Was für ein Ritt

Samstag, sieben Uhr. Ich bahne mir einen Weg um diverse halb gefüllte Reisetaschen und schlurfe erst mal zum Fenster: Es schneit … wie befürchtet. Es sind allerdings nur ganz dünne Flocken und ich hoffe sehr, dass wir ohne Schneeketten über den Berg kommen.

Nach dem Frühstück, dem Packen unserer restlichen Habseligkeiten (wieder mal viel zu viele Klamotten mitgenommen) und den ersten Berichten im Fernsehen über liegen gebliebene oder verunglückte Fahrzeuge auf schneereichen Straßen, machten auch wir uns auf den Weg. Die Schneeketten lagen griffbereit im Kofferraum, brauchten aber erfreulicherweise nicht montiert zu werden.

Durch Bayern kamen wir bei schönstem Sonnenschein und hörten nur im Radio von den diversen Staus nach Unfällen. Irgendwann war aber die Sonne verschwunden und der Schnee da. Wir hörten, dass in Aschaffenburg wegen der Wetterverhältnisse sogar der öffentliche Nahverkehr eingestellt sei. Das konnte ja heiter werden! Der Stau auf der Autobahn brachte es inzwischen auf satte 18 km. Da kommt Freude auf.

Auch wir landeten irgendwann im Stau. Den kannte allerdings weder der Fritze im Radio, noch das Navi. Ein Stündchen standen bzw. krochen wir im Schritttempo, dann hatte mein Mann die Faxen dicke und fuhr „über Land“, hübsch durch den verschneiten Spessart. Das war zwar auch kein Honigschlecken, aber immer noch besser, als irgendwo blöde rumzustehen und gar nicht vorwärts zu kommen. Je näher wir der Heimat kamen, umso besser wurden die Straßenverhältnisse. Im Rhein-Main-Gebiet ist’s halt immer schön warm.

Nach zehn Stunden Fahrt kamen wir zwar genervt, aber wohlbehalten zu Hause an. Der Nachbar hatte den Bürgersteig vor unserem Haus ordentlich gefegt und auch in der Wohnung erlebten wir keine Überraschung: die Heizung war wieder einmal nicht angesprungen und es war/ist saukalt in der Bude. Ich hasse dieses Dreckding! :>

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Jennifer macht Wirbel

… und zwar ganz gewaltig! Hier stürmt und schneit es seit fünf Uhr in der Frühe und hat uns Hausarrest beschert. Lesen, stricken, im Internet surfen, fernsehen, etc. stehen auf dem Programm. Was man halt so macht bei einem Wetter, bei dem man keinen Köter vor die Tür jagt.
Eigentlich sollte es erst heute Mittag anfangen zu schneien, aber das Wetter hält sich hier noch weniger an die Vorhersagen, als bei uns. 😐

Gelegentlich schauen wir aus dem Fenster, von dem aus wir das Ende der Piste beobachten können. Ein paar ganz Unerschrockene sind tatsächlich auf Schiern unterwegs, machen aber keinen glücklichen Eindruck. Sie sehen aus wie Schneemänner und wedeln elegant stochern unbeholfen in der weißen Materie. Insgesamt ist es aber sehr ruhig auf der Piste.

Ich glaube, wir werden heute mal unsere Sektvorräte abbauen und uns das Elend da draußen schön trinken. ;D

Jammertag

Manchmal hat man es einfach im Urin und weiß von vorn herein, dass der Tag nix wird. Ist halt mal so.

Der Tag heute fing eigentlich gut an: deftiges Hüttenfrühstück ohne Stress und Zeitdruck, gutes Wetter, glatte Piste. Blöd war, dass mein Sport unerfahrener Körper heute etwas schwächelte. Noch blöder war, dass mir über Nacht zwei linke Beine gewachsen waren und Schi fahren so gar nicht funktionieren wollte. Ich hab’s aber gleich eingesehen und wollte auch gar nicht viel fahren, musste aber notgedrungen noch einen Hang runter.

