Orwell lässt grüßen

Zu Werbung im Allgemeinen habe ich ja ein eher gestörtes Verhältnis. Im Fernsehen und Radio geht sie mir auf den Geist weil sie meist nervtötend ist und durch die ständigen Wiederholungen nicht besser wird.
An unserem Briefkasten prangt seit Jahren ein Aufkleber, dass Werbung unerwünscht ist und trotzdem muss ich dauernd mit den Austrägern irgendwelcher Schein-Zeitungen darüber diskutieren, ob dieser Mist, den sie uns da – gleich doppelt – in den Briefschlitz stopfen, nun Werbung ist, oder nicht. 🙄
Seit einigen Jahren kommt auch ein Beauftragter dieser Pseudo-Zeitungen in unregelmäßigen Abständen vorbei und fragt nach, ob wir diese auch wöchentlich bekommen. Meine stereotype Antwort „weiß ich nicht, ich schmeiße den Mist sofort in die Tonne“, sollte er mittlerweile kennen.

Heute nun habe ich einen Herrn mittleren Alters dabei beobachtet, wie er die Papiertonnen der einzelnen Häuser kontrollierte. Er sah „wichtig“ aus, hatte ein Klemmbrett unterm Arm und machte eifrig Notizen. Ich habe ihn gefragt, was er da zu finden gedenke. Er käme vom *Name des Blättchens* und müsse in Erfahrung bringen, ob das regelmäßig und vollständig – sprich: mit eingelegten weiteren Werbeprospekten – ausgeliefert und beachtet werde.

Ich glaub’ ich spinne :## – jetzt werden wir auch noch überwacht, was wir mit diesem Müll machen!
Was ist denn schlimmer: die Zeitung im Originalzustand – also ungelesen – ins Altpapier zu werfen oder gar zerknüllt, weil wir sie zum Schuhe ausstopfen oder Fenster putzen missbraucht haben? Werden solche Vergehen zur Anzeige gebracht und wenn ja, wie wird das am Ende geahndet?

Allmählich kriege ich Angst. 8|

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Der kleine Knirps

Schon 10 Jahre wird er alt, mein jüngster Neffe, und wieder stelle ich mir die Frage, wo eigentlich die Zeit geblieben ist. So lange ist das doch noch gar nicht her, dass er gerne mal bei uns übernachten wollte, wir stundenlang auf dem Fußboden rumgekrochen sind und Parkhäuser (bevorzugt! Er ist ein Kind der Neuzeit) aus bunten Bausteinen erstellt haben. Meist wurden die Bauwerke anschließend mit kleinen Bällen beworfen und zum Einsturz gebracht.

Wir haben gemeinsam gekocht und ich musste immer aufpassen, dass ich nicht „Karotte“ sagte, wenn er das Gemüse schnippeln durfte – er aß nämlich nur Möhren! Oder war es umgekehrt? Egal. Erbsen jedenfalls gingen auch nicht, die rollten immer von der Gabel und außerdem aß sein Vater ja auch keine. 🙄

In der Weihnachtszeit haben wir gemeinschaftlich Plätzchen gebacken. Ich selbst hasse diese Tätigkeit, aber Kinder sind ganz scharf drauf und der kleine Mann machte da keine Ausnahme. Hinterher klebte die ganze Küche und alles war mit buntem Zuckerguss verschmiert, aber das war egal. Wir hatten beide unseren Spaß – er etwas mehr als ich. :-/ Sogar eine Weihnachtskrippe haben wir gebastelt, die an Heilig Abend das Wohnzimmer schmückte.

Inzwischen fährt er lieber mit dem Fahrrad durch die Gegend oder „surft“ im Internet, sprich: er besucht regelmäßig die Webseite seines bevorzugten Spielzeugherstellers.
Selbst mit seinen Wünschen ist er etwas zurückhaltender geworden. Früher stellte er der Verwandtschaft schon im Juli den Spielwarenkatalog zur Verfügung, im dem seine Wünsche angekreuzt waren. Eine ganze Zeit lang war praktisch jedes Teil in besagtem Katalog angekreuzt 8| – mit Ausnahme der speziellen Mädchenartikel, die er sämtlich doof fand.

Jetzt musste ich sogar mehrmals nachfragen, was er sich denn zum Geburtstag wünsche. Gestern kam sein Anruf. Er hat tatsächlich noch einen kindlichen Wunsch offen, auch wenn er seinem Geburtstag nicht mehr ganz so entgegen fiebert, wie noch im letzten Jahr. Ganz cool erklärte er mir: „Na ja, noch dreimal schlafen“.
Aus Kindern werden Leute!

Oma Sarah

Ein bisschen wunderlich fand ich sie ja schon immer, die Amis. Manchmal aber kann ich mir nur noch an den Kopf greifen!
Seit Monaten begegnet uns der amerikanische Wahlkampf in den Medien, Obama ist auf allen Kanälen und manch eine *grins* träumt gar schon von ihm.
Nun taucht auch der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, McCain, mal wieder in den Schlagzeilen auf oder besser gesagt, seine designierte Vize-Präsidentschaftskandidatin.
Bislang hat hierzulande Otto Normalverbraucher noch nichts von ihr gehört und selbst in Amerika ist sie relativ unbekannt: Sarah Palin, Gouverneurin aus Alaska, 44 Jahre alt.
Sie steht für die hohe Moral im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ist gegen Sexualerziehung in öffentlichen Schulen, gegen eine Aufklärung der Jugendlichen über Verhütungsmittel und propagiert stattdessen sexuelle Enthaltsamkeit. 🙄
Hallelujah! In welchen Jahrhundert lebt die eigentlich und wie sind die Leute drauf, die ihr nachrennen?

Ziemlich belustigt war ich, als gestern die Schwangerschaft der 17jährigen Tochter (ledig – pfui!) eben dieser Dame bekannt wurde. :))
Mit ein bisschen Aufklärung hätte der Teenager gewusst, dass poppen nicht nur Spaß macht, sondern auch schwanger!
Geschieht ihr Recht, der Frau Gouverneurin. Nun wird sie Oma und kann beim Babysitten darüber nachdenken, ob es nicht doch besser wäre, die jungen Menschen über Verhütung aufzuklären. Schließlich gibt es auch noch ein paar Krankheiten, vor denen man sich schützen sollte. Sie kann dankbar sein, dass ihre Tochter nur schwanger wurde.

Über solche Moralapostel kann ich nur den Kopf schütteln. Richtig schockiert bin ich allerdings, dass so etwas in der ach so modernen westlichen Welt möglich ist. Gerade in Amerika, wo das Recht auf alle möglichen unsinnigen Freiheiten so hoch gehängt wird, ist das mehr als nur seltsam. Ich hoffe inständig, dass den jungen Amerikanern diese Vize-Präsidentin erspart bleibt.

Bayern München : Deutschland

Nu isses soweit: Olli Kahn verabschiedet sich.
Das Spiel wird in der 75. Minute unterbrochen, Paul Potts singt, gestandene Männer weinen. Olli läuft einmal winkend um den Platz und entschwindet in den Katakomben. Die sensationsgeile Kamera ist gemein und folgt ihm bis in die Kabine. Er streift die Handschuhe ab und greift zu den bereitstehenden Getränken, kippt zwei Becher voll in sich hinein. In diesem Moment habe ich eigentlich auf ein ordentliches Bäuerchen gewartet – das hätte irgendwie gepasst und wäre ein echter Schlusspunkt gewesen. :))
Schade eigentlich!

Das kann ja heiter werden

Erstens sind Sie wohl mit dem falschen Bein aufgestanden (aber so was von! :>)
und zweitens geht Ihnen manches heute gegen den Strich. (Verdammt, woher wissen die das?)
Doch im Laufe des Tages beruhigt sich die Situation wieder. Bewahren Sie speziell am Vormittag Ruhe und Gelassenheit und schwimmen Sie einfach mit dem Strom. Wenn Sie locker und flexibel reagieren, kann nicht viel schiefgehen.
(Sterneguckers Wort in Gottes Gehörgang!)

Ich BIN locker und flexibel. Ommmm. Ohomm! OM!!! :##