Fremdsprachen

Es gibt Menschen mit angeborener Sprachbegabung. Die kann ich nicht leiden. Sie lernen Fremdsprachen ohne große Anstrengung, können sich Vokabeln mühelos merken und die Grammatik saugen sie nebenbei auf.
Bei mir ist das anders. Mit Englisch habe ich mich während meiner ganzen Schulzeit rumgequält und die Fünf im Zeugnis gab’s nur mit Rücksicht auf die armen Eltern. 😳 In Deutsch hatte ich irgendwann mal einen Lehrer, der mir die Grundlagen nahebringen und damit mein Interesse wecken konnte. Inzwischen habe ich beides einigermaßen drauf und die hessische Mundart macht sowieso keine Probleme.

Schwierig wird es erst, wenn man in ein vermeintlich deutsprachiges Land fährt und feststellt, dass die ganz anders reden. Österreich zum Beispiel. Es ist bekannt, dass man – kaum dass die ersten Berge in Sicht sind – „Grüß Gott“ sagt, wenn man einen Laden betritt. Das kriege ich hin. :yes:

Jahre habe ich aber gebraucht, um den Unterschied zwischen obi, aufi und umi zu kapieren (keine Ahnung, ob man das so schreibt; die Österreicher mögen es mir nachsehen). Bei Stelzen aus dem Rohr weiß ich, dass das ein lecker Fresschen ist, welches ich einmal im Urlaub zu mir nehmen muss. Dazu gibt’s frisch geriebenen Kren und danach brauche ich ein Stamperl mit einer brennbaren Flüssigkeit und eventuell eine Melange.
Paradeiser sind Tomaten und Aprikosen heißen Marillen. Diese harmlosen Ausdrücke kann man auch als Tourist durchaus benutzen.
Bei Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher :)) (Irrenanstalt für Gestrauchelte), verzichtet man freiwillig darauf.
Das Wort für einen Lippenpflegestift allerdings treibt mir die Schamröte ins Gesicht und hört sich aus dem Mund eines Nicht-Österreichers eher vulgär an. 88| Das ist nur mit österreichischem Zungenschlag lustig und auch das Wort für Mundharmonika klingt kein bisschen anstößig, wenn es von einem Einheimischen benutzt wird.

Bei „Fremdsprachen“ ist also durchaus Vorsicht geboten, ob mit oder ohne Matura. ;D

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Die kleine grüne Einbauküche

In einem früheren Blogeintrag habe ich schon mal davon berichtet, dass ich mich gerne selbst versorge und es hasse, wegen jeder Tasse Kaffee ins Restaurant zu rennen, wenn wir mal ein Wochenende im Hotel verbringen. Aus diesem Grund habe ich eine ständige Begleiterin, die ich meine „kleine grüne Einbauküche“ nenne. Einbauküche deshalb, weil man sie in jede Reisetasche noch „einbauen“ kann.
Sie beinhaltet alles, was man zum Überleben braucht. Die auf dem Bild gezeigten Dinge sind nur die Grundausstattung, die z.B. noch mit Servietten oder im Winter mit zwei Teelichtern (wg. der Romantik), bei längeren Aufenthalten auch mal mit zwei, drei Wäscheklammern, ergänzt wird. Alles – außer der Kaffeetasse – passt mühelos rein und hat mir nach längeren Stadtbummeln schon manche genüssliche Stunde im bequemen Hotelbademantel beschert. :yes:

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Das Wetter …

in den Bergen ändert sich wirklich rasend schnell. Um acht Uhr ist alles noch grau, es schneit wie verrückt und zwei Stunden später ist herrlichster Sonnenschein. Die letzten Urlaubstage haben wir mit besten Pistenverhältnissen und strahlend blauem Himmel verbringen können. Das machen die dort immer so – damit der Abschied richtig schwer fällt. >:-[

Nun hat uns der graue Alltag wieder, Wäsche- und Postberge warten auf mich und ich hab’ so gar keine Lust, mich darum zu kümmern. 🙄
Ach ja, und wählen gehen muss ich heute auch noch. Unbedingt. Hoffentlich tun das ganz viele – damit sich endlich was verändert in Hessen!
Mein (hoffentlich) mit neuer TÜV-Plakette versehenes Auto muss ich noch abholen, ein paar Telefongespräche führen und eine Einkaufs- und Muss-ich-unbedingt-machen-Liste für morgen erstellen.
Wehmütig werde ich dabei an meine Schier denken, die jetzt ein ganzes Jahr in einem Skidepot stehen und auf mich warten. Ihr Lieben: am 10. Jänner bin ich wieder da und hole euch aus eurem dunklen Verlies. Dann düsen wir wieder über die Hänge und genießen die klare Bergluft. Ich bin ja schon ein paar Jahre älter als ihr und weiß, dass so ein Jahr rum geht, wie nix. :-/

Es rumpelt

Gestern hat es den ganzen Tag geschneit und gestürmt und wir beschlossen, die Schier zu schonen und die Zeit anderweitig zu nutzen. Die Damen sind nun frisch onduliert, alle Nägel sind gefeilt und gelackt, alle Bücher ausgelesen und getauscht. Die Herren hingen vor dem Fernseher und haben wenigstens Sport geguckt, wenn sie schon keinen machen konnten.

