Partiell putzen

Ui, das war mal was ganz Neues. Vorab: mein Handwerker hat es wirklich geschafft, das Feld rechtzeitig zu räumen. Um 13.30 Uhr sah es bei uns noch aus, als habe eine Bombe eingeschlagen. Farbeimer, diverse Leitern und Werkzeug lagerten im Wohnzimmer, während der Maler sich im Treppenhaus zum Keller austobte. Der Schuhschrank stand abgedeckt mitten im Flur, überall lag Folie und diese graue Auslegeware. Ich konnte immer nur kleine Abschnitte im Haus von den Hinterlassenschaften des Handwerkers befreien und die gereinigte Fläche anschließend zur Sperrzone erklären. Ich habe Dispersionsfarbe hassen gelernt: sie wird immer mehr beim Putzen. Man findet einen kleinen Klecks, wischt ein paar Mal darüber und hat plötzlich eine große weißliche Fläche. Gruselig! :>

Aber ich hab’ es geschafft. Der Maler zog um 14.00 Uhr ab, um 14.45 Uhr standen die ersten Gäste in der Tür und keiner hat was gemerkt! Alles war halbwegs sauber – ok, kleine Farbspritzer finde ich immer noch, aber die fielen wirklich nicht auf. Sogar das Essen konnte ich noch vorbereiten. Nur duschen und umziehen war nicht mehr drin. Ich hab’ einfach so getan, als würde ich immer mit verschwitzen Haaren rumlaufen und ein strahlendes Lächeln aufgesetzt. The show must go on! :))
Es wurde ein sehr harmonisches und ergiebiges Treffen und gelacht haben wir auch viel. Meinen kurzen Schwächeanfall am Abend hab’ ich in der Küche genommen und auch schnell wieder überwunden. Dafür habe ich es gestern etwas langsamer angehen lassen und heute wird auch nicht viel passieren. Wir müssen nach Fürth und unsere Mannschaft anfeuern, die – passend zur allgemeinen Krise – ebenfalls in einem Tief steckt. Ein bisschen geht mir das mit dem Fußball schon auf den Geist; man kommt ja zu nichts mehr, wenn man ständig auf der Straße und/oder im Stadion ist. Dafür kenne ich bald jedes Klo auf deutschen Autobahnen. Vielleicht kann ich nebenher noch als Raststätten-Testerin was dazu verdienen?
Drückt uns bitte die Daumen, dass die Niederlage heute nicht ganz so heftig ausfällt! 🙄

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Chaostage

stehen mir bevor bzw. ich bin schon mittendrin. Der Handwerker, dem ich vor einem Jahr absagen musste, um nicht plötzlich zwei Baustellen im Haus zu haben, hat kurzfristig sein Kommen angekündigt. Natürlich habe ich hoch erfreut zugesagt und sofort begonnen, Bilder abzuhängen, Nippes wegzuräumen und Haken abzuschrauben. Heute Morgen machte er sich erstmal daran, alles abzudecken und abzukleben. Wunderschöne graue Auslegeware mit bunten Tupfen ziert nun den Boden. Das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn sich das ganze nicht im Treppenhaus abspielen würde. Damit ist nämlich jeder Raum irgendwie in Mitleidenschaft gezogen und man kann auch nicht mehr mal eben schnell durchs Haus flitzen.

Da es bei uns nicht sein kann, dass nur kleines Chaos herrscht, kriege ich morgen – ebenfalls kurzfristig geplant – Übernachtungsbesuch und brauche beide Gästezimmer. Diese sollten natürlich in einem ordentlichen Zustand sein, weshalb nun alles, was normalerweise in einem dieser Zimmer abgestellt worden wäre, nun in unserem Schlafzimmer steht. Eine Kiste mit Schuhen, ein Schränkchen mit Handschuhen, Mützen etc. und natürlich – sehr dekorativ – der Schirmständer. Mein Bett ist belagert mit Mänteln und Regenjacken; man weiß ja nie, was man als nächstes braucht.
Also leben wir gerade in einem ziemlichen Durcheinander und ich muss versuchen, wenigstens ein bisschen Gemütlichkeit zu bewahren, damit sich unsere Gäste hier wohl fühlen und nicht sofort Reißaus nehmen. Dafür erspare ich mir ein aufwändiges Gäste-Menü und mache stattdessen etwas, was „nebenher“ brutzeln kann.

Was war noch? Ach ja, Hamburg. Tolle Stadt, gammeliges Stadion, Kneipen, in denen immer was los ist und super leckere Fischbrötchen. Das Fußballspiel haben wir nur 0 : 2 verloren, was ich durchaus positiv bewerte. Danach gab’s einen Reeperbahnbummel mit diversen Einkehrschwüngen. Den sonnigen Samstag haben wir im Freien verbracht, eine Hafenrundfahrt gemacht und waren in Blankenese – schöne Häuser gucken.
Die Mitternachtsshow begann erst um 0.30 Uhr und wir waren dankbar, dass uns eine Stunde länger zum Schlafen zur Verfügung stand. Das Hotel bietet am Wochenende Frühstück bis 13.00 Uhr an, was uns ebenfalls entgegen kam. Danach ging es schon wieder auf die Autobahn und wieder war ein Wochenende vorbei. Die Zeit rast! 🙄

So, nun muss ich wieder was schaffen, sonst kriege ich die Kurve überhaupt nicht. Drückt mir die Daumen, dass mein Handwerker – den ich im übrigen sehr schätze – ordentlich was wegschafft heute und morgen nur noch Restarbeiten erledigen muss.
Unsere Mannschaft spielt heute Abend schon wieder, auch da muss ich noch hin und danach zum Portugiesisch-Unterricht (ohne Hausaufgaben und total unmotiviert). 🙄

Tussi-Urlaub

Nur ein kurzer Abriss der letzten Tage, für mehr ist leider gerade keine Zeit. Gestern bin ich von meiner Kurzreise nach Hause gekommen, habe meine Tasche ausgepackt und kann schon wieder neu packen. Morgen geht es für drei Tage nach Hamburg und ich denke mal, das wird ein richtiger Kulturschock nach dem doch sehr betulichen Baiersbronn. 8|

Es war zwar sehr schön im Schwarzwald, aber auch seeehr ruhig. In dem kleinen Städtchen gibt es noch nicht mal eine Kneipe, in der man abends einfach mal auf ein Bier einkehren kann. Nur Hotels und Cafés und alle stellen frühzeitig die Stühle hoch. Immerhin hat man uns einen Handwerkermarkt und einen Kirbemarkt rund um unser Hotel geboten. Hier haben wir mal ein schönes Alpirsbacher getrunken und ein Paar dicke Gartenhandschuhe aus Leder habe ich auch gekauft – und eine Waffeltüte aus dem Sonderangebot.
Was ich ausgesprochen klasse fand war die Tatsache, dass wir vom Hotel eine Gästekarte bekommen haben, mit der wir im gesamten Schwarzwald alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos benutzen konnten. Ohne irgendwelche zeitlichen oder örtlichen Begrenzungen, die man von anderen Gegenden kennt. Das ist mal eine richtig gute Idee! Wir haben die Karte zwar nur für eine Kurzstrecke genutzt (zwei Stationen bis Freudenstadt), hätten aber auch locker damit bis Karlsruhe fahren können. Aber was hätten wir da gesollt?

Die freie Zeit haben wir im Wellnessbereich des Hotels totgeschlagen, haben uns massieren lassen, fein gespeist und waren ausgiebig einkaufen. Abgereist sind wir dann mit jeweils einer kleinen Reisetasche und drei großen Plastiktüten. 😳

Morgen geht es also nach Hamburg. Unsere Fußballmannschaft, die gerade ihr erstes Spiel in dieser Saison gewonnen hat 😀 😀 spielt gegen St. Pauli und braucht unsere Unterstützung. Da der Weg nach Hamburg doch ganz schön weit ist, bleiben wir noch einen Tag dort und gucken mal, was da so abgeht. Ich weiß, dass es da ganz viele Kneipen gibt und bin wild entschlossen, mir die ein oder andere auch von innen anzusehen. Prost!

Der Kerl ist mir sympathisch

Die meisten Fahrten mit meinem Auto absolviere ich alleine und bin eigentlich auch ganz froh darüber, dass mir nicht ständig jemand die Ohren voll labert oder auf dem Beifahrersitz mitbremst (bevorzugt machen das Leute, die selbst nicht Auto fahren können oder wollen). Ich kann im Auto meinen Gedanken freien Lauf lassen, Musik hören oder auch nicht, kann fluchen und rauchen, soviel ich will. Sehr angenehm.

Nun war ich mit einer Freundin unterwegs und auch das war recht angenehm – wenn man mal davon absieht, dass sie in eine dicke Lederjacke gehüllt war, da sie es in meinem Auto saukalt (O-Ton) fand und entweder Hunger hatte oder aufs Klo musste. Wat mut, dat mut, und so haben wir halt bei einer Strecke von 250 km jeweils einmal eine Raststätte angefahren. Hier konnte sie sich auch etwas aufwärmen, denn ich hab’ mich standhaft geweigert, die Heizung höher zu drehen. Ich schlafe ein, wenn es so warm ist und das wollte sie ja sicher auch nicht.

Aber ich schweife ab, ich wollte ja eigentlich von Werner erzählen, den wir auch mitgenommen haben, weil er den Weg kennt. Ich mag Werni, weil er erstens nicht so viel labert und zweitens klare Ansagen macht. Manchmal hatte ich fast schon den Eindruck, er wäre eingepennt, weil er so still war. Vielleicht war die Strecke ja auch keine echte Herausforderung für ihn oder er wollte uns Mädels bei der Unterhaltung nicht stören. 😉
Immer, wenn wir ihn fast schon vergessen hatten, meldete er sich lautstark zu Wort: „An der nächsten Kreuzung links abbiegen“ oder „im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt nehmen“. Uups, sind wir erschrocken! Ich hab’ aber immer brav das gemacht, was er mir vorgegeben hat und ruckzuck waren wir an unserem Ziel. Spitze, der Typ! Meine Freundin war so begeistert, dass sie ihm spontan das DU anbieten wollte. Bei der ersten Begegnung fand ich das etwas verfrüht und hab’ davon abgeraten, aber wenn Werni sich mich weiterhin gut führt, bin ich da gar nicht abgeneigt.

Mein Mann hat ja auch eine ständige Begleiterin im Auto und das ist ein richtig schwatzhaftes Weib. Ich nenne sie nur „Schlampe“, weil sie so eine verruchte Stimme hat und ich sie sowieso nicht leiden kann. Irgendwo hab’ ich kürzlich gelesen, dass Männer eher auf die Stimme von Frauen achten und dann auch tun, was ihnen gesagt wird. Das allerdings ist bei meinem Mann gaaanz anders. :)) Wenn sie ihm ins Ohr haucht, er möge jetzt rechts abfahren, mault er nur: „Nee, genau DAS mache ich nicht!“ und fährt weiter gerade aus. Ist irgendwie ein gestörtes Verhältnis zwischen den beiden, aber das soll mir egal sein.
Schön, dass das mit Werni und mir so gut funktioniert! :>>

Eier legende Wollmilchsau

Nun ist es da, mein neues Handy. Es kann praktisch alles, außer Kaffee kochen und Geld drucken. :yes: Ich hatte es satt, immer in den Untiefen meiner Handtasche nach Handy, Handheld und Fotoapparat zu suchen und wollte alles in einem Gerät vereinigt haben. Jetzt könnte ich z.B. auch Radio hören und mich navigieren lassen – wenn ich es denn schon könnte!

Hoch erfreut war ich, dass in dem kleinen Karton nicht nur ein ganzes Sortiment an Kabelchen zu finden war, sondern obendrein ein Handbuch – so richtig mit Seiten zum Umblättern – und eine Kurzanleitung für unterwegs. Hallo: das Ding nennt sich „Business Handy“! Brauchen die Macher der Weltwirtschaftskrise denn auch eine Kurzanleitung? Ich dachte immer, so kleine technische Raffinessen verstünden die auf Anhieb. Egal, meine wird jedenfalls einen festen Platz in der Handtasche haben, für alle Fälle.

