BAB-Wahnsinn

Wer nicht gerade auf Reisen ist, findet den Verkehrsfunk im Radio ja eher öde. Niemand interessiert es, was am anderen Ende der Republik auf der Straße los ist, wenn er da gar nicht hin will. In der letzten Zeit kam ich öfter in den Genuss dieser Ansagen und finde sie mittlerweile schon fast spannend. Nicht die Staus sind das Prickelnde, sondern die Gefahrenmeldungen!
Hier ein kleiner Auszug, was man auf Deutschlands Autobahnen so alles finden kann:

Spanngurte und Radkappen (ganz oft)
Reifenteile (da kann man nur hoffen, dass das gut ausgegangen ist)
Holzbalken und Kartons (verursacht von Heimwerkern und Elchgeschäft-Kunden, die die Kosten für den Miettransporter scheuen)
Matratzen (private „Umzugsunternehmen“)
Schaufel, Pflastersteine, umgestürzte Verkehrsschilder (Baustellenbereich)
Wintersportgeräte (eher in der kalten Jahreszeit)
Tiere (die sind auch gerne mal auf Bahnschienen, wo sie ebenfalls nix zu suchen haben)
Mofa- und Radfahrer, ja sogar Fußgänger! (Sind die denn gescheit?!?!)

Ganz oft berichtet der Verkehrsfunk auch nur von „Gegenständen auf der Fahrbahn“, da kann man sich selbst ausmalen, was das ist oder mal gewesen sein könnte.
Der Hit in der letzten Woche war ein Kühlschrank. 8|
Wie verdammt noch mal sollte der denn transportiert werden?

Zwei Jahre …

wird mein Blog-Baby heute. Als Spätgebärendeberufene reibt man sich die Augen und fragt entsetzt: „Schon?“. 8|
Kann mir mal jemand sagen, wo die Zeit geblieben ist?
Klar, ich hab’ gelebt, geliebt, gelacht und auch ein bisschen geweint – aber so richtig was Großes ist eigentlich nicht passiert. Oder doch?
Ich werd’ mal ein bisschen stöbern in meinen alten Einträgen, vielleicht finde ich ja was. Im Moment jedenfalls hab’ ich das Gefühl, das Leben dümpelt einfach so vor sich hin. Ich könnt’ mal wieder ein Highlight gebrauchen …!

Glücksmomente

Als richtigen Technik-Doofi würde ich mich eigentlich nicht bezeichnen, aber es gibt immer wieder Geräte, deren Funktionsweise sich mir nicht erschließt. Die kleinen und großen Haushaltshelferlein hab’ ich im Griff, null Problemo. Die eher unwichtigen Geräte allerdings treiben mich an den Rand. Unsere Stereoanlage gehört ganz bestimmt dazu.
Das Ding verfügt über eine Fernbedienung mit vielen Knöpfen und ebenso vielen Bezeichnungen. Eine Taste ist rot. Die kenne ich! :yes: Damit kann man das Ding ein- und ausschalten. Mit +/- wird es laut und leise. Vorraussetzung ist allerdings, dass man dem Gerät schon vorher irgendwelche Töne entlocken konnte. Alle anderen Tasten mit ihren merkwürdigen Bezeichnungen werden mir ein ewiges Rätsel bleiben.

Als letzte Rettung lege ich mich normalerweise bäuchlings auf den Boden und versuche, mittels der am Gerät angebrachten (wenigen) Knöpfe irgendetwas in Gang zu setzen. Meist endet das damit, dass ich nur Radio hören kann – obwohl es eigentlich eine CD sein sollte. Oder umgekehrt. 🙄

Heute aber – es gibt auch glückliche Momente im Leben eines DAUs – zufällig beinahe auf Anhieb habe ich die richtige Taste erwischt und höre nun meine derzeitige Lieblings-CD.

Vielleicht gibt’s ja noch Hoffnung für die Beziehung zwischen dem Radaudio und mir!?

