Nu isses soweit

Wer jetzt noch nicht weiß, was er heute Abend auf den Tisch bringen soll – wie wäre es mit Raclette? Das entsprechende Gerät gibt es für 12 Hühner im Supermarkt und den Käse auch. Der Laden hat bis 12.00 Uhr auf.
Für Schneewittchen-Sekt werden € 2,65 aufgerufen und der Preis für Kaffee ist mit schlappen € 2,88 abgesprochen.

Last-Minute-Geschenke hat der Discounter: Die Pelzimitatdecke für Omi für 19,99 oder den Wendeteppich zu 17,99 für Tante Trude. Der Hobbykoch kann mit einem Topflappenset für 1,99 beglückt werden und die bessere Hälfte mit einem kuscheligen Bademantel (für sie und ihn) in blau oder weiß. Passend dazu gibt’s auch noch Handtücher, falls das Geschenk etwas größer sein soll.
Als kleines Mitbringsel eignet sich Dosenprosecco oder die Party-Flirt-Box – bestückt mit zwölf 20ml-Fläschchen alkoholhaltigem Klebezeugs. Notfalls kann man damit auch die Weihnachtsdepri auf der heimischen Couch bekämpfen.
Ihr solltet Euch aber sputen, auch der Laden hat nur bis mittags auf.

Ich muss heute nicht mehr weg und kann der Bescherung gelassen entgegen sehen. *freu*
Ich wünsche Euch allen ein schönes und friedliches Weihnachtsfest im Kreis Eurer Lieben, leckeres Essen und liebevoll ausgewählte Gaben!

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Weihnachtspost

… auch so was, wovor ich mich gerne drücke. Lässt sich aber nicht immer vermeiden, schließlich freut man sich ja selbst über liebe Grüße und sollte die dann wenigstens erwidern.
Manchmal erübrigt sich das allerdings auch. Die Weihnachtskarte unseres Steuerberaters beantworte ich nicht … schließlich haben wir ihm erst kürzlich ein dickes Kuvert mit unseren Unterlagen in den Briefkasten gestopft, das muss reichen. Auch die Bank, die uns alljährlich „ein erfolgreiches neues Jahr“ wünscht, kann mich mal; die wollen vom Erfolg nur was abhaben. Die Apotheke wünscht mir ein „neues Jahr mit viel Gesundheit“, verbunden mit einem Gutschein, der beim Kauf von Ginseng-Präparaten oder Stützstrümpfen (HALLO???) eingelöst werden kann.

Firmen schießen in ihrem Weihnachtstaumel auch gerne übers Ziel hinaus. Dieses Jahr kam eine Karte eines Immobilienmaklers, bei dem ich lediglich mal Infomaterial angefordert habe. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Häää???
Auch nett fand ich die Karte einer XYZ-Gesellschaft für Fachwerksanierung und Anstrich mbH. Die dankten zum Jahreswechsel für unser Vertrauen und unsere Treue und hoffen ebenfalls auf weitere gute Zusammenarbeit. :crazy: Ich schwöre, mit denen hatten wir noch nie was zu tun. Weder hatten wir marodes Fachwerk zu sanieren, noch haben die bei uns irgendetwas angestrichen. Keine Ahnung, wie wir in deren Kundenkartei kommen. Die Karte ist mit 55 Cent frei gemacht und ist fürn Arsch fürs Altpapier. Unsere 55 Cent und die der übrigen unnötig Angeschriebenen landen im nächsten Jahr auf den Rechnungen der tatsächlichen Kunden. Ein Grund mehr, unser Wohnzimmer lieber selbst zu streichen. 😛

Jo is‘ denn scho‘ Woihnocht’n?

Heute musste ich zur Post, Pakete hinbringen, ein Paket abholen. Vor Weihnachten ist das der blanke Horror und am liebsten hätte ich mich gedrückt. Um ein bisschen Zeit zu schinden, hab‘ ich meinen finalen Einkaufszettel gemacht und mit mir selbst einen Deal geschlossen: wenn mein Auto anspringt, fahre ich als erstes zum Super-Supermarkt und stelle mich erst anschließend in die Reihe am Postschalter an. Nach dem Supermarkt-Horror würde ich über den Post-Horror nur noch lachen können, dachte ich mir.

Mein Auto sprang an und das von ganz vielen anderen Leuten auch, obwohl viele von denen bei Schnee und Matsch besser aufs Autofahren verzichten würden. 🙄

Im Supermarkt war natürlich der Teufel los. Trotzdem gelang es mir, das einigermaßen gelassen zu ertragen. Ich könnte einen Roman schreiben über meine Erlebnisse, will Euch aber nur von einem Ehepaar mittleren Alters erzählen, auf das ich an der Fleischtheke gestoßen bin:
Sie hält einen dicken Schinken in der Hand, er umklammert den Einkaufswagen, den er so geschickt geparkt hatte, dass außer seiner Frau und ihm niemand mehr an die Theke herankam. Man(n) lässt sich doch nicht das beste Stück vor der Nase weg schnappen! :>
„Guck emol, reicht der?“, fragte die Gattin und wiegt das Fleischstück in den Händen.
„Des is‘ doch zu viel; mir sin‘ doch nur vier Leut‘!“
„Nee, überlech doch emol … de Karlheinz isst bestimmt so viel“, sie zerlegte mit den Fingern den Schinken in einzelne Portionen. „Du so viel“ (auch der Gatte bekam eine ordentliche Portion … ist ja Weihnachten) „und es Marieche un ich etwa so viel“. Die Damen waren wohl auf Diät, trotzdem war vom Schinken jetzt nicht mehr viel übrig.
„Un de Rest esse mer am erste Feierdaach.“ Die Hausfrau war in ihrem Element, der Gatte skeptisch. Er kramte nun seinerseits mit der freien Hand in den Schinkenstücken herum, die andere fixierte weiterhin den Einkaufswagen.
„Guck emol, der do is doch gut!“ Triumphierend hielt er seiner Frau ein Stück unter die Nase, das mindestens genau so groß war wie ihres.
„Nee, der is doch so fett. Guck emol do.“ Die Finger, die eben noch das Fleischstück portioniert hatten, stocherten jetzt auf dem anderen Schinken herum.
Es ging noch eine ganze Weile so und ich verfolgte das Schauspiel ziemlich belustigt. Als sie die gesamte Schinkentheke umgegraben hatten kam endlich die Frage, auf die ich schon die ganze Zeit gewartet hatte: „… oder solle mer doch lieber e Lendche mache?“ :))

Ich selbst bin ziemlich gut organisiert und lege viel Wert auf Planung. Dabei kann man gemütlich Kaffee trinken, rauchen und Radio hören. Ich hasse es, meine Zeit im Supermarkt zu verplempern. Mir wird es ein ewiges Rätsel bleiben, wie man erst am Fleischregal beginnen kann, das Menü zu planen und zu überlegen, was und wie viel man einkaufen muss. Aber egal, andere haben vielleicht kein gemütliches zu Hause.

Es war jedenfalls ein ziemliches Chaos in der Lebensmittelabteilung. Trotzdem hatte ich irgendwann alles, was auf meiner Liste stand und reihte mich in einer der zahlreichen Kassenschlangen ein. Mein Einkaufswagen sah ziemlich bescheiden aus im Vergleich zu den übrigen in meinem Umkreis. Keine Ahnung, wer das über die Feiertage alles vertilgen soll. Es versetzt mich alle Jahre wieder in Staunen!

Im Ausgangsbereich drängelte sich besagtes Ehepaar vor mich. Sie schob den Einkaufswagen, er studierte den Kassenzettel. Abrupt blieb sie stehen.
„Guck doch emol, wie dess do drauße schneit!“, schreit sie.
Beide stehen mitten im Ausgang und glotzen in den Himmel. Ich konnte mein Gefährt gerade noch so zum Stehen bringen, mein Hintermann nicht. Rums – immer rein in die Hacken! :## Wenigstens hat er sich entschuldigt. Ich war trotzdem ein bisschen angepisst und herrschte jetzt das vertrottelte Ehepaar an, sie sollten gefälligst die Tür frei machen. Vor Weihnachten sind alle aggressiv und ich wollte es jetzt auch sein. Dass es draußen schneit, habe ich schon von der Kasse aus gesehen, aber da waren die wahrscheinlich noch damit beschäftigt, das Gemüse zu portionieren. Mannomannomann!

Beim Rausfahren vom Parkplatz haben sie übrigens nochmal versucht, sich vor mich zu drängeln. Da hab‘ ich aber Stoff gegeben; nochmal wollte ich mir die Zwei nicht antun.

Die Post war danach im Übrigen wirklich nur noch ein Klacks … wenn man mal davon absieht, dass 10 Minuten vor der Öffnung schon dreizehn Leute vor mir waren. 8|

Die letzten Tage vor Weihnachten bleibe ich jedenfalls zu Hause. Sollte ich wider Erwarten irgendwas vergessen haben, dann brauchen wir das halt nicht. Habe fertig!

Schöne Bescherung

Heilig Abend wird unser Wohnzimmer seit etlichen Jahren zur Bühne für das Weihnachtsspektakel. Unsere in der Nähe lebende Familie ist überschaubar und der Aufwand gering: Am Vortag den Heringssalat zusammen werfen, Baum in die Bude und Deko drauf, Platz schaffen für die zahlreichen Geschenke unnötigen Plunder wegräumen und am 24sten wird nur noch der Tisch gedeckt, Getränke kalt gestellt und Brot gekauft. Das läuft inzwischen alles ziemlich easy und routiniert.

Das war allerdings nicht immer so. Ich erinnere mich an eine Bescherung, die ziemlich chaotisch war. Ist allerdings schon viele Jahre her. Damals haben unsere alten und älteren Familienmitglieder noch gelebt und die Kinder waren noch klein. Die Interessen gingen zwangsläufig ziemlich auseinander. Die Alten wollten besinnliche Weihnachten und die Kids waren vor Aufregung völlig durchgeknallt. Wir als „Mittelalter“ standen irgendwo dazwischen und versuchten, alles in halbwegs geordnete Bahnen zu lenken. 😐

Gleich zu Beginn der Veranstaltung stieß eines der Kinder gegen eine große Schale mit Walnüssen, die heftig scheppernd zu Boden fiel und ihren Inhalt lustig ins Wohnzimmer ergoss. (Ich hätte nie gedacht, dass Nüsse so prima durch die Gegend kullern können; beim Frühjahrsputz habe ich die letzten Exemplare hinter der Couch aufgelesen.) Jedenfalls zog sich der Knabe bei dieser Aktion schon mal den Zorn seiner Mutter zu und die Alten griffen sich bei diesem Angriff auf ihr Gehör erschrocken ans Herz. Wer noch einigermaßen beweglich war, kroch über den Boden und klaubte das Zeug wieder auf. Die Stimmung hatte ihr erstes Hoch.

Die Bescherung selbst – im Wesentlichen für die Kinder interessant – glich damals noch einer Materialschlacht was dazu führte, dass unser Wohnzimmer in Null Komma Nix in einen Saustall verwandelt war. Überall lag zerfetztes Geschenkpapier, achtlos abgerissene Schleifen mit und ohne Geschenkanhänger, Spielzeug in allen Größen, gewünschte und unerwünschte Gaben. Der Clou war ein riesiger Bollerwagen für die Kids. Der Kleine saß drin und wurde vom Großen hin und her geschoben … immer in Richtung Terrassentür … die mit der großen Glasscheibe! 8| Das war so der Moment, wo meine Nerven etwas blank lagen. Der absolute Höhepunkt sollte aber erst noch kommen:

Meine Schwägerin hatte für meine Mutter ein Blumengesteck mitgebracht und packte das auf dem Esstisch aus dem Papier. Auf diesem Tisch stand auch der Adventskranz mit brennenden Kerzen, darunter lag eine bügelfreie Nylontischdecke. Just in diesem Moment kam irgendjemand auf die Idee, doch mal ein bisschen frische Luft ins Wohnzimmer zu lassen und öffnete mal eben die Terrassentür. Der Erfolg: Durchzug. Das Blumenpapier flatterte über die Kerze und brannte sofort lichterloh, die umherfliegenden glimmenden Papierfetzen setzen ratzfatz das Tischtuch in Brand. Halleluja, welch eine Bescherung! 88|

Beherztes Eingreifen des Mittelalters hat das Schlimmste verhindert (die Alten haben es erst mal gar nicht mitgekriegt). Die Feuerwehr musste jedenfalls nicht anrücken. Die Tischdecke flog in die Mülltonne, mit dem Staubsauger haben wir die schwarzen Rußfetzen von der Zimmerdecke, den Stühlen, dem Teppich, dem Schrank und dem Fußboden entfernt. Schon wieder ein Geräusch, das mit Weihnachten nix zu tun hat; jetzt guckten auch die Alten erstaunt, was wir da treiben. :))
Kerze aus, Blumen überreicht, neue Tischdecke drauf, Abend essen.
Nach dem Essen noch ein Verdauungsschnäpschen und schon gingen alle wieder zur Tagesordnung über.
Ich war ein klein wenig geschafft und mein Bruder auch. Er, der eigentlich nie Alkohol trinkt, saß als letzter am Esstisch und winkte mich zu sich: „Aber bring‘ die Pulle mit!“. Während alle anderen in Gespräche vertieft oder mit Spielen beschäftigt waren, saßen wir zwei am Tisch und gaben uns gemütlich die Kante. Nach mir die Sintflut! ;D

Am nächsten Tag habe ich jedenfalls erst mal ein paar Aspirin eingeworfen, bevor ich mich an die Beseitigung der restlichen Flurschäden gemacht habe.
Dieses Weihnachtsfest wird mir in ewiger Erinnerung bleiben und manchmal denke ich ein bisschen wehmütig daran. Die Alten leben nicht mehr und die Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Die Weihnachtsaufregung hat sich gelegt und es ist erheblich ruhiger geworden.
Die Zeiten ändern sich.

