Götterdämmerung

Nun geben sie es also zu. Natürlich nicht alle, sondern nur eine Hand voll Ärzte sagen, was Otto Normalverbraucher schon lange weiß: auch Halbgötter machen Fehler.
Immer mal wieder liest man über vergessene Gegenstände in Bauchhöhlen, amputierte gesunde Gliedmaßen und Patienten, die vom OP-Tisch gefallen sind. Viele Fehler ließen sich mit ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verhindern. Beim Zählen des OP-Bestecks nach einer Operation müsste auffallen, dass da was fehlt – wenn denn gezählt wird. Ein einfaches Markieren des kranken Beines würde die falsche Amputation verhindern.
Wer ist dafür verantwortlich und sollte vielleicht der Patient selbst vorsorgen und auf das gesunde Bein ein „hier nicht!“ oder „andere Seite!“ draufschreiben? 8| Geht vielleicht doch zu weit. Obwohl: ab ist ab und Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Ich werfe den Ärzten nicht vor, dass sie Fehler machen. In Dauerschichten ist niemand mehr auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit. Jeder Handwerker hat schon mal irgendwo einen Schraubenzieher liegen lassen, nur dass das nicht so gravierende Folgen hat. Am System muss was geändert und Abläufe müssen optimiert werden.

Was will uns das Eingeständnis der Ärzteschaft über ihre Fehlbarkeit sagen? Keine Ahnung. Ich kann nur jedem raten, seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen und nicht blind zu vertrauen. Auf dem OP-Tisch hat man keine Möglichkeit einzugreifen, aber vorher und nachher sollte man auf der Hut sein und sich nicht scheuen, Fragen zu stellen – und zwar so lange, bis man eine befriedigende Antwort erhalten hat. Mein Misstrauen hat mich mal davor bewahrt, das Krebsmedikament meiner Bettnachbarin zu schlucken. Selbst wenn das bei mir wahrscheinlich keinen großen Schaden angerichtet hätte … was hätte meine Nachbarin dann bekommen? :??:

Also Leute, wenn es denn mal sein muss: haltet die Augen offen und vertraut nicht blind. Ärzte sind auch nur Menschen und keine Götter, auch wenn sie ganz oft so tun!

Advertisements

Gewonnen

Man(n) hat mich wieder Mal überredet, zu einem Auswärtsspiel mitzufahren. Eigentlich wollte ich mir das ja nicht mehr antun, aber es ergab sich halt so und ich ließ mich breit schlagen.
Bereits um kurz nach 9.00 Uhr fuhren wir zum Bahnhof, kauften uns ein wenig Wegzehrung und eine Zeitung und kletterten bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen in den Fan-Bus.
Scheiße, eigentlich hatte ich mir für diesen sonnigen, warmen Tag ein paar Außenarbeiten vorgenommen. Stattdessen blätterte ich jetzt in einer Illustrierten und ließ die Landschaft an mir vorbeiziehen. Es ging nach Aachen (schöne Grüße an Gehheim) und das ist für uns praktisch schon Holland. Immer bewölkt und immer windig. 😐
Um die Stimmung etwas anzuheizen, wurde das letzte siegreiche Spiel auf dem Monitor im Bus übertragen und vom Fachpublikum lautstark kommentiert. Ich schaltete die Ohren auf Durchzug und versuchte, mich auf einen Artikel zu konzentrieren. Das Wetter wurde immer unfreundlicher. 😦

In Aachen angekommen, wurden wir von der Polizei zum Stadion geleitet und ich stellte erstaunt fest, dass ganz Holland unterwegs war. Alle in schwarz-gelb und alle Richtung Stadion. Ich erhielt noch eine Belehrung über die dortige Fußballkultur und die Bedeutung des alten Tivoli und durfte dann die Einlasskontrolle über mich ergehen lassen.
Ich war total baff, dass eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn zwei Tribünen schon voll besetzt waren. Die hatten Fahnen, groß wie Betttücher und wir armseliges Häufchen Auswärtsfans durften nur drei Trommeln mit ins Stadion nehmen. Ungerecht!

Dafür haben wir gesungen: (Melodie: Bruder Jakob)
Hallo Aachen!
Wisst Ihr noch?
Drei zu null verloren
– gegen uns! :))

Ok, außer den umstehenden Polizisten und Ordnern hat uns wohl kaum jemand gehört – wir sind ja nicht die Fischer-Chöre. Spaß (und Mut) hat es uns trotzdem gemacht!

Pünktlich wurde das Spiel angepfiffen und flugs haben wir auch den ersten Treffer kassiert. Die Bettlaken wurden geschwungen, die Menge tobte. Wir befanden uns kurz in Schockstarre, haben uns aber wieder berappelt und unsere Mannschaft angefeuert. Es dauerte auch nicht lange, da gab es den Ausgleich und kurz vor der Halbzeit haben wir ihnen noch ein Tor mitgegeben.
Gesehen haben wir unsere Treffer übrigens nicht, weil uns der Blick aufs Tor von mindestens drei massiven Zäunen völlig versperrt war. 8| Erfreulicherweise gibt es aber einen Stadionsprecher, der offensichtlich alles überblicken kann.
In der Pause gab’s ’ne Wurscht und bleifreies Bier, dann ging es weiter. Es fiel jeweils noch ein Tor und am Ende durften wir unsere siegreiche Mannschaft bejubeln. Es war ein überaus spannendes Spiel und ich hab’ es nicht bereut, mitgefahren zu sein.

Die Aachener Polizei bedankte sich im Bus für unser korrektes Verhalten und wünschte uns eine gute Heimreise. Hoppla, das hatten wir auch noch nicht! 8| Aber selbst wenn wir Randale gewollt hätten – wir waren ja eingeknastet und strengstens bewacht. Ein bisschen seltsam finde ich das ja schon, ist aber wahrscheinlich heutzutage nicht mehr anders möglich. Sehr schade!

Jedenfalls sind wir in Hochstimmung nach Hause gefahren. Das schöne Sonntagswetter ist zwar komplett an mir vorbeigegangen, aber was soll’s. Vielleicht bringt der Frühling ja noch ein paar schöne Tage.
Aachen jedenfalls behalte ich in guter Erinnerung. :yes:

Sport ist Mord

Auch bekennende faule Socken kann man(n) zu sportlicher Tätigkeit anregen. :yes: Seit neuestem sieht man uns täglich auf dem Tennisplatz. Danach gehen wir meist noch ein bisschen Bowlen oder Golfen. Drei Tage geht das nun schon so. Ich kann Euch sagen: ich hab’ richtig Muskelkater. 8|

Mit Tennis hab’ ich mich anfangs etwas schwer getan. Ich erschrecke immer, wenn ein Ball auf mich zugeflogen kommt und haue dann wie wild Löcher in die Luft. :)) Inzwischen freue ich mich, wenn ich den Ball treffe und der tatsächlich im Spielfeld bleibt. Zu Beginn landete der Ball nicht nur im Aus, sondern ganz oft auch in den Zuschauerrängen.
Ich muss aber noch fleißig trainieren, wenn ich meine bessere Hälfte schlagen will. Mein Bananenkonsum (von Bobbele abgeschaut) ist jedenfalls schon profimäßig.

Etwas ruhiger geht es auf dem Golfplatz zu. (Jaja, den Kalauer „schlaft ihr noch miteinander, oder spielt ihr schon Golf?“ kenne ich!) Glaubt mir, es macht wirklich Spaß, wenn man sich vorher schon anderweitig verausgabt hat, und einfach ist es auch nicht. :no: Ein gutes Augenmaß ist nötig, der Schlag darf nicht zu kräftig und nicht zu lasch ausgeführt werden und das richtige Eisen sollte man auch wählen.

Bowling: Ok, das kennt man ja: Eine ruhige Kugel schieben. Nebenbei kann man rauchen und Bier trinken und quatschen. :>> In die Muckies geht das aber auch, wenn man sich ein bisschen ins Zeug legt.

Schwimmen waren wir auch schon und da war ich richtig gut! Dreisprung und Speerwerfen ist nicht so meins und am Schießstand bin ich auch eine Niete. Dafür hab’ ich meinen Liebsten beim Boxen ordentlich auf die Bretter geschickt. 😛 😛 Das knabbert jetzt an seinem Ego. :))
Mir hat’s Spaß gemacht!