Von Wanderdünen und süßen Früchtchen

Von Saharasand auf den Fenstern und geschmacksneutralen Erdbeeren will ich heute berichten. Ganze Wanderdünen (laut den Meteorologen kommt der Sand wirklich aus der Sahara – ist kein Witz!) habe ich heute von den Fenstern gekratzt. >:-[ Kurz habe ich überlegt, ob ich den Inhalt meines Putzeimers ins Klo schütte oder das Restwasser abgieße und den Sand den Nachbarskindern zum Spielen gebe. Aber die haben ja Mütter und diese wiederum haben auch Fenster. Sollen die doch selber putzen.
Wieder mal wurde ich an die gute alte Zeit erinnert, in der es so einen Quatsch einfach nicht gab. Den Dreck bezogen wir von der nahe gelegenen Bahnlinie, der Straße oder der Baustelle in der Nähe, und nicht aus irgendeiner Wüste. :no:
Die Autos in unserer Straße haben übrigens mittlerweile auch alle eine Einheitsfarbe. Ganz toll!

Was es früher auch nicht gab, waren Erdbeeren die nach NICHTS schmecken. Da wurden die süßen Früchtchen nämlich erst gegessen, wenn sie im Garten reif und richtig lecker waren. Unser Garten ist zu klein, um darin auch noch Erdbeeren anzupflanzen. Also muss ich welche kaufen und da ich es immer nicht abwarten kann, greife ich schon zu, wenn die roten Früchte noch aus Spanien kommen. Dass die Dinger hochgiftig sind, ist mir dabei relativ egal. Maßlos enttäuscht bin ich nur über den nicht vorhandenen Geschmack. 😦

Heute nun habe ich die ersten deutschen Erdbeeren gekauft und die sind einfach köstlich! :yes: Eine kleine Entschädigung für das Ärgernis mit dem Sand.

Gelungener Abend

Einen ganz besonderen Abend hatten wir vorgestern. Der portugiesische Sportverein, der in unserer verfeindetenbefreundeten Nachbarstadt ein Restaurant betreibt, hatte zum Fado-Abend mit Buffet geladen. Zufällig entdeckten wir die Ankündigung beim Semester-Abschluss-Essen unseres Portugiesischkurses und beschlossen spontan, hinzugehen.

Um 20.00 Uhr sollte die Gesangsdarbietung losgehen, vorher sollte gegessen werden – was ja irgendwie Sinn macht. Also sind wir um 18.30 Uhr hin, haben noch eine gute halbe Stunde auf der Terrasse gewartetsessen und schon mal ein Weinchen gepetzt. Dann sind wir in den Saal. Die Tische waren eingedeckt, das Buffet mit Warmhaltegerätschaften und Tellern bestückt. Wir suchten uns ein Plätzchen und warteten mal ab. 😐 Die Kellner begannen nach einiger Zeit die Beleuchtung einzurichten. Mangels Leiter bemühten sie dafür einen in einer Ecke abgestellten Tisch, der bedenklich wackelte. Sie haben es geschafft und als das Werk beendet war, gab es für die Gäste auch was zu trinken. Inzwischen war es schon kurz vor acht, der Magen hing in den Kniekehlen und der Wein schlug Purzelbäume in meinem Kopf. :-/ Langsam trudelten ein paar Vorspeisenteller ein und die Gäste stürzten sich begierig darüber. Alle hatten Kohldampf.