E Tännchen blies

Siedend heiß fiel uns gestern ein, dass wir ja noch einen Weihnachtsbaum kaufen müssen. Nächstes Wochenende sind wir nicht da und die Woche über könnten wir nur morgens oder abends los ziehen. Dann ist es aber dunkel und es ist ja schon bei Tageslicht schwer genug, den ultimativen Baum zu finden.

Was haben wir nicht schon alles gemacht, um an ein schönes Exemplar zu kommen:
– stundenlang mit der Säge durch den Wald getrabt,
– alle Händler in der Gegend abgeklappert,
– an einer Weihnachtsbaumlotterie teilgenommen und ein schmalbrüstiges Exemplar gewonnen
– ein Baum wurde mal geliefert … der hatte schon vor der Tür kaum noch Nadeln.

Seit ein paar Jahren kaufen wir unseren Baum bei ein und demselben Händler. Der hat richtig schöne Exemplare und die sind auch so aufgestellt, dass man sie rundum begutachten kann.

Wenn man zu viel Auswahl hat, ist es aber auch nicht recht und so haben wir auch gestern wieder einige Runden durch den Weihnachtswunderwald gedreht. Der ist zu kurz, der zu mager, der ist gut … „merk‘ dir den mal“ :)) … der hat da zu wenig Zweige, der ist oben krumm … wo stand der von vorhin nochmal? :??:
„Guck‘ mal, der ist auch nicht schlecht“ … „nee, ich fand den anderen besser“. „Also los jetzt, entscheide dich!“ „Na gut, nehmen wir den.“ … „Dann bleib hier stehen, ich hole den Verkäufer.“
Caipi allein im Wald.
Ich lege Besitz ergreifend Hand an den Baum, mustere aber schnell nochmal alle umstehenden Exemplare.
Männe stapft mit dem Verkäufer durch den Irrgarten. „Wo bist Du denn?“ „Hiiier!“ *mit der freien Hand sinnlos wink* Der Verkäufer hievt das Exemplar aus dem Ständer und dreht ihn noch einmal, damit er noch eingehender begutachtet werden kann. „Sollen wir tatsächlich?“
„Klar jetzt, auf! Ich hab‘ keine Lust mehr.“
„Also gut.“

Der Baum 2009 wird in ein Netz eingesperrt, das Auto zum Transporter umgebaut und ab geht es nach Hause. Inzwischen ist es auch dunkel geworden. Der Baumschlauch wird einmal quer durchs Haus getragen und landet auf der Terrasse. Hier darf er bis zu seinem Einsatz ein Fußbad in Wasser und Frostschutzmittel nehmen. „Doping für den Baum“, meinte der Verkäufer.

Das haben wir schon mal erledigt. Jetzt müssen wir in den vielen Kisten nur noch eine funktionierende Lichterkette 🙄 und die richtigen Kugeln finden.

Fensterkirmes

So langsam hat ja auch der letzte Weihnachtsmuffel erkannt, dass das Fest der Feste kurz vor der Tür steht und sich dem nachbarschaftlichen Dekorationswettbewerb unterworfen. In irgendeiner Kiste hat ja jeder was, das mehr oder weniger zu Weihnachten passt. Meistens passt es weniger.

Die große Fensterfront des Mietshauses, auf das ich von meiner Küche aus gucken kann muss, leuchtet und blinkt nun in allen Farben, sobald die Dämmerung hereinbricht. Man wird besoffen vom Hingucken! Sterne und Weihnachtsmänner, einfache Lichterketten und Lauf-Schriftzüge „Frohes Fest“, blinkende Rentierschlitten und, und, und. Der Hammer ist ein in verschiedenen Rottönen blinkendes Herz, das vermutlich aus dem Fundus eines Kontakthofes stammt. Das Ding ist so hell, dass man regelrecht geblendet wird. Las Vegas lässt grüßen.

Meine bescheidenen Leuchtsternchen am Fenster sehen dagegen richtig mickrig aus. Aus Scham lasse ich jetzt zeitig den Rollladen runter; dagegen kann (und will) ich nicht anstinken!

Oops!!!

Heute in der Tageszeitung fand ich folgende Anzeige:

Klein Fabian
43 cm – 3380 g
wünscht seinem Vater Fritz Müller*
aus Klein Klickersdorf* alles Gute zu seinem Geburtstag
und gratuliert ihm, dass er am 6.Dezember 2009
Papa geworden ist.

*) Name und Ort geändert

SO kann man es also auch sagen …! :))