Schlechtes Timing

Meine innere Uhr ist wieder einmal total verstellt. Gestern Abend hätte ich schon nach der Tagesschau ins Bett gehen können und hab’ das auch bald darauf getan – in der Hoffnung, dass sich in der Schlafzimmer-Glotze noch etwas anderes als Fußball finden lässt. Es gab aber auf allen Kanälen nur Mist und irgendwann bin ich wohl mit der Fernbedienung in der Hand eingeschlafen. Auch recht.
Dumm nur, dass zur Strafe die Nacht um halb vier schon wieder zu Ende war. Eine Stunde hab’ ich mich noch im Bett ‚rumgedrückt, ohne wieder einschlafen zu können. Seit halb fünf bin ich auf und beschäftige mich mit Dingen, die keinen Krach machen: Kontoauszüge abheften, Emails beantworten, durchs Internet surfen, etc.
Ist aber alles unbefriedigend, zumal mein Rechner noch zu schlafen scheint. Alles dauert unendlich lange und ich habe das Gefühl, der beschäftigt sich im Wesentlichen mit sich selbst und ignoriert mich einfach. :-/ Ich kann es nicht leiden, wenn Geräte ein Eigenleben führen und nicht das tun, was ich ihnen auftrage. Werde meinen Guru dazu befragen. Vielleicht kann er das Ding durch Handauflegen wieder zu mehr Gehorsam anregen.
Jedenfalls hat die lahme Kiste mich wieder richtig müde gemacht. Jetzt könnte ich wahrscheinlich prima schlafen. Mach’ ich aber nicht. Jetzt lese ich Zeitung, schlürfe noch einen Kaffee und stürze mich in den Tag. Vielleicht ist ja heute Mittag noch mal ein Stündchen auf der Couch drin.
Ich wünsche Euch einen besseren Start in den Tag! *Gähn*

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Kreppelkaffee

Maskenbälle, Sitzungen und Umzüge gehören zur Fassenacht ebenso wie der Kreppelkaffee und das abschließende Heringsessen am Aschermittwoch. Zu letzterem kann man auch ausgewiesene Fastnachtsmuffel einladen und muss mit ihrem Erscheinen rechnen. Die sind dann froh, dass alles vorbei ist und werten die Einladung als Entschädigung für die erlittenen Qualen während der tollen Tage.

Beim Kreppelkaffee ist das anders, da sind die Narren unter sich. Kreppel heißen andernorts Berliner und sind in Fett ausgebackene Teigkugeln, die anschließend mit Marmelade gefüllt und in Zucker gewälzt werden. Ursprünglich war das Gebäck mal ungefüllt, mittlerweile spritzen die Bäcker da sogar Pudding oder Schokoladenpampe rein, was völlig daneben ist. :-/
Auf gut hessisch werden die Kreppel übrigens „Grebbel“ ausgesprochen. Wer sie mit hartem K und P ausspricht oder gar Berliner sagt, der is nit von hee.

Gegessen werden die Bollen prinzipiell mit den Fingern und es ist praktisch unmöglich, das mit Anstand hinter sich zu bringen!
Die Schweinerei beginnt, kaum dass man das Ding in der Hand hält. Alle fünf Finger sind mit Zucker eingesaut. Um dem weichen Teil etwas Stabilität zu verleihen, drückt man es etwas zusammen. Profis prüfen vorher, an welcher Seite sich das Loch befindet, in das die Füllung gespritzt wurde. Die kommt nämlich genau an dieser Stelle auch wieder heraus und schwups hat man die rote Matsche entweder im Handteller oder gleich auf dem Kostüm. :)) Jetzt kommt Hektik auf: Mit der freien Hand versucht man, den ersten Klacks wieder aufzufangen, lässt dabei das tückische Gebäck aus den Augen und hat prompt den nächsten Spritzer irgendwo platziert, wo er nicht hingehört. 😛 Wenn es einem tatsächlich gelingt, die Füllung im Inneren des Kreppels zu belassen bzw. die entfleuchte Masse wieder aufzufangen, kommt der nächste spannende Moment: Den Schnabel weit aufsperren und abbeißen. Spätestens jetzt sieht auch der geübte Esser aus, wie ein Schwein! Ein dicker Zuckerkranz ziert die Schnute und – je nach Technik – das Kinn oder die Nasenspitze. Die restliche Füllung landet auf dem Schoß. Wenn die Kreppel frisch und fluffig sind (und das sollten sie unbedingt sein, sonst schmecken sie nicht!) kann man so ein Teil mit drei-, viermal Abbeißen hinter sich bringen. Dann beginnt das Spiel von vorne, denn bei einem Kreppel bleibt es meistens nicht. Wenn man fertig ist, empfiehlt sich eine Ganzkörperreinigung. Danach nimmt man ein Tässchen Kaffee und hofft, dass der Bäcker ein anständiges Fett benutzt hat, ansonsten redet der Kreppel nämlich den Rest des Tages mit einem. |-|

