Alles muss raus

„Alles muss raus“. Diese Aussage in einem Werbeblättchen animierte mich dazu, meinen Blick mal durchs Wohnzimmer schweifen zu lassen: Hier ein Engelchen, da ein Weihnachtsstrauß, ein paar Kerzen, diverse Lichtobjekte, ein knuffiger Weihnachtsmann aus Holz, eine Grußkartensammlung und mittendrin ein Mörderteil von einem Weihnachtsbaum. Ich kann es nicht mehr sehen! Ich will wieder Platz haben in meinen vier Wänden. Ich will wieder freie Flächen sehen und atmen können. (Und dieses blaue Leuchtgebamsel vor der Haustür muss auch weg!)

Wenn dann alles wieder in Kisten verpackt und im Speicher verstaut ist, wird es allerhöchste Zeit, die Taschen für den Winterurlaub zu packen … und wieder steht überall was rum. 🙄

Die ham’se wohl nicht alle!

Der Tag fängt ja gut an: laute Geräusche aus dem Nachbarbett zwingen mich zum frühzeitigen Aufstehen :roll:, Kaffee kochen, meine Lieblingsblogs nach Neuigkeiten durchsehen und zum Email lesen. Hier wartet auch gleich der nächste Frust. Ausnahmsweise ist es nicht Tina, die mich erbost, sondern der Newsletter eines Kaffeerösters! >:-[

„Liebe Frau Caipirella“, lese ich da, „mit den komfortablen und bequemen TK Treppenliften lassen sich Treppen zu Hause ganz bequem und sicher überwinden. Sie haben die Wahl zwischen zwei Modellen: zum Festpreis von € 4.995,- für gerade Treppen und € 13.995,- für kurvige Treppen, inklusive Montage, 5 Jahre Wartungsservice und Garantie.
Für mehr Mobilität und Lebensfreude!
Ihr Kaffeeröster“

Die spinnen wohl! Ich bin zwar nicht mehr so ganz jung, aber sooo hinfällig ja nun auch noch nicht! Heutzutage lernen Siebzigjährige skaten und laufen Marathon oder nehmen zum 104. Geburtstag eine neue CD auf. Soll ich mir da einen Treppenlift anschaffen? :crazy:

Meine Treppen – ich habe welche für € 32.985,00! – halten mich fit!

Tina, Du gehst mir auf den Geist!

Seit Tagen belästigt sie mich und ich weiß nicht, wie ich sie loswerden soll. :> Sie jammert, dass sie so alleine ist und will mich unbedingt treffen. Sie bombardiert mich mit ihren Offerten und versucht alles, um meine Aufmerksamkeit zu erregen. Ich kann das nicht ab und ich kann mit ihr auch absolut nichts anfangen. Wann kapiert die das endlich?

„Hallo mein Süßer,
wie gern wuerde ich Dich treffen. Ich bin ganz allein zuhause und es wäre toll von dir, wenn wir uns bald mal treffen würden.
Ich habe auch schon eine „ganz besondere“ Überraschung für Dich, wenn Du verstehst was ich meine.
Um Deine Vorfreude zu schüren, habe ich extra für Dich noch ein paar absolut private Bilder in mein Profil geladen.
Meld dich da mal schnell an und lass dir mein Profil anzeigen!

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Wenn du dir die Fotos angesehen hast, darfst du mir gerne schreiben, was Du beim Betrachten meiner Bilder gemacht hast 😉
Bis bald
Dein böses Mädchen Tina“

Ich hab’ schon alles versucht, um sie wieder loszuwerden. Aber Tina ist hartnäckig! 🙄 Mal sehen, wer von uns den längeren Atem hat.

Verrückt vor Freude!!!

Gleich drei Einträge an einem Tag, das geht aber wirklich nicht. Geht doch und MUSS auch sein, weil ich mich so freue! 😀

Soeben habe ich einen Anruf bekommen, dass ein Freund (Ehemann und Vater zweiter kleiner Kinder) nach vielen, vielen Jahren als Dialyse-Patient nun endlich eine Spenderniere erhalten hat! Ich wünsche ihm von Herzen, dass das neue Organ problemlos arbeitet und er endlich ein annähernd normales Leben führen kann. Als Gesunder kann man sich kaum vorstellen, was es bedeutet, dreimal die Woche für viele Stunden an einer Maschine zu hängen, um wieder für ein paar Tage leben zu können.