Nun schneit es immer noch. Seit fünf Uhr sind die Pistenraupen unterwegs (sie fahren praktisch an unserem Bett vorbei), der Schneeschieber ist mehrmals durchs Dorf gedonnert und seit es einigermaßen hell ist, sind Männer auf dem Hausdach und schaufeln den Schnee von demselben. Es rumpelt und rappelt und scheppert, dass an Schlaf wirklich nicht mehr zu denken ist. 🙄
Der Himmel hängt dick und grau über den Baumwipfeln und gleichmäßig und leise fallen feine Flocken auf die Erde. Es macht nicht den Anschein, als wolle sich das Wetter bald ändern.
Schau’n wir mal, was heute wird. Wahrscheinlich schleppen wir uns zu unserer Lieblingshütte und lassen uns einschneien.
Wenn Ihr die nächsten Tage nichts von mir hört, hat das geklappt. ;D

Der Seniorchef

Kürzlich geisterte er in meinem Traum ‚rum und ist plötzlich wieder sehr präsent. Ich nehm’ es mal zum Anlass, ihm einen Blogeintrag zu widmen – schließlich hatte die Belegschaft zu seinen Lebzeiten viel Spaß mit ihm.

Er war ein netter alter Herr, ein bisschen tüddelig und vergesslich, aber immer korrekt und höflich. So richtig was zu tun hatte er im Büro eigentlich nicht mehr. Er kam nur noch stundenweise und nutzte die Zeit für ein paar Telefongespräche, diktierte mal umständlich ein Briefchen, dessen Inhalt wir längst als Formular oder Textbaustein vorrätig hatten und schlürfte mit Begeisterung Kaffee, der ihm von seiner gesundheitsbewussten Gattin versagt wurde. Gelegentlich besuchte sie ihn im Büro und wir mussten die Kaffeetasse schleunigst mit irgendeiner Ausrede von seinem Schreibtisch entfernen.
Pünktlich um viertel vor neun flog er allmorgendlich mit seinem großen alten Auto ein und parkte das Riesengefährt vor dem Büro und pünktlich um diese Zeit stand die ganze Belegschaft an den Fenstern und verfolgte belustigt dieses Schauspiel. Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen, dass es immer ohne Kratzer oder Beulen abgegangen ist, aber es dauerte halt seine Zeit. 😀
Gerne machte er auch kleine Botengänge zu Gericht. Diese nutzte er dann, um in der Gerichtskantine ein Stückchen Kuchen zu verzehren und mit seinen alten Kollegen ein Schwätzchen zu halten.
Bei einem dieser Botengänge brachte er sich vom nahegelegenen Obststand ein paar Bananen mit und überlegte vor der Haustür, dass es ja umständlich wäre, diese jetzt in den vierten Stock zu tragen und eine halbe Stunde später – wenn er „Feierabend“ hatte – wieder mit nach unten zu nehmen. Seinen Autoschlüssel hatte er nicht dabei, also legte er kurz entschlossen die Bananen hinter das Vorderrad seines Autos. Da waren sie für Obstdiebe unsichtbar und er musste sie nicht erst durchs Haus tragen. Raffiniert! :yes:
Einer meiner Chefs beobachtete das zufällig vom Fenster aus.
Es kam, wie es kommen musste: Der Seni hatte seine Bananen längst vergessen, als er um Punkt halb eins in sein Auto kletterte und den Rückwärtsgang einlegte. :))

Wir kratzten schmunzelnd den Bananenbrei vom Asphalt und entsorgten die gelbe Matsche. Niemand hat ihm gegenüber je ein Wort darüber verloren und ich bin sicher, er hat auch zu Hause nicht mehr an das unglücklich geparkte Obst gedacht.

Es gab noch viele solcher Begebenheiten und als der Seniorchef nach kurzer schwerer Krankheit starb, fehlte uns allen etwas. Noch Jahre später wurde bei Weihnachts- und sonstigen Feiern über seine kleinen Missgeschicke geschmunzelt. 🙂

Armtraining

Wenn es im Winter auf 2000m Höhe regnet, ist das ziemlich doof. Insbesondere dann, wenn man Schier unter den Füßen hat und sich noch gut an den vergangenen schneelosen Winterurlaub erinnern kann. Schnee haben wir diesmal zwar genug, aber die warme Witterung setzt ihm schon ziemlich zu. Über Nacht friert die angetaute weiße Pracht und die Pistenwutz macht lustige Eiskugeln draus, über die man morgens eiern darf. Mittags ist alles wieder getaut und man treibt eine Bugwelle vor sich her. Sehr merkwürdige Wintersportverhältnisse! :-/

Da laut Wetterbericht keine Besserung in Sicht ist, müssen wir uns wohl arrangieren und unsere Ausdauer in der Hütte auf die Probe stellen. Trainieren kann man da auch: Einarmiges Reißen/Gewichtheben, Dauer-Lachen (gut für die Bauchmuskulatur) und das Erlernen schräger Hüttensongs (Gehirntraining?). 8|

Nutella-Diät

Gestern Abend habe ich erstmals davon gehört, dass es die wirklich gibt. Bislang benutzte ich diesen Ausdruck eher augenzwinkernd als Hinweis darauf, dass ich von Diäten nichts halte und stattdessen lieber esse, was mir schmeckt.

Nun wurde ich also eines besseren belehrt und erfuhr, dass man da morgens sechs (!) Nutellabrötchen essen soll, mittags irgendwas ausgewogenes (Fleisch, Gemüse, Kartoffeln) und am Abend gibt es dann einen überaus leckeren Eiweißdrink. *schüttel und übergeb*

Wie viele Magenbitter man nach dem Frühstück trinken darf muss, um die sechs Brötchen zu verdauen, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.
Keine Ahnung, wer sich diesen Quatsch wieder ausgedacht hat; ausprobieren werde ich es ganz sicher nicht. :no:
Ich bleibe bei meiner Ration von einem halben Brötchen mit Schokoladenpampe und trage mein Hüftgold mit Fassung. 🙄