Meine Schulfreunde

Seit Wochen suchen sie mich und laden mich ein zu einem lustigen Spielchen: „Kuckkuck, wer bin ich?“ 🙄

Nie hinterlassen sie einen Namen, aber aufgrund der zum Teil katastrophalen Rechtschreibfehler glaube ich, einige von ihnen wiederzuerkennen. :)) :))
Die Zahl meiner Freunde aus der Schulzeit ist überschaubar und die müssen mich nicht suchen – ich stehe im Telefonbuch.
Alle anderen waren bestenfalls Klassenkameraden und auf die habe ich nun wirklich keinen Bock mehr! :no:
Also, meine lieben Schulfreunde: rudscht mier den Puggel runder!

Och nööö!

Es gibt Tage, da weiß man schon gleich beim Wachwerden, dass Aufstehen nichts bringt. Heute ist so einer. 😦 Tiefe Lustlosigkeit, gepaart mit dunklen Augenringen und Kopfschmerzen. Ich fühle mich, als hätte ich heftig gesumpft. Hab’ ich aber nicht!
Der Blick in den Spiegel verstärkt das Grauen noch. 🙄 Ein Tag zum Abhaken.

Werde jetzt noch mal zur Kaffeemaschine schlurfen und mein Schädelweh mit einem pharmazeutischen Produkt bekämpfen. Vielleicht kriege ich ja wenigstens das in den Griff.
Was man gegen Lustlosigkeit tun kann, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Vorschläge werden gerne angenommen. :yes:
Wenigstens ein bisschen Power könnte ich heute gebrauchen.

Abschiedsschmerz

Ach, was waren wir stolz damals! Zwei Zimmer, Küche, Bad. Alles auf 10 qm, neu und modern eingerichtet, Zentralheizung. Wir waren gerade frisch verheiratet und leisteten uns ein Eigenheim auf Rädern. 🙂
Mangels sonstiger Abstellmöglichkeit mieteten wir uns eine Parzelle auf einem nahegelegenen Campingplatz, bauten ein kleines Vorzelt an und genossen die Freiluft-Wochenenden ohne Telefon und irgendwelchen Verpflichtungen.
Viele amüsante Kurztrips haben wir mit unserer rollenden Behausung unternommen und viele schöne Urlaube gemacht. Zwei, drei Tage an einem Ort, anhängen und weiterfahren. Wir waren ein eingespieltes Team, meine bessere Hälfte und ich. Während er die Außenarbeiten erledigte, Kabeltrommel, Klappstühle und sonstiges Gedöns im Auto verstaute, sorgte ich dafür, dass auch bei schlechten Straßenverhältnissen Geschirr und Gläser keinen Schaden nahmen, der Kühlschrank verriegelt und die Gas- und Wasserzufuhr abgestellt waren. Zehn Minuten und wir waren weg. Auf zu neuen Abendheuern. 😀

Als die Familie größer wurde und unsere Katze zu uns stieß, nahmen wir auch sie mit auf Reisen. Sie war eine richtige Campingkatze, von klein auf an das Zigeunerleben im Wohnwagen gewöhnt. :yes: Ihr Fress- und Wassernapf stand unter unserem Bett und das Katzenklo fand auch einen festen Platz. Madame lag tagsüber am Fenster und beobachtete das Treiben auf dem Campingplatz, während wir Besichtigungstouren unternahmen.

Am schönsten aber war Wintercamping. Viele Weihnachtsfeste haben wir im Wohnwagen gefeiert. Ein kleiner künstlicher Christbaum, gerade mal 20 cm hoch, wurde auf der Mitte des Tisches installiert und mit echten Kerzen bestückt. :>> :>> Ok, beim Geschenke auspacken mussten wir uns ein bisschen beeilen, weil die Kerzen natürlich auch klein und schnell abgebrannt waren, aber immerhin! Nobel geht die Welt zugrunde.
Draußen schneite es wie wild, drinnen war es mollig warm und gemütlich. Alle zwei Tage zog der Göttergatte mit einem Schlitten los und holte eine neue Gasflasche am anderen Ende des Campingplatzes.
Den Schlitten haben wir noch, den Wohnwagen seit gestern nicht mehr. 😐

