Das hab‘ ich mir schon gedacht

Jungfrau, 17.12.2008:

Vermutlich müssen Sie heute feststellen, dass sich die süßen Träume der Nacht am Tag leider in Luft auflösen. Die Wirklichkeit entspricht nicht gerade Ihren Vorstellungen. So müssen Sie mit allem rechnen, was Ihre privaten und beruflichen Pläne durchkreuzen kann. Tragen Sie es mit Fassung! Wichtige Entscheidungen sollten Sie vorsichtshalber noch etwas vertagen.

Nur gut, dass ich nicht wirklich daran glaube! 😛

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Gnaden bringende Weihnachtszeit?

8. Dez.: Auto 1 in Werkstatt = € 200,-
9. Dez.: Auto 2 in Werkstatt = € 400,-
15. Dez. bis ???: Auto 2 erneut in Werkstatt = Ade Weihnachtsgeld! 8|

Abgesehen davon, dass wir gerade mal einen Goldesel gebrauchen könnten, geht mir das Jonglieren mit nur einem Auto auf den Geist. Warum gehen die Karren eigentlich immer dann kaputt, wenn man sie dringend braucht? Manchmal hat man ja Termine, die man bequem zu Fuß erreichen kann; nicht so, wenn man kein Auto hat. Dann musst Du ans andere Ende der Stadt und bist mit öffentlichen Verkehrsmitteln ziemlich aufgeschmissen.

Ich hoffe, dass Auto 2 bald wieder funktionsfähig ist. Das brauchen wir nämlich, um unseren Weihnachtsbaum ranschaffen zu können. Vorausgesetzt, die Werkstatt lässt uns noch ein paar Euronen vom Weihnachtsgeld übrig. Sonst hat sich das eh erledigt. 😉

Oh Du fröööhlichehe …

Heute

Parkleitsystem in der Landeshauptstadt:
Karstadt – freie Parkplätze: 0
Markt – freie Parkplätze: 0
Scheibenkleister!
Abbiegen, weiter suchen.
Luisenplatz – freie Parkplätze: 297 8|
Häää???
Einer davon ist mir. Egal, was ich dafür bezahlen muss!
Wieder abbiegen und sich in die Schlange stellen.
Freie Parkplätze in echt: 0!
Nach 10 Minuten bin ich schon drin und finde auch die eine freigewordene Lücke.

Portemonnaie diebstahlsicher verstaut (schlechte Erfahrungen) und ab in die Fußgängerzone. Meine Liste war lang, gekauft habe ich aber nur das Allernötigste. Es war ein Hauen und Stechen, dass es einem gerade vergehen konnte.
Die Präsente und Mitbringsel, die ich bis morgen brauche, habe ich jetzt und bis Weihnachten ist es ja noch eine Weile hin. Schnell noch zur Bank rein und das Konto plündern und ab zurück zum Parkhaus. Alles im Dauerlauf. Nix wie weg hier!

Raus aus der Stadt kommt man aber nicht, weil die städtischen Gartenfritzen nichts besseres zu tun haben, als im Vorweihnachtsrummel von drei Fahrspuren gleich zwei wegen Baumarbeiten zu sperren. :## Wohlgemerkt in einer der meist befahrenen Straßen!

Als Dreingabe hab’ ich mir in meinen neuen, sündhaft teuren Bequemschuhen eine Blase gelaufen.
Lief alles nach Plan heute! :))

Im nächsten Leben

Der Vorstoß der SPD, den Bürgern Warengutscheine auszuhändigen, um die Konjunktur anzukurbeln, ist auf wenig Gegenliebe gestoßen. ‚Schade’, denken einige – ‚hätte mir vor Weihnachten gut ins Programm gepasst’. Vor dem Fest wäre das aber sowieso nichts mehr geworden und das Weihnachtsgeschäft läuft ja auch wie geschmiert. Der Handel hat bisher nichts zu meckern.

Jetzt hat das BVerfG seine Entscheidung zur Pendlerpauschale getroffen und nun gibt’s doch noch Geld vom Staat. Zumindest für die, die Arbeit haben und einen entsprechenden Weg zurücklegen müssen.

Wirklich bemerkenswert finde ich die Art und Weise, wie die Politiker eine Niederlage – und nichts anderes ist die Entscheidung des Gerichts – positiv verkaufen können. Plötzlich sind alle begeistert davon, dass den Bürgern Geld in die Hand gegeben wird, mit dem sie nun die Wirtschaft in Schwung bringen werden. (Nebenbei: wenn sie den Bürgern das Geld nicht vorher aus der Tasche gezogen hätten, wäre es schon längst wieder im Umlauf.) Kein Bedauern hört man darüber, dass ein paar Milliarden im Staatssäckel fehlen werden. Nur frohe Gesichter.
In meinem nächsten Leben werde ich Politiker; DAS möchte ich auch mal können!

Ich glaube nicht, dass die deutschen Sparbrötchen mit dem Finanzamtsscheck sofort in die Geschäfte rennen werden und wenn in ein paar Monaten die Wirtschaft nicht floriert, sind die Bürger wieder Schuld an der Misere. Wollen wir wetten?