Da fährste dann so langsam vor dich hin und plötzlich driften die Schier in verschiedene Richtungen ab. Du weißt sofort, dass das nicht nur ziemlich bescheuert aussieht, sondern auch sauber in die Hose geht. Eine halbe Pirouette hab’ ich noch gedreht, konnte mich auch noch kurz auf den Beinen halten, aber … Trickski ist einfach nix mehr für ältere Semester. Rückwärts knallte ich den Hang runter. Größtmögliche Höhe für den Aufprall des Hinterkopfes auf die Piste. Ungebremst, versteht sich. Das Hirn besucht die Augen. Zum ersten Mal war ich richtig dankbar für meinen Helm. :yes:
Der Aufschlag war trotzdem hart und ich blieb erstmal ziemlich belämmert liegen. Eine irgendwie geartete Bewegung war mir auch gar nicht möglich, ich hatte nämlich Schier und Stöcke unter mir begraben und lag flach wie eine Flunder auf den ganzen Klamotten, die merkwürdigerweise alle noch an mir dranhingen. Normalerweise sollte so ’ne Bindung ja aufgehen. Dann allerdings hätte ich den ganzen Krempel irgendwo am Hang zusammen suchen müssen.
Ich fühlte ein bisschen in mich hinein und versuchte rauszukriegen, ob sich irgendwas ungewöhnlich anfühlt. Dann kam Hilfe von oben, sortierte meine Gliedmaßen, Bretter und Stöcke und richtete mich wieder auf.

Meine Mitfahrer, die unten am Hang auf mich warteten, waren heilfroh, dass sie den Berg nicht wieder hoch stapfen mussten und ich offensichtlich o.k. war. Na … und ich erst! Mein Schädel und meine Knochen sind wohl äußerst stabil, da hab’ ich gute Gene mitgekriegt.

Mal abgesehen davon, dass man nach so einer Aktion keine guten Haltungsnoten mehr zu erwarten hat, ist einem die Häme der lieben Mitmenschen ja gewiss und eine Runde „Sturztrunk“ darf man obendrein ausgeben. Die hab’ ich aber gerne bezahlt; es hätte auch anders ausgehen können und so war ich noch gut bedient.

Das Ganze ist nun ein paar Stunden her. Inzwischen tut’s auch an einigen Stellen weh: Nacken- und Schulterbereich habe ich gesalbt, am Hintern prangt ein dicker Pferdekuss, das rechte Knie ist maulig und überhaupt möchte ich jetzt mal ein bisschen bedauert werden. ;D

Sonderbares Gesöff

So Hüttenwirte haben es ja auch nicht leicht, die Konkurrenz ist groß und die anspruchsvollen Touris wollen immer etwas geboten bekommen. Ständig wird an der Hütte gewerkelt, die Terrasse vergrößert, die Speisekarte erweitert und es wird an den Getränken gefeilt.

Beim Après Ski gestern – wir hatten kaum die Jacken ausgezogen – stand ein „Fliegender Hirsch“ vor uns. Den gibt’s zwar schon länger, aber bisher hielt ich mich bei solchen Kreationen immer zurück. Ich hab’ die Getränke lieber pur; da weiß ich, was passiert. Egal, der Hirsch machte optisch was her, zumindest für ein Greenhorn wie mich: Ein Longdrink Glas, in dem ein geöffnetes kleines Fläschchen Kräuterschnaps (der mit dem Hirsch) steht, welches zu einem Drittel mit der Roten Bullen Limo (verleiht Flügel) umschwappt wird. Beim Trinken vermischen sich beide Flüssigkeiten und schmecken … na ja, so lala halt. 😐 Mein Lieblingsgetränk wird das jedenfalls nicht. Ich hab’ ein paar Ansätze gebraucht, bis ich es weg hatte.

Mal abgesehen davon, dass es nicht wirklich lecker war … die koffeinhaltige Limo hat mir auch den Mittagsschlaf vermasselt: Ich hab’ doch die Scheiß Flügel nicht unter die Bettdecke gekriegt. >:-[ :))

Vom Regen in die Traufe

Den Schnee zu Hause haben wir hinter uns gelassen und sind in die Berge geflüchtet. Wenn schon Schnee, dann will ich ihn nicht nur vom Bürgersteig kehren, sondern auch was davon haben. Nun sind wir in unserem Wintersportort angekommen und waren auch gleich ein bisschen maulig, weil gar nicht so viel Schnee lag, wie wir das normalerweise gewohnt sind.
„Pah, da haben wir zu Hause ja mehr“, gaben wir ein bisschen an.
„Wartet es nur ab!“. Die Dorfbevölkerung blieb völlig gelassen.
Das war am Samstag.
Seit Sonntagmorgen schneit es ununterbrochen 😛 und das passt uns jetzt eigentlich auch nicht. Schifahren ist doof, wenn es schneit. Ich hab’ lieber blauen Himmel und eine schöne glatte Piste.
Naja, machen wir heute halt Hütten-Hopping und futtern uns durchs Sortiment. Auf Kaspressknödelsuppn, Kaiserschmarrn und Apfelstrudel freue ich mich ja schon ein ganzes Jahr lang. Das wird ein kalorienreicher Tag! 🙄

Gestern um sieben

… habe ich Schnee gefegt (ging gut, schöner Pulverschnee), um 11.00 Uhr durfte meine bessere Hälfte nochmal ran und das war es dann auch schon. Nix mit Schneechaos oder so, zumindest nicht bei uns. Ich kann auch gut drauf verzichten.
Irgendwann am Nachmittag habe ich dann festgestellt, dass sich unser Nachbar (der Autoschinder) offenbar jetzt einen gescheiten Besen angeschafft hat. Jedenfalls war auch bei ihm geräumt. Beim letzten Schnee wartete er bis zum Nachmittag – das Zeug war inzwischen schon wieder munter am tauen – und versuchte dann, mit einem Strohbesen die nasse Pampe vom Bürgersteig zu fegen. Ein Bild für die Götter (boah, ich kann so gemein sein!), das ich im Schutz der Gardine genossen habe dem ich mich nicht entziehen konnte. :))

Nun schneit es wieder, aber ich habe einfach noch keine Lust raus zu rennen. Heute ist Sonntag, da muss ja niemand hier durch latschen. Sollen sie doch zu Hause bleiben und erst mal gemütlich frühstücken.
So wie ich. Ich werde jetzt Brötchen aufbacken, Kaffee und Eier kochen und den Schneeflocken beim Fallen zugucken.
Schönen Sonntag Euch allen! :wave:

Vergangenheitsbewältigung die X-te

Oh Mann, was für ein Tag! Wir haben schon den 8. Januar und ich halte immer noch an meinem Vorhaben fest, jeden Tag etwas wegzuschmeißen. Bisher habe ich durchgehalten und heute sogar schon bis Ostern vorgearbeitet!

Der schlimmste Ort des Grauens ist für mich das Büro. Das ist ein ziemlich großer Raum, in dem ich eine kleine Ecke für meinen Schreibtisch habe, um den herum ich mich so langsam aber sicher einmauere. Dicke Ordner liegen und stehen auf dem Fußboden, der Tisch ist belagert mit Ordnern und Akten und langsam kriege ich keine Luft mehr. Das ist nicht etwa deshalb so, weil ich so unordentlich wäre, oh nein! In meinen eigenen Sachen miste ich regelmäßig aus. Es liegt einfach daran, dass in den Regalen, in welche die Ordner gehören, kein Platz für meine Sachen ist.

Kann sich noch jemand daran erinnern, wie aufwendig früher Computerprogramme verpackt waren? In ganz stabilen, doppelten Pappkartons, in denen dicke Handbücher und stapelweise Disketten (für die Jüngeren: das waren so kleine viereckige Dinger, die man in einen Schlitz im Computer stopfen musste) waren. Meist hatten die Kartons auch noch eine bunte Umverpackung außen herum, aus denen der Name des Programms und das erforderliche Betriebssystem hervor gingen. Solche monströsen Dinger haben bei uns die Regalplätze belagert. Echte Schätze waren dabei: PageMaker (damit konnte man zeitungsähnliche Werke herstellen; haben wir vor über 20 Jahren mal für eine Straßenzeitung benutzt), CorelDraw 2.0 bis XYZ (für OS/2 – einem Betriebssystem, von dem heute keiner mehr spricht), Word 6.0 (ach ja, *seufz* das hätte ich ja heute gerne wieder. Das war so schön einfach!) nebst seinen Nachfolgern. Dazu – weil die Handbücher ja meist unverständlich waren – natürlich jeweils auch noch dicke Bücher, in denen dem geneigten User dann auch noch die Schmankerln der Programme erläutert wurden. 🙄
Dieser ganze Quatsch wurde irgendwann mal ins Regal geräumt, gelegentlich mal abgestaubt und nie wieder angeguckt.
Sah aber ordentlich aus! :>>

Heute nun habe ich den ganzen Kram der Entsorgung zugeführt, jeden einzelnen Karton aufgemacht, nach Papier, Datenträger, Füllmaterial (meist Schaumstoff) sortiert und alles in die einzelnen Mülltonnen verteilt. Die Tonnen sind jetzt voll, die Regale ausgewaschen und mit meinen Ordnern gefüllt. 😀

Jetzt habe ich Platz und Rücken und bin fix und alle – aber stolz wie Bolle!