Zwei Musiker tauchten auf und schnappten sich ihre Instrumente.
Dann kam SIE. Schwarzes Kleid, knallrote High-Heels, streng zurückgebundenes Haar: Ana Lains. Mit ihrer Stimme, ihrer Haltung und Mimik zog sie sofort alle in ihren Bann. Einfach klasse! Sie sang einige Lieder und machte dann – gegen 22.00 Uhr – eine Pause, damit das Hauptgericht eingenommen werden konnte, das die Keller nun heranschleppten. 🙂 Es gab ein Fleisch- und ein Fischgericht, dazu Reis und Kartoffeln sowie Salat. Alles ziemlich simpel, aber ausgesprochen lecker.
Dann ging es im Programm weiter und nun traten auch einige der Gäste und ein Kellner vor und sangen. Dazwischen immer wieder Ana. Der karge Saal verwandelte sich und man fühlte sich in eine portugiesische Dorfkneipe versetzt. Eine tolle Atmosphäre! Wer wollte, sang mit oder klatschte im Takt und bei den melancholischen Songs lauschte jeder fasziniert dieser schönen Stimme.

Ein rundum gelungener Abend, auch wenn (oder gerade weil) die Organisation ziemlich chaotisch war. Gegen Mitternacht sind wir aufgebrochen, endlich satt und in ausgesprochen guter Stimmung. Ich freue mich schon auf den nächsten Fado-Abend und in der Zwischenzeit begnüge ich mich mit der spontan gekauften CD.

Schock!

Da kommt man von einem schönen Wochenende zurück, hört entspannt den Anrufbeantworter ab und ist einfach nur geschockt. Richtig geschockt! 8|

Eine liebe Freundin – nein, DIE Freundin – ist mit Blaulicht und tatütata ins Krankenhaus eingeliefert worden, und das nicht etwa wegen einer Blinddarmentzündung. Der schlimme Anfangsverdacht hat sich bestätigt. Nun liegt sie auf der Intensivstation und überall ragen Schläuche und Drähte aus ihr heraus.
Es ist schrecklich, einen lieben Menschen plötzlich so hilflos zu sehen und nichts tun zu können! Zwar ist sie schon wieder guter Dinge und hofft, bald von den Gerätschaften um sie herum loszukommen und auf eine normale Station verlegt zu werden, aber ein gewaltiger Schuss vor den Bug war das schon. Plötzlich wird einem bewusst, dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist!

Ich hoffe und wünsche ihr, dass es ihr bald besser geht und sie nach der Reha wieder ein annähernd normales Leben führen kann.

Ich denke dauernd an Dich, meine Liebe und drücke Dir alle Daumen! :yes:

Such und find

Viele Jahre war der Computer ihr Feind.
Nein, ich rede nicht von mir, obwohl ich das anfangs ganz ähnlich gesehen habe. Ich bin mit der Schreibmaschine groß geworden, kannte mich aus mit Farbbändern und Korrekturflüssigkeiten und hatte so überhaupt keine Lust, mich nun auch noch mit Bits und Bytes zu befassen. Irgendwann kam aber auch für mich der Tag X und ich wurde vor so eine Höllenmaschine gesetzt. Die Geräusche, die der „Computer“ damals von sich gab, waren mir genauso suspekt wie die flimmernden Meldungen auf dem Bonsai-Bildschirm. Aber ich schweife ab.

Die Dame, von der ich erzählen möchte, konnte den Familiencomputer nur ein und ausschalten und sonst nix. Sie las und verschickte keine Emails, Internet interessierte sie nicht und Briefe schrieb sie nach wie vor von Hand.
Dabei hätte sie es belassen sollen …!

Die Familie – insbesondere der Sohn – ließ ihr aber keine Ruhe. Jeder könne heutzutage einen Computer bedienen und es gäbe im Internet ja auch so viel zu entdecken und um diese These zu unterstreichen, zeigte man ihr ein Portal, mit dessen Hilfe man weltweit Familienangehörige ausfindig machen kann. Sie stammt aus einer weit verzweigten Familie und kannte bis dato nur einen kleinen Teil dieses Clans. Ihr Interesse war geweckt. 😀 Von Stund’ an tobte sie in just diesem Familienportal herum und wurde prompt fündig. Sie hat einen Cousin x-ten Grades ausfindig gemacht und freudig kontaktiert.