Mirabellenbrand

hatte ich heute Morgen zum Kaffee, umhüllt von zarter Schokolade. Hmmm!
Irgendwie muss man sich die Vorweihnachtszeit ja schmackhaft machen und der Adventskalender sagt mir außerdem noch an, wie viel Zeit mir noch für die Jahresabschlussarbeiten bleibt. Der Alkohol mildert den Schock etwas ab, dass schon wieder ein Türchen mehr offen ist.

Der Kalender und ein hastig gekaufter Kranz mit einer Stumpenkerze in der Mitte sind aber auch das einzige, was in unserer Wohnung auf Weihnachten hinweist. Für die Küche hatte ich mir einen kleinen Weihnachtsstern geleistet, der munter Blätter abwirft und nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Von den installierten drei Lichterketten vor dem Haus hat eine mit einem kräftigen Knall ihr Leben ausgehaucht. Dunkel wars und gestunken hats auch. Jedes Jahr dasselbe Theater mit diesen Lichterketten!

Der restliche Dekokram ruht noch ordentlich in Kisten verpackt auf dem Speicher und mich beschleicht das Gefühl, dort wird er auch bleiben. Lediglich die Kiste mit dem Christbaumschmuck wird ganz sicher noch gebraucht. Auf einen geschmückten Baum will ich keinesfalls verzichten. Ansonsten aber rennt die besinnliche Zeit einfach so an uns vorbei – x-mas light sozusagen.

Ich wünsche Euch einen schönen zweiten Advent.

Heute im Supermarkt

Schon im normalen Leben ist Einkaufen für mich eine eher ungeliebte Tätigkeit. Vor Weihnachten ist sie der Horror! Ich warte immer bis zum letzten Moment und renne dann mit einer riesigen Liste los. Heute war es wieder so weit und weil ich meinen Beutezug schnell hinter mich bringen wollte, habe ich die Dinge auf meinem Einkaufszettel so geordnet, wie sie im Großmarkt stehen.

Zügig wollte ich meinen Einkauf hinter mich bringen und was war passiert? Die Deppen hatten wieder mal alles umgeräumt!!! :## Kaum noch etwas war auf dem angestammten Platz und überall hatten sie Stände mit Weihnachtsquatsch aufgebaut. Es gab alles, vom Minibirnchen für die Lichterkette bis zum überdimensionalen Weihnachtsmann als Deko für die Hauswand. Nur wusste leider niemand, wo genau was zu finden war. Bei meinem Parcours durch künstliches Tannengrün, Geschenkpapier und Christbaumkugeln kam ich an einer Art Springbrunnen vorbei, dessen Fontäne kein Wasser, sondern winzige Styroporkügelchen in die Luft gespuckt hat, die dann auf eine kitschige Weihnachtswelt aus Plastik hernieder gingen. (Let it snow, let it …) Allerliebst!!! 8|
Aus den Lautsprechern krächzten Weihnachtslieder, unterbrochen von „Mitteilungen an unsere verehrten Kunden“.
Kaum hatte ich diese Abteilung hinter mir, stand ich in derjenigen für Süßkram. Auch hier fand ich etwas Skurriles. Man hat ja schon lange den Verdacht, dass die Weihnachtsmänner an Ostern einfach nur umgepackt und als Hasen wiedergeboren werden. Das stimmt natürlich nicht; es ist genau anders herum! Von L. gibt’s jetzt Rentiere, die ganz eindeutig mal Osterhasen waren. Sogar die goldfarbene Verpackung ist geblieben, nur der Aufdruck ist etwas verändert. Ach ja, und ein Glöckchen haben die natürlich auch um den Hals. Die Ren-Hasen sehen einfach nur scheiße albern aus!

Gefühlte drei Stunden später – meine Liste hatte ich schon fast abgearbeitet – stand ich am Kühlregal und habe vergeblich nach meinem Lieblingspudding Ausschau gehalten. Von der Sorte gibt’s mindestens zehn verschiedene Geschmacksrichtungen – nur meine war natürlich nicht dabei. Dafür gibt es jetzt zu jeder Packung eine Weihnachtsgrußkarte gratis. Verdammt noch mal: ich pfeife auf hässliche Grußkarten, ich will einfach nur meinen Pudding!

Ich hab’ entnervt aufgegeben und mich in die Endlosschlange an der Kasse gestellt. Nachdem ich meine ganzen Einkäufe auf das Förderband gewuchtet hatte um sie hinter der Kasse wieder in Empfang zu nehmen, stellte ich wieder einmal fest, dass der Einkaufswagen in der Zwischenzeit geschrumpft war. Es passte nicht mehr alles hinein. Also: Klopapier unter die Achsel und zwei Beutel Apfelsinen jeweils an die Handgelenke. Dann im Schweingalopp durch den strömenden Regen und alles im Kofferraum verstauen. Dass die liebevoll ausgesuchte Nikoläusin für meinen Liebsten dabei auf dem Boden fiel und in tausend Stücke zerbrach, war eigentlich nur das i-Tüpfelchen auf meiner heutigen (Tor)tour. >:-[
Mir graut schon jetzt vor dem finalen Einkauf vor Weihnachten!