Klar hat ein Mensch sein Leben dafür lassen müssen, aber der wäre auch gestorben, ohne dass jemand anderer daraus einen Nutzen zieht. Deshalb bin ich dankbar, dass dieser Mensch einen Organspendeausweis in der Tasche hatte und seine Werte mit denen unseres Freundes übereinstimmten. Das ist besser, als ein Sechser im Lotto! :yes:
Und ich will an dieser Stelle mal an alle appellieren, einen solchen Organspendeausweis ausgefüllt und unterschrieben mit sich zu führen. Die Ausweise wurden mit den Lohnsteuerkarten für 2008 verschickt (mal eine richtig gute Idee!) und wer diese Dinger achtlos ins Altpapier geschmissen hat, kann sich hier ein solches Formular herunterladen. Bitte, bitte macht das! Wenn Ihr tot seid, braucht Ihr Eure Organe nicht mehr – einem anderen aber könnt Ihr damit das Leben ermöglichen! :yes:

Ich wünsche es niemandem, aber JEDER kann in die Lage kommen, irgendwann selbst ein Spenderorgan zu benötigen. Wäre es dann nicht schön, wenn es jemanden gäbe, der bei seinem Ableben einen solchen Ausweis in der Tasche hatte?

Das bekloppte Eichhörnchen

In unserem Garten tummelt sich so allerhand Viehzeug, meistens nützlich und possierlich, manchmal aber auch solche, wo ich zum Taubenvergifter werden könnte. Soeben konnte ich eines von der possierlichen Sorte beobachten. Erst war es nur ein Schatten, den ich wahrgenommen habe und bei genauem Hinsehen handelte es sich um ein Eichhörnchen.
Manchmal treiben die mich ja auch an den Rand, nämlich dann, wenn die Biester meine Blumentöpfe umgraben um ihre Wintervorräte darin zu verbuddeln >:-[ oder wenn ich im Frühsommer die zahlreichen Nussbäume aus der Erde rupfen muss.

Heute jedoch war es eines, das den über die Feiertage angefressenen Speck abtrainieren wollte oder aber – danach sah es nämlich aus – noch von Silvester besoffen war. Der ganze Baum hat gewackelt, so ist dieses kleine Tierchen darin rumgesaust. Vorwärts, rückwärts und zur Seite, mit geübten Sprüngen und kopfüber. Alles kein Problem. Das ging geschlagene zehn Minuten so, ohne ersichtlichen Grund und völlig abgedreht. 8|
Danach gab es noch einen Hechtsprung auf die Palisade und dort wurde sich erstmal geputzt. Anschließend spurtete es rüber zum Nachbarn und verschwand in der dichten Tanne.

Als bekennender couch potato hat mir dieser kleine Fratz fast ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich bin nur froh, dass ich keine guten Vorsätze fürs neue Jahr habe! ;D

Angekommen

Über Silvester hatte ich die Bude voll, highlife in allen Räumen. Die Spülmaschine leistete Schwerstarbeit, rund um die Uhr wurde gegessen, gequatscht, gelacht, Pläne geschmiedet. Der frisch renovierte Partykeller wurde endlich eingeweiht 😀 und das neue Jahr mit ein paar Raketen begrüßt, die der Liebste „für die Kinder“ gekauft hat (is’ klar, ne!). Allerdings war das nix gegen das Prachthöhenfeuerwerk, das die Nachbarn verballert haben. Nach zehn Minuten konnte man in unserer Straße nicht mehr atmen. Aber die Kleinen hatten Spaß und sind danach auch brav ins Bett, während wir uns über Bohnensuppe und Fassbier hergemacht haben.

Nach einer kurzen Schlafsequenz bin ich am Neujahrsmorgen gegen acht Uhr aufgestanden und kurze Zeit später standen auch die Kids mit einer klaren Ansage in der Küche: „Hunger!“ Mir war mehr nach Kaffee und Aspirin. :-/
Im Laufe des Vormittags tauchten auch die Erwachsenen mehr oder weniger verknittert auf der Bildfläche auf und auch unsere ausgelagerten Gäste standen wieder auf der Matte. Frisch wie der junge Morgen – mein Gott, wie machen die das nur?? Ich konnte kaum aus meinen kleinen Äuglein gucken. 😐

Am Abend hat der Liebste dann die letzten Gäste zum Flughafen gefahren und plötzlich ist es wieder mucksmäuschenstill im Haus. Komisch irgendwie.

Nun bin ich seit 4.30 Uhr auf, weil ich – wieder mal – nicht mehr schlafen konnte. :yawn: Das neue Jahr fängt also an, wie das alte aufgehört hat. Ich bin angekommen in 2008.