Gestern

Sport ist ja eher nicht mein Ding. Weder mag ich mich selbst abhetzen, noch will ich im Fernsehen dabei zusehen, wie andere das tun, um dann schwitzend und keuchend vor irgendeine Kamera gezerrt zu werden und unverständliche Sätze zu stammeln. Nun ist ja gerade Handball-WM und notgedrungen hab’ ich ein paar Mal mit zugeguckt. Kapiert hab’ ich dabei nix und meistens habe ich nicht mal mitgekriegt, wo eigentlich der Ball ist. Schon dass die dauernd die Uhr anhalten, finde ich ziemlich nervig. Da lobe ich mir doch den Fußball. Die spielen 90 Minuten und dann gibt’s noch ein paar Minuten Nachspielzeit und fertig. Aber egal, unsere Handballer sind aus der Nummer sowieso raus, wenn ich das richtig verstanden habe. :-/

Jetzt gibt es jedenfalls wieder Fußball und da kann ich inzwischen sogar schon ein bisschen mitreden. Unser Fußballverein steht ja z. Zt. ganz hinten in der 2. Liga, die Schönwetterfans bleiben zu Hause und das neugebaute Stadion war in der letzten Saison nur noch mäßig besucht. Das Gejammer war groß! Die Winterpause hat man dazu genutzt, den alten Trainer aus dem Tempel zu jagen und einen neuen zu installieren. Das ist wohl so in dem Geschäft und je mehr die Vereine behaupten, dass sie zu ihrem Trainer stehen, desto mehr wackelt dessen Stuhl. Wieder was gelernt.

Gestern war das Achtelfinale der DFB-Pokalspiele (unsere Jungs hatten sich immerhin unter dem alten Trainer bis hierhin durchgehangelt!) und unser Käseblättchen – als „Partner“ des Vereins – hatte nix besseres zu tun, als just an diesem Tag die schlechte Finanzlage desselben anzuprangern und kundzutun, dass den Spielern wohl ihre verdienten Prämien nicht ausgezahlt werden könnten. So was motiviert ungemein und ich bin mit keinem guten Gefühl nach Karlsruhe gefahren.
Das Spiel war auch eher mäßig; von einem Erstligaverein wie dem KSC hatte ich mehr erwartet. Unsere Jungs vom SV Wehen-Wiesbaden konnten mithalten und haben tatsächlich das einzige Tor des Spiels hingekriegt. Bravo! Sogar das Käseblättchen jubelt und ruft dazu auf, doch künftig die Mannschaft bei Heimspielen zu unterstützen. Mir fehlen die Worte! Ob der Aufruf gefruchtet hat, sehen wir am Sonntag beim ersten Liga-Heimspiel.

So, jetzt hab’ ich mich verplaudert. Eigentlich wollte ich ja nur vom gruseligen Damenklo im Wildparkstadion berichten. Das Stadion selbst ist ja schon ziemlich heruntergekommen, aber das Klo spottet jeder Beschreibung. Puh, war das usselig: Versiffter Betonfußboden, wild verteiltes Papier und Spinnweben überall waren noch das Harmloseste, was einem da begegnete. Ich war vor dem Spiel dort, da können noch nicht viele Leute vor mir gewesen sein. Den zweiten Gang dorthin hab’ ich mir tunlichst verkniffen.
Dafür waren wir strengstens bewacht und wurden sogar mehrmals nach verbotenen Gegenständen (Feuerzeugen! etc.) abgetastet. Man kann es auch übertreiben, oder? – Zumal unsere Fans noch nie irgendwo unangenehm in Erscheinung getreten sind.
Ach, was soll’s. So schnell muss ich da ja nicht mehr hin. Ist ja eine ganz andere Liga. *grins*

Schade,

alles schon wieder vorbei! Das waren die schnellsten 14 Tage des Jahres. Am Freitag haben wir noch unsere Abschiedstour hinter uns gebracht, ein Abendessen mit der Clique veranstaltet und unseren Urlaub für das nächste Jahr festgeklopft. Danach hab’ ich eine große Reisetasche mit den Sachen gepackt, die wir alle nicht gebraucht haben – es ist immer dasselbe, man schleppt viel zu viel Zeug mit. Die Schmutzwäsche wanderte in einen Sack und der restliche Krimskrams, den man zu brauchen glaubte, wurde auch ungenutzt weggepackt. Nächstes Jahr nehmen wir weniger mit. Versprochen! *Finger hinter’m Rücken kreuz*

Am Samstagmorgen hieß es Abschied nehmen. Traurig wie immer und mit vielen guten Wünschen: „kemmts guat hoam un’ bleibt’s gesund, meld’s euch mal und bis nächstes Joahr“. Ein letztes Winkewinke und bei strahlendem Sonnenschein und Postkartenhimmel verlassen wir schweren Herzens das „Dörfl am Hochkönig“. Wieder ist ein sehr schöner, erholsamer Urlaub zu Ende. Seufz!

Nun hab’ ich wieder Berge vor mir, die bewältigt werden wollen. Diesmal bestehen sie aus Wäsche und Post und Hüftspeck. Ich werde jetzt gleich mal die Waschmaschine anwerfen, meine Waage bei Ebay verticken und mich danach an den Schreibtisch hocken – auf das die Muckis an den Oberschenkeln sich wieder verdünnisieren. Ach ja, und zwischendrin werde ich immer mal wieder sehnsuchtsvoll die Urlaubsbilder anschauen …!

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Idioten

Auf so ’ner Piste trifft man schon auf viele Bekloppte, das ist „normal“. Heute aber hatten wir ein Erlebnis …!

Unser Schlepplift war kaputt und die Leute mussten per Schibus an den nächsten Lift gekarrt werden. Leider klappt das mit der Organisation nicht so, wie man sich das wünscht und als wir zu zweit an die Haltestelle kamen, waren dort schon rund 100 Leute zum kollektiven Maulen versammelt. Wir haben uns das einen Augenblick angesehen und dann beschlossen, antizyklisch unterwegs sein zu wollen. Also rüber zum Sessellift und über einen langen Waldweg ins nächste Skigebiet. Die Sonne schien und es waren hier kaum Leute unterwegs. Kein Wunder, die standen ja alle in unserem Heimatort und warteten auf den Bus.

Wir hatten einen schönen Tag, haben in einer Hütte gemütlich zu Mittag gegessen und wollten uns dann wieder Richtung Heimat aufmachen. Wir kletterten gerade in unsere Skier, als wir von Ferne eine Durchsage hörten, dass ein Lift kurzzeitig außer Betrieb genommen wird. Kurz vorher hatten wir schon einen Hubschrauber gehört und das ist in den Bergen ja eher ein schlechtes Zeichen. Wir also runter zum Lift und tatsächlich, da ging nichts mehr. Wir fragten, was da los sei und wann wir denn wieder hoch fahren könnten; wir brauchen diesen einen Lift, um wieder nach Hause zu kommen. Was uns der Liftbursche erzählte, ließ uns das Blut in den Adern gefrieren!

Ab der Bergstation gibt es eine schwarze Piste und irgendwelche hirnlosen Geschöpfe hatten beschlossen, da noch mal ein bisschen abzukürzen und durch den Wald auf der Lifttrasse entlang zu fahren. Dort gibt es eine sehr steile Stelle mit einem im Winter gefrorenen Wasserfall. Über diesem Wasserfall ist ein Stahlnetz gespannt, das aussieht, wie eine Sprungschanze und das natürlich nur für Wartungsarbeiten gedacht ist. Das Waldstück ist mit mehreren Absperrungen und diversen Warn- und Verbotsschildern bestückt. Trotzdem haben die jungen Burschen diesen Weg gewählt mit dem Erfolg, dass einer von ihnen über den Wasserfall mehrere Meter in die Tiefe gestürzt ist. (Für Gila: das ist da, wo wir schon beim Hingucken speien könnten!)
Der Lift musste geleert und angehalten werden, damit die Rettungsmannschaft an dieser Stelle überhaupt an den Schwerverletzten herankam.

Als wir lange Zeit später wieder in diesem Lift saßen, wurde der wiederum mehrmals gestoppt. Wir schwebten genau über der Absturzstelle und konnten beobachten, wie der Hubschrauber wieder startete und der Kumpel des Verunglückten über das steile Stahlnetz abgeseilt wurde. Ein Retter war direkt bei ihm, ein zweiter sicherte das Seil oben, ein weiterer Helfer versuchte, die Ausrüstung des Abgestürzten zu finden. Seine Skier waren mehrere Meter tief im Schnee verschwunden und mussten ausgebuddelt werden, die restliche Ausrüstung lag weit verstreut. Wir bekamen noch die kurze Meldung „Schädelbruch“ aus einem Funksprechgerät mit, dann setzte sich unser Lift wieder in Bewegung. Ich hatte auch mehr als genug gesehen!