M – wie München,

Marienplatz oder Markt. Dichtes Gedränge, Glühweingeruch, babylonisches Sprachengewirr und wir mitten drin. Eigentlich mag ich Weihnachtsmärkte – zumindest dann, wenn sie gemütlich sind und ein paar nette Stände mit Kunsthandwerk und einem vielfältigen Angebot an Speisen und Getränken haben. Das alles hat der Markt in Münchens Innenstadt leider nicht zu bieten. Man hat die Wahl zwischen Bratwurst und Bratwurst, Glühwein mit und mit ohne Schuss. Die feilgebotenen Waren sind aus dem 08/15-Sortiment. Ich hatte in einer Stadt wie München mehr erwartet und war enttäuscht.

Dafür gab es gegenüber von unserem Hotel ein nettes jugoslawisches Restaurant mit sehr guter Küche und in der Hotelbar Caipirinha als „Cocktail der Woche“ zum halben Preis. Schon war meine kleine Welt wieder in Ordnung. 😀

In der U-Bahn hatte ich ein Gespräch mitbekommen, in dem es um den Weihnachtsmarkt in Haidhausen ging. Haidhausen ist ein Ortsteil von München, so viel wusste ich und ein Blick auf den Stadtplan verriet uns, dass der sogar noch in unserem U-Bahnbezirk liegt. Also sind wir am nächsten Tag los und haben einen richtig schönen Weihnachtsmarkt erkundet und auch einige kleine Geschenke eingekauft. Sehr freundliche Leute, keine Hektik, kein Gedränge. Stände mit verschiedenen Suppen, Kartoffelpuffer, Südtiroler Spezialitäten – alles, was das Herz begehrt. Das hat richtig Spaß gemacht!

Am Abend waren wir mit unseren Fan-Kollegen in einer Bier“fabrik“ zum Essen verabredet. Die Räumlichkeiten erinnerten wirklich mehr an eine Fabrik als an eine Gaststätte. Es war proppenvoll und laut und für Essen und Bier gab es lange Wartezeiten. Die Fliesbandarbeiter waren irgendwie nicht so auf Zack.

Am Sonntag ging’s dann ins Stadion. Eigentlich wollte ich da ja nicht mehr hin, weil ich mich beim letzten Mal schon so geärgert hatte, aber ich wurde überredetzeugt, dass die Unterstützung eines jeden Fans gebraucht würde und hab’ mich breitschlagen lassen.

Die Löwen spielten verdammt gut in den ersten 20 Minuten und ehe wir es uns versehen hatten, stand es 2:0. Zur Pause sogar 3:0 – natürlich NICHT für uns.
Frust pur und obendrein noch saukalt.
Auch in der zweiten Halbzeit wurde uns nur ein wildes Gestochere auf dem Platz geboten. Die Löwen hatten irgendwie keine Lust mehr und ich auch nicht. >:-[ Dann jedoch drehte sich das Blatt und es fiel ein Tor für uns. Huch, was war das denn? Wir kramten unsere Hände aus den Manteltaschen und klatschten mal verhalten. Beim 3:2 taute auch meine Kinnlade wieder auf und verwegen wurde der Wunsch geäußert, dass vielleicht doch noch ein Unentschieden drin sein könnte. Es war tatsächlich drin und die Partie endete 3:3. Ein gefühlter Sieg für uns, wenn auch unverdient.
Die Münchner Fans verstanden die Welt nicht mehr und verließen angesäuert das Stadion. Wir jubelten noch ein bisschen und marschierten dann zur U-Bahn. Ein München-Fan aus den neuen Bundesländern wollte unbedingt die Schals mit meiner besseren Hälfte tauschten. Nun haben wir einen biergetränkten, weiß-blauen Fetzen, mit dem wir eigentlich nichts anfangen können.
Immerhin konnten wir uns mit dem Tauschobjekt wieder ins Hotel trauen. Das war nämlich in M-Giesing – der Hochburg der Löwen! 88|
Allerdings haben wir uns vorher noch ein bisschen Mut angetrunken. Durchgefroren wie wir waren, war erstmal Glühwein angesagt. Es blieb auch nicht bei einem, da wir mit einem netten Ehepaar – ebenfalls aus dem Osten und nach der Wende „rübergemacht“ – ins Plaudern kamen und sich jeder mal genötigt sah, eine Runde auszugeben. 😳
Leicht angeschickert sind wir danach wieder bei unserem Jugo eingefallen. Der Verdauungsschnaps „aufs Haus“ hat mir den Rest gegeben und fünf Stunden Tiefschlaf beschert.

Am Montagmorgen dann Tasche packen, frühstücken und schon ging es wieder heim.
Nach stundenlanger Autofahrt im Dauerregen und Inbetriebnahme der wieder einmal ausgefallenen Heizung (Scheißding) hatte mein Liebster tatsächlich noch den Nerv, schon kurz nach dem 1. Advent die Außen-Lichterketten anzubringen.
Langsam wird es wieder warm im Haus und auch ein kleines bisschen weihnachtlich. Kling Glöckchen, klingelingeling.