Angie zockt

Monopoli „Real-Edition“ heißt das Spiel und wir alle dürfen mitmachen. Angie und ihre Mannen setzen auf die Schlossallee und kaufen Banken. 80 Mrd. hier, 400 Mrd. dort, 20 Mrd. in der Hinterhand. Dafür ändern sie flugs die Spielregeln. Manager, aufgepasst: die Regierung will Euch Eure Villen im Tessin wegnehmen – oder so.

Nie zuvor wurde etwas so schnell auf den Weg gebracht und nie zuvor war die Anzahl der Nullen vor dem Komma so unwichtig. Das soll Vertrauen schaffen. Unser Vertrauen. In die Regierung, die Wirtschaft, die Banken. Warum in die Banken, die trauen sich doch schon selbst nicht mehr? Ach so ja, wegen der Bürgschaften, die die Regierung übernehmen will. Puh, kein vernünftig denkender Mensch geht freiwillig eine Bürgschaftserklärung ein. Aber freiwillig war das ja auch nicht.

Für die mit unseren Steuergeldern gewährte Hilfe sollen die Banken Gebühren zahlen. Dreimal dürft Ihr raten, wie die diese Gebühren wieder reinholen. :b Aber was tut man nicht alles, damit die Wirtschaft floriert, Arbeitsplätze erhalten werden.
Die Börse dankt und der DAX berappelt sich wieder ein bisschen.

Angie hat das Spiel zeitlich begrenzt. Ende nächsten Jahres will sie über LOS gehen und Kasse machen. Schau’n mer mal, welche Kröte wir dann schlucken müssen.

Bei Sonne kann ja jeder …

Die Wetterfritzen im Fernsehen waren sich einig: das Wochenende wird sonnig und noch mal richtig schön warm. 😀 Sie faselten noch was von „da, wo der Nebel sich auflöst“, aber das bekamen wir schon nicht mehr so richtig mit. Schlagworte wie „Sonne“ und „warm“ lösen bei uns einen Grillreflex aus und schon hatten wir den Geruch von saftigen Steaks und Würstchen in der Nase. Die Kühltruhe gab noch einiges her und die angebrochenen Grillsoßen, die ich schon seit Wochen im Kühlschrank hin und her schiebe, wollte ich auch noch loswerden. Freunden von uns erging es ähnlich und wir beschlossen, am Samstag unsere Vorräte zusammen zu werfen und ein Saisonabschluss-Grillen zu veranstalten. Die Vereinbarungen waren getroffen, die Vorbereitungen abgeschlossen.
Dann kam der Samstag und als der Rollladen den Blick auf den Garten freigab, war da nichts. Nur dicker Nebel. 8|
Gegen Mittag konnte ich schemenhaft einzelne Bestandteile unseres Minigartens erkennen. Himmel war keiner zu sehen und Sonne erst recht nicht. Hmm?! Irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt.

Am Nachmittag zog ich mir eine dicke Strickjacke an und hab’ tollkühn die Terrasse abgekehrt. Manchmal kommt die Sonne ja auch erst gegen Abend. Mein Optimismus war ungebrochen.
Sie kam natürlich nicht. Dafür kamen unsere Freunde und nach einer Ortsbegehung bei 12° C beschlossen wir, den Grillmeister seinem Schicksal zu überlassen und uns stattdessen im warmen Wohnzimmer aufzuhalten. Die Steaks waren trotzdem lecker und es war ja auch nicht das erste Mal, dass wir in diesem merkwürdigen Sommer 2008 draußen gegrillt und drinnen gegessen haben. Also was soll’s. Dafür ist die Abteilung Grillfleisch in der Kühltruhe jetzt geräumt und die Soßen bis auf einen kleinen Rest verbraucht.

Übrigens löste sich bei uns der Nebel überhaupt nicht auf. Am Samstag nicht, am Sonntag nicht und heute – lt. den Wetterfröschen bis auf Weiteres der letzte schöne Tag – mag ich auch nicht rausgucken. Novemberstimmung! *fröstel*

Warum?

– stehe ich immer in der Schlange an, in der es nicht voran geht
– kriege ich nie einen Parkplatz da, wo ich ihn brauche
– finde ich meine Schlüssel nicht, wenn ich es besonders eilig habe
– erwischen die nervigen Umfrage-Anrufer immer mich am Telefon
– sind die Bonrollen an der Kasse immer dann leer, wenn ich endlich dran bin
– zerren Männer ihre TShirts und Pullover immer am Halsausschnitt über den Kopf
– kann man sich bescheuerte Schlagertexte prima merken und portugiesische
Vokabeln nicht
– leide ich schon bei dem Gedanken an eine Diät unter extremen Hungergefühlen
– ist auf der Klopapierrolle nur noch ein einzelnes Zettelchen, wenn ich …
– hab’ ich Schnarchnasen immer dann vor mir, wenn man nicht überholen darf
– fällt mir meine Geheimnummer nicht ein, wenn ich vor dem Geldautomaten stehe
– guckt die Bedienung immer in eine andere Richtung, wenn mein Glas leer ist

Fragen über Fragen. Das Leben ist rätselhaft!

Kind geblieben

Gestern war es wieder soweit. Wir saßen artig in unseren Schulbänken, Bücher, Hefte und Spickzettel vor uns ausgebreitet. Dazwischen noch eine kleine Flasche Wasser, Bleistift und Radiergummi. Die Lehrerin erzählt etwas in einer uns noch nicht geläufigen Sprache (allesamstückundohneluftzuholen) und das Gehirn versucht, einzelne Worte auszumachen und ihnen blitzschnell einen Sinn zu geben. Manchen gelingt das gut. Ich gehöre leider nicht dazu. Mein Hörverständnis ist praktisch nicht vorhanden und wenn ich tatsächlich mal ein Wort erkenne, fällt mir partout die Bedeutung desselben nicht ein. Hoffnungsloser Fall.

Ich ahne, dass das, was aus dem Mund der sympathischen kleinen Person hinter dem Pult sprudelt, irgendetwas damit zu tun hat, was wir bzw. einer von uns gleich machen soll und fürchte mich. Mein Blick wandert über das Chaos vor mir auf dem Tisch. Hoffend, hier irgendeinen Hinweis zu finden. Nichts. Die Hände werden langsam feucht. Ich gucke wieder hoch und versuche, einen aufmerksamen und halbwegs interessierten Eindruck zu machen. In Wahrheit beschäftigen sich meine Gedanken damit, wie ich einigermaßen anständig aus der Nummer rauskomme, sollte ihr Blick auf mich fallen. Ich fühle mich, wie damals mit zehn in der ach so verhassten Englischstunde.

Die kleine Person beendet ihre Ausführungen und schaut in die Runde. Das ist der Moment, wo ich mich schnell meinem Buch zuwende und angestrengt darin herumblättere. Nur nicht hochgucken, dann sieht sie mich nicht! Unter der Bank trockne ich meine Hände an der Jeans, oben ziehe ich die Stirn etwas kraus, um einen nachdenklichen Eindruck zu machen. Ich habe null Ahnung, um was es eigentlich geht.
Ich bin müde und will auf meine Couch. Mein Gehirn ist einfach nicht dafür gemacht, in den Abendstunden noch Hochleistung zu erbringen. Ich hab’ nur noch Watte im Kopf.

Ich höre einen Namen, der nicht meiner ist und direkt danach das Plumpsen eines dicken Steins. Glück gehabt! Mein Nachbar holt Luft und setzt zum Sprechen an. Langsam kommen einzelne Worte aus seinem Mund, werden gelegentlich von der Schnellsprechmaschine korrigiert. Aha, darum geht es also!
Mein Nachbar wirkt recht entspannt. Er hat es hinter sich und eigentlich war es ja auch gar nicht so schwer. Hätte ich auch hinkriegen können, wenn die blöde Watte nicht gewesen wäre.
Ich schiele heimlich zur Uhr. Immer noch 40 lange Minuten bis die Dame vom Schließdienst kommt und uns raus wirft. Noch kein Grund für das Adrenalin, sich zurückzuziehen.

Warum tue ich mir das eigentlich an? :??:

Wir fahren weit, wir fahren viel,

… und wir verlieren jedes Spiel. 🙄

Mannomann, die machen es den Fans echt schwer. Mittlerweile ist unsere Mannschaft das Schlusslicht der Liga. Seit der Coach seinen Trainerschein macht und dafür die Schulbank drückt, funktioniert nichts mehr. Vielleicht sollte er die graue Theorie sein lassen und sich stattdessen wieder um seine Jungs kümmern. Jubeln fällt irgendwie leichter, wenn die Tore auf der richtigen Seite fallen.

Kommentar eines enttäuschten Fans im SVWW-Forum: „Unn dafür fahr ich uff die eebsch Seit*), hock mich in die Bruchbuud und brüll mir die Seel aus der Kehl?“ >:-[
Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können.

*)eebsch Seit = Mainz

Ich geh’ jetzt ins Bett und weine in mein Kissen. 😥

Wochenende ade

Alles begann mit einem Spiegel, der in einem Laden für schönes Interieur lässig an die Wand gelehnt stand und der auf Anhieb mein Interesse weckte. Schon lange hatte ich den ollen Spiegelschrank satt, den wir vor 25 Jahren mal als Schnäppchen gekauft und als Provisorium – mangels Masse, wir waren gerade umgezogen und ziemlich abgebrannt – über dem Doppelwaschbecken installiert hatten.

Der Spiegel jedenfalls gefiel mir und der Preis war annehmbar. Den wollte ich haben! Normalerweise kriege ich meine bessere Hälfte ja nicht in solche Läden, aber diesmal waren wir mit Freunden unterwegs und alle wollten dort hinein. Was blieb ihm übrig, als mit zu trotteln? Jedenfalls hatte er offensichtlich keine Lust auf Diskussionen und der Spiegel war ratzfatz gekauft. 😀
Der Arme – wenn er gewusst hätte, was ihm blüht!

Ich hab’ ja schon von unserem Beutezug im Elchgeschäft berichtet, bei dem wir neue Badezimmerschränke gekauft haben. Nach und nach mit dem Aufbau der neuen Möbel konnte ich also den Inhalt des riesigen Spiegelschrankes umziehen.
Das Ding hatten wir mal mit einer Steckdosenleiste aufgerüstet und die würde zusammen mit dem Schrank wegfallen. Ein unhaltbarer Zustand, schließlich benötigen Rasierapparat, Radio, elektrische Zahnbürsten etc. jede Menge Steckdosen. Verdammte Hacke! Nun war Planung angesagt und wir haben auch eine ansprechende Lösung gefunden, die wir nun am Wochenende in die Tat umgesetzt haben.

Samstagmorgen sind wir also los und haben die hiesigen Baumärkte abgeklappert. So was muss man samstags machen, ein bisschen Nervenkitzel muss sein! :)) Jedenfalls haben wir alles bekommen, was wir für unser Bauwerk benötigten und sind gleich frisch ans Werk gegangen. Alles in allem hat’s auch gut funktioniert, wenn man mal davon absieht, dass natürlich der Akkuschrauber leer und selten benötigtes Werkzeug erstmal unauffindbar war. Schnell wies die Wand im Badezimmer mehr Löcher auf, als ein Schweizer Käse.

Am langweiligsten fand ich die Verlegung und das Zusammenklöppeln der ganzen Kabel. Strom finde ich, sollte einfach aus der Steckdose kommen. Wie das funktioniert, kapiere ich sowieso nicht ist mir herzlich egal. ;D
Heute haben wir die Restarbeiten erledigt und haben nun einen sehr schönen Spiegel, acht funktionsfähige Steckdosen, Beleuchtung da, wo man sie braucht und der Vergrößerungsspiegel – in unserer Altersklasse unerlässlich – ist auch wieder installiert.
Ich bin stolz auf uns und insbesondere auf meinen Liebsten, der alles klaglos und willig gebaut hat! Nun haben wir beide Rücken, ein paar kleine Schrammen an den Händen und einen abgebrochenen Fingernagel. Egal, das heilt bzw. wächst wieder und dann kann ich mich richtig über mein renoviertes Bad freuen. Vielleicht sollte ich am nächsten Wochenende die Wanne mal wieder reaktivieren und mich mit einem Gläschen Schampus ins Schaumbad legen. Das wäre eine echte Alternative zur Maloche an diesem Wochenende. :>>

Verführungs-Coaching

Allmählich scheint die Menschheit zu verblöden! Seit einiger Zeit gibt es Institutionen und selbsternannte Gurus, die uns weismachen wollen, dass wir für alles zu doof sind und dringend ihre Hilfe benötigen.

Im Sport gibt es diese Leute schon lange und früher hießen die einfach Trainer. Da war klar, was sie machen – nämlich die Sportler trainieren. Heute nennen sie sich Coach – was auch irgendwie viel schicker klingt – und schießen wie Pilze aus dem Boden. Keine Lebenslage, in der man nicht einen Coach benötigt. Im Berufsleben sowieso, für die Riege der Klinkenputzer bis hoch in die Manageretagen werden entsprechende Seminare angeboten und da mögen sie auch gut und angebracht sein.

Das Fernsehen bietet Pseudo-Seminare für die breite Bevölkerung an: Kindererziehung, Hundepsychologie, Bestehen in der Selbständigkeit, Überleben mit Hartz IV. Es gibt nichts, für das es keinen Coach gibt.

Der absolute Event dieser Art fand im September in Amsterdam statt: Die bislang größte internationale Verführer-Konferenz! Für eine Teilnahmegebühr von 297 Euro p.P. ließen sich Männer zwischen 18 und 40 Jahren darin coachen, wie sie geschickt eine Frau anbaggern können. Über 300 Durchschnittstypen sind jetzt (angeblich) zu Don Juans mutiert. 8|
Mädels, nehmt Euch in acht!

Scheinbar verdummt die Menschheit wirklich zusehends. Anders ist es nicht zu erklären, wie Mann rd. 300 Euro für Erkenntnisse wie „Frauen sind nun einmal nicht so leicht erregbar, wie unsereiner“ hinblättert und den Weisheiten dieser vermeintlichen Aufreißkünstler Glauben schenkt.

Jungs, lasst es Euch gesagt sein: Aus einem faden Langweiler wird kein Casanova, sondern nur ein verarmter fader Langweiler!