Magenprobleme lassen sich übrigens auch prima herbeiführen, wenn man anschließend noch von dem Sekt trinkt, der zum Kreppelkaffee unbedingt dazu gehört. :yes: So ein Narr hat’s echt schwer! Helau!

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Bin gerade ein bisschen im Narrenstress, will aber denjenigen unter Euch, die heute Abend noch nichts vorhaben, eine kleine Fernsehempfehlung geben:
„Meenz bleibt Meenz …“.
HALT, nicht gleich stöhnen!!
Ich weiß ja, dass Fernsehsitzungen immer ziemlich öde sind und ich werde sie mir auch nicht ganz anschauen. Wir werden sie aufzeichnen und uns zumindest zwei Beiträge noch einmal reinziehen, die wir gestern Abend live erlebt haben, nämlich „Obama“ und „De Pälzer“. Beide sind spitze! Wir haben gestern vor lauter Lachen nicht alles mitgekriegt und müssen noch mal in Ruhe nachhören. 😉
Beide Redner sind Mitglieder des Karnevalvereins „Bohnebeitel“ in Mainz-Mombach, dessen Sitzungen legendär sind (ist übrigens die einzige Sitzung, die man auch im Fernsehen gut anschauen kann). Wer eine Eintrittskarte für einen der 10 Sitzungsabende des Vereins haben will, muss gute Kontakte haben! (Haben wir! *freu*)

Wer sich die Sendung heute Abend in Echtzeit anschauen will: Ein paar Luftschlangen, ein Topf Bowle, Käse-Igel und Chips machen’s erträglicher!
Helau!

Es lebe das Knäckebrot

Das Frühjahr ist in Sicht, der Winterspeck muss weg! Die Fastenzeit eignet sich besonders gut, mal auf kalorienreiche Leckereien zu verzichten und stattdessen leichte Kost zu sich zu nehmen. Quark und Joghurt statt Leberwurst und fetten Käse. Kräuterquark esse ich recht gerne, obwohl das ja eher was für Gebisslose ist. Ich kaue gerne und deshalb hab’ ich kürzlich Knäckebrot gekauft, um eine knackige Unterlage für die weiß-grüne Pampe zu haben.

Ich wollte auch gleich mal probieren und riss die Packung auf und was sehen meine entsetzten Augen? – DAS KNÄCKEBROT LEBT !! 88| 88| Lauter kleine Maden krabbelten auf den Scheiben rum! Die Vorstufe zu Lebensmittelmotten!

Wer die jemals in seiner Küche hatte, weiß was ein Ekelgefühl ist. Ich hatte mir diese Viecher schon mal mit Backzutaten (Nüsse, Mandeln etc.) eingekauft und es nicht gleich gemerkt. Seit dem reagiere ich hysterisch, wenn in meiner Küche etwas herumfliegt, was sich nicht eindeutig als Stubenfliege identifizieren lässt!

Inzwischen beäuge ich jede Klarsichtpackung beim Einkauf ganz genau und bringe die Sachen zu Hause sofort in fest verschließbaren Dosen unter, die ich wiederum einmal pro Woche genauestens inspiziere. Die Viecher sind ausgesprochen zäh und vermehren sich explosionsartig.

Den Horror meiner damaligen Wegschmeiß- und Putzaktion werde ich nie vergessen. Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals zuvor so geekelt zu haben!
Das Knäckebrot hab’ ich natürlich sofort entsorgt und gerne darauf verzichtet, es in den Laden zurück zu bringen und mir mein Geld wieder geben zu lassen. Nie im Leben hätte ich die Packung noch mal in mein Auto gepackt und riskiert, dass sich die Würmchen eventuell darin breit machen.

Der Appetit war mir übrigens nach dieser Entdeckung gründlich vergangen. Den Quark hab’ ich ohne Unterlage verputzt. Schon wieder Kalorien gespart!

Rote Laterne

Die Jungs machen mich fertig!
Mal spielen sie wie die jungen Götter, mal stellen sie sich an, wie’s Kind beim Dreck. ‚Huch, was ist das denn für ein rundes Ding? Ob ich mal dagegen trete? – Ach nee, nimm’ Du ihn, ich hatte ihn schon.’
Es ist zum aus der Haut fahren! :##
Gestern wieder drei Stunden in der Kälte gestanden, bescheuertes Liedgut abgesungen, mit dem Schal gewedelt, gehüpft, gebrüllt, gepfiffen. – Alles für die Füße!
Wenn wir unseren Torwart nicht hätten, wären wir schon längst mit Mann und Maus untergegangen. Der Bursche ist unbezahlbar! Der Rest der Truppe war gestern an Einfallslosigkeit nicht zu überbieten und diesmal lag es auch nicht am Schiedsrichter, dass wir 1 : 3 verloren haben. ZU HAUSE! GEGEN DEN TABELLENALLERLETZTEN! :crazy:
Nun haben sie es geschafft, jetzt dürfen sie die rote Laterne halten.

Aus lauter Frust hab’ ich heute den Vereinsaufkleber von meinem Auto gekratzt. Das bot sich das an, der war sowieso schon ziemlich zerfleddert. Ob ich aber einen neuen draufpappe, überlege ich mir noch. Frau muss sich ja schämen! 😳
Mannomannomann!

Wühlmaus

Der kleinste Raum im Keller ist mir.
Also – beinahe jedenfalls.
Teilen muss ich mir diesen Raum mit der Heiztherme, dem Heißwasserspeicher und noch so einigen Gerätschaften, die für die Haustechnik wohl unerlässlich sind. Verbunden sind diese Teile mit einem beachtlichen Rohrsystem, dessen Sinn wohl nur der Installateur versteht.

In diesem Räumchen steht meine Waschmaschine, obendrauf – um Platz zu sparen – der Wäschetrockner und außerdem ein zusammenklappbarer Wäscheständer für die Teile, die den Trockner nicht überleben würden. Ein großes Regal an der Wand bietet Platz für Waschpulver, Fleckensalz, diverse Putzmittel, Klopapier etc.. Auch mein inzwischen beachtlicher Vorrat an Blumentöpfen, Übertöpfen, Vasen und Nippes hat dort eine Heimstatt gefunden. Putzeimer und Staubsauger stehen in der Ecke.

Anfangs machte das auch alles einen recht ordentlichen Eindruck. Inzwischen jedoch hat noch jemand anderer freie Ecken in diesem Räumchen gefunden und davon Besitz ergriffen.
Ein Schlauchwagen, knapp geschätzt ca. 100 m Gartenschläuche, die Pumpe und diverse andere Innereien des Gartenteichs, die im Winter aus dem Wasser müssen, einen extra Staubsauger für groben Dreck (den wir eigentlich nicht brauchen), zwei super praktische Klappstühle (noch nie benutzt), einen Hochdruckreiniger nebst diverser Aufsteck- und Anbauteile, und, und, und. Alles Teile, die in einem Heizungs-Waschküchen-Keller nichts zu suchen haben. Eigentlich kann man sich in diesem winzigen Räumchen überhaupt nicht mehr drehen und nur mit Mühe gelingt es mir, wenigstens einen Trampelpfad zur Waschmaschine frei zu halten.

Nächste Woche kommt der Installateur und baut neue Gerätschaften ein, von deren Größe ich noch keine genaue Vorstellung habe. Aber egal wie, der Mensch muss in dem Raum arbeiten können und deshalb hab’ ich heute schon mal begonnen, das Chaos zu sichten lichten. Ein bisschen Dekokram aus dem Regal ging dabei schon über die Wupper. Gerade so viel, dass ich die Teile, die nicht mehr ins Regal gepasst hatten und irgendwo rumstanden, dort wieder reinpressen einpassen konnte. Hier steht mir ein Rundumschlag bevor. Dringend!
Einiges konnte ich heute schon in die Mülltonne befördern, die praktischerweise auch gerade abgeholt wurde. Mit dem Rest werde ich wohl mal eine Fahrt zur Deponie antreten müssen.

Keller aufräumen ausmisten zählt echt nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen!