Scheibenkleister

Pechschwarzer Himmel, sintflutartige Regenfälle, Blitz und Donner ohne Ende.
Wir haben zur Grillparty mit anschließendem Fußballgucken geladen. *SCHEI…!!*

Beim ersten Mal tut’s noch weh …

Man ist geschockt, traut seinen Augen kaum, starrt wie gebannt auf die Anzeige, die sich unaufhörlich der magischen Zahl nähert. Gnadenlos. Dann ist sie da und vor Schreck und Entsetzen zuckt es reflexartig in der Hand, die den Zapfhahn umklammert. Die Anzeige bleibt stehen und das Gesicht auch. Mit offenem Mund!
Du hast soeben für 100 Euro Sprit in dein Auto gekippt!

Diesen Monat hatten wir das Erlebnis gleich zweimal.
Am anderen Ende der Welt, da wo der begehrte Rohstoff aus der Erde kommt, treffen sich gerade Politiker zu einem Gipfel, um die Preise einigermaßen stabil zu halten. Stabil? Stabil ist das schon lange nicht mehr. Der Ölpreis ist nicht das schlimmste. Es sind die Kosten für die Raffinerie, die Steuern, der Transport, die Tanke etc. Die Spekulanten und wir als Verbraucher tun ein Übriges. Auffällig ist, dass die Preise IMMER vor Feiertagen oder Ferienbeginn saftig steigen. Da kann man drauf wetten. >:-[

Ich erinnere mich noch gut daran, als mein Vater einmal sehr erbost von der Tankstelle zurückkam und sich über den schon wieder gestiegenen Benzinpreis echauffierte: „Das sach’ ich euch – wenn de’ Sprit emol fuffzich Fennisch kost’, werd’s Auto abgeschafft!“
Er hat sein Auto natürlich nie abgeschafft, aber der Satz ist mir heute noch im Ohr, als wäre es gestern gewesen. Als Kind habe ich die Drohung ernst genommen und immer ängstlich auf die Preistafeln an der Tanke geschielt. Schon damals konnte ich mir ein Leben ohne Auto eigentlich nicht vorstellen und heute kann ich es noch viel weniger.
Was also bleibt? – Hoffen, dass man sich den Luxus eines Autos noch lange leisten kann, unnötige Wege vermeiden und weiterhin zähneknirschend den aufgerufenen Preis bezahlen.

Holland in Not

Viel Orange und ziemlich lange Gesichter gab’s gestern in Basel zu sehen. Die Van Käsjes hätten sich wohl nicht träumen lassen, dass sie von der Wodkafraktion nach Hause geschickt werden. Eine Niederlage vor royalem Publikum. Prinz Pilsje und seine Angetraute hatten nur einmal Grund zum Jubeln. So eine Schmach – und das noch auf dem von ihnen gelieferten Fleckerlteppich. Ob die den jetzt aus Bosheit wieder mitnehmen?
Jedenfalls weiß ich jetzt, dass irgendwo in unserer Nähe auch Russen wohnen. Es gab zwar kein Hupkonzert, aber einige Silvesterknaller wurden abgefeuert. So lernt man die Nachbarschaft kennen.

Heute Abend werden es wohl die Italiener in gewohnter Manier richten. 🙄 Geschieht den Spaniern recht, deren Schiedsrichter hat schließlich unseren Jogi auf die Tribüne verbannt. Da bin ich nachtragend! Flachpfeife!

Als nächstes fliegen dann bitte die Türken raus. Die fühlen sich schon wie die Allergrößten und müssen mal wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht werden. :yes: Schweini vor, mach’ ein Tor!
Tja, und dann gäbe es da noch Russland gegen Italien. Ich würd’s den Russen gönnen (und den Italienern erst recht! :)) ).
Blieben fürs Endspiel noch deutsche Tugenden (lt. Schweini) gegen russische Seele. Technik gegen Ausdauer. Erfahrung gegen Willenskraft.
Das wäre bestimmt spannend!
Schau’n mer mal.

Morgens halb zehn in Deutschland

Wegen des schönen Wetters mal wieder ein Frühstück im Garten. Über uns blauer Himmel und ein paar Flugzeuge auf dem Weg in den sonnigen Süden.
Ferienbeginn in Hessen.
Die Vöglein zwitschern und ich beiße genussvoll ins Brötchen. Der Baustellenlärm zwei Häuser weiter erinnert an einen Türkeiurlaub. Dort waren wir umzingelt von Baustellen, auf denen gehämmert und geklopft wurde. Nun bauen unsere ausländischen Neunachbarn ihr Haus um und wir rätseln noch, was das Loch im Garten mal werden soll. Die Meinungen gehen auseinander. Wintergarten oder Schwimmbad sind in der näheren Auswahl.

Bei der zweiten Brötchenhälfte erschallt ohrenbetäubender Lärm aus der anderen Richtung. Zwei Gärten weiter wird Rasen gemäht. Erstmals in diesem Sommer. Entsprechend gequält klingt der Mäher. Hier wäre wohl eher eine Sense angebracht, aber damit würde sich der Lehrer mit den zwei linken Händen wohl die Füße abhauen. Er muss seinen Garten irgendwie gästefein kriegen. Während der Ferien nistet sich immer die ganze Verwandtschaft nebst zahlreicher Kinderschar bei ihm ein und es werden allabendlich Grillfeten veranstaltet. Soll er also den Mäher quälen. Auf diese Art und Weise hört man wenigstens das Geschrei der Merkwürden-Kinder nicht mehr. Die sind wohl auf dem Weg in den Urlaub und entsprechend aufgeregt. Papa belädt das Auto und die Oma kriegt letzte Anweisungen, wie der Garten zu „pflegen“ ist.

Ich hol’ mir noch eine Tasse Kaffee und kriege belustigt mit, wie der Rasenmäher gerade seinen Geist aufgibt. Ruhe im Karton. Nur mein Kaffeelöffel klappert in der Tasse. Der Friede währt allerdings nur kurz. Soeben wird der Betonmischer angeworfen, die Urlauber lassen die Rollläden herunter, die Kinder brüllen „tschüüüß Omaa!“, Autotüren klappen.

Ich nehm’ den letzten Schluck Kaffee und wir beginnen unser Tagwerk. Der Feigenbaum ist zu beschneiden und die Teichpumpe muss gesäubert werden, die welken Rosen müssen in die Tonne und das Efeu des Nachbarn muss von unserer Hauswand entfernt werden.
Schade, nix davon macht Krach. B)

Ohne Worte

Was uns da gerade im Fernsehen geboten wird, da fehlen einem wirklich die Wore. Ich mag schon gar nicht mehr hingucken und warte jetzt nur noch aufs Elfmeterschießen. Spielen könnten die wahrscheinlich noch zwei Stunden, ohne dass ein Tor fällt. 🙄
So wie die beiden Mannschaften agieren, ist es mir inzwischen schon egal, wer unser nächster Gegner wird. Da es aber schon ziemlich spät ist und in unserer Nachbarschaft entschieden mehr Türken als Kroaten wohnen, die nach einem Sieg zum Autokorso aufbrechen werden, bin ich nach wie vor für Kroatien. ;D Nur um meine Nachtruhe zu sichern.
Also quälen wir uns durch die letzten 10 Minuten und hoffen auf einen ruhigen Schlaf. Gute Nacht!

Nachtrag
Nicht zu glauben, knapp 120 Minuten Ödnis und Langeweile und dann zwei Tore innerhalb einer Minute. 88|
Ok, dann halt jetzt doch Elfmeterschießen.

Nachtrag 2
Das war’s dann mit Nachtruhe! Draußen ist schon Feuerwerk und Hupkonzert. Die Türken sind völlig aus dem Häuschen. Es sei ihnen gegönnt, sie hatten die besseren Nerven. Mögen sie am Mittwoch gegen uns genauso lasch spielen, denn wenn sie das auch noch gewinnen würden … nicht auszudenken!

Heute im Radio

Was bedeutet es, wenn Jogi auf der Tribüne ein Schnitzel hinter sich wirft und ein Glas Nutalle Richtung Spielfeld?
– Schweinsteiger raus und Kurányi rein. B)

Es kam anders. Jogi war hinter Glas verbannt und konnte nix werfen. Trotzdem lief alles wie am Schnürchen. Ein richtig schönes Spiel und in unserem Wohnzimmer war der Teufel los. Jetzt sind die Gäste weg und ich bin vor Aufregung klatschnass geschwtitzt. Ein paar leere Bierpullen stehen noch rum und die Gläser müssen noch in die Spülmaschine.
Morgen bin ich für Kroatien – damit sie mit ihrem Schlachtruf „Deutschland, Deutschland – aouf wieddrsähn“ Recht behalten! 😉 ;D