Also …

ich hatte ja versprochen, dass mein Blog olympiafrei bleibt und so soll es auch sein. Die Spiele interessieren mich nicht die Bohne! Was mich aber jetzt schon nervt, ist die tägliche Berichterstattung über die Behinderung der freien Pressearbeit.
Was haben die sich bei der Vergabe der Spiele an China eigentlich gedacht? Dass aus einem Staat, der seine Bürger nicht nur gängelt, sondern dem auch die Menschenrechte schlicht egal sind, plötzlich ein Welt offenes Land wird? Einfach so, weil ein paar Sportler, Pressefritzen und einige Touristen im Reich der Mitte sind? Von was träumen die denn nachts? :??:
China ist nicht das Land des Lächelns, es ist das Land des Lachens – und zwar herzhaft – über den Rest der Welt!
Was haben sie nicht alles probiert, um den Nationen zu zeigen, was sie alles drauf haben. Schleppen die Fackel auf Schleichwegen um die halbe Welt, um den Unmutsäußerungen der Passanten zu entgehen, jagen die Läufer mit dem Ding den Berg rauf und berichten live darüber – obwohl, so genau weiß man das ja auch nicht. Sie stampfen tolle Stadien aus der Erde und entwickeln ein paar Tage vor dem Beginn der Spiele ein System, mit dem die Luft schnell noch sauber werden soll – damit die Sportler nicht gleich nach dem Start tot umfallen.
Dann kommen die Reporter und haben an allem rumzumäkeln, beschweren sich, dass sie von Interview-Partnern abgedrängt werden, nicht ins Internet können – jedenfalls nicht auf Seiten, auf denen sie aus Sicht der Verantwortlichen sowieso nix verloren haben – und nichts funktioniert, wie es soll.
Die chinesischen Organisatoren zwinkern schlitzäugig und bemühen Konfuzius und andere Weise vergangener Tage. Passt immer! :))

Die Hoffnung, die das Gros der Chinesen auf die Spiele im eigenen Land gesetzt hat, ist längst schon zerstört. Der Rest der Welt musste wissen, auf was er sich eingelassen hat!

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9 Gedanken zu “Also …

  1. Vorsicht. Dieses ständige: Journalist behindert – das ist auch schon Propaganda. Glauben wir das einfach so?

    Stellen wir uns vor: Journalist in China, für Olypia abgestellt, und es gibt einfach nichts zu berichten. Also: Klischees aufwärmen, alte Artikel wiederholen…

    Versteht mich nicht falsch: Ich bin der Letzte, der den Chinesen gute Absichten unterstellt, aber wir müssen aufpassen, nicht unseren eigenen Medien zu viel zu glauben. Warum?

    Erst gestern telefoniere ich mit meiner Mutter, verweise auf meine aktuellen Aufenthaltsort, der nicht Rio ist und höre: Gott sei Dank. Hier war gestern eine Reportage über Krieg in den Favelas in Rio… die Journalisten sind offensichtlich weit davon entfernt, ein richtiges Bild der Realität zu vermitteln. Brasilien leidet schon lange unter den Klischees Copacabana, nackte Ärsche, Favela, Kriminalität… müssen wir das glauben? Hier in Brasilien für mich nachprüfbar: NEIN. Es gibt hier nicht mehr und nicht weniger Krieg in Rio als sonst. Ich war DA! Heute früh noch (und ich habe meine Mutter nicht angelogen).

    In China? Ich kenne auch China etwas. Es wird schon was dran sein, einerseits, anderseits: Propaganda. Das Wiederholen der Klischees (aus Mangel an aktueller Realität) oder was auch immer sich gut verkauft.

    Journalisten: Warum sollen sie ehrlich sein? Die verkaufen die Wahrheit an den Bestzahlenden. Moral? Siehe Ärztekammer.

    Wie gesagt, ich bin der Letzte, der von den olympischen Spielen in China begeistert ist, aber diese platte Propaganda – ohne mich. Frag sich nur? Was ist die Alternative? Wer sagt die Wahrheit.

    Ich habe für mich auch schon zum Thema Olympia, China und Boykott beschlossen: Der einzige Boykott ist nicht der der Sportler, sondern der der Zuschauer. Deswegen, wie bei der Tour de Trance – kein Olympia. Interessiert mich nicht die Bohne. Boykott.

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    • Hallo junikat,
      jede Information über Dinge, die man nicht mit eigenen Augen gesehen hat, ist irgendwie gefiltert; oft sogar gefärbt. Ich glaube auch nicht alles, was mir unsere hiesige Presse so zu bieten hat und dabei meine ich nicht nur die Blöd-Zeitung oder andere schillernde Blättchen, die ich sowieso nicht lese. Die einzige Möglichkeit, sich ein eigenes Bild von den Dingen zu machen, ist m.E. verschiedene Quellen zu studieren und die Informationen zusammen zu puzzeln. Selbst dann ist das Ergebnis aber mit den eigenen Erfahrungen durchzogen. Es gibt viele Wahrheiten und jeder hat eine andere.
      Trotzdem traue ich unserer Presse – zumindest in Teilen – ein gewisses Maß an Objektivität zu.

      Was China angeht: Ich habe von Anfang an nicht geglaubt, dass die Berichterstattung ohne Probleme funktioniert und ich kann heute einfach nicht glauben, dass die Olympia-Funktionäre das ernsthaft getan haben. Ich bin eigentlich nur verwundert über die jetzigen Reaktionen.
      Wenn die Fernsehleute wirklich so entsetzt sind über das, was ihnen da gerade widerfährt, sollten sie die Spiele (oder zumindest die Eröffnungsfeier) einfach nicht übertragen. Boykott und fertig. Dafür fehlt ihnen aber der Mut und die finanziellen Einbußen wären auch nicht ohne.
      Was bleibt, ist nur der Boykott durch die Zuschauer. Ich bin dabei!

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  2. bin mal gespannt was wir noch so alles vor Beginn der Spiele zu hören bekommen.
    Es war der grösste Fehler China für die Spiele auszuwählen, denn was den Oberen nicht in den Kram passt, wird abgeblockt.

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