Ach ja …

Da plant man, erkundigt sich nach Öffnungszeiten, Dauer der Prozedur und glaubt, alles im Griff zu haben … und dann kommt‘s wieder anders.

Wir brauchen internationale Führerscheine und dafür biometrische Fotos. Bislang wusste ich weder, dass es so etwas gibt noch was das eigentlich ist. Jetzt bin ich schlauer: Das sind einfach Fahndungsfotos, auf denen man so schrecklich aussieht, dass man nicht erkannt werden kann.

Jedenfalls rief ich im hiesigen Fotoladen an und erkundigte mich. Die machen um 9.00 Uhr auf, das ganze dauert 5 Minuten und man kommt sofort dran. Prima! Mit Mühe hat auch meine bessere Hälfte einen Tag gefunden, an dem er mal ein Stündchen Zeit hat und der war heute.
Parkplatz gefunden, Parkuhr gefüttert und Punkt 9.00 Uhr rein in den Laden.
„Da müssen Sie aber noch eine halbe Stunde warten … ich hab‘ noch eine Gruppe von acht Leuten zum Fototermin; die waren angemeldet.“
Arschl…! :##

Wir raus. Gegenüber ist ja noch so ein Laden. Wir rütteln an der Tür und stellen fest, dass die offenbar für immer zu gemacht haben. 🙄 Schei…benkleister. Und nun?

„Vielleicht gibt’s in der Führerscheinstelle so einen Automaten?“ Mir graut vor dem Gedanken und ich kann es mir auch nicht vorstellen. Das würde ja eine gewisse Serviceleistung der Behörde bedeuten – also etwas, was man ja von deutschen Ämtern eher nicht gewohnt ist.
Wir fahren in den nächsten Ortsteil, wo besagtes Amt residiert und finden gleich am Ortseingang einen Fotoladen. Hier parken wir für lau und kriegen schnell die gruseligen Fotos. Oh Gott, sehe ich wirklich SO aus? 8|

Ein paar Meter weiter ist die Behörde und ich habe schon von weitem eine lange Menschenschlange gesehen. Na bravo!
Aber: die standen alle bei der Kfz-Zulassung an. Die zwei Damen, die sich mit den Führerscheinen beschäftigen, hatten nix zu tun. 😀
Hier ging auch alles ratzfatz und sogar die Gebühren konnte ich direkt per EC-Karte entrichten. Ich benötige – bevor ich eine internationale Fahrerlaubnis kriege – erst mal so eine neumodische im Scheckkartenformat. Kostenpunkt 35,00 Euronen (in Worten: Fünfunddreißig!!!). Das ist dann mein dritter Führerschein und noch niemals hat ihn irgendjemand sehen wollen. Höchstens mal im Freundeskreis, wegen dem lustigen alten Foto. In zehn Tagen kriege ich das neue Ding und mein alter – jungfräulicher – wird vernichtet. Ein Jammer. Reine Verschwendung!

Der internationale wird dann direkt ausgestellt, wenn ich das Scheckkartending abhole. Kostet nochmal 15 Euro und ist auch nur für drei Jahre gültig. Raubritter!

Bei der heutigen Aktion (man muss auch den Personalausweis vorlegen) hat mein Göttergatte jedenfalls festgestellt, dass er auch noch einen neuen Ausweis braucht. Bin gespannt, wie lange das wieder dauert und was es kostet.

Neue Reisepässe brauchen wir gottlob erst in zwei Jahren, da können wir noch ein bisschen drauf hin sparen. 😉

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Es ist vollbracht!

Die französische Spritz(en)-Tour ist zu Ende. Nicht, dass es mich jemals interessiert hätte, aber seit nur noch über Doping berichtet wird, schalte ich sofort um, wenn ich so ’ne „Sportskanone“ in Wurstpelle auf dem Bildschirm sehe.
Meine bessere Hälfte jedoch kann’s nicht lassen und so kriege ich zwangsläufig immer mal wieder etwas mit. Drei Wochen können ganz schön lang sein, obwohl die Berichterstattung schon bedeutend weniger geworden ist in den letzten Jahren.

Morgen gibt es noch einen Abgesang und in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren dann die Berichte, wem alles Doping nachgewiesen wurde. Bisher war m. W. noch keine Probe positiv, aber das heißt ja nur, dass die Mittel immer schwerer nachzuweisen sind. Dass die Fahrer plötzlich alle geläutert wären, glauben nur Träumer!
Die eigentliche Tour findet leider unter den Pipi-Testern statt.

Leute, lasst doch mal den Puff im Dorf!

In unserem eher bodenständigen Vorort gibt es einen kleinen gewachsenen Bereich mit recht dörflichem Charakter. Jeder kennt jeden, viele sind sogar irgendwie miteinander verwandt. Man trifft sich zum Schwatzen, Singen und Karten spielen. Alles sehr gemütlich und dann passiert das Unfassbare: Ein Puff macht auf! Mitten im beschaulichen Idyll! 8|
Das kann ja wohl nicht wahr sein!

Ruckzuck standen Polizei und Ordnungsamt vorm Bett auf der Matte und winkten mit der Sperrgebietsverordnung … damit in unserer schönen Stadt das Laster keine Chance hat.

In einem reinen Wohngebiet, so steht da geschrieben, sei ein bordellähnlicher Betrieb ebenso unzulässig, wie Außenwerbung und ein Anbahnungsraum (behördliches Wortungetüm für „Bar“).
„Bordellähnlicher Betrieb“ kommt wohl hin, schließlich bieten die Flatrate-Sex. Hurra, die Waldfee! Für 99 Euro poppen, bis der Arzt kommt. Konjunktur die ganze Nacht und das soll Mann versagt sein? Mitnichten.

Da sein soll was nicht sein darf, wurde überlegt, wie man den Puff doch noch legalisieren könne und siehe da: es geht!
Ein paar kleine Umbaumaßnahmen (die Räume müssen voneinander getrennt und abschließbar sein) und schon nennt sich das ganze Wohnungsprostitution und ist zulässig. :>> Unklar ist nur noch, wo sich die Freier mit den Damen treffen sollen. Müssen sich die Nutten jetzt draußen – am Rauchertischchen – die Füße platt stehen? Zu Stoßzeiten könnte das ein Verkehrschaos in der kleinen Gasse bewirken. :))

Über den gewählten Standort darf man sich sowieso etwas wundern. Von den Männern im Umkreis kann keiner dorthin gehen – das wäre im ganzen Ort bekannt, noch bevor er die Hose unten hat. 88|
Um dem Laden eine Chance zu geben, veröffentlichte die hiesige Tageszeitung in ihrer heutigen Ausgabe jedoch den Namen und die volle Adresse des Etablissements. Das nenne ich doch mal Werbung – ganz für umsonst.
Vielleicht haben Puff und Verlag ja auch ein gegenseitiges Abo.

Revival-Abend

Früher gab es eine Menge jugoslawischer Restaurants in unserer Stadt und alle waren gut besucht. Ich hatte mein Lieblingslokal und dort meine Lieblingsspeise, den Serbischen Teller. Da war alles drauf, was lecker ist und am nächsten Tag hatten – dem Knobi sei Dank – die Kollegen auch noch was davon.
Als Jugoslawien zerfiel, verschwanden auch die Lokale und mein Lieblings-Jugo schloss als einer der ersten. Serbischer Teller war jetzt nicht mehr angesagt. Schade.

Eines der alten Lokale jedoch hat sich gehalten und da waren wir am Freitag mit Freunden. Das Gericht Nr. 19 erinnerte an meine frühere Leibspeise und hat auch ähnlich gut geschmeckt. Hinterher gab‘s einen Sliwowitz aus dem obligatorischen Minifläschchen – wie in alten Zeiten – und auch noch eine Julischka aufs Haus. Wir schwelgten in Erinnerungen und weil wir grade so nostalgie-schwanger waren, zogen wir anschließend in unsere Lieblingskneipe, in der sich seit dreißig Jahren nichts verändert hat und lauschten verzückt den alten Beat-Club-Hits. 😀 Natürlich waren uns die Songs noch geläufig nur … von wem war das gleich noch? Wie hieß der Interpret?
Bald war auch der Nachbartisch in das heitere Ratespiel mit einbezogen und mit steigendem Bierkonsum kamen auch ein paar Namen und einige andere Dinge wieder. Sehr amüsant, was da so alles zutage kam … wer welche Erinnerungen mit welchem Hit verbindet. Der erste Kuss mit … ach Gott, wie der Typ hieß, weiß ich gar nicht mehr … Sex mit Angie (oder sagt man „auf“ Angie? Könnte beides missverstanden werden).

Jedenfalls war es sehr lustig, auch wenn ich mir langsam so meine Gedanken mache, wieso wir neuerdings so oft die alten Zeiten heraufbeschwören. :crazy: Aber wir haben ja auch noch genügend Ideen für die Zukunft und das beruhigt mich dann wieder.

Den Abschluss unseres Nostalgie-Abends bildete übrigens eine alte Folge der Golden Girls, in die wir zufällig noch reingezappt sind. Köstlich! Von dieser Serie habe ich früher keine Folge verpasst, obwohl die Mädels immer erst sehr spät kamen und ich am nächsten Tag früh aufstehen musste. Mein damaliger Chef verzieh mir die Müdigkeit – auch er war den vier Damen verfallen.
Das waren noch Zeiten …! ;D

The early bird …

catches the worm.

Stimmt, kann ich da nur sagen. Nachdem ich heute um vier Uhr irgendwas aus dem Bett gefallen bin, Unmengen Kaffee in mich rein geschüttet und mein Kreuzworträtsel gemacht habe, bin ich schon um 7.00 Uhr zum Supermarkt gefahren. Total klasse! 😀 Parkplätze ohne Ende, noch kein genervtes Verkaufspersonal und sogar die Sonderangebote standen noch alle im Regal. Normalerweise sind da nur noch Lücken, wenn ich komme. Innerhalb einer Stunde war alles erledigt, einschließlich bezahlen und alle Schätze im Auto verstauen.
Wenn ich ja zu den gerne-Einkäufern gehören würde, würde ich immer so früh fahren. Im richtigen Leben muss ich mich leider immer erst überreden, jetzt doch endlich loszuziehen.
Naja, vielleicht ergibt es sich ja mal wieder …!

Jetzt jedenfalls bin ich gerade hundemüde. Kein Wunder, mir fehlen ja noch ein paar Stündchen. :yawn:

Steckerl-Mensch

Heute Morgen auf dem Weg zum Supermarkt: Vorneweg ein knackiger Hintern ziemlich durchtrainierter junger Mann im sportlichen Outfit, in einigem Abstand dahinter ein mittelaltes Krampfader-Geschwader, sämtlich mit hochroten Köpfen und völlig außer Puste.

Der junge Mann schwang elegant seine Stöcke, federte gekonnt bei jedem Schritt – sah richtig gut aus.
Die Damen dahinter stocherten wild in der Luft rum und versuchten verzweifelt, Arm- und Beinbewegungen zu koordinieren und gleichzeitig Superman nicht aus den Augen zu verlieren.

Nordic-Walking, erste Trainingsstunde. Mitten in der Stadt.
Das hat was von einer Entenfamilie, wo die Kleinen ungelenk hinter der Mutter her watscheln. Bei den niedlichen Tierchen führt das gerne mal zu Auffahrunfällen und auch heute haben einige Bremsen verdächtig gequietscht. Die Damen erregten weit mehr Aufsehen, als die rote Ampel.

Natürlich weiß ich, dass dieser Sport mördergesund ist, aber lasst es Euch gesagt sein: es sieht einfach scheiße aus, wenn man/frau es nicht kann! :)) Denkt daran, wenn Ihr Euch zu einem solchen Kurs anmeldet – nur irgendwo im Wald, wo Euch keiner sieht! |-|
Und solltet Ihr Euch das antun weil Ihr ein paar Kilos verlieren wollt, kauft bitte die Shorts in der derzeit passenden Größe! Nix ist schrecklicher, als wenn zwischen den Stöcken auch noch ein gewaltiges Hinterteil press in einer kurzen Hose wogt. 8|

Ich persönlich hab’s ja nicht so mit dem Sport und versuche stattdessen, mit dem Essen ein bisschen Maß zu halten. By the way: wie viel Kalorien hat eigentlich ein Kilo Kirschen?

Mein persönlicher Ort des Grauens …

ist der Schreibtisch meines Mannes. Was sich da alles findet …!
Eine Tastatur ist normal. Er hat zwei. Eine Schreibtischlampe, Locher, Hefter, Zettelkasten und eine Heimstatt für Kugelschreiber, die sämtlich nicht funktionieren bzw. abgebrochene Bleistifte und sonstigen Krimskrams. So weit, so gut.

Diverse Fachzeitschriften, Post, stapelweise Infos über Computerzubehör, die Speisekarte vom Italiener, eine vollgekritzelte Schreibtischauflage, haufenweise Visitenkarten und Zettel, auf denen lediglich eine Telefonnummer notiert ist (ohne Namen, versteht sich). 🙄

Ein Dutzend Kleinteile mit Strippen dran, die entweder im PC enden oder lose in der Luft baumeln. Die liebe ich ganz besonders! Meist sind die Strippen schwerer als das Gerät selbst und wenn man nicht aufpasst, zieht der Stecker das winzige Leichtgewicht vom Tisch und man latscht drauf. Ich hab‘ echt keine Ahnung, für was die diversen Teilchen eigentlich nützlich sind. An manchen blinkt ein kleines Lichtlein, was ja auf ein gewisses Maß an Wichtigkeit schließen lässt. Die Dinger, die noch nicht mal irgendwo eingestöpselt sind, dienen garantiert nur dazu, das Staubwischen zu erschweren.

Dann gibt’s da noch Datenträger in jeder erdenklichen Form. Massenhaft! Entweder sie verstecken sich zwischen den diversen Post- und Zeitungsstapeln oder sie sind zu windschiefen Türmen aufgestapelt, die natürlich sofort umfallen, wenn man nur in ihre Nähe kommt. Einige von ihnen haben sogar ein richtiges Zuhause. Sie wohnen in einem Rondell in der Mitte einer abschließbaren (wichtig!) Schüssel mit dickem Blinklicht dran. Ist einer Jukebox nicht unähnlich, nur dass da keine Musik rauskommt.
Irgendwo in dem ganzen Wirrwarr und Kabelsalat gibt’s auch noch ein Telefon, das habe ich aber während meiner heutigen Staubwischaktion nicht gefunden.

Ein paar Urlaubserinnerungen, Tesafilm, ein Fläschchen Nasenspray und etliche Kabelknäuel sind mir auch noch begegnet und ein paar Teile, von denen ich nicht einmal weiß, was es sein soll. Ach ja, und in der Mitte prangt ein Bildschirm. Das ist aber so ziemlich das einzige, was frau auf Anhieb findet.

… nein, von dem Chaos gibt’s ganz bestimmt kein Foto! :no: