Vom alt werden

Es gibt Leute, die machen mich fertig mit Begeisterung alt werden. Sobald man sie irgendwo trifft, erzählen sie von den Beschwerden, die mit ihrem fortschreitenden Alter zusammen hängen. Wohlgemerkt, ich rede nicht von den Leuten 60+, sondern von jungen Hüpfern. Die 60jährigen nehmen die Zipperlein gelassen hin, schmieren Rheumasalbe und springen in die Roller Blades. In einer Zeit, wo die ältere Generation fit ist wie nie zuvor, sollte altern doch Spaß machen, oder?
Und was passiert? Die Jungen üben sich in Altersbeschwerden. 🙄

Bestes Beispiel ist eine flüchtige Bekannte, die ich schon seit ein paar Jahren kenne und gelegentlich mal treffe. Gnade Dir Gott, Du fragst sie, wie es ihr denn gehe!
Als mit Anfang dreißig ihr Zyklus mal ein klein wenig durcheinander war, sprach sie von „beginnenden Wechseljahren“. Andere Frauen kriegen mit über vierzig ihr erstes Kind. Ihre Rückenbeschwerden waren „Verschleißerscheinungen“. Ihre Gesundheitsschuhe trägt sie seit Beendigung der Pubertät und ob sie jemals etwas anderes als Stützstrümpfe besessen hat, wage ich zu bezweifeln.
Ihre Gedanken kreisen um Krankheit und Siechtum, ihr Medikamentenschrank würde jeder Apotheke zur Ehre gereichen.

Natürlich hat sie einen genauen Überblick über ihre Rentenanwartschaften, ist der Letzte Wille niedergeschrieben und ich verwette meinen Hintern, dass sie schon Ausschau nach einem passenden Seniorenstift gehalten hat. Sie ist – glaube ich – noch keine fünfzig!

Das Leben geht einfach so an ihr vorbei und sie merkt es nicht einmal. Was kann man tun? Ich muss immer an mich halten, damit ich sie nicht durchschüttele und anschreie, sie solle doch endlich mal mit Spaß durchs Leben gehen.
Sie hat keine Ahnung, wie sich ein Schwips anfühlt oder wie es ist, erst im Morgengrauen von einer Party nach Hause zu kommen. Eis essen im Winter? – Fehlanzeige, das verträgt ihr Magen nicht. Mal wild abtanzen, Rad fahren oder Langlauf (lernen) – ach nein, dann hat sie gleich wieder eine Muskelzerrung. Logisch, es muss eine Zerrung sein, bei anderen reicht es nur zum Muskelkater. Reisen? Besser nicht, das fremde Essen …!

Ich weiß echt nicht, wie man ihr zu etwas mehr Spaß verhelfen kann. Irgendwie tut sie mir leid. Andererseits, was man nicht kennt, vermisst man auch nicht, oder? ;D

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24 Gedanken zu “Vom alt werden

  1. Guten Morgen!
    Mit Deinem Beitrag hast Du verdammt recht. :yes:
    Aber schau mal in die Anzeigenrubriken, da machen doch die Seniorenheime nur noch Reklamme…
    Habe einen schönen Tag. :wave:
    Gruß Karen

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  2. Hey Caipirelli,
    na klasse, da regt sich noch so jemand auf wie ich.
    Gratuliere zu deinem Beitrag …

    Das Leben ist sooooo schön ….

    WIR genießen es …..

    und die anderen wissen nicht, WAS sie versäumen .

    Liebe Grüße und einen sonnigen Tag
    auf Stöckelschuhen ohne Rückenschmerzen

    Camara

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  3. Hey Caipirelli,
    na klasse, da regt sich noch so jemand auf wie ich.
    Gratuliere zu deinem Beitrag …

    Das Leben ist sooooo schön ….

    WIR genießen es …..

    und die anderen wissen nicht, WAS sie versäumen .

    Liebe Grüße und einen sonnigen Tag
    auf Stöckelschuhen ohne Rückenschmerzen

    Camara

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    • :))
      Die Stöckelschuhe haben bei mir mittlerweile eine moderate Höhe und Rückenschmerzen kenne ich auch zur Genüge – aber ich jammere nicht (bzw. nur ganz selten).
      Gruß Caipi

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  4. Schon Molière hat über den Hypochonder ein Theaterstück geschrieben. Dieses Phänomen ist also nichts Neues.

    Sicher ist diese Bekannte von Dir schlichtweg nur eine arme Sau (Entschuldigung!), die sich dadurch die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen sichern will. Dass sie sie nur schrecklich nervt, ist ihr nicht bewusst.

    Sie sollte mal zum Psychiater!!! Das wäre der einzige Arzt, der ihr helfen könnte. :yes:

    Ich laufe zwar nicht mehr mit Stöckelschuhen durch die Gegend wie Camara, aber dafür liebe ich meine Klarinette, mit der ich ja auch erst mit 59 ein Verhältnis angefangen habe.

    Liebe caipi, diese Frau ist zu bedauern, denn wenn man dauernd nur an Krankheiten denkt, dann wird man auch krank.

    :wave:

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    • „… wenn man dauernd nur an Krankheiten denkt, dann wird man auch krank.“

      Stimmt, und bei ihr ist alles hoch dramatisch. Aus einem ganz normalen Furz wird ein Darmverschluss.
      Sie ist wirklich krank, zumindest im Kopf.
      Liebe Grüße u. ein schönes Wochenende.

      Was macht Dein Zahn??

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      • Weißt Du, ich habe mal gesagt, dass manche Menschen schon „alt“ geboren werden. Und die sehen immer nur das Negative und malen sich alle möglichen Horrorvorstellungen in den Kopf. Statt die Zeit ihres Lebens, die ihnen zur Verfügung steht, sinnvoll und freudvoll zu nutzen, vermiesen sie sich selbst ihr Leben.

        Also: Nicht beachten! Wir genießen unser Dasein!

        Mein Zahn bekommt Antibiotica und wird dann nach dem Abklingen der Entzündung endlich das zeitliche segnen. Im Moment sehe ich aus wie ein Goldhamster mit gefüllten Backentaschen.

        LG, Gudrun

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    • Ich finde es halt schade, sein Leben mit gewolltem krank sein zu verplempern, wenn man so viele schönere Möglichkeiten hätte.
      Es gibt Leute, die stehen sich dauernd selbst im Weg!

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  5. Guten Morgen Süße !!
    finde mit deinem Beitrag haste wohl voll ins Schwarze getroffen.. hab sogar eine Bekannte die darüber „verärgert“ war, weil sie keinen knoten in der Schilddrüse hatte ( ich hab einen ) und KEIN Medikament verschrieben bekam,.,,
    Zitat : Kann ja gar nicht sein.. Meine Mutter hatte das auch, meine schwester etc.. und ich hab die selben Symtome“
    und die Frau ist erst 45..
    hat aber mehr Leiden als jesus, als er am Kreuz starb…
    ich finde sowas schrecklich..

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    • Wahrscheinlich kennt jeder so jemanden. Ich kapiere nicht, was am Kranksein so schick sein soll und bin immer froh, wenn ich nix habe. :yes:

      Außerdem bin ich gemein und erzähle so Jammerlappen immer, wie super es mir geht!!! 😉

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  6. Hallo.
    Menschen die sooo viel jammern leben meißtens lange.
    Fragt sich nur ob das Sinn macht, wenn es einem doch so schlecht geht.
    Dann lieber nicht sooo lange, dafür aber mit Spaß und Freude am Leben.

    LG S.

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  7. Hallöchen :wave:

    ich bin zwar chronisch krank, aber man wird mich nie
    jammern hören.
    Ich hab mich mit meiner Krankheit arrangiert, und genieße das Leben, das so schön sein kann!

    Aber auch ich kenne Leute, die aus Kopfweh einen Kopftumor machen *grmpf*

    LG
    Uschi

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    • Hallo Uschi,
      genau das meine ich: die Leute, die wirklich krank sind, beißen die Zähne zusammen und machen das Beste daraus. Die mit den kleinen Wehwehchen nerven und versuchen, Aufmerksamkeit zu erregen. Eigentlich können sie einem Leid tun.
      Ich wünsche Dir, dass Du das Leben auch weiterhin genießen und Deine Krankheit in Schach halten kannst.
      Ich ziehe meinen Hut!
      Liebe Grüße, Caipi

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  8. Och, du weißt doch:
    Irgendwas is immer! Und wenn mal nix is, muss man halt was rauf beschwören…

    Und das schlimme ist, diese Leute werden steinalt! Aber die Nichtjammerer, die fallen irgendwann mit fünfzig tot um…

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