Natürlich will man irgendwann seine Familie auch persönlich kennen lernen. Das fand auch der Cousin und hat nun seinen Besuch angedrohtkündigt. Mit Frau und zwei Kindern will er sich gleich für vier Wochen bei den lieben Verwandten in Deutschland einquartieren. 8| Das Argument, dass deren kleine Wohnung mit drei erwachsenen Personen schon aus allen Nähten platzt, lässt er nicht gelten. Raum ist in der kleinsten Hütte und für den Besuch der lieben Verwandtschaft kann man sich doch mal etwas einschränken, oder?

Merke: Auch Feindschaften sollten gepflegt werden! :yes:

PS: Ich werd’ einen Teufel tun und nach irgendwelcher Verwandtschaft Ausschau halten!

Ausnahmezustand

Alle Jahre wieder über Pfingsten leben wir in unserem Stadtteil im Ausnahmezustand, da ganz in unserer Nähe ein internationales Reitturnier durchgeführt wird. Straßen werden für die sündhaft teuren, klimatisierten Pferdeanhänger gesperrt. Öffentlichen Parkraum gibt es praktisch nicht mehr und für die Anwohner empfiehlt es sich, das Auto tunlichst stehen zu lassen. 😐
Der hiesige Park ist für normale Spaziergänger weitestgehend gesperrt.
Wer trotzdem ein bisschen große Welt schnuppern möchte, sollte sich einen Hut aufsetzen und eine Flanierkarte kaufen. Ach ja, und natürlich genügend Geld einstecken – die Preise an den Würstchenbuden sind saftig! 😦

Wer es etwas stilvoller mag, kann sich beim Dinner (ab € 70,-) mit Gleichgesinnten treffen, Getränke gehen natürlich extra und die Flanierkarte muss man auch lösen, sonst kommt man ja nicht an den Ort des Geschehens. 😛

Ich hab’s nicht so mit den großen Tieren und das Pferdespektakel mit all seinen Auswüchsen geht mir ziemlich am Rücken vorbei. Vor einer halben Stunde ist die letzte Prüfung zu Ende gegangen und nun können Ross und Reiter wieder abziehen.
Die Straßen und der Park gehören wieder den Steuerzahlern. :>>

Barbie

Welches Mädchen kennt sie nicht, diese unnatürlich dürren Püppchen mit der Stupsnase und Beinen bis zum Himmel. Klar hatte ich auch eine und habe seinerzeit begeistert damit gespielt. Gottlob hat sich das bei mir aber irgendwann gelegt. Gestern beim Bügeln wurde ich wieder daran erinnert. 🙄

Wie immer bei dieser ätzenden Tätigkeit habe ich den Fernseher eingeschaltet und bin in einer Sendung gelandet, in der es um Schönheitsoperationen ging. Gezeigt wurde eine Frau, deren Alter man nicht mal mehr schätzen konnte und deren Lebensziel es ist, als Barbiepuppe durch die Welt zu staksen. 88|
Zig Operationen hat sie über sich ergehen lassen. Fettabsaugungen an Hüfte und Oberschenkeln, Nase verkleinern, Lippen unterspritzen, Möpse (Brüste konnte man das nicht mehr nennen) aufpumpen, etc.

Natürlich ging da auch mal was daneben. Die Lippen haben sich verhärtet und nun muss das ganze knorpelige Material in unzähligen Sitzungen wieder ausgeschält werden, die Nase taugt kaum noch zum Riechen, die zweite Brustvergrößerung ging schief und hat sie fast das Leben gekostet.

Aus einer einstmals hübschen jungen Frau ist ein Monster geworden, deren Gesicht keinerlei Mimik mehr aufweist. Sie sieht aus, wie eine abgetakelte Fregatte und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, plant sie munter die nächsten „Verschönerungen“.

Bei einer der zahlreichen Absaugungen muss auch etwas Hirn mit durchgeflutscht sein, anders kann ich mir das wirklich nicht erklären! :no: