Real-Satire

Kabarettisten und Comedians werden arbeitslos, Sendungen wie Scheibenwischer, Die Anstalt etc. abgesetzt. Jetzt erheitern seriöse Nachrichtensprecher die Nation. Unfreiwillig, versteht sich – aber was sollen sie machen, wenn die Welt immer verrückter wird. Mir tun Köppkes Nachfahren echt Leid: in Schlips und Kragen hocken sie in durchgestylten Studios und müssen mit bierernster Miene Meldungen verlesen, die vor den Bildschirmen Lachsalven auslösen.

Seit ein paar Tagen schon geistert die Meldung über die verkorksten Chips auf den EC-Karten durch die Nachrichtensendungen. Vor dem Jahrtausendwechsel haben sich alle einen Kopp darum gemacht, was EDV mäßig alles schiefgehen könnte. Nix war und die Damen und Herren Programmierer sind wieder nett eingenickt. Läuft ja alles so prächtig. Nun hocken die Resturlaub-Verbraucher in ihren Ferienorten und können sich ihre EC-Karten sonst wo hin schieben. Wir schreiben das Jahr 2010!

Nächster Gag: Wir haben Winter. Glatteis und Schneefall sind um diese Jahreszeit nix ungewöhnliches, sollte man meinen. Fürs Wochenende sind heftige Schneefälle angesagt und was passiert? Das Steusalz ist alle! Ja wer hat denn auch damit gerechnet, dass wir das brauchen würden? Jetzt wird in Marokko geordert, die haben noch was übrig. Vielleicht können wir mit denen ja tauschen … Impfstoff gegen Schweinegrippe hätten wir im Angebot. Winter 2010!

Vor Lachen gebogen habe ich mich gestern bei der Meldung, dass Fluggästen zu Übungszwecken Plastiksprengstoff ins Gepäck geschmuggelt und bei den Kontrollen nicht alles wieder gefunden wurde. Ein ahnungsloser Ire durfte deshalb stundenlange Verhöre der Polizei über sich ergehen und seine Wohnung auf den Kopf stellen lassen! Europa 2010!

Ehrlich, mein Mitgefühl gilt den mittellosen Urlaubern, gestressten Autofahrern und auch dem unschuldigen Iren. Aber ich muss sagen, dass die Nachrichten neuerdings einen hohen Unterhaltungswert haben! Ich freu’ mich schon auf 20.15 Uhr! ;D

Der Burda-Verlag und meine Zornesfalten

Über viele Jahre hatten wir eine Fernsehzeitung abonniert; so ein 2-Wochen-Ding, das durch Werbung und irgendwelche Filmgeschichten dick und unhandlich war und zudem sauteuer. Ein anderer – persönlicher Grund – gab den Ausschlag, dass wir im letzten Jahr den Absprung geschafft und das Abo gekündigt haben. War total easy: kurzer Brief, Bestätigungsschreiben, Geld zurück – fertig.

Denkste!
Seit dem werden wir mit Briefen, Angeboten für Kurz- und Probe-Abos zugeschmissen und mit Anrufen belästigt. Es ist zum Kotzen! Gerade eben hatte ich wieder so eine hyperfreundliche Call-Center-Tussi am Rohr, die sich nach den Gründen für die Kündigung nach so vielen Jahren erkundigen wollte.
Sie könne das gar nicht verstehen.
Muss sie auch nicht, aber ich war relativ gut drauf und habe ihr die Gründe gerne noch einmal zum Mitschreiben dargelegt. Prompt kam auch hier das Angebot für eine andere Zeitung, die in der heutigen Zeit unheimlich wichtig sei und wertvolle Informationen zum Thema Finanzmarketing enthielte. (Die denken wohl, wer sich über bald 20 Jahre so eine scheiß teure Fernsehzeitung leistet, müsse Knete haben ohne Ende. :)) )

Meine Antwort war auch hier NEIN. Erstens, weil wir die falsche Zielgruppe sind und zweitens aus dem vorgenannten persönlichen Grund.
Ob denn nicht vielleicht ein Kurzabo für uns in Frage käme, wollte sie – immer noch freundlich – wissen.
Ich: „Nein, wenn wir …“
Klack.
Die doofe Kuh freundliche Dame hatte das Gespräch beendet.

Da stehste dann mit dem Hörer in der Hand und ärgerst Dir ein Loch in den Bauch, dass Du nicht selbst sofort aufgelegt hast als klar war, was die will. :##
Beim nächsten Mal mache ich das ganz sicher und der Burda-Verlag kann mich mal kreuzweise! Und zur Strafe kaufe ich bis auf weiteres auch kein anderes Heft von denen mehr am Kiosk. Ätsch! 😛

Bill verarscht mich

Die ganzen Jahre war mir der Typ mit der Kassenbrille und dem bescheuerten Haarschnitt herzlich egal und auch das viele Geld neide ich ihm nicht. Inzwischen allerdings könnte ich ihn und sein ganzes Imperium auf den Mond schießen!
Der Ärger fing an, als ich einen Rechner mit dem neumodischen Betriebssystem nebst Programmen bekommen habe. Da hat sich einer was ausgedacht, leck‘ mich am Ärmel! Das Ding ist eine Zeit-Fress-Maschine!!!

Das Textverarbeitungsprogramm z.B. hatte ich ja wirklich mal gut drauf. Textbausteine, Serienbriefe, Tabellen etc. – alles kein Problem. Das war einmal!

Heute brauche ich für einen Brief mit einer simplen Formatierung schon fast eine Ewigkeit. Nix ist mehr so, wie ich es mal gelernt habe, jedes kleine Extra muss man suchen und findet es – wenn überhaupt – eher zufällig. :> Und kommt mir bloß nicht mit dem Tipp „Hilfefunktion“, die ist nämlich komplett für den Müll. Die hat ein Fachidiot verfasst, der sich die Probleme der Normalos gar nicht vorstellen kann!

Heute habe ich Stunden damit zugebracht, Etiketten zu basteln. Das war früher simpel: Neues Dokument, Etiketten, Nummer auswählen und schon hatte man das entsprechende (leere!) Formular auf dem Bildschirm. Heute ist das weitaus komplizierter.
In meiner Naivität hab‘ ich es erst mal auf die alte Art probiert: Neues Dokument und unter Vorlagen „Etiketten“ ausgewählt. Es erscheint darauf ein Pfeil … eine Auswahl „Medien-senden und liefern-Büro-andere Beschriftungen“ … und da drücken Sie dann drauf … und schon hast Du seitenweise bunte Bildchen, mit denen Du nix anfangen kannst. Du kannst eine dieser Vorlagen auswählen, die vielen bunten Bildchen einzeln löschen mit die frei gewordenen Kästchen mit Deinen eigenen Inhalten füllen, aber das kann es ja wohl nicht sein! :no:

Zufällig rief in dem Moment der Mensch an, der mir dieses neue Computermonster auf den Tisch gestellt hat. Der kam mir ja grad recht!
Er hatte viele neue Ideen für mein Problem, die aber auch einigermaßen unbefriedigend waren. Mit einem weiteren Fachmann an seiner Seite und mir am anderen Ende der Leitung haben wir praktisch zu Dritt rumprobiert. Letztendlich sind wir dahinter gekommen, wie es geht und ich hatte nach einem sehr langen Telefonat tatsächlich Etiketten mit dem von mir gewünschten Inhalt. Ob ich das allerdings jemals werde wiederholen können, wage ich zu bezweifeln. Mir dröhnt der Kopf und ich hab‘ viereckige Augen. 🙄

Ganz ehrlich, ich finde, Billi-Boy sollte gefälligst von seinem vielen Geld was abgeben und mit jedem neuen Betriebssystem oder Programm dem User eine kostenlose Schulung spendieren. Die Zeit und die Nerven, die ich heute verbraten habe, kann mir Microschuft sowieso nicht bezahlen. Boah, Mann ey! :##

Ey, bin ich schon drin oder was?

Jetzt ist doch tatsächlich das neue Jahr schon wieder drei Tage alt, der Silvesterbesuch ist abgereist und frau bemüht sich, alles wieder in geordnete Bahnen zu lenken.
Die Aufräumungsarbeiten sind erledigt, ein bisschen Bürokram ist schon abgehakt und es hätte ein entspannter Sonntag werden können, wenn dieser blöde Schnee nicht fallen würde. Ich hatte mich schon gewundert, dass es heute so gar nicht hell werden will … es hat gedauert, bis ich kapiert habe, dass Schnee auf dem Dachfenster liegt und das Tageslicht aussperrt. Mist!
Ich hab‘ mir die weiße Pracht mal von nahem betrachtet und festgestellt, dass einer unserer Nachbarn den Gehweg vor unseren Häusern schon mal abgekehrt hatte. Inzwischen ist er wieder zugeschneit, aber es ist eine gut sichtbare Stufe zu dem Nachbarn zu erkennen, den keiner so richtig leiden kann und der mit Schnee schaufeln so gar nichts am Hut hat, vor seinem eigenen Haus nicht und schon gar nicht vor denen der Nachbarn. So wie es aussieht, werden wir heute wohl noch ein paar Mal zu Schieber und Besen greifen müssen. *seufz*

Ich hoffe, Ihr seid alle gut reingerutscht ins neue Jahr und ich wünsche Euch viel Glück und Gesundheit und dass Eure guten Vorsätze auch tatsächlich in die Tat umgesetzt werden!

Meine guten Vorsätze halten sich in Grenzen: Ich werde jeden Tag etwas wegwerfen, verschenken oder sonst wie entsorgen, was ich seit Jahren nicht mehr benutzt habe, aber tapfer in Schränken, Kisten und Kommoden horte. Echt jetzt, das mache ich!
Früher bin ich ja immer mal umgezogen, dabei findet ganz von selbst eine Auslese statt. Jetzt wohne ich seit 27 Jahren im gleichen Haus und da wird immer enger um mich herum. Im neuen Jahr werde ich Platz schaffen, großes Indianer-Ehrenwort! :yes: Und ich werde auch nichts mehr anschaffen, was ich nicht wirklich und ganz dringend brauche. ;D
Hach, das wird toll! Vor meinem geistigen Auge sehe ich übersichtliche Bücherregale, Schubladen und Schränke in denen alles, was man gerade benötigt, griffbereit steht oder liegt 😀 und nicht erst unter unnützem Zeug ausgegraben werden muss. Mit jedem Teil werde ich mich befreiter fühlen und tiefer durchatmen können. Herrlich! Ich mache mich jetzt gleich an die Arbeit …! :yes:

Habt einen schönen Sonntag und überlegt beim Schnee schieben, wie Ihr Eure guten Vorsätze am besten in die Tat umsetzen könnt!