Schon wieder feiern

Nachdem wir vor einigen Monaten zur akademischen Feier anlässlich eines 100-jährigen Vereinsbestehens geladen und uns lange Reden angehört haben, wurde dieses Ereignis gestern erneut begangen, allerdings zünftig im Festzelt: mit Dicke-Backe-Musik, Kaffee und Kuchen und abends einem leckeren Buffet. Alles total entspannt, ohne Reden (außer einer kurzen Begrüßung), aber mit netten Gesprächen. So geht es auch! Hat richtig Spaß gemacht. :yes:

Allerdings haben wir uns auf den Bierbänken den Hintern breit gesessen und der Rücken hat es auch nicht so richtig gemocht. Gut, dachten wir uns, machen wir heute mal was anderes und stellen uns auf den Fußballplatz. Das erste Testspiel unserer Mannschaft stand an und da das Team ja völlig neu zusammengewürfelt ist, mussten wir jetzt doch mal gucken, was die so drauf haben.
Das Spiel fand im alten Stadion in Wehen statt, das sehr gemütlich ist. Es liegt auf einem Hügel, umgeben von Wiesen und Weiden. An der Milchkanne muss man links und dann ist man auch gleich da. Die Zuschauer stehen direkt an der Bande und können den Spielern zurufen, was sie machen sollen. Manchmal klappt das sogar! ;D

So’n Testspiel ist aber schon irgendwie komisch. In der zweiten Halbzeit stand praktisch eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz und gekannt haben wir jeweils nur zwei oder drei Spieler. Den Test haben unsere Jungs jedenfalls 5 : 1 gewonnen, was ja hoffen lässt. (Allerdings war das auch kein ernst zu nehmender Gegner.)
Die Stadionbratwurst jedenfalls war lecker und – wie gesagt – alles sehr gemütlich.
Auf dem Heimweg haben wir uns noch ein Stückchen Kuchen mitgenommen, das wir gerade verspeist haben. Den Rest des Tages werden wir auf der Couch vergammeln und uns das Getröte in Südafrika anhören. Da ist der Gastgeber gerade gegen Spanien in Führung gegangen. Der Lärm im Stadion ist ohrenbetäubend und ich bin heil froh, dass ich da nicht live dabei sein muss.
Heute Abend gibt’s noch Brasilien gegen USA; ist eh klar, für welche Mannschaft ich da bin, oder? :>>

Einen schönen Restsonntag allerseits!

PS: Jetzt drehen die Spanier auf. Zwei Tore in Null komma nix! Im Stadion ist es jetzt merklich ruhiger geworden. Die afrikanischen Fans sind sichtlich geschockt und ich kann’s ihnen nachfühlen.

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Belästigungen

Morgens halb neun in Deutschland. Das Telefon klingelt und eine ätzend freundliche und offenbar schon hellwache Schnellsprechmaschine überrollt mich mit einem Superangebot an Billigstrom. Ich soll nur mal eben kurz angeben, wie hoch unser letzter Jahresverbrauch war.
Ja ticken die noch richtig? Erstens hab‘ ich kein Interesse an einem Anbieterwechsel, zweitens unseren Jahresverbrauch natürlich nicht im Kopf und drittens überhaupt keinen Bock mal geschwind in irgendwelchen Ordnern zu wühlen. Sie soll mich in Ruhe lassen.
„Ja wollen Sie denn nichts sparen?“ „NEIN!“ >:-[

Wenn ein Tag schon so losgeht, kannst Du sicher sein, dass da noch mehr kommt.

Vor einiger Zeit habe ich eine Dame des magentafarbenen Telefonanbieters abgebügelt und immerhin dazu gebracht, dass sie uns endlich aus der Anrufliste löscht. Die sollen ihre Angebote gefälligst per Email schicken. Ich hab‘ mich auch schon gefreut, dass das offenbar geklappt hat, denn seit dem bleiben wir von den nervigen Anrufen verschont. Doch was passiert?
Ein Überfallkommando steht vor der Tür!
Der Leiter der Kundenfangabteilung höchst persönlich geht Klinken putzen. 8| Wieder einmal bin ich dankbar für die segensreiche Erfindung der Gegensprechanlage.

Ob wir denn zufrieden seien mit den Leistungen seines Unternehmens, will er wissen. Mal mehr, mal weniger, weiche ich aus und verweise gleich darauf, dass sich meine bessere Hälfte um die Details unserer Verbindung zur Außenwelt kümmert und ich davon nix wissen will.
„Nutzen Sie denn schon unser Angebot für 49 Euro im Monat?“

Hallo? Rede ich eigentlich in irgendeiner fremden Sprache? >:-[

Irgendwann hat auch er gerafft, dass er bei mir auf Granit beißt und angedroht, telefonisch einen Termin mit dem Hausherrn zu vereinbaren. Dann stehen wir wohl wieder drauf auf der Anrufliste. 🙄

Nächstes Highlight: Bürotelefon. Frau Sowieso von der Firma XY will wissen, ob ich die Geschäftsinhaberin bin. Immerhin hat sie zugehört und die Namensgleichheit bemerkt. Ich verneine, worauf sie gern den Chef sprechen möchte. Ich rieche den Braten und erkläre, dass der nicht da sei und frage an, ob ich denn behilflich sein könne.
Das könne sie nur mit dem Chef besprechen tut sie wichtig und erkundigt sich, wann der denn da sei. „Nur in den Abendstunden“, lasse ich sie wissen. „Tagsüber ist er bei seinen Kunden.“ Das ist locker-flockig gelogen, aber soll sie doch abends anrufen – da gehen wir sowieso nicht mehr ans Bürotelefon.

Ob sie denn einen Termin vereinbaren könne, zu dem ihr Chef meinen Chef aufsuchen könne. „Selbstverständlich! Allerdings muss ich auch dann wissen, um was es eigentlich geht.“ Allmählich macht es mir Spaß, sie zu quälen. Sie habe aber Anweisung, da nur mit dem Geschäftsinhaber drüber zu sprechen, windet sie sich erneut.
Jetzt werde ich ernst und erkläre ihr freundlich aber bestimmt, dass sie an mir nicht vorbei kommt und dass sie unser beider Zeit und Nerven spart, wenn sie endlich mit der Sprache herausrückt. Im Geiste gehe ich die Möglichkeiten durch: Anlageberatung, Privat-Krankenkasse oder Versicherungen stehen in solchen Fällen zur Auswahl.
Zögernd und nur im Flüsterton gab sie „Anlageberatung“ preis. Aha, dachte ich es mir doch! :>
Ich habe auch ihr geraten, uns von der Liste zu streichen und mal beiläufig das Wort Wirtschaftskrise fallen lassen.

Nun ist der Tag bald rum und ich hoffe, das war es dann für heute.

Ohne Reue

Das definitiv letzte Spargelessen des Jahres hat mich gerade auf die Couch und zur absoluten Bewegungsunfähigkeit verdammt.
Spargel an und für sich ist ja äußerst kalorienarm, schmeckt daher auch erst richtig gut, wenn die zarten Stangen in reichlich Sauce hollandaise baden und die wiederum lässt sich am besten mit Kartoffeln auftunken. Weil ich Gemüse und Sättigungsbeilage nicht so trocken runterwürgen will, gab es auch noch kleine Hähnchenschnitzel dazu (paniert selbstverständlich. 8| Die Kalorien müssen schon stimmen!).

Das Gefühlt des Überfressenseins quält und zwingt mich zur Schnappatmung. Zwei Kissen im Kreuz, den Hosenbund geöffnet und alle Viere von mir gestreckt, komme ich mir vor, wie ein Maikäfer auf dem Buckel. Lustlos und unaufmerksam ziehe ich mir gerade Deutschland : England rein und hab’ noch keine Ahnung, wie ich in diesem Zustand ins Bett kommen soll. Immerhin muss ich dafür ja ein Stockwerk nach oben und die Treppe scheint mir im Augenblick unüberwindlich.
Die Nacht kann ich vermutlich knicken, aber es war so was von lecker und:
ICH BEREUE NICHTS!

Notiz für morgen: Sobald ich mich wieder bücken kann, werde ich die Batterie aus meiner Badezimmerwaage ausbauen und in den Sondermüll werfen. Bis auf weiteres gehe ich da nicht mehr drauf. 😳

Vom alt werden

Es gibt Leute, die machen mich fertig mit Begeisterung alt werden. Sobald man sie irgendwo trifft, erzählen sie von den Beschwerden, die mit ihrem fortschreitenden Alter zusammen hängen. Wohlgemerkt, ich rede nicht von den Leuten 60+, sondern von jungen Hüpfern. Die 60jährigen nehmen die Zipperlein gelassen hin, schmieren Rheumasalbe und springen in die Roller Blades. In einer Zeit, wo die ältere Generation fit ist wie nie zuvor, sollte altern doch Spaß machen, oder?
Und was passiert? Die Jungen üben sich in Altersbeschwerden. 🙄

Bestes Beispiel ist eine flüchtige Bekannte, die ich schon seit ein paar Jahren kenne und gelegentlich mal treffe. Gnade Dir Gott, Du fragst sie, wie es ihr denn gehe!
Als mit Anfang dreißig ihr Zyklus mal ein klein wenig durcheinander war, sprach sie von „beginnenden Wechseljahren“. Andere Frauen kriegen mit über vierzig ihr erstes Kind. Ihre Rückenbeschwerden waren „Verschleißerscheinungen“. Ihre Gesundheitsschuhe trägt sie seit Beendigung der Pubertät und ob sie jemals etwas anderes als Stützstrümpfe besessen hat, wage ich zu bezweifeln.
Ihre Gedanken kreisen um Krankheit und Siechtum, ihr Medikamentenschrank würde jeder Apotheke zur Ehre gereichen.

Natürlich hat sie einen genauen Überblick über ihre Rentenanwartschaften, ist der Letzte Wille niedergeschrieben und ich verwette meinen Hintern, dass sie schon Ausschau nach einem passenden Seniorenstift gehalten hat. Sie ist – glaube ich – noch keine fünfzig!

Das Leben geht einfach so an ihr vorbei und sie merkt es nicht einmal. Was kann man tun? Ich muss immer an mich halten, damit ich sie nicht durchschüttele und anschreie, sie solle doch endlich mal mit Spaß durchs Leben gehen.
Sie hat keine Ahnung, wie sich ein Schwips anfühlt oder wie es ist, erst im Morgengrauen von einer Party nach Hause zu kommen. Eis essen im Winter? – Fehlanzeige, das verträgt ihr Magen nicht. Mal wild abtanzen, Rad fahren oder Langlauf (lernen) – ach nein, dann hat sie gleich wieder eine Muskelzerrung. Logisch, es muss eine Zerrung sein, bei anderen reicht es nur zum Muskelkater. Reisen? Besser nicht, das fremde Essen …!

Ich weiß echt nicht, wie man ihr zu etwas mehr Spaß verhelfen kann. Irgendwie tut sie mir leid. Andererseits, was man nicht kennt, vermisst man auch nicht, oder? ;D

Rudelbumsen

Sie tun es rund um die Uhr; in großen Gruppen liegen sie aufeinander und poppen, was das Zeug hält. Nicht dass ich neidisch wäre – oh nein! Was die da treiben, wäre mir in der Form viel zu anstrengend. 8|

Natürlich bleibt ihr Tun nicht ohne Folgen; sie vermehren sich rasend schnell und treten mittlerweile in einer Häufigkeit auf, die mich schaudern lässt. Einige dieser Sexprotze habe ich schon erwischt und ins Jenseits befördert. Ging nicht anders, sie sind ja praktisch überall. Man kann keinen Schritt mehr tun, ohne nicht mindestens einen von ihnen zertreten zu haben. Da nützt ihnen auch ihre rote Signalfarbe nichts, die sie leuchtend zur Schau stellen. Allmählich gruselt es mich schon, wenn ich in den Garten gehe!

Tieren unter einer gewissen Mindestgröße stehe ich ja eher missbilligend gegenüber und würde sie in meinen eigenen vier Wänden niemals dulden. Im Garten sehe ich das etwas gelassener wachse ich über mich hinaus und gewähre ihnen ein Bleiberecht. Meistens jedenfalls. :##

Sie heißen Feuerwanze und richten – soweit ich das bisher recherchieren konnte – keinen Schaden an. Sie tun also nix … außer aufeinander rumzujuckeln. Aber sie nützen auch niemandem und mir schon sowieso nicht.
Sie haben keine Fraßfeinde und wer von ihnen mal auf der Welt ist, der bleibt und reproduziert sich. Zu Hunderten sitzen sie in der Sonne und … na ja, Ihr wisst schon.

Bei nächster Gelegenheit werde ich das unkeusche Treiben mal fotografieren oder ich greife, wenn es mich gar zu sehr gruselt, zur chemischen Keule und vernichte mal einen ganzen Clan. Auch die Liebe zur Natur hat ihre Grenzen!

Platt

und triefend nass sind unsere Blumen und Sträucher im Garten. Aus dem üppig blühenden Rosenbusch an der Terrasse ist eine matschige Hängerose geworden. Es ist zum Heulen! 46 L Regen pro qm platschten am Sonntag auf uns hernieder. Dazu gestern noch ein dauerhafter Landregen und heute Morgen schon wieder ein ordentlicher Schutt. Allmählich haben wir Land unter! 8|

Vor dem Hauptbahnhof hat es die Gullydeckel weggespült und ein Teil des Straßenbelags ist auch in der Kanalisation verschwunden. An den Straßenrändern haben sich Seen gebildet.
Leute, die umweltbewusst Regenwasser sammeln, haben die Töpfe jetzt randvoll und freuen sich auf die nächste Trockenperiode. Ich freue mich da auch drauf, obwohl ich dann wieder teures Stadtwasser an die Pflanzen verfüttern muss. Das wäre mir die Sache aber wert!

Wann wird’s mal wieder richtig Sommer ..?

Es kommt immer anders

als man denkt. Unser Grillnachmittag fand tatsächlich im Freien statt, allerdings mit vielen besorgten Blicken gen Himmel. Es war ziemlich windig, Sonnenschein und dunkle Wolken wechselten sich dauernd ab. War einigermaßen spannend, sehr nett und überaus sättigend.

Den Salsa-Abend am Freitag haben wir sausen lassen. Eine Freundin hatte sowieso abgesagt, mit dem Kartenvorverkauf gab es ein nerviges Hickhack und unsere Besucher, die im laufe des Tages kurz bei uns vorbeischauen wollten, kamen erst relativ spät. Wir sind flexibel, haben den Grill angeworfen und sind nett zu Hause geblieben. Unser Besuch blieb dann über Nacht und so konnten wir einen entspannten Abend genießen – zwar ohne Musik, aber völlig relaxt und mit interessanten Gesprächen.

Heute nun werden wir unser Jahrestreffen mit der alten Clique zelebrieren. Alle freuen sich schon auf ein gemütliches Mittagessen beim Griechen. Der Wirt war eine feste Größe in unserer damaligen Clique, hat sein Restaurant aber ziemlich weit weg von unserem Wohnort. Mal eben zum Abendessen hinfahren, ist eher nicht. Also treffen wir uns einmal im Jahr dort und ratschen über alte Zeiten – typisch, wenn man älter wird. 🙄
Mittlerweile ist auch „Rente“ ein regelmäßiges Thema und gelegentlich schmuggeln sich auch „Krankheiten“ ein. Letzteres versuche ich aber immer abzublocken. Ich finde, wenn man sich erstmal mit den ganzen Zipperlein befasst, befallen sie einen irgendwann auch.
Mal sehen, was wir heute so alles zu hören kriegen, wer wieder Opa/Oma geworden ist, seinen letzten Arbeitstag anvisiert und welche Pläne für die Zeit danach geschmiedet werden.
Ich freue mich auf einen lustigen Nachmittag mit viel Sonne.

Euch allen einen schönen Sonntag!