Leuchtturm der Hoffnung

Es gibt da so Schränke …
die haben mindestens eine große Schublade oder ein Fach, hinter dessen Tür sich so allerhand verbirgt, was nicht für alle Augen bestimmt ist. Nein, ich meine nicht die Nachtschränkchen mit dem Blähboy, morschen Kondomen und irgendwelchem Spielzeug. Ich meine die Schränke, die in Wohn- und Arbeitszimmern, Küchen und gerne auch in Fluren stehen und in denen Dinge aufbewahrt werden, die man/frau gewiss nie mehr braucht, sich aber auch nicht davon trennen möchte. Aus Sentimentalität oder weil sie zum Wegwerfen zu schade sind; vielleicht kommt ja mal jemand, der genau DAS brauchen kann.

Ich geb’s zu, im Laufe der Zeit haben sich bei mir mehrere solcher Fächer angesammelt. Ich finde das auch gar nicht sooo schlimm, weiß ich doch immerhin, in welchem meiner Erinnerungsschränke ich was finden kann. Das Problem ist nur: nimmt man aus einem solchen Fach etwas heraus – meist braucht man das, was ganz hinten versteckt ist – kann man sicher sein, dass hinterher nicht mehr alles hinein passt, was vorher drin war. So erging es mir heute und mir blieb nichts anderes übrig, als bei der Gelegenheit alles noch einmal durchzusehen und mich von einigen Dingen nun endgültig zu trennen.
Vergangenheitsbewältigung sozusagen.
Danach war es tatsächlich möglich, in diesem Fach alles geordnet und übersichtlich unterzubringen und die Klappe ohne Anwendung von Gewalt zu schließen. Jubel!
Zwar verbirgt sich immer noch viel unnützes Zeug hinter besagter Klappe, aber man kann sie jetzt auch öffnen, wenn Besuch da ist – und zwar ohne dass sich auf dessen Gesicht ein hämisches Grinsen breit macht, wenn einem der halbe Inhalt vor die Füße gefallen und man hektisch bemüht ist, seine Habseligkeiten wieder aufzuraffen.
Dieses Schrankfach ist jetzt mein Leuchtturm der Hoffnung! :>>
Noch ist nicht alles verloren, man kann das Chaos besiegen!

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: In meiner Küche gibt es ein Schrankfach, in dem diese überaus praktischen Plastikdosen mit Deckel wohnen, in denen man prima Lebensmittel im Kühlschrank vergessen aufbewahren kann. In diesem Schrank ist Aufräumen vergebliche Liebesmüh’. Jeder Versuch, hier Ordnung zu schaffen, ist zum Scheitern verurteilt, weil man spätestens zwei Stunden später eine dieser Dosen gereinigt aus der Spülmaschine holt und diese sich partout nicht in den dafür vorgesehenen Stapel einpassen lässt oder man eine oder mehrere Dosen herausnehmen muss, um sie danach wieder im Kühlschrank unterzubringen und der Stapel damit auseinandergerissen und instabil wird. 🙄
Ich hab’s inzwischen aufgegeben, praktiziere die Reinstopf- und Rauszerr-Technik und werde mich weiterhin darüber ärgern, dass ich den passenden Deckel nicht finden kann.
Ein bisschen Unordnung soll ja die Kreativität fördern.

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6 Gedanken zu “Leuchtturm der Hoffnung

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