Ungläubiges Staunen

Es ist wirklich toll hier und wir genießen unseren Aufenthalt in vollen Zügen. Alle sind sehr bemüht um uns und machen uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich. Ich habe schon ein richtig schlechtes Gewissen.

Der Haushalt, in dem wir zu Gast sein dürfen, ist gut situiert und sehr gepflegt. Allerdings auch ziemlich chaotisch. Das absolute Highlight in meinen Augen ist die Küche. Nichts hat einen wirklich festen Platz. Die Teller stehen mal hier und mal dort im Schrank. Mit den Tassen ist es genau so. Angeblich liegt das an der Hausangestellten, die alles umräumt. Das stimmt auch zum Teil; unser Zimmer hat sie ja auch schon mehrfach umgeräumt und unsere Sachen neu arrangiert. :-/
Was allerdings die Küche betrifft, da steht die Hausfrau ihrer Angestellten in gar nichts nach. :yes:

Besonders schrill finde ich auch die Sache mit dem Reinigen des Geschirrs. Es gibt eine Spülmaschine, die allerdings selten oder eigentlich nie benutzt wird (und wenn, dann nur für bestimmte Dinge). Ich glaube, das Ding spült nur mit kaltem Wasser, was ja nicht wirklich Sinn macht und erklären würde, warum sie nicht benutzt wird. 🙄

Also wird von Hand gespült und da kriege ich wirklich was zuviel. Unter laufendem (kaltem!) Wasser wird alles einzeln eingeschäumt und erstmal irgendwo abgelegt. Wenn dann jeder Teller, jedes Glas mit einem dicken Schaumberg versehen ist, wird es unter dem immer noch fließenden Wasser wieder abgespült und zum Abtropfen in einem Korb geparkt. Das alles verbraucht Unmengen Wasser und Unmengen Geschirrspülmittel. 88|
Wer dann ein frisches Glas oder eine Tasse benötigt, wühlt erst einmal in dem Korb. Wenn dieser dann wieder halb leer ist, wird der Rest irgendwo in die Schränke gestopft und mit dem benutzten Geschirr beginnt das Spiel von vorne. Geschirrtücher zum Abtrocknen gibt es nicht.

Unsere Art des Spülens wird in Brasilien als unhygienisch empfunden. 🙄 Sie können nicht glauben, dass das Geschirr auch mit wenig (heißem) Wasser und wenig Spülmittel nicht nur sauber, sondern sogar rein wird. Beim letzten Besuch habe ich in knapp drei Wochen fünf große Flaschen Geschirrspülmittel kommen und gehen sehen. Wer ein kleines bisschen Umweltbewusstsein mitbringt, dem stehen hier die Haare zu Berge! >:-[

Was auch hoch interessant ist, ist die Warmwasserbereitung. Warmes Wasser kommt auch hier aus der Leitung. Mal mehr, mal weniger. Manchmal auch gar nicht. :)) Das ist schon seit sechs Jahren so. So lange kenne ich dieses Haus. Wenn es meines wäre, würde ich irgendwann mal jemanden mit der Reparatur beauftragen. Hier nimmt man das als gegeben hin und arrangiert sich. Geduscht wird eben im Laufe des Tages, wenn es auch draußen etwas wärmer ist und man hoffen kann, dass dann auch das Wasser etwas weniger kalt ist. :??:
Gewöhnungsbedürftig und in meinen Augen auch unverständlich, zumal das Problem als solches erkannt ist. Wert wird eben auf andere Dinge gelegt.

Auch ich habe mich inzwischen mit der unfreundlichen Dusche arrangiert und den Rest nehme ich notgedrungen auch hin. Man muss es ja im eigenen Haushalt nicht genauso machen. Gewiss aber werde ich das erste Duschbad zu Hause ganz besonders genießen! :yes: :yes:

PS: Die Türen quietschen auch alle. Unser nächstes Gastgeschenk wird ein Ölkännchen sein.
PPS Nach dem Besuch in Belo Horizonte:
Wenn ich irgendwo in Brasilien mal eine nicht quietschende Tür finde, werde ich ihr einen gesonderten Blogeintrag widmen!! 😀

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5 Gedanken zu “Ungläubiges Staunen

  1. Jaja, das Abwaschen!!! 🙄 Auch ich kann diese Methode einfach nicht gut heißen und mich nur schwer daran gewöhnen. Zumal ja der liebe Gastgeber mich schon morgens um 6 Uhr ganz tapfer mit seinem Abwasch geweckt hat… 🙄

    Liebe Grüße
    belinda.

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    • Bei dem Wasser- und Schaumverbrauch kriegt man doch die Krise, oder?!
      Allein beim Gedanken an eine fettige Pfanne in Verbindung mit kaltem Wasser schüttelt es mich. Die Uhrzeit spielt dabei keine Rolle. 😉

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  2. Das Türenquietschen ist bei uns wirklich ein Problem. Komischerweise ölen wir die Scharniere regelmäßig mit Speiseöl (weil meist kein Schmieröl zu Hause da ist). Danach quietschen sie dann 2-3 Tage nicht mehr und der Hausherr lehnt sich zufrieden ins Sofa zurück …

    Irgendwann dann nicht man das Quietschen gar nicht mehr mehr, ebenso wie die wegen Durchzug zuknallenden Türen.

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    • An das Zuknallen der Türen werde ich mich nie gewöhnen, dafür sind meine Nerven nicht gemacht. Das Quietschen störte mich eigentlich auch nur, wenn ich morgens in aller Herrgottsfrühe meinen Kaffee brauche und besonders leise sein wollte, um niemanden zu wecken!

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