Mal ein Lebenszeichen

Wir sind gut in unserem Ferienort angekommen, hatten im Flugzeug richtig viel Beinfreiheit und konnten sogar ein bisschen schlafen. Alle Koffer sind ordnungsgemäß angekommen *freu* und am Zoll hat auch niemand was von uns gewollt. *doppelfreu*

Unser derzeitiges Hotelzimmer ist recht geräumig, aber spartanisch eingerichtet. Stört uns nicht sonderlich, in ein paar Tagen ziehen wir sowieso wieder um. Dafür gibt es eine Dachterrasse, von wo aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt hat und eiskaltes Bier und Caipirinha genießen kann. Das Ganze bei sehr angenehmen Temperaturen.

Nur gestern blieb uns der abendliche Absacker dort verwehrt. Schon am Nachmittag schoben sich dichte Wolkenberge zusammen und gegen Abend ging ein Gewitter runter … vom Allerfeinsten! Gewitter in den Bergen haben ja immer was Besonderes und in Brasilien ist das nicht anders. Die Kanalisation konnte die Wassermassen gar nicht so schnell aufnehmen, wie sie runter kamen und durch die beachtlichen Blitze war es sekundenlang taghell.
Ein schaurig-schönes Naturschauspiel.

Jetzt (8.00 Uhr) ist der Himmel immer noch bewölkt und es ist etwas kühler geworden, so dass ich heute mal eine lange Hose anziehen werde. Ich hoffe, auf der Dachterrasse haben sie bis heute Abend wieder Ordnung geschaffen, so dass wir unseren „gewohnten“ Tagesausklang dort zelebrieren können.

Liebe Grüße aus der Ferne! :wave:

Advertisements

Final cut

Hach, was waren wir fleißig gestern! Zumindest rund ums Haus sieht es jetzt ordentlich aus. Der Liebste hat die Einfahrt gemäht und die Hecke im Vorgarten geschnitten, ich habe mir den hinteren Garten vorgenommen und einen Baum gefällt praktisch alles, was normalerweise im Herbst Blätter abwirft einfach abgeschnitten, einjährige Pflanzen entsorgt, Blumentöpfe hin und her gewuchtet, Gartenmöbel zusammen geräumt und den Hof gekehrt. Der Garten ist jetzt urlaubsfein und ich habe Rücken. 🙄

Mit müden Knochen haben wir uns heute nochmal auf den Fußballplatz geschleppt und zum Abschied sogar noch einen Sieg eingefahren. Na bitte, geht doch!

Jetzt kann ich mich verstärkt ums Koffer packen kümmern; langsam kommt Urlaubsstimmung auf!

Deutschland ist Europameisterin!

*Jubel*
Die Mädels sind echt ’ne Bank, da können sich die Löw-Herren mal eine Scheibe abschneiden!
Ein richtig tolles Endspiel gegen ebenbürtige Engländerinnen, obwohl das Endergebnis (6 : 2) gar nicht danach aussieht. Sogar unser Bundespräsident hat Regung gezeigt – und das will ja was heißen.
Klasse gemacht, Frau Neid!

Eine Siegprämie kriegen die Frauen übrigens auch. Die allerdings ist so gering, dafür würde sich ein Michael Ballack noch nicht mal die Schuhe zubinden.

Rar gemacht

hab‘ ich mich in letzter Zeit. Eigentlich gäbe es viel zu erzählen, aber frau kommt ja zu nix. Wenigstens habe ich zwischendurch immer mal bei meinen Freunden gelesen, was die so erleben.

Ich stecke in Urlaubsvorbereitungen und da das ein langer Urlaub wird, gibt es viel vorzubereiten und zu organisieren. Kleine Geschenke müssen besorgt werden, Nachbarn und Freunde in die Haustechnik und Blumenpflege eingewiesen und der Garten auf Vordermann gebracht werden, Wasch- und Bügelorgien finden statt, etc.

Zu allem Überfluss nervt mich auch noch ein eingewachsener Zehennagel. Da ich ja gern selbst operiere (meistens erfolgreich), habe ich das auch diesmal gemacht … mit dem Ergebnis, dass das Nagelbett jetzt vereitert ist und ziemlich weh tut. Heute Morgen bin ich dann mit dem großen Onkel gegen die Duschwanne gestoßen und hab‘ – nachdem ich wieder klar denken konnte – spontan beschlossen, damit mal zum Arzt zu gehen. Ich wusste sowieso nicht mehr, wie der eigentlich aussieht und konnte mich auch nur noch dunkel an den Namen erinnern.
Jedenfalls darf ich den Haxen jetzt in gelber, stinkender Flüssigkeit baden und hoffe inständig, dass ich das Problem in den Griff kriege, bevor ich ins Flugzeug klettere. Ich habe echt keinen Bock, mit meinem verhunzten Zeh in Brasilien zum Arzt zu gehen. Es gibt Dinge, die braucht kein Mensch!

