Das arme Kind!

So, die Kerb ist rum. Gestern Abend gab es das obligatorische Feuerwerk, die Musiker wurden verabschiedet und die ersten Fahrgeschäfte haben noch in der Nacht mit dem Abbau begonnen. 😥  Heute ziehen sie weiter in den nächsten Ortsteil, wo am kommenden Wochenende Hafenfest ist. Spätestens morgen steht auf dem Festplatz nur noch das Zelt, das der Kerbeverein selbst abbauen muss.

Der Rundgang mit meinem kleinen Neffen am Sonntag verlief diesmal etwas entspannter als im letzten Jahr. Die Geisterbahn war ihm zu doof, Lose wollte er nicht ziehen und auch die sonstigen Stände mit dem Kirmeskrempel interessierten ihn nicht. Ich vermute ganz stark, dass er da vorher schon die Oma mit hingezerrt hat. :yes:
Er wollte Karussell fahren (da kommen eindeutig die gleichen Gene durch, wie bei mir!). Also Achterbahn, Wasserbahn, Riesenrad etc. Auf ein ziemlich wildes Gerät wollte er auch unbedingt und mir war ein klein wenig mulmig bei dem Gedanken, weil ich kurz vorher was gegessen und ein Bier getrunken hatte 😳
Erfreulicherweise war der kleine Mann dafür aber noch ein bisschen zu kurz. 1,45 m war das Mindestmaß und da fehlte noch ein ganzes Stück. Ich war nicht böse drum und er trug es mit Fassung und dem festen Vorsatz, jetzt schnell zu wachsen. Zum Trost sind wir noch einmal Achterbahn gefahren und am Stand mit den Süßigkeiten gab es auch noch was.
Interessant fand ich seinen Ausspruch gegenüber Dritten, er habe jetzt keine Zeit für andere Dinge, er „muss“ mit der Tante Caipi Karusell fahren. Das arme Kind!
Mist, der hat mich durchschaut!

Gestern Morgen war noch Frühschoppen mit ansprechendem Programm und ein bisschen Stadtprominenz. Wir durften am Tisch für die Ehrengäste Platz nehmen und mussten uns entsprechend benehmen. 😐 Null Problemo: Nach zwei Litern Apfelsaftschorle im Bauch hatte ich sowieso keine Lust, auf dem Tisch zu tanzen.

Nun ist der ganze Trubel vorbei und das normale Leben hat mich wieder. Buchen, Wäsche waschen, einkaufen, aufräumen. Wie öde!

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Versprochen ist versprochen

Also dann: Weinprobe im Riesenrad

Um 17.00 Uhr sollte es losgehen und die Damen und Herren Weintrinker hatten sich vor dem Fahrgeschäft eingefunden. Einige hatten ganze Körbe voll Fressalien dabei, die G’schamigen trugen den Inhalt ihres Kühlschranks in unauffälligen Plastiktüten oder Jutesäcken mit sich, einer hatte ein ganzes Baguette unterm Arm. Die Saufkumpane des Vorjahres Bekannte wurden begrüßt und Grüppchen gebildet. Der Eigner des Riesenrades scheuchte die normalen Fahrgäste aus den Gondeln und dann durften wir rein. Wir fanden Platz bei einem netten Ehepaar, das in etwa in unserem Alter war und schon seit Jahren darauf wartete, an dieser Veranstaltung mal teilnehmen zu können.

Weiter befanden sich in der Gondel vier Töpfe Spundekäs’ (eine Spezialität aus der Region, die gerne zum Wein gegessen wird) sowie eine große Schale mit Wasserweck (das sind Paarbrötchen, die anstatt mit Milch mit Wasser zubereitet werden und prima krümeln). Junge Damen des Kerbevereins die werden für alles verheizt reichten Gläser und eine Liste mit den Probenfolgen an und dann ging es erstmal in die Höhe. Von hinten schien mir die Sonne ins Genick, aber mit der leichten Brise in der Luft konnte man es aushalten.

Als das Karussell voll besetzt war, bekamen jeweils die unteren drei Gondeln gleichzeitig die erste Probe eingeschenkt. Man las noch mal im Programm nach, um welches Tröpfchen es sich handelte, sagte den dazugehörigen Trinkspruch auf und prostete sich artig zu. Zwei Runden hatten wir Zeit, unser Glas zu leeren. Dann gab es den nächsten Trunk.
Wieder fachkundig am Glas geschnuppert, sich freundlich zugeprostet und den ersten Schluck „gekaut“.
Ich kürze es mal ab: Die Rituale wurden stetig weniger, die Gläser voller! Zwischendrin haben wir ziemlich viel gelacht, zwei Töpfe Käse und die Wasserweck niedergemacht. 😀
Bei der nächsten Runde wurde nicht nur Wein ausgeschenkt, sondern auch Laugenbrezel gereicht. Auch die haben wir verputzt, zusammen mit dem restlichen Käse. Der Wein wurde ordnungsgemäß immer besser und lief prima durch die Kehlen. Inzwischen wurde nicht nur mit dem Bodenpersonal, sondern auch mit den Nachbargondeln geschäkert. :yes: Als krönenden Abschluss gab es Sekt.

Nach acht ziemlich vollen Gläsern, Käse und Backwaren und zwei Stunden Aussicht sind wir ziemlich angeschickert aus der Gondel gestolpert, :)) haben uns von unseren Saufkumpanen fürs nächste Jahr verabredet verabschiedet und erstmal einen großen Pott Wasser getrunken. Ujujui. 88| Ich hätte nie gedacht, dass man im Riesenrad so viel Spaß haben kann. Klasse!

Heut’ geht es rund

Dieses Wochenende steht sie wieder an, die große Kerb in unserem Stadtteil und als „Gibber Mädche“ (Gibb = Teil vom Stadtteil) muss ich da natürlich hin. Das ist meine Kerb, alle anderen können mir gestohlen bleiben. Ich liebe diesen Rummel, kenne den Platz seit meiner frühesten Kindheit und weiß, wen und was ich wo finden kann. Man trifft Gott und die Welt und zu vorgerückter Stunde kann es schon mal passieren, dass man auch von guten Bekannten nicht mehr erkannt wird. Das liegt dann aber meist am Alkoholpegel der anderen, nicht an meinem! ;D

Gestern ging es los. Ab 14.00 Uhr durften die Buden und Fahrgeschäfte öffnen und pünktlich um diese Uhrzeit fing es auch an zu regnen – heftig und anhaltend. Bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür! Da ich es aber ablehne, während des Kerbewochenendes zu kochen und aus taktischen Gründen auch kein Brot mehr im Haus war, mussten wir notgedrungen los und den Stand mit den guten Spießbratenbrötchen entern. :yes:
Mit dem fettig-leckeren Teil in der Hand ging’s rüber zum Weinstand. Kaum hatte ich beide Hände (und den Mund) voll, tauchte der erste Bekannte auf und wollte begrüßt werden. Er musste sich ein klein wenig gedulden.

Heute nun steht eine Weinprobe im Riesenrad an. Eigentlich ist mir Riesenrad fahren ja zu langweilig; viel zu wenig Ägschn und die Aussicht … na ja, ich kenne die Gegend wie meine Handtasche.
Mit einem Weinchen in der Hand und netten Leuten in der Gondel wird das aber bestimmt lustig. 😀 Ich freue mich darauf und das Wetter sieht auch ganz annehmbar aus.
Ich werde berichten.

Da stehen einem die Haare zu Berge!

Erst 50 Jahre ist es her, dass es so etwas wie Gleichberechtigung in unserem Land gibt. Anlässlich dieses Jahrestages gab es im Fernsehen ein paar Berichte dazu, gespickt mit kurzen Ausschnitten aus Bundestagsdebatten und diversen Bürgerbefragungen. Es kamen überwiegend Männer zu Wort und das, was sie von sich gaben, lässt einem aus heutiger Sicht die Haare zu Berge stehen! 8|

Die Frauen früher waren wirklich zu Muttchen degradiert, konnten kein eigenes Konto eröffnen, nur mit Erlaubnis ihrer Männer einem Beruf nachgehen und auch keinen Führerschein machen, wenn der holde Gatte das nicht wollte. (Er wollte meistens nicht – aus Angst um „sein“ Auto!) :crazy:
Die vorstehende Aufzählung ist nur eine unvollständige Liste der Unglaublichkeiten, die damals ganz normal waren. Nicht nur die Männerwelt stand Kopf, als den Frauen endlich die gleichen Rechte zugesprochen wurden. Auch bei vielen Frauen herrschte Unverständnis darüber, warum sie plötzlich alleine zur Bank gehen sollten. Sie hatten sich eingerichtet in ihrem Abhängigkeitsverhältnis und nur wenige sahen die Notwendigkeit, daran etwas zu ändern.

Heute kann man sich das alles nicht mehr vorstellen und doch ist es gerade mal 50 Jahre her.
Ich bin heilfroh, nicht früher geboren zu sein! 😀

Hot, hot, heiß …

wer jetzt noch keinen Miefquirl hat, ist selber Schuld!

„Das wird ein richtig heißer Tag“, waren die ersten Worte, die ich heute von dem Radiofuzzi vernahm und die mir sofort den Schweiß auf die Stirn trieben. Ich muss bügeln und die Betten beziehen und eigentlich wollte ich damit schon längst durch sein. 🙄 Stattdessen habe ich erstmal die Blumenkübel bewässert und die Terrasse abgespritzt. Wenigstens die sieht jetzt wieder ansehnlich aus und die Pflanzen werden den Tag wohl auch überleben.
Ich muss mich jetzt notgedrungen ans Bügelbrett stellen. Wenn Ihr in nächster Zeit nichts mehr von mir hört, bin ich weggeschmolzen. 😦
Ade Du schöne Welt!