Natürlich wollte ich das neue Wunderteil gleich ausprobieren und wenigstens soweit verstehen, dass ich damit problemlos telefonieren kann. Dazu muss die SIM-Karte und der Akku rein und dafür wiederum die entsprechende Klappe geöffnet werden.
Ich sach’ mal so: entweder, man braucht dafür mikrochirurgisches Besteck oder speziell gefeilte Fingernägel. Beides hatte ich nicht, aber es ist mir nach einigen bangen Minuten doch gelungen, alles unterzubringen und das Teil wieder zu verschließen. 😛
Zum Einschalten sollte man einen Kugelschreiber parat haben, da der entsprechende Knopf versenkt und mit dem Finger nicht zu erreichen ist. Immerhin hat er eine runde Vertiefung, in die die Kugelschreibermine genau passt. (Schreiben so Business-Leute nicht mit Füller? Eine Füllfeder jedenfalls würde das nicht überleben.)

Danach gab es auf dem Display ein bisschen Leuchtreklame und die Aufforderung, die PIN einzugeben. Easy! Allerdings verfügt das Multifunktionswunder über eine vollständige Tastatur nebst einer Tastenreihe für Sonderzeichen und ähnliches. Alles im Miniformat, was sich erstmal als mit meinen Fingern nicht kompatibel herausstellte. Ein Tastendruck, schon waren drei kleine Sternchen im Eingabefeld zu sehen. Sch>:XXe!
Ich fand eine Taste, die der Tipp-Ex-Taste auf den alten Kugelkopfschreibmaschinen nicht unähnlich war. Sie wurde mein Freund in den nächsten Stunden!

Der Nachmittag jedenfalls war gelaufen. Dafür kann ich jetzt telefonieren und meine Finger haben sich an ihr neues Spielfeld auch gewöhnt. Sogar SMS habe ich schon geschrieben, was für eine Tippse wie mich mit der richtigen Tastatur viel schneller geht. *freu*
Das Fotografieren ist narrensicher – das kapiert jeder Depp – und ein paar andere Funktionen hatte ich auch schon herausgefunden, bis mein Mann (der Geräteversteher) nach Hause kam. Danach war ich mein neues Geschoss erstmal los. Ich durfte mich ums Essen kümmern, während der Herr über Bits und Bytes sich mit der Internetfunktion auseinandersetzte – selbstverständlich ohne Gebrauchsanleitung!

Heute werde ich erstmal ein paar Dinge machen, die ich schon kann (bügeln, aufräumen) und mich danach erneut mit der Eier legenden Wollmilchsau auseinander setzen. Mal sehen, was mir heute noch so alles gelingt. Es bleibt spannend.

Was ist das?

Sie sind lästig wie ein Kropf, alleine nicht lebensfähig und können uns für eine gewisse Zeit die Stimmung ganz schön vermiesen. Sie vermehren sich wie die Karnickel und sind praktisch überall, trotzdem sieht man sie nicht. Sie kommen unangemeldet und nisten sich mit Kind und Kegel bei Dir ein. Sie haben keine Augen, aber sie finden Dich garantiert.
Na, fällt es Euch ein?
Nee?
Dann gehört Ihr wohl zu den glücklichen, die gerade nicht erkältet sind!
Mich haben diese kleinen Viren-Ungeheuer seit Sonntag fest im Griff. Jogging für die Nase. Erst dachte ich ja, es wird nur ein kurzer Sprint; sie läuft halt mal ein bisschen. Mittlerweile weiß ich, dass ich mich auf der Marathonstrecke befinde. Volles Programm. Der Kopf dröhnt, die Augen brennen, die Glieder schmerzen, der Hals tut weh und husten kann ich, wie ein alter Rosskutscher.

Ich will, dass das aufhört! Ich hab’ keinen Bock auf krank sein und Zeit, mich ins Bett zu legen, habe ich auch nicht. Außerdem ärgert es mich, dass diese kleinen Biester ein gestandenes Weibsbild derart auf die Bretter hauen können UND KEINER MACHT WAS DAGEGEN! :##

Ich geh’ jetzt Nase putzen. Gesundheit!