Draußen

Nette Menschen, gutes Essen und ein leckeres Weinchen … und das alles am Abend und unter freiem Himmel – herrlich! Noch nicht mal eine Strickjacke haben wir gebraucht. So ein Frühsommer ist schon was Tolles! :yes:

Einziges Manko: dieser elende Berg Bügelwäsche. Dazu kann ich mich bei dem schönen Wetter so gar nicht aufraffen. :no:

Euch allen einen guten Start in den Wonnemonat!

Aus gegebenem Anlass

Es nervt

– dass meine Waschmaschine immer weniger Socken ausspuckt, als ich vorher reingestopft habe

– dass die Nachbarskinder es mühelos schaffen, das Geräusch unseres Hochdruckreinigers zu übertönen

– dass mein Mann säuft lustig pichelt und ich am nächsten Tag die Kopfschmerzen für ihn habe

– dass das Telefon immer dann klingelt, wenn wir gerade beim Abendessen sind

– dass unsere Mannschaft immer dann versagