartet. Alles nichts besonderes, an schlechte Nachrichten ist man gewöhnt und ergiebige Regenfälle werden nach der langen Trockenzeit ohne Murren hingenommen.
Nun aber kommt das „Highlight“ des Tages – die dreiviertel Stunde, in der wir einfach nur abhängen :yes: (meistens jedenfalls). Seichte Unterhaltung für die ganze Familie. Nicht so spannend, dass es einem die Nachtruhe rauben würde und nicht ganz so ätzend wie manche Nachmittagssendung, die ich mir beim Bügeln reinziehen muss, um mich von dieser langweiligen Tätigkeit abzulenken.

Gestern kam wieder eine unserer Lieblingssendungen: „Die Rettungsflieger“. Herrlich! Die Dialoge können wir mittlerweile mitsprechen!

Die Crew des Helikopters sitzt gemütlich vorm Dienstgebäude, mit Blick auf den von der Sonne beschienenen Hubschrauber. Die Kamera schwenkt kurz auf das Alarm-Blinklicht an der Hauswand, zeitgleich ertönt das Signal. Weiterer Kameraschwenk auf die Crew, die nach einer kurzen Schrecksekunde wie aus einem Mund „EINSATZ“ ruft und losstürmt. Aus der Tür kommt der jüngste Mitarbeiter gewetzt und übergibt dem Piloten schnell noch ein Zettelchen mit der Einsatzadresse. Diese Szene gibt es wahlweise auch beim Essen oder wenn die tapferen Retter in eine heftige Diskussion verstrickt sind.
Wenn alle wissen, aus welchem Grund die Sirene ertönt, warum müssen es dann alle nochmal sagen? :??:

Szenenwechsel: Wir befinden uns am Einsatzort (klar, dass da immer eine Wiese in der Nähe ist, auf der der Hubschrauber problemlos landen kann!). Der/Die Verletzte liegt irgendwo rum und wird erstversorgt (so heißt das im Fachjargon, wie wir mittlerweile gelernt haben). Eine Trage wird herbeigeholt und alle Mitarbeiter greifen sich ein Teil vom Verletzten. Jetzt kommt unser Lieblingsdialog: Einer gibt das Kommando: „Auf drei!“. Dann wird gezählt: „Eins, zwei, drei“. :>> Im richtigen Leben weiß wohl jeder der Helfer was zu tun ist, wenn er das Kommando „Eins“ hört; auch ohne dass ihm vorher mitgeteilt wurde, dass „auf drei“ irgendwas pasieren soll. Aber egal, wir lieben diese Szene und sprechen sie selbstverständlich mit. Sie kommt übrigens nochmal, wenn der Verletzte im Krankenhaus angekommen ist und von der Trage auf die Untersuchungspritsche muss.

Die absolute Hauptrolle in dieser Serie ist aber die des Menschen in der Rettungsleitzentale! Er sitzt mit Headset am Schreibtisch und dirigiert alles. Er hört immer den gleichen Satz und er spricht auch immer den gleichen Satz: „Eine Anmeldung fürs OKW, männliche/weibliche Person mit Verletzung xyz (hier variiert es ein wenig), nicht intubiert und nicht beatmet“. Seine immer gleiche Antwort hierauf: „Das wurde verstanden, SAR21“.

Wenn die im Team mal irgendwann Ersatz für einen der Schauspieler brauchen – wir bieten uns an. Allerdings können wir nicht versprechen, nicht ständig in Lachkrämpfe auszubrechen während der Dreharbeiten! :DD :DD

2 Gedanken zu “Rettungsflieger

  1. > Wenn alle wissen, aus welchem Grund die Sirene ertönt, warum müssen es dann alle nochmal sagen?

    Damit es auch der Zuschauer versteht. Der gemeine ZDF-Gucker ist doch durchschnittlich 84,3 Jahre alt. Da vergisst man schon mal gerne, was man eine Woche vorher gelernt hatte. Also ist es gut, dass noch mal zu wiederholen. Und zwar gaaaanz langsam :yes:.

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    • Uii, dann senken wir ja den Altersdurchschnitt gewaltig!

      Mit den Kommandos klappt das allerdings nicht immer, wie ich in der letzten Folge mit ansehen musste. Da war der Verletzte stückweise schon bei „zwei“ in der Luft! Die Szene ging aber so schnell, dass 84,3-jährigen das sicher nicht alle mitgekriegt haben.
      Schönes Wochenende!

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