Unsere Urlaubsziele haben sich verändert und sind meist nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Der Wohnwagen war in einer ehemaligen Scheune untergestellt und fristete sein Dasein im Dunkeln. In den letzten vier Jahren wurde er überhaupt nicht mehr benutzt. Ein junges Paar, etwa im gleichen Alter wie wir damals, hat ihn gekauft. Sie haben sich gefreut wie Bolle, als wir ihnen sagten, dass wir zwei Vorzelte, Ersatzrad, Klappstühle, Geschirr, Werkzeug, Gesellschaftsspiele, ein paar Schmöker, Friesennerze und Klappspaten drin lassen und sie praktisch eine voll eingerichtete Ferienwohnung bekommen. 😀
Ein bisschen wehmütig habe ich Abschied genommen, bin mit der Hand noch einmal über die Küchenzeile – laut Prospekt „der Traum einer jeden Caranvanerin“ – gefahren, hab’ noch mal in die Schränke geguckt.
Eine Ära ist zu Ende und zum ersten Mal sind wir hinter unserem Wohnwagen hergefahren, nachdem die Käufer ihn an ihr eigenes Auto angehängt hatten und stolz nach Hause gefahren sind. 😥
Ich wünsche den beiden viele schöne Urlaube und allzeit eine gute Fahrt!

Geputzt!

Nein, nicht die Fenster – Erzgebirge Aue!
Der erste Heimsieg des SV Wehen-Wiesbaden im neuen Stadion. 3 : 0 wurden die Sachsen nach Hause geschickt. War zwar kein überragendes Spiel, aber das ist dem gemeinen Fan dann auch egal. Hauptsache gewonnen. 😀

Es wurde uns schon einiges abverlangt: Um 17.15 Uhr waren wir am Stadion, um 18.00 Uhr sollte das Spiel losgehen. Ich mag es, im Stadion zu sitzen und zu beobachten, wie die Menschen die Tribünen entern und zu ihren Plätzen strömen, Bekannte begrüßen, die Fanklatschen falten, ein Kissen auf dem kalten Klappsitz installieren und es sich auf ihrem Platz gemütlich machen. In der Zwischenzeit heizt der Stadionsprecher mit launigen Sprüchen ein, es gibt ein paar Songs zum Warmgrölen und einige Infos zu den Spielern.

Die Sonne ging gerade hinter der Gegentribüne unter und die Dämmerung brach herein. Auf dem Rasen machten sich die Spieler warm, was ich immer wieder nett anzusehen finde. Hat Ähnlichkeit mit Wasserballett – nur halt auf dem Trockenen. :))
Wir wunderten uns, dass das Flutlicht noch nicht eingeschaltet war und um kurz vor 18.00 Uhr kam dann auch der Hinweis, dass der Anpfiff um eine viertel Stunde verschoben sei, weil es Probleme mit der Beleuchtung gäbe. Die Mannschaften verschwanden wieder in ihren Kabinen. 8|
Um zehn nach sechs gingen dann unter großem Beifall ein paar der Lichtlein an. Nun konnte man im Halbdunkel wenigstens erkennen, dass Schiedsrichter und Vereinsbosse heftig am diskutieren waren. Die Außentemperaturen bewegten sich um die null Grad und meine Hände und Füße waren eiskalt.
Irgendwann kamen die erlösenden Worte, dass das Spiel nun wirklich um halb sieben angepfiffen wird. Auf dem Rasen wurde der ganze Firlefranz weggeräumt, die Mannschaften kamen wieder raus und dann ging es auch endlich los.

Das erste Tor fiel in der elften Minute, das zweite kurz vor der Halbzeit durch Elfmeter. Ich konnte aber nur noch verhalten jubeln, weil meine untere Körperhälfte komplett eingefroren war. Während der Halbzeit konnte ich mich auf dem Klo kurz aufwärmen. Clevere Mädels hatten vor Spielbeginn den Temperaturregler der Heizung aufgedreht und nun war es richtig mollig auf dem stillen Örtchen. :yes:
Nun noch einmal 45 Minuten in der Kälte sitzen, ein weiteres Tor, Schlussapplaus und anschließend einen Fußmarsch zum Auto. Um 21.00 Uhr waren wir endlich zu Hause und nun – zweieinhalb Stunden später – friere ich immer noch. 😐 Ich mach’ mir jetzt ’nen Grog und gehe ins Bett. Gute Nacht.