Familienfeier

Wenn die Verwandtschaft groß ist, die einzelnen Familien aber weit auseinander wohnen, bietet sich ein alljährliches Treffen in einer zentralen Ecke des Landes an. Wir haben Glück und befinden uns in eben dieser Ecke und so erleben wir unser erstes brasilianisches Familienfest.
Ca. 50 Leute trafen sich gestern auf der ehemaligen Farm des Großvaters, die heute nur noch als Wochenenddomizil genutzt wird. Das Gelände ist riesig und immer sind ein paar Leute unterwegs, um die Lieblingsplätze ihrer Kindheit wiederzufinden und evtl. neue zu entdecken.

Wir stoßen auf eine Mixtur der unterschiedlichsten Leute: Alte, Junge, Kleinkinder, seriöse Akademiker und schräge Vögel, Lebenskünstler und Feingeister. Einige haben sich ordentlich aufgebrezelt und gestylt, andere sitzen im ollen T-Shirt und Jeans herum. Keinen interessiert, was der andere an hat; jeder ist willkommen, so wie er ist.
Eine junge Frau macht auf uns den Eindruck, als würde sie in einer Bar (an-)schaffen. Ziemlich große Brüste drohen das viel zu enge Shirt zu sprengen, über der knappen Hüftjeans wölbt sich ein Speckröllchen, in der langen Wallemähne steckt eine Sonnenbrille Marke Gucci. Sie ist für tagsüber ziemlich kräftig geschminkt und hält eine lange Zigarette in ebenso langen Fingern. Sie lacht viel und laut und scheint nicht wirklich hierher zu gehören.
Später erfahren wir, dass sie Veterinärin ist, die Tiere und das einfache Landleben liebt und auch lebt. Sie ist wohl diejenige in der Familie, die die meiste Zeit in dieser herrlichen aber einsamen Gegend verbringt. Ihr Inneres und ihr Äußeres widersprechen sich total; nicht alles ist in Brasilien so, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Um uns sind alle sehr bemüht und daran interessiert, den Besuch aus Deutschland mal aus der Nähe anzugucken. Wir fühlen uns ein kleinwenig exotisch, haben aber viel Spaß und beantworten gerne die vielen Fragen.

Auf dem Grill dreht sich seit Stunden eine 35kg-Wutz und duftet verführerisch. Es werden Salate und Teller herangeschafft und die Schlacht kann beginnen. Schweinefleisch ist in Brasilien eher etwas Besonderes und alle freuen sich darauf. Ich hätte nie gedacht, dass ein Schwein in dieser Größe derartig schnell vertilgt werden kann! Selbst der schüchterne Neunjährige rempelte sich nach vorne und ergatterte stolz ein großes Stück, das er tapfer nieder kämpfte. Es war aber auch ausgesprochen lecker. Schade, dass es im Internet noch keine Duftproben gibt, sonst würdet ihr gerade umfallen:

Wutz

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Abgehoben

Und das gleich mehrfach. Nach dreimal starten und landen verliert das Ganze irgendwie seinen Reiz und die Wartezeiten dazwischen sind eigentlich auch nur nervig.
Obwohl, unseren Abend in Lissabon haben wir sehr genossen. Wir waren in einem ordentlichen Hotel untergebracht, konnten ein halbes Stündchen relaxen und sind abends zum Bummeln und Speisen in die Altstadt. Ein paar Stationen mit der UBahn, schon waren wir da. Die Restaurants mit den Touri-Fängern vor der Tür und den reich bebilderten Speisekarten lassen wir üblicherweise links liegen und gehen stattdessen der eigenen Nase nach. Wir fanden ein nettes kleines Restaurant in einer ruhigeren Seitenstraße. Hier konnten wir unsere mühsam erworbenen Sprachkenntnisse anbringen und wurden mit einem köstlichen Essen belohnt. 😀
Eine laue Sommernacht + lecker essen + fremdländische Sprachfetzen = Urlaub!
So lässt es sich aushalten.

Zurück im Hotel genehmigen wir uns noch ein Bierchen an der Bar und erfahren auch, wann wir am nächsten Morgen wieder zum Flughafen gekarrt werden.