Der Kumpel trug übrigens keinen Helm und ich gehe mal davon aus, dass der Verunglückte auch keinen trug.
Kommentar eines anderen unfreiwilligen Beobachters: „Was nützt auch ein Helm, wenn kein Hirn drunter ist?“ Recht hat er!

Den Rest des Tages war es mir übrigens einigermaßen schlecht.

Sebastiani

Gestern hat es den ganzen Tag wie wild geschneit, die Sicht war gleich null. Trotzdem haben wir uns zu unserer Lieblingshütte aufgemacht. Bis wir mit dem elend langen Schlepplift endlich den ersten Berg erklommen hatten, sahen wir aus wie Schneemänner. Ich hatte meinen Schal vergessen und hatte das weiße Zeug sogar unter der Jacke. Wir klopften uns ein bisschen frei und fuhren das kurze Stück zum nächsten Lift. Wieder ging es bergauf und hinein in dichten Nebel. Ganz tolle Sache!
In kleinen Bogerln, wie wir es mal im Anfängerkurs gelernt hatten, arbeiteten wir uns durch die Schneeberge und den ersten Hang hinunter. Bei einer kleinen Verschnaufpause sah ich, wie sich etwas Rotes an einem Abgrund bewegte. Wir gleich hin um zu sehen, ob wir helfen können. Die Dame hatte im dichten Nebel die Piste nicht mehr gesehen und war in den Abgrund gefahren. Sie war mutterseelenallein und heilfroh, dass ihr nichts passiert war. Sie musste sich aber ein ganzes Stück durch den Tiefschnee wieder hinaufkämpfen und war ziemlich fertig, die Arme.

Wir sind den restlichen Hang runter gefahren, sind zum Sessellift und waren froh, dass wir sitzen und uns mit der Haube gegen den Wind und das Schneegestöber schützen konnten. Gesehen haben wir gar nichts und konnten nur hoffen, dass wir rechtzeitig den Absprung hinkriegen. Ich hatte eigentlich die Schnauze schon gestrichen voll, wusste ich doch, dass uns noch ein ganz beachtlicher Anstieg zu Fuß bevorstand. Der Schnee war nass und klebte auf und unter den Skiern, beim Laufen bildeten sich dicke Schneeklumpen an den Schuhen. Auf halber Strecke hätte ich eigentlich mal ein Sauerstoffzelt gebrauchen können. 8|

Es war kurz nach 11.00 Uhr, als wir endlich in der Hütte ankamen. Die Wirtin feierte ihren 65. Geburtstag und wir hatten im Rucksack eine Flasche Wein und Pralinen für sie mitgenommen und waren froh, dass wir alles unversehrt abliefern konnten. Als wir wieder Luft hatten, sangen wir ihr sogar noch ein Geburtstagsständchen.
Sie hat sich richtig doll gefreut über unseren Besuch, war doch bei diesem Sauwetter nicht mit vielen Gästen zu rechnen.
Wir hatten richtig schön Zeit zum Plaudern, Essen und auch zum Trinken. Apropos: es war der Tag des Sebastiani. Das ist wohl irgendein Heiliger, der für die Gesundheit zuständig ist, wenn ich das richtig kapiert habe. Jedenfalls muss man an diesem Tag praktisch mit jedem einen Schnaps auf die Gesundheit trinken. Am besten gleich zum Frühstück. 88| Wir hatten unseren ersten gegen 11.30 Uhr und es blieb auch nicht bei dem einen. Überall, wo man hinkommt, kriegt man einen solchen Schnaps. Im Laufe des Tages hatten wir so viel von dem Zeug, dass ich mir die nächsten paar Jahre keine Gedanken mehr um meine Gesundheit machen muss. Halleluja! 😳
In der Hütte jedenfalls haben wir erstmal rumgesessen bis nachmittags und haben uns langsam einschneien lassen. Der Rückweg war wieder entsprechend anstrengend.
Danach noch kurz zum Aprés-Ski und dann zügig zum Mittagsschläfchen.
Am Abend waren wir Fisch essen – mit reichlich Knobi und noch mehr Sebastianis.
Soviel Gesundheit hält mein Körper gar nicht aus; die Nacht war unruhig und von Schweißausbrüchen begleitet was dazu führte, dass mir heute Morgen weder der Schneeschieber, noch der Mann mit der Bohrmaschine irgendetwas anhaben konnten. Ich hab’ schlicht verschlafen! 😐

