Verunfallt

Inzwischen sind wir in unserem Urlaub ja unter die Selbstversorger gegangen und müssen deshalb immer mal zum Supermarkt. Hier gibt’s praktisch alles, was man zum Überleben braucht – allerdings weicht die Ordnung doch erheblich von dem ab, was wir von zu Hause gewohnt sind. Suchen ist angesagt und da wir unseren Urlaub ja nicht im Supermarkt verbringen wollen, haben wir uns beide jeweils einen Einkaufswagen geschnappt und sind getrennt losgezogen.
Ich hatte einen kleinen, der prima geeiert hat und kaum zu lenken war, mein Mann wollte einen großen, schnittigen Einkaufswagen. Schnittig war das Ding, das kann man nicht anders sagen! Irgendwann sah er mich in den zahllosen Gängen und folgte mir. Ich wiederum hatte im Regal etwas entdeckt und bremste mein Gefährt. Er brachte seine Karre nicht rechtzeitig zum Stehen und fuhr mir von hinten in die Hacken.
Das tut ja schon im Normalfall ziemlich weh, hier allerdings spritzt sofort Blut! Die scheiß Einkaufskarren sind so scharfkantig, dass sie eigentlich waffenscheinpflichtig sein müssten!
Große Aufregung zwischen Olivenöl und Würztunken; brasilianische Hausfrauen guckten mich mitleidig und irgendwie auch sensationslüstern an und erwarteten wahrscheinlich, dass ich dem Unfallverursacher eine Flasche über den Schädel ziehe oder zumindest ein riesiges Palaver anfange. Stattdessen kramte ich nach einem Tempo und ließ mich von dem fremden Kerl auch noch verarzten. Dass wir zusammen gehören, konnte sie ja nicht wissen. Erst nachdem sie merkten, dass an der Unfallstelle nix mehr passiert, über das man zu Hause berichten könnte, verzogen sie sich. Eine allerdings guckte noch zweimal hinter einem Regal hervor … vielleicht gibt’s ja doch noch was zu sehen? Den restlichen Einkauf habe ich humpelnd hinter mich gebracht, mit einem roten Tempo im Schuh. Sehr schick!
Inzwischen trage ich Pflaster und schmiere täglich Heilsalbe drauf. Unkraut vergeht ja nicht. Zukünftig werde ich im Supermarkt allerdings öfter mal nach hinten gucken – oder mir ein paar dicke Stiefel kaufen.

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7 Gedanken zu “Verunfallt

  1. Oha!! Das tut weh.
    Nur gut das die Achillessehne nicht gerissen war. Die dann vielleicht von der Ferse nach oben geschnellt Deinen Männe von den Beinen gehauen, weiter geflitscht in ein Regal eingeschlagen und nach oben gegen die Decke um die Träger geschlungen den Laden zum Einsturz gebracht hätte.
    Meine liebe Caipi, Du hast wirklich unglaubliches Glück gehabt.

    Gute Besserung und Liebe Grüße
    blubitt

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    • Das von Dir beschriebene Szenario hätte dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt! Dann hätten die Hausfrauen wirklich was zu berichten gehabt.

      Die Schmerzen sind schon fast vergessen. Es ziept nur noch ein bisschen beim Laufen; ist halt ’ne blöde Stelle.
      LG, Caipi

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  2. Wenns hinten knallt, gibts vorne Geld. Und bitte beim nächsten Mal den Zuschauern im Supermarkt großes Kino bieten. So mit Schmerzensseufzern, Aufheulen und Wehklagen. Also so richtig was fürs Telenovela-Herz.
    Ebenso gute Besserung.

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    • In den kinoreifen Momenten meines Lebens blieb mir immer irgendwie die Luft weg und auch diesmal hat’s telenovelamäßig nicht so richtig geklappt. Jedenfalls gabs keinen Applaus und nur im Nachspann hat nochmal jemand gefragt, was denn passiert sei.

      Inzwischen heilt die Wunde und wird hoffentlich bald vergessen sein.
      LG, Caipi

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