Leider schlafe ich nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte und beim Frühstück hängen die Augenlider auf Halbmast. Egal, ich habe ja neun Stunden Flug vor mir und genügend Zeit, die ich verdösen kann. Wir wurden pünktlich abgeholt und konnten ganz entspannt und mit kleinem Gepäck an der Check-in-Warteschlange vorbeimarschieren (die neidischen Blicke habe ich sehr genossen!) 😛

Das Boarding allerdings ließ etwas auf sich warten und wir erfuhren, dass das Catering nicht so ganz geklappt habe. Unser Flug war der erste auf der für die TAP neuen Route Lissabon – Brasilia, und den Passagieren des Jungfernfluges wollten sie etwas Besonderes bieten. Zum guten Schluss hat dann aber doch noch alles geklappt und wir wurden mit wirklich guten Erste-Klasse-Menues und Schampus verwöhnt.

Insgesamt hat alles hervorragend funktioniert und wir hatten ausschließlich mit freundlichen und hilfsbereiten Menschen zu tun, bis … ja bis wir brasilianischen Boden betraten. Ab da begann das Chaos!

Die Grenzer waren auf den Ansturm eines vollbesetzten Airbus nicht vorbereitet und mit drei Leutchen hoffnungslos unterbesetzt. 😦 Nach einer guten Stunde Wartezeit waren sie dann aber so clever, wenigstens mal zu fragen, wer von den Passagieren denn Anschlussflüge gebucht habe und wir wurden bevorzugt abgefertigt, bekamen jeder fünf Stempel auf irgendwelche Zettel und einen weiteren in den Pass. Dann mussten wir unser Gepäck finden.
„Das Transportband funktioniert nicht richtig“, erfuhren wir und dass „das noch etwas dauern könne“.
Von vier aufgegebenen Koffern kamen erstmal nur drei an. Der letzte kam nach einer dreiviertel Stunde als wirklich allerletztes Gepäckstück – mit abgerissenem Griff. Das war aber das geringste Problem, der Koffer gehört uns gar nicht (haha), den haben wir nur ausgeliehen. :))

Dann durch den Zoll: Im Flieger erklärte man uns, eine Deklaration pro Familie genüge. Also hatten wir auch nur einen dieser Scheißzettel amtlichen Formulare erhalten und ausgefüllt. Der Zöllner wollte aber zwei sehen!
Zuvor haben wir in der Schlange gebettelt, um vorgelassen zu werden. Nun standen wir doof rum und sollten einen weiteren Zettel ausfüllen. Hätten wir auch gerne gemacht, wenn es denn einen solchen gegeben hätte! Mehrere Bedienstete stoben aus und suchten nach den Formularen. Zurück kam keiner von ihnen. :)) Ich war kurz vorm Nervenzusammenbruch und auch mein ausgesprochen gelassener Göttergatte wurde allmählich ungehalten.
Irgendwer schaffte dann so einen Zettel ran und mein Liebster füllte ihn mit irgendeinem Mist aus und setzte meinen „Otto“ drunter. 8| Gelesen hat ihn sowieso keiner und sehen wollte ihn dann auch niemand mehr. :##
Ich werde mich nie wieder über deutsches Beamtentum auslassen und wenn doch, dürft Ihr mich an diese Situation erinnern.

Aber es sollte noch besser kommen! Als kleine Retourkutsche für unsere Unmutsäußerungen schickte uns dieser verdammte gewissenhafte Zöllner nämlich zur Gepäckkontrolle. Also durften wir zwei unserer vier Koffer öffnen und die ziemlich erstaunte Beamtin blickte auf Unmengen Kinderspielzeug, Kinderkleidung, Kuscheltiere und Puppen. Wir erklärten (inzwischen wieder ruhig – weil ziemlich sicher, dass wir unser Flugzeug sowieso nicht mehr kriegen würden), was wir mit dem ganzen Zeug anzustellen gedenken. Sie konnte mit uns und unseren Erklärungen offensichtlich nichts anfangen, ließ uns aber trotzdem ziehen.
(Wenn mir an dieser Stelle jemand einen freien Platz in einer Maschine nach Deutschland angeboten hätte, ich wäre sofort eingestiegen. Ich hatte die Schnauze so gestrichen voll!)

Nun aber rannten wir mit zwei total überladenen und praktisch unlenkbaren Gepäckwagen zum TAM-Schalter, mogelten uns auch hier vor und checkten erneut ein. Erfreulicherweise mussten wir für unsere 130 kg (!) Gepäck nichts zahlen und was noch besser war, der Flug hatte rund eine Stunde Verspätung! :>>
Ich hasse Unpünktlichkeit, diesmal war ich jedoch hoch erfreut darüber. Hatten wir doch nun ein kleines bisschen Zeit, wieder zu Atem zu kommen (und auf die Schnelle mal zwei Zigaretten reinzuziehen) und zu realisieren, dass wir wirklich in Brasilien sind und alles irgendwie anders (aber trotzdem!) funktioniert. Uff!