Dorfleben

Für heute hatten wir uns ja einen Ruhetag verordnet und wollten mal ausschlafen, anstatt gleich am Morgen in die langen Ski-Unterbuxen zu springen, Kaffeewasser aufzusetzen und Zähne zu putzen. Es kam natürlich anders, als geplant.
Nachdem wir gestern schon ganz unterschiedliche Wettervorhersagen gehört haben, bin ich vor dem Zubettgehen noch mal auf den Balkon um in den Himmel zu gucken. Da war aber außer dichtem Schneetreiben nichts zu sehen. (Schneefall kam übrigens in keiner der Vorhersagen vor!) Die Straße war schon dick zugeschneit und die Autos unter einer weißen Haube verschwunden.

Heute Morgen um 6.00 Uhr war dann mein spezieller Freund mit dem Schneeschieber unterwegs und hatte auch noch einen Kumpel mitgebracht. Gleich mit zwei laut polternden Geräten kurvten sie ums Haus herum und kratzen alles von der Straße, was irgendwie weiß aussah. Ich bin dann freiwillig aufgestanden und hab’ mir erstmal einen Kaffee gemacht.
Als diese Burschen fertig waren, kam der andere mit seiner riesigen Bohrmaschine und bohrte die Löcher für die Pistenabsperrung, damit die Skifahrer nicht bis auf die Dorfstraße fahren und unter die Räder kommen können. Der Bohrmaschinenfritze kommt immer pünktlich um 8.00 Uhr und dient uns normalerweise als Wecker; die Piste endet unter unserem Schlafzimmerfenster.
Nach dem morgendlichen Ungemach haben wir beschlossen, unser Frühstück in dem kleinen Café einzunehmen und uns bedienen zu lassen. Am Nachbartisch waren schon einige Dorfgrößen zum Frühschoppen versammelt und nach und nach kamen noch eine Hausfrau, der Briefträger, der Dorfdepp und ein mir unbekannter Herr dazu und tratschten tauschten sich aus. War höchst interessant und jetzt sind auch wir wieder auf dem allerneuesten Wissensstand. Hier im Dorf bleibt wirklich niemandem etwas verborgen. Krankheiten, Schwangerschaften, das neue Auto des Nachbarn … alles wird diskutiert und kommentiert. 🙄

Eine Horde Skifahrer fiel in das kleine Lokal ein und hielt die Bedienung auf Trapp. Die hatten eindeutig keine Zeit!
Die Hausfrau am Nachbartisch wollte ihren Kaffee zahlen und winkte der Bedienung, sagte aber gleichzeitig: „Los Dir Zeit, mir pressiert’s net!“ Schön, oder?
Ich bestellte mir noch einen Kaffee und räkelte mich wohlig. Mir pressierte es ja auch nicht. So ein fauler Tag tut der Seele unglaublich gut!

Nachts im finstren Walde

Gestern sind wir um 16.00 Uhr mit dem letzten Sessellift zu unserer Frühstückshütte rauf gefahren. Das Mädel am Lifteinstieg ist neu und war sehr besorgt um uns: „Wanns jetzt aufi fahrts, kommts aber net mehr obi“. „Wissen wir“, beschwichtigen wir sie und klettern auf den kalten Sitz. Ohne Skier habe ich das Gefühl, barfuss im Lift zu sitzen. Ein ganz komisches Gefühl. Auch der Ausstieg ist irgendwie doof. Normalerweise muss man ja nur aufstehen und auf der Schneespur weiterrutschen. Als Fußgänger musst du abspringen und sofort losrennen. Den Liftburschen oben hats amüsiert. Danach noch eine Pistenüberquerung und rein in die Hütte.

Klara, die Wirtin, hatte Gulasch für uns gekocht und servierte ihn in großen Portionen und mit jeweils zwei dicken Klößen auf dem Teller. Danach noch ein, zwei Wöhlerchen und ein bisschen ratschen, was es so neues gibt. Gemeinsam überlegen wir ein Konzept, wo man in der Hütte eine Unterbringungsmöglichkeit für die zahlreichen Skihelme schaffen könne. Derzeit kriegt man nur die Hälfte der Leute an einen Tisch, weil der Platz neben den Leuten jeweils von ihrem Helm belegt ist. Mützen und Handschuhe kann man einfach in eine Ecke feuern und sich beim Gehen was Passendes aus dem ganzen Haufen aussuchen. Ein Helm benötigt einen eigenen Platz und stapeln kann man sie auch nicht. Bin gespannt, wie das Problem im nächsten Jahr gelöst ist.

Draußen ist es inzwischen stockdunkel. Der Pistenbullifahrer kommt rein, trinkt noch a Seiterl und erkundigt sich, ob noch irgendwelche Skifahrer in der Hütte hocken, bevor er sein Stahlseil quer über die Piste spannt. Dieses Seil dient der Sicherung seines schweren Gefährts und es wäre tödlich, wenn man da reinrauschen würde. Zu sehen ist dieses Seil im Dunkeln natürlich nicht und eigentlich ist die Piste ja auch ab 17.00 Uhr gesperrt. Klara erklärt ihm, dass wir mit ihr und ihrer Truppe auf dem Schneemobil nach unten fahren. Beruhigt zieht er ab und beginnt seine Nachtschicht.

Wir räumen noch ein bisschen auf und machen uns dann auf den Weg. Vorne auf dem Schneemobil – sieht aus wie ein Motorrad auf Kufen – sitzen drei Leute, hinten auf dem zugegebener Maßen extrem unbequemen Anhänger vier. Dummerweise sitze ich direkt hinter der Zugmaschine und kriege den aufgewirbelten Schnee und auch die Abgase ab. Trotzdem ist die Fahrt wieder eine Riesengaudi. :DD
Als wir die Piste queren, müssen wir absteigen. Das wäre zu gefährlich auf dem Hänger. Die Piste ist ohne Skier verdammt steil und glatt und ehe ich es mich versehe, haut’s mich hin. Mein erster Körperkontakt mit der Piste seit vielen Jahren. Ohne Bretter an den Füßen ist das Aufstehen aber kein Problem und den Rest des Weges schaffe ich ohne Probleme. Danach wieder auf den Anhänger. Da stehen normalerweise Getränke- und sonstige Kisten und eine Reling verhindert das Wegrutschen. Die Füße müssen wir in die Luft halten und die blöde Reling haut mir bei jedem Hubbel in die Kniekehle. Wir versuchen, unser Gewicht gleichmäßig zu verteilen und genießen die Aussicht auf das hell erleuchtete Tal. Der Weg ist verdammt lang und wir erinnern uns, dass wir vor ein paar Jahren diese Tour mal mit Schlitten bewältigen wollten. Da wären wir nie unten angekommen! Im Frühjahr hätte man unsere Gebeine im Unterholz gefunden. :))

Als wir unser Ziel erreichen, wartet schon das bestellte Dorftaxi auf uns und bringt uns nach Hause. Ein ausgeklügeltes Beförderungssystem – wenn das doch zu Hause mit den Stadtbussen auch mal so klappen würde.
Jedenfalls hatten wir einen sehr netten Abend und ein Erlebnis, das nicht jeder geboten kriegt … und ein paar blaue Flecken, aber die gehen ja wieder weg.

Heute werden wir übrigens einen Ruhetag einlegen. Ich werde mal mit dem Staubsauger durch unser Appartement fetzen und die Schmutzwäsche der ersten Woche wegpacken. Der halbe Urlaub ist schon rum, ich kann’s kaum glauben.

lecker

Franz‘ Hax’n sind die besten!

Hax'n

Leider hatte ich nur das Handy zur Hand, aber das musste festgehalten werden. Wir haben das Mörderteil zu zweit nicht geschafft! Die ganze Nacht hatten wir Magendrücken, aber das war egal. Es war so was von lecker! Hmmm!

Für Gila: Die Herren spielten „oben ohne“.

Für Gila

Vorgestern hat es geschneit. Den ganzen Tag und die ganze Nacht. Zwar nur dünne Flocken, aber die blieben liegen und jetzt sehen auch die Bäume wieder nach Winter aus. Für gestern war wieder blauer Himmel angesagt, mit einzelnen Wolken. Gekommen ist Nebel, den die Sonne nicht so ganz verscheuchen konnte. Die erste Tour endete auf halber Strecke in richtig dicker Suppe. Man hat die Hand nicht vor Augen gesehen. Also wieder in den Lift und rauf zu Klara, unserer Frühstückshüttenwirtin. Eintrag ins Beschwerdebuch, Kaffee und einen selbst gemachten Waldhimbeerlikör. Dann waren wir versöhnt und sind wieder los, diesmal in die andere Richtung.

Am Lift trafen wir auf unsere Hausomi mit ihrer Tochter. Beide mit Helm. Die Omi hat ihn also tatsächlich „aufgetan“ – „sehr fesch“, meint die Stadtbevölkerung. Die Omi fährt etwas verhalten. Es ist ihr erster Skitag in dieser Saison und gerade hat sie eine üble Grippe überstanden. Ansonsten muss man sie wohl bremsen, meint die Tochter, die selbst fährt, wie eine junge Göttin. Zwei elegante Schwünge und sie ist unten. Ist ja auch irgendwie doof, da sitzt man ja nur im Lift, meint die Stadtbevölkerung, die weit davon entfernt ist, so Ski zu fahren. Wir verlieren die beiden logischerweise nach der zweiten Abfahrt. Ist auch besser so, wir würden uns doch nur blamieren.

Mittagessen haben wir in irgendeiner Hütte, während das Wetter um uns herum tobt. Nebel und blauer Himmel wechseln sich ab. Als wir rauskommen, ist wieder Nebel und die Sicht ist schlecht. Viel gefahren sind wir also nicht mehr, stattdessen haben wir ausgiebig Après Ski gemacht, was ja auch ganz schön ist.
Die Leute, auf die wir eigentlich gewartet haben, kamen nicht, dafür haben wir nette Leute aus der Steiermark kennen gelernt, die zum ersten Mal hier sind und denen wir als alte Hasen noch ein paar Tipps geben konnten.
Danach sind wir brav nach Hause. Vor der Haustür haben wir den Hausopa getroffen, der ziemlich erstaunt war, dass wir heim kommen, während es draußen noch hell ist. „A bissl an Einkehrschwung mecht aber scho’ sein“, meinte er. (Hihi, wenn der wüsste!)

Wir haben uns unserer Bretter und der unbequemen Schuhe entledigt und dann die Stiegen in unser Appartement erklommen. Wir müssen am Hintereingang zum Geschäft vorbei und da lauerte man uns schon auf. „Geht’s eini“, wurde uns befohlen, „es gibt was zu trinken“. Aha, noch’n Einkehrschwung. Nu ist’s egal, wir haben ja festen Boden unter den Füßen. Gläser wurden herangeschafft und einige Sektpullen. Sohnemann hatte 30sten Geburtstag und vor dem Kassentresen standen Stammkunden und warteten auf das prickelnde Getränk. Die Omi brachte eine große Dose selbstgebackener Plätzchen und als der Sekt zur Neige ging, kamen unsere Vorräte zum Einsatz. Gut so, wir müssen Ballast abwerfen.

Irgendwann haben wir uns ausgeklinkt und uns erstmal unter die Dusche geschafft. Frisch gestylt ging es danach zur Pizzeria. Der Pizzabäcker hat sich vor drei Jahren eine Brasilianerin angelacht und nun erträgt die Arme die kalten Wintermonate in den Bergen. Bei ihr können wir ein paar Portugiesischkenntnisse anwenden. Sie selbst hat zwischenzeitlich einen Deutschkurs absolviert und schlägt sich tapfer mit der Sprache. Mit den Touristen kommt sie gut zurecht, nur das einheimische Kauderwelsch macht ihr zu schaffen. Im Kurs hat sie gelernt, dass es „ein Bier bitte“ heißt und hier sagen die Leute „a Holbe“. Sie habe das erstmal für eine Weinsorte gehalten, erzählt sie und lacht. Inzwischen hat sie sogar den österreichischen Zungenschlag drauf und das „Pfuert di“ geht ihr ganz locker über die Lippen. Sie mixt uns noch eine Caipirinha und wir haben keine Ahnung, wo sie die Limetten dafür hergezaubert hat. Im hiesigen Sparmärktchen gibt’s jedenfalls keine.
Egal, wir schlürfen auch dieses Glas aus und wanken dann nach Hause. Ich muss ins Bett, schließlich hatte ich keinen Mittagsschlaf und der ist mir hier eigentlich heilig.
Ganz schön anstrengend, so’n Urlaub! ;D