Nachtrag

Das Beste zum Schluss: Der ganze Fußballquatsch kann jetzt wieder in die Kiste! :yes:
Ich habe fertig!!!

Advertisements

Der alte Mann …

… und das Fahnenmeer.

Das war ja wohl nix, mit unserer Mannschaft heute. Eigentlich müssten sie schon 3:0 zurückliegen. Ein guter Start, ein paar gute Chancen und das war es dann auch. Nichts draus gemacht. 🙄
Der spanische Trainer – eigentlich schon im Rentenalter – wird mit seiner Mannschaft als Sieger vom Platz gehen.
An Püppi und mir lag es nicht. Wir haben alles gegeben! Unser Voodoo-Püppi ist total durchlöchert. Das einzig Positive: ich hab‘ in der zweiten Halbzeit vor lauter Aufregung mehr geschafft, als den ganzen Tag zuvor. Mich hat vor lauter Aufregung nichts mehr vor dem Fernseher gehalten.
Trotzdem, es ist nur ein Spiel und die Spanier haben es verdient!!!

Trotzdem Scheiße!

Was wird das denn?

Mein Horoskop für heute:

Vermutlich sind Sie heute von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. :yes:
Nur zu, die Sterne sorgen für überaus anregende Impulse, die der Partnerschaft zu einer frischen Brise verhelfen. (Olala!)
Erwarten Sie aber keine Wunder. (Aus dem Alter bin ich raus.)
Nehmen Sie unbedingt ein wenig Rücksicht auf die Wünsche und Interessen des Lebensgefährten. (Klar doch, mach‘ ich! – Fußball, Schnittchen und Bier.)
Oberflächlichkeiten stören die Harmonie empfindlich, speziell am Abend. (Da wär’ ich von selbst nie drauf gekommen!)

Die Kreissäge

Müde schleppe ich mich morgens ins Bad, die Lider auf Halbmast, das Gehirn noch nicht eingeschaltet. Mit einem leisen Seufzen begrüße ich mein Spiegelbild und klappe den Klodeckel hoch. In diesem Moment höre ich das Geräusch zum ersten Mal.
Es hört sich an wie eine Kreissäge, nur viel leiser. Ich zucke zusammen und sehe mich um. Das Radio ist aus, die elektrische Zahnbürste steht still in ihrer Halterung, der Rasierer meiner besseren Hälfte sagt auch nix. Einen Moment ist Ruhe, dann beginnt das Geräusch erneut. Das Fenster ist zwar gekippt, aber von draußen kann es unmöglich kommen. Inzwischen bin ich wach und auch ein bisschen in Panik! 88| Mehr elektrische Geräte haben wir nicht im Bad und die Handtücher können keine Geräusche machen. Sollte irgendwo eine Leitung kaputt sein und wenn ja, würde sich das so anhören?
Das Denken fällt mir um diese Uhrzeit immer noch schwer. Ich renne ins Schlafzimmer und rüttle am Gatten. Er soll denken. Und aufstehen. Und was machen. Sofort!
Für meinen Geschmack dauert es viel zu lange, bis er sich aus dem Bett gewälzt, die Brille gefunden hat. Ich treibe ihn vor mir her ins Bad, bleibe aber vorsichtshalber im Türrahmen stehen.
Er hört kurz hin, brummt „kenne ich, das Geräusch“. Er geht an mein Duftregal, schiebt zwei, drei Parfumfläschchen zur Seite und schreckt eine Wespe auf, die ihren Neubau hinter „Chanel No. 5“ errichten will. Keller und Erdgeschoss sind fertig gestellt, sie arbeitet schon am ersten Stock und fliegt jetzt aufgeregt durchs Bad. Wir öffnen das Fenster und schnell hat sie die Flucht ergriffen. Der Neubau wird entfernt, das Regal wieder eingeräumt.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. :>>
Mein Held legt sich noch mal 10 Minuten ins Bett und ich absolviere mein morgendliches Kurzprogramm, bevor ich die Kaffeemaschine in Betrieb nehme.
Beim Frühstück erzählte mir mein Mann, dass die Wespe noch mal wiederkam, als er im Bad war. Sie hat aber schnell eingesehen, dass die noble Wohnlage wohl doch nicht die beste Wahl war und ist freiwillig wieder abgeschwirrt. 😀

Mehr Fahnenmeer

Die EM neigt sich ihrem Ende entgegen und irgendwie bin ich gar nicht soo unglücklich darüber. Drei Wochen allabendlich Fußball ist lange genug regelmäßig gelebt. Jetzt kann mal wieder was anderes passieren. Eine Fernsehzeitung habe ich völlig ungebraucht ins Altpapier befördert. Heute Abend werde ich die nächste (auch schon halb ungebraucht) hervorkramen und mal gucken, ob es nicht irgendwo ’ne Schnulze zu sehen gibt. Irgendwie ist mir danach. Der Göttergatte muss arbeiten und ich hab’ die Alleinherrschaft über die Fernbedienung. Das wird fein! 😀

Die Produktion von Deutschlandfahnen kann jetzt eingestellt werden. Mittlerweile hat wohl statistisch gesehen jeder (außer mir) mindestens eine. Der Trend geht zur Zweitfahne. Heute habe ich diverse Pkws sogar mit vier Flatterfähnchen gesehen und einen LKW, dessen gesamter Aufbau mit mindestens zehn dieser schwarz-rot-goldenen Teile bestückt war. Der Fahrer hatte sich richtig Mühe gegeben, denn ohne Leiter kommt man da wohl nicht hin. Selbst Leute, denen ich das nie im Leben zugetraut hätte, wagen sich nicht mehr ‚oben ohne’ auf die Straße. Dafür sind die Fahnen der anderen Nationen weitestgehend verschwunden. Sogar das türkische Großteil in der Nachbarschaft ist eingeholt. Nur spanische Fähnchen habe ich heute noch keine gesehen. Ich vermute mal, dass die ganzen Spanier schon im Heimaturlaub sind – oder auf dem Weg nach Wien.
Eigentlich hätte ich es den Russen gegönnt ins Finale zu kommen, aber nachdem das spanische Prinzesschen so schön gejubelt hat beim ersten Tor, mussten sich ihre Untertanen halt etwas mehr ins Zeug legen. Sei’s drum. Zwei Tage noch, dann ist Deutschland wieder normal! ;D

Chaos 2. Teil

Nach der feuchten Grillparty und dem gerade eben so gewonnenen Spiel dachte ich ja, das war es jetzt mit Chaos. Heute erhielt ich den Anruf einer unserer Gäste. Auf dem Heimweg sind sie nur knapp einer Massenschlägerei entgangen! Aus einer türkischen Gaststätte wurden Flaschen auf den vorbeifahrenden Autokorso geworfen. Die Autos stoppten und ruckzuck war die schönste Keilerei im Gange. Fazit: einige Autos demoliert, etliche Verletzte, Frust auf beiden Seiten. Großer Polizei- und Krankenwageneinsatz. Scheiße. So was muss doch wirklich nicht sein! >:-[

Ein paar Straßen weiter entdeckten unsere Heimkehrer ein Paar, das mitten auf der Straße lag und offensichtlich nicht bei Sinnen war. An den umliegenden Häusern lagen die Leute an den Fenstern und versuchten, mittels Taschenlampen die Straße etwas zu erhellen und mitzukriegen, was da los war. Geholfen hat keiner!
Unsere drei Freunde haben sich sofort gekümmert. Das Paar hatte wohl ziemlich heftig gefeiert und nicht nur Alkohol getrunken, sondern nebenbei auch noch irgendwelche Drogen konsumiert. Die waren völlig weggetreten, die Frau hatte ein gebrochenes Handgelenk, der Mann eine dicke Platzwunde am Kopf. Auch sie sind im Krankenhaus gelandet.
Warum verdammt noch mal, beschränken sich die Leute immer nur aufs Glotzen und helfen nicht? Auch wenn die beiden selbst Schuld waren an ihrer Misere: sie lagen mitten auf der schlecht beleuchteten Straße und hätten dort überfahren werden können!
So was macht mich traurig und unglaublich wütend!!

Chaos

Das mit der Grillparty gestern hat ja gut geklappt! >:-[ Drei oder vier dicke Gewitter sind über uns hinweg gezogen. Der Göttergatte ist immer zwischen aktueller Wetterkarte auf dem PC und der Terrassentür hin und hergewetzt. Einige Schauer waren noch im Anmarsch, aber mit ein bisschen Glück könnten die ja auch auf der anderen Rheinseite niedergehen. Also hat er mal schnell das Wasser auf der Terrasse in das angrenzende Beet geschoben und gehofft, dass der Boden noch ein bisschen abtrocknet, bis die Gäste kommen. Sah auch eine Weile ganz gut aus. Dann kam der nächste Schutt und ich hab’ spontan beschlossen „wir essen drin“.
Also Essecke umbauen, Stühle ranschleppen, Tisch decken. Caipis vorbereiten, Fleisch würzen, Salat putzen, Grill vorbereiten. Die ersten Gäste treffen ein. Grill anzünden. Schnell war die schönste Glut da, aber es fehlten die weiteren Gäste. Telefonieren „wo bleibt ihr?“. Ok, sind im Anmarsch. Noch mal Kohle nachlegen. Dann der nächste Regenguss. Chef muss trotzdem raus und das Fleisch wenden. 😐

Ich hatte EM-Brötchen gebacken (in schwarz-rot-goldenen Muffinförmchen), die lustig aussahen und gut ankamen. Leider ließen sie sich nicht richtig aus den Förmchen nehmen, aber das war dann auch egal. Die Steaks konnten bei zartem Nieselregen vom Grill genommen und verspeist werden. Danach kurze Pause und schon mal in die EM-Vorberichterstattung geschaut. In der Zwischenzeit garten die Würstchen. Erfreulicherweise tröpfelte es jetzt nur noch und der Grillmeister musste nicht mit dem Schirm raus. Mit dem Verspeisen des Würstchengangs mussten wir uns schon etwas beeilen. Während die Nationalhymnen erklangen, räumte ich schnell den Tisch ab. Pünktlich zum Anpfiff saßen wir alle vor dem Fernseher und litten still vor uns hin. 😦

In der Halbzeit gab es noch einen schwarz-rot-goldenen Nachtisch (die Hoffnung stirbt zuletzt), dann ging es weiter. Die teilweisen Ausfälle des Fernsehbildes waren eigentlich nur noch das i-Tüpfelchen auf dem ganzen Chaos. Blankes Entsetzen auf den Gesichtern. Chefe malträtierte beidhändig alle verfügbaren Fernbedienungen in der Hoffnung, vielleicht auf einem anderen Sender ein Fernsehbild zu empfangen. Ich stieß wie wild Nadeln in unser Voodoo-Püppchen, die Gäste rutschten unruhig auf ihrem Sitz hin und her. Dann hatten wir wieder ein Bild, aber der Ton passte nicht richtig dazu. Egal, auf den Ton kann man auch verzichten. :-/

Dann endlich das erlösende letzte Tor. Zeitgleich mit dem Abpfiff fiel mir ein Stein vom Herzen. Alles hatte doch noch irgendwie geklappt – trotz widriger Umstände! :>>

PS: Am Sonntag probieren wir das noch mal mit der Grillparty und anschließendem Public Viewing im Wohnzimmer. Mal sehen, ob das dann besser klappt. Wär’ doch gelacht!