Jedenfalls erreichten wir nach einer weiteren anderthalben Stunde Flugzeit den letzten Flughafen, wurden von unseren Freunden herzlich in Empfang genommen und noch mal zwei Stunden mit dem Auto zu unserem Zielort gefahren. Hier wartete ein dickes Luftballonherz mit der Aufschrift „wellcome home“ auf uns und wir waren endlich, endlich angekommen und wirklich zu Hause.

Es gab noch ein Gute-Nacht-Bierchen im Stehen, dann sind wir ins Bett gefallen und ich schwöre, ich habe den Aufschlag nicht mehr gehört! :zz:

Unwort des Tages: stabil

Heute Morgen, 8.00 Uhr: Anruf der Telekom. Sie hätten jetzt eine andere Leitung geschaltet und nun würde alles wieder stabil funktionieren. Wir hätten da ja so Schwankungen gehabt und die seien jetzt weg. Ich: „Klar, die sind schon seit Freitag weg. Seit dem geht nämlich stabil überhaupt nichts mehr!“ :)) Er, ein bisschen irritiert und offensichtlich nicht ganz auf dem Laufenden: „Ja, aber jetzt ist es stabil!“ 8|
Ich mochte es nicht glauben und fragte nach seiner Telefonnummer. Die rückte er natürlich nicht ‚raus, sondern verwies mich erneut an die Hotline. Ich schnappte meine halbvolle Kaffeetasse und raste an den Computer und: nix ging, aber das sehr stabil. :##
Sicherheitshalber zerrte ich meinen Computer-Guru aus dem Bad und ließ ihn probieren. Nix. Wie erwartet.
Erneutes Durchhangeln bei der Hotline. Neues Spiel, neues Glück. Ich habe dann noch eine halbe Stunde auf den versprochenen Rückruf gewartet, dann musste ich zu einem Termin. Der Guru hat die Stellung gehalten. Als ich gegen 11.00 Uhr wieder nach Hause kam, hatten sie es gerade geschafft, den Fehler auszumachen und irgendwie zu beheben. Nach einer knappen Woche. Da sage noch mal einer, Deutschland sei eine Service-Wüste! :DD
Hoffen wir mal, dass es auch während unseres Urlaubs funktioniert, möglichst stabil.

Da bin ich nochmal

mit meinen heute Morgen offline in die Tasten gehauenen Gedanken. Es geht um

Neues Leben!

Wieder ist eine kalte, regnerische Woche ins Land gezogen, in der wir unseren Garten praktisch gar nicht betreten haben und so blieb das neue Leben auch bis zum Samstag unentdeckt. 🙂
Schon auf den ersten Blick erkannte ich, dass unsere Amsel anders auf ihrem Nest saß, als sonst. Sie thronte auf dem Rand und wirkte auch irgendwie stolz. Ich setzte mich auf die Terrasse und behielt sie ein bisschen im Auge. Es dauerte nicht lange, da kam ihr Gatte angeflogen – den Schnabel vollgestopft mit Babykost. Sofort reckten sich drei weit aufgerissene Schnäbelchen in die Höhe und wurden mit allerlei Köstlichkeiten gestopft. Dann machte sich der Vater erneut auf Futtersuche. Das ganze wiederholte sich noch ein paar Mal und dann flogen beide Eltern weg (sind wohl auch mal lecker essen gegangen). ;D

Jedenfalls nutzten wir die Gelegenheit und linsten mal etwas genauer in das Nest. Drei kleine Piepmätze kauerten zusammengekuschelt in der Kinderstube und gaben keinen Mucks von sich. Die nackte Haut war von ein paar struppigen Flusen bedeckt, die in nächster Zeit wohl mal Federn werden wollen. So wie sie aussehen, können sie höchstens zwei Tage alt sein. Die Eltern haben also noch alle Schnäbel voll zu tun, bis sie die Kleinen flügge haben. :yes:
Leider werden wir die Fortschritte der Winzlinge nicht miterleben können und ihre ersten Flugversuche auch nicht, da wir ja selbst in ein paar Tagen fliegen werden. Ich drücke der jungen Familie jedenfalls die Daumen und hoffe, dass Herr und Frau Amsel uns im nächsten Jahr wieder mit ihrer Anwesenheit beehren. 😀

Wie früher

fühlen wir uns gerade. Der Grund? Ganz einfach, die Telekom oder T-online (oder wie der Verein jetzt immer heißt; für mich ist das nach wie vor die „Post“) hat uns vom Netz abgeklemmt. >:-[ Nein, nicht ganz; das Telefon geht noch, aber Internet funktioniert nicht und damit auch keine Emails. In den letzten Tagen hat es schon heftig gewackelt und die Kommunikation mit der Außenwelt war nur stundenweise möglich.
Man wäre an der Fehlerbehebung, wurde uns beschieden. Seit Freitag geht jetzt gar nichts mehr! Hat ja gut geklappt, mit der Fehlerbeseitigung. Übers Wochenende könnten sie sowieso nichts machen(!), aber gleich am Montag wollen sie uns einen Techniker schicken.
Was der machen soll, ist unklar; wir haben ja bei uns keine Änderungen vorgenommen und dass nichts funktioniert, können wir auch ohne Techniker feststellen. :yes:

In der Zeitung konnten wir vor ein paar Tagen lesen, dass auch eine benachbarte Firma auf diese Weise von der Außenwelt abgeschnitten war. Zum gleichen Zeitpunkt haben wir argwöhnisch einen Bagger beobachtet, der die Straße zwischen eben dieser Firma und unserem Haus aufgerissen hat. Sollen wir mal Vermutungen anstellen, wo der Fehler zu suchen ist? ;D

Es ist zum aus der Haut fahren. So kurz vorm Urlaub ist noch so viel zu tun (z.B. fällige Rechnungen überweisen, Flugzeiten noch mal checken, letzte Absprachen mit unseren Gastgebern in Brasilien machen, etc.) und die schneiden uns einfach von der Außenwelt ab.

Wie hat man so was denn früher auf die Reihe gekriegt? Irgendwie haben wir uns so daran gewöhnt, schnell und unkompliziert von zu Hause aus mit der ganzen Welt kommunizieren zu können und nun sollen wir in Erinnerungen wühlen und wie früher leben? 8|
„Leben in der Steinzeit“ ist ja schon abgedreht und wie es in den Fünfzigern war, konnten wir in der „Bräuteschule“ sehen. Wir befinden uns nun gerade in den frühen achtziger Jahren: es gibt schon einen Computer, aber man kann nichts damit machen.
Nun weiß ich gar nicht, was in Bloglanden so abgeht und dabei ist das doch meine Lieblingslektüre am frühen Sonntagmorgen.
Hoffen wir mal, dass die „Post“ das am Montag wieder hinkriegt und ich meine ganzen Online-Aktivitäten vor Urlaubsantritt noch durchführen kann. Außerdem würde ich viel entspannter verreisen, wenn ich wüsste, dass zu Hause die Technik stabil funktioniert und wir jederzeit Zugriff auf alles haben, was wir unterwegs brauchen.
Gibt es ein Ritual, mit dem man den Gott von DSL und Glasfaserkabel gnädig stimmen kann? 🙄

Nachtrag: Chefe findet immer einen Weg! So kann ich wenigstens mal kurz schauen, was so los ist im WWW. Wenn ich nachher nochmal ‚ran darf, melde ich mich noch einmal. Es gibt nämlich auch noch schöne Neuigkeiten! 😀

Die Nebel haben sich gelichtet

und schon habe ich wieder ein Problem. 8|

Eine Freundin erzählte gestern, dass sie in einer Psychologie-Zeitung einen interessanten Artikel über das Sexualleben langjähriger Paare gelesen habe. Danach sei es so, dass die Paare, die selten oder nie streiten, nur wenig und obendrein noch schlechten Sex hätten 😦 und bei denjenigen, die sich regelmäßig fetzen und anschreien, sei auch das Liebesleben eine Wucht. 😀

Seit ich das weiß, mache ich mir Gedanken. Nicht um mein Liebesleben, sondern darüber, was man jetzt im Bekanntenkreis noch erzählen kann. :??:

Sage ich, dass wir eine harmonische Ehe führen, denken die Leute, dass im Ehebett totale Flaute herrscht und gucken mich mitleidig an.
Erzähle ich, dass Streit bei uns an der Tagesordnung ist, glauben sie, wir würden ständig übereinander herfallen. Ich weiß noch nicht, welche Variante mir besser gefällt. Zumal ja diejenigen, die diesen Artikel nicht gelesen haben, die völlig falschen Schlüsse ziehen! :-/
Wie ich es mache, es ist immer verkehrt. Eine verzwickte Kiste aber auch! 🙄