Essgewohnheiten

Brasilien ist das Land der Bohnen. Nirgendwo sonst habe ich so viele verschiedene Bohnensorten gesehen wie hier. In der örtlichen Markthalle gibt es einen Stand, der alle erdenklichen Farben, Formen und Größen anbietet. Besonders beliebt sind die schwarzen Bohnen, die in einer relativ dünnen Soße schwimmen und über den Reis gekippt werden. Sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus, schmeckt aber gut. Mit diesen Bohnen wird auch das Nationalgericht Feijoada gekocht, eine Art Eintopf mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten. Sehr lecker! :yes:

Das Essen bei unseren Gastgebern ist sehr abwechslungsreich. Es gibt Geflügel, Fisch oder Fleisch, verschiedene Gemüsesorten, Salate, gelegentlich Kartoffeln. Dazu gibt es immer – also wirklich jeden Tag – Reis und Bohnen. Allmählich kommt mir beides zu den Ohren wieder raus und die Portionen, die ich davon nehme, werden immer kleiner. :-/

Was es praktisch auch täglich gibt, ist farofa. Das ist in Butter gebratenes Maniokmehl, gelegentlich mit Eiern, Wurst- oder Schinkenstückchen drin. Je nach Zubereitung hat es die Konsistenz von Sägespänen bis Rührei. Wenn es ordentlich gewürzt ist, schmeckt es gut. Mir dient es dazu, die Bohnenbrühe etwas anzudicken, aber auch zu gegrilltem Fleisch ist es lecker.

Ach ja, und Käse! Ich habe noch nie soviel Käse gegessen, wie hier. Das Bundesland Minas Gerais ist das, was Holland oder die Schweiz für Europa ist; seine Bewohner mithin Käs’köppe. :))
Es gibt alle Sorten, die wir von zu Hause auch kennen, mit Ausnahme von Brie oder Camembert. Besonders lecker ist eine Sorte, die hier einmal in der Woche auf dem Markt bei einem Bauern gekauft wird. Jeden Samstag ein Wagenrad in der Größe eines großen Esstellers, ca. 6 cm hoch. Anfangs hat er die Konsistenz von etwas festerem Frischkäse, im laufe der Woche verfestigt sich das ganze noch. Am Freitagabend ist er alle (wir sind vier Personen) :oops:, am nächsten Morgen wird ein neuer Laib gekauft.
Der wird mir fehlen, wenn ich wieder zu Hause bin. Ebenso das frische knusprige Weißbrot, das man rund um die Uhr beim Bäcker kaufen kann.
Und noch vieles mehr! :yes:

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4 Gedanken zu “Essgewohnheiten

  1. Am allermeisten vermisse ich diesen leckeren Käse, den es oft auf Pizza gibt.
    Catupiri.
    Ich könnte den Pur in mich reinlöffeln. Herrlich.
    Könntest du davon vielleicht etwas rüberschmuggeln und nach Nürnberg schicken? 😉

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    • Zu spät! Die letzte Urlaubswoche war internetfrei. Dafür gab es gleich mehrmals Pizza mit super leckerem Käse.

      Allerdings habe ich heute sofort den Supermarkt gestürmt und Wurst gekauft. War jetzt fünf Wochen auf Entzug und freue mich richtig auf eine Wuststulle!

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  2. Du machst einem ja schon lange Zähne, von all den anderen neidisch werden lassenden Sachen mal ganz abgesehen. Komisch, irgendwelche brasilianische Küche ist mir völlig unbekannt, nie irgendwo untergekommen. Aber ich muß zugeben, dass ich auch keine Brasilianer kenne.

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    • Zu „meinen“ Brasilianern bin ich auch gekommen, wie die Jungfrau zum Kind; aber wenn man erstmal einen kennt, kennt man plötzlich ganz viele. Es leben wirklich viele Brasilianer in Deutschland – keine Ahnung, wo die sich vorher versteckt hielten.
      Ach ja, und das Essen ist wirklich gut und wenn man nicht täglich von den Bohnen nimmt, werden sie einem auch nicht über. Wenn Du mal irgendwo ein brasilianisches Restaurant entdecken solltes, geh‘ rein und probier es aus (obwohl die hier natürlich schon ein paar Abstriche machen müssen, weil es nicht alles frisch gibt).

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