1984

heißt der Titel eines Zukunftsromans von George Orwell, in dem er ein düsteres Bild des Alltags in einem Überwachungsstaat beschreibt. Ich kann mich erinnern, dass wir den gleichnamigen Film seinerzeit in der Schule gesehen haben und ich nächtelang nicht schlafen konnte, weil ich das Gezeigte so gruselig fand.
Das tatsächliche Jahr 1984 ist inzwischen Geschichte und ganz so schlimm, wie von Orwell beschrieben, ist es ja nicht gekommen. Trotzdem passierte 1984 etwas, das unser aller Leben entscheidend verändert hat: Die erste Email erreichte Deutschland!

Am 3. August um 10.14 Uhr soll es passiert sein, auf einem Rechner der Universität Karlsruhe. Die Mail kam – wie sollte es anders sein – aus Amerika und war mehrere Stunden unterwegs. Hurra, die Neuzeit hat begonnen!

Was daraus geworden ist? Ihr wisst es alle. Jeder kann ein Klagelied von Werbe- und Schrottmails singen, die kein Mensch braucht. Die Liste der Absender in meinem Spam-Ordner wird täglich länger. Viren und Würmer vermehren sich explosionsartig im Netz und wer nicht aufpasst, erlebt sein blaues Wunder.

Trotzdem will wohl niemand mehr zurück zur alten Brief-Post, die mitunter mehrere Tage unterwegs ist. Geburtstag vergessen? Kein Problem, Du jagst kurz vor Mitternacht noch eine Email raus und der Glückwunsch kommt pünktlich an. 😀

Natürlich hat das auch Nachteile; man fühlt sich verpflichtet, Emails sofort zu beantworten und Präsenz zu zeigen. An manchen Tagen wird man regelrecht überrollt mit elektronischer Post und dann kann es schon lästig werden.
Wenn man dauernd mit hochrotem Kopf auf die Tastatur einhämmert und mittags feststellt, dass man „eigentlich“ noch nix geschafft hat, zum Beispiel. Das sind die Momente, wo ich immer ein bisschen wehmütig werde und an die gute alte Zeit zurückdenke, als der Postbote mit einem dicken Stapel Briefe ins Büro kam. Dann wurde die Post geöffnet und mit einem Eingangsstempel versehen, den entsprechenden Vorgängen zugeordnet, gelesen und bearbeitet. Kein Mensch hat sich damals Gedanken gemacht, wenn nach einer Woche immer noch keine Antwort vorlag.

Diese Zeiten sind wohl endgültig vorbei. :-/

Was man nicht im Kopf hat …

muss der Tiger im Tank richten.
Heute hatte ich doch schon wieder so ein Erlebnis, von dem ich befürchte, es hat mit dem Alter zu tun. Ich musste etwas umtauschen, das ich letzte Woche – ohne Anprobe – gekauft hatte. Also hab ich alles wieder in die Tüte gestopft, Kassenzettel dazu und griffbereit hingestellt.
Noch mal schnell aufs Klo, Tasche und Autoschlüssel geschnappt und in die Stadt gefahren. Kurz vorm Parkhaus gucke ich mal neben mich auf den Beifahrersitz und stelle fest, dass meine Plastiktüte noch gemütlich zu Hause auf dem Tisch steht. 🙄 Also kurz vorm Ziel wieder umgekehrt und nach Hause gefahren. Tüte geholt und noch einmal von vorne angefangen. Frau hat ja sonst nix zu tun.

Ach ja, und dann diese Umtauschaktion! >:-[ Eigentlich ist es einfacher, etwas zu bestellen und es notfalls zurück zu schicken. Vorab hatte ich in einer anderen Abteilung des Kaufhauses etwas gekauft und an der Kasse mal nachgefragt, wie das denn mit dem Umtauschen so geht. „Einfach an der Kasse“, wurde mir erklärt.

Ich also ein Stockwerk nach oben und an der Kasse der Abteilung angestellt. Die Mitarbeiterin betrachtete sich die Ware und machte Kringel an den entsprechenden Stellen auf dem Kassenzettel. Dann schickte sie mich mit dem ganzen Kram in die Abteilung. Dort sollte ich mir eine Mitarbeiterin suchen, die dann auch noch irgendwas damit macht und die Unterschrift der Abteilungsleiterin einholt. Bei Waren über € 50,- müsse das leider sein, erklärte sie mir.

Ich also mit meinem Beutelchen in die Abteilung und ziemlich lange nach jemand gesucht, der zuständig war. Die Mitarbeiterin kontrollierte die Ware erneut, verglich die Etiketten mit den Kringeln auf dem Kassenzettel und wollte dann nach jemand suchen, der den Umtausch gegenzeichnen konnte. Ich durfte in der Zwischenzeit an der Kasse warten … ohne Ware, ohne Zettel, ohne Geld. 8|

Als nach fünf Minuten immer noch niemand gefunden war, wurde ich etwas unwirsch und siehe da, plötzlich ging der Umtausch auch ohne Unterschrift.

Oh Mann, ‚Service-Wüste’ ist viel zu harmlos für das, was man täglich so erlebt!