Wochenend und Sonnenschein

Das ist doch mal ein Wochenende so recht nach meinem Geschmack!

Begonnen hat es am Freitag mit einem Auswärtssieg, der zwar nichts mehr gebracht hat (auch die allerallerletzte Chance auf den Klassenerhalt ist jetzt verspielt) – aber immerhin. Die Jungs haben gezeigt, dass sie doch noch Fußball spielen können. Die paar mitgereisten Fans hat’s jedenfalls gefreut.

Am Samstag war deutscher Sekttag und Sekt gehört zu meinen Lieblingsgetränken. Erfreulicherweise wohnen wir in einer Weingegend und die Bitzelbrühe wird praktisch vor unserer Haustüre hergestellt. Wir also gestern los und bei einem großen Hersteller in sehr ansprechendem Ambiente fein getrunken, gespeist, ein paar Freunde getroffen und dem Musikprogramm gelauscht. Ärgerlich war nur, dass der Wettergott nicht so ganz mitgespielt hat und sich die Leute eine Zeitlang unterstellen mussten. Kaum war der Schutt vorbei, rannten alle wieder zu ihren Plätzen und feierten vergnügt weiter. Weintrinker kann eigentlich nix erschüttern. :>>

Danach zum Kaffeetrinken in die Eisdiele. Ausgiebiges Mittagsschläfchen und am Abend zum Mexikaner. Super lecker, obwohl Bohnen und Käse jedesmal wie Steine im Magen liegen. Wir haben es ignoriert mit Tequilla bekämpft und weil der Vergnügungssucht immer noch nicht genüge getan war, sind wir anschließend noch auf einen Absacker in unsere Lieblingskneipe.
Einen ganzen Tag lang nur Spaß – ach, war das schön! 😀

Heute Morgen bin ich frisch motiviert an den Schreibtisch und hab‘ angefangen, die Postberge abzuarbeiten. Ein Großprojekt hab ich mir für morgen aufgehoben, der Rest ist erledigt. *freu*

Die Sonne scheint immer noch – entgegen den Wetterprognosen – und der Garten ruft. Also werde ich jetzt noch ein paar Stunden an der frischen Luft genießen.
Euch allen einen schönen Rest-Sonntag. :wave:

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Sisi meets Queen Mum

Immer dasselbe: ein Fest steht vor der Tür und im Kleiderschrank gucken Dich nur leere Bügel an. :-/

Caipirella hat heute ihren ganzen Mumm zusammen genommen und ist in die Stadt gefahren! Irgendwo wird ja ein halbwegs festlicher Fummel zu kriegen sein. Möglichst so, dass frau ihn auch andernorts nochmal auftragen kann.

Als erstes in die Kaufhäuser.
Man hat die Wahl zwischen schwarz und schwarz. Obenrum ziemlich frei und untenrum haufenweise Stoff, ziemlich Sisi-mäßig. Nee, sowas wollte ich nicht.
Neben den Fähnchen fürs junge Gemüse gab es noch einen Ständer mit den Sachen 60 + (ich meine das Alter, nicht die Größe). Ziemlich hausbacken und gerne auch in lila. Statt Sisi eher Queen Mum. Dafür fühle ich mich noch zu jung.

In einem Laden entdeckte ich dann etwas, was in etwa meinen Vorstellungen entsprochen hätte. Na bitte, geht doch!
Das Ding geschnappt und ab damit in die Umkleidekabine.

Da war es wieder … das Grauen! 8|

Du bildest Dir ein, eine völlig normale Figur zu haben. Rundum ein bisschen mehr als früher, aber alles gut verteilt und durchaus zueinander passend. Dann stellst Du fest, dass die Beine mindestens 15 cm zu kurz sind. Was da an Stoff zu viel ist, fehlt an den Armen. Wer soll das bitteschön anziehen?

Nächster Versuch. Offensichtlich bin ich in der Hüfte zu schmal und in der Taille zu dick. (Ok, meine Taille finde ich auch nur, wenn ich mich naggisch mache und den Bauchnabel sehe. Da in etwa sollte sie sein.) Der Fummel war für eine voluminöse Barbie geschneidert. Wespentaille und ausladende Hüften. Keine Frau hat eine solche Figur und auch ich bin in der Mitte eher gerade.

In meiner Not war ich sogar bei Chic & Anmut. Da kauft Lieschen Müller ja auch und die hat eine Durchschnittsfigur. Das Sortiment war ähnlich und die Probleme auch; nur viel billiger.

Dann bin ich in unsere neue „Einkaufswelt in der City“, so ne Art Erlebnis-Mall im Kleinformat. Haufenweise Geschäfte, die meisten davon so winzig, dass man das Sortiment schon von Außen begutachten kann. Nix wie weg hier!

Mittlerweile brannten die Füße und die Nase hatte ich gestrichen voll. Auf dem Rückweg zum Auto entdeckte ich noch ein paar neue Läden. Hab‘ ich schon erwähnt, dass ich Einkaufstouren hasse und nur zum Weinfest oder Weihnachtsmarkt freiwillig in die Stadt fahre? Die sieht jedesmal anders aus, wenn ich dort bin. :)) Inzwischen gibt es nur noch Handyläden, 1-Euro-Shops und Boutiquen, in denen man schon im zarten Alter von 25 komisch angeguckt wird. Und Läden, die so dunkel sind, dass man sich gar nicht erst rein traut, gibt es auch noch. Keine Ahnung, was die verkaufen.

Um nicht ganz mit leeren Händen nach Hause zu kommen, hab‘ ich mir noch ein Fischbrötchen geleistet, ein Vermögen fürs Parken bezahlt und mich auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause gemacht.
Einen Versuch in der benachbarten Landeshauptstadt mache ich noch und wenn die auch nix für mich haben, muss der Fetzen vom letzten Mal wieder herhalten. *Seufz*

7 + 4

„Du Caipi, hast Du mal ein Handtuch für mich?“
Ich stehe in der Küche und bin gerade mit dem Feintuning meiner Salate beschäftigt und wundere mich ein bisschen, was einer unserer Gäste denn wohl mit einem Handtuch vorhabe. „Der Theo ist in den Teich gefallen“, höre ich ohne Nachfrage.
Das geht ja gut los! Theo ist das Kindergartenkind der Familie und eines von insgesamt vieren, die heute unseren Garten bevölkern. Dazu noch sieben Erwachsene, damit ist das Fassungsvermögen unseres Gartens wohl erreicht. Grillfete 7 + 4 sozusagen. Die zwei großen Kinder gehen schon in die Schule, das Jüngste kann immerhin schon laufen. Alle sind beweglich und ziemlich agil. Unser Garten ist winzig und der Teich tief. Das kann ja heiter werden, schließlich ist noch nicht mal der Begrüßungssekt ausgetrunken. 8|

Theo hat’s überlebt, ist aber merklich ruhiger geworden. Er wurde trocken gelegt und aus meinem Kindersachenfundus – eigentlich für unser Projekt in Brasilien bestimmt – fand ich noch ein viel zu großes TShirt, in dem Klein-Theo aussah, wie ein Gespenst.

Nächste Gefahrenquelle: der Grill. Zwar war der zugestellt mit den Stühlen für die Großen, aber die Knirpse kriechen ja durch den engsten Spalt und mussten immer wieder verscheucht werden. Alles was Spaß macht, darf man nicht – das ist gemein!
Ok, dann hauen wir uns halt gegenseitig die mitgebrachten Federballschläger um die Ohren. Der Vater griff erneut ein und platzierte die „Waffen“ außer Reichweite.

Inzwischen waren ein paar kleine Snacks auf dem Tisch und einiges davon mundete auch den Knirpsen. Jetzt waren sie wenigstens beschäftigt, bis die Würstchen so weit waren. „Wenn Du so viel vorneweg isst, passt ja gar kein richtiges Essen mehr in Deinen Bauch“, meinte mein Mann zu dem Großen. „Hast Du ’ne Ahnung, was ich alles futtern kann!“, war die prompte Antwort (was sich im Übrigen im Laufe des Mittags noch bestätigen sollte).

Theo zog inzwischen schon wieder seine Kreise um den Teich, ein verschmitztes Grinsen auf den Lippen. Seine große Schwester hatte die Aufsicht übernommen und nahm regen Anteil an der Erziehung ihres Bruders: „Wenn Du noch mal in den Teich fällst, fängst Du Dir aber eine!“ Es war klar, was sie damit meinte. Theo blieb völlig unbeeindruckt.
Klein-Svenja saß derweil still auf der Bank und zerpflückte vergnügt den Inhalt von Mutters Brieftasche. Ein braves Kind! ;D

Dann gab es Essen und was ich am wenigsten vermutet hätte: die Maiskolben – nicht jedermanns Geschmack – fanden reißenden Absatz. Es kommt immer anders, als man denkt, aber es war ja von allem genug da und geschmeckt hat’s offensichtlich auch.

Ich räumte die abgefressenen Teller in die Küche und die Kids nahmen die Gelegenheit beim Schopfe, unsere Wohnung etwas näher zu inspizieren.
„Nein, Theo, das ist ein Regal und kein Klettergerüst!“
Paul kann schon lesen und entziffert das Schild an meiner Küchentüre ‚Ca-i-pis Hee-x-een-küü-chee‘.
„Warum steht da Hexenküche? Kannst du etwa hexen? In eeecht?“
„Klar, warte mal ab, nachher hexe ich uns noch einen Nachtisch herbei!“
„Au fein, darf ich zugucken?“
„Nee, in eeecht nicht – sonst funktioniert es nämlich nicht.“
Zum Hexen brauche ich ein bisschen Ruhe.

Theo hat inzwischen die sehr fragile Insektenschutztür an der Terrasse näher unter die Lupe genommen und überlegt sichtbar, ob man daran wohl schaukeln könne. Wieder greift der Vater ein und ich bewundere seine Ruhe und Gelassenheit. Ok, der ist das ja gewohnt. :yes:

Bei meiner Hexen-Aktion kam Rote Grütze mit Vanillesoße raus und eine Quarkspeise, damit für jeden Geschmack was dabei ist. War aber gar nicht nötig, die Kinder sind Alles(fr-)esser und wollten das gesamte Sortiment auf ihren Tellern haben. Das wurde dann kräftig verrührt und herausgekommen ist wohl so was Ähnliches wie Fruchtknirpse oder wie das Zeug heißt. Paul und Lea waren begeistert! Theo saß inzwischen auf dem Schoß von meinem Mann und lies sich von seinem neuen Kumpel die kleinen Beerenkernchen aus dem roten Zeug fischen. Steine isst er nicht! |-| Er sieht inzwischen aus, als habe er kopfüber in der Grütze gelegen – oder ist das etwa noch der Ketchup von vorhin? Egal, am Abend ist eine Ganzkörperreinigung fällig, so viel steht mal fest.

Es war ein ausgesprochen kurzweiliger Nachmittag und als es zum Abschluss noch eine Caipirinha für die Erwachsenen gab, wollten natürlich auch die Kinder was mit Eiswürfeln drinnen. War ja klar! Die Gläser blieben dann nett in der Sonne stehen, weil inzwischen etwas anderes viel interessanter war. Gezetert wurde erst, als die Mutter die Kindergläser mit den geschmolzenen Eiswürfeln ausgetrunken hatte. :))

Ich hab’ die Bande mit einer Packung Gummitiere als Proviant für den Heimweg wieder versöhnt und alle haben versprochen: sie kommen wieder!

Kommentar meines Liebsten, als wir nach den Aufräumungsarbeiten noch bei einem Glas Wein zusammen gesessen haben: „Dass die Fete gut wird, war mir schon klar, als wir den Theo aus dem Wasser gefischt haben!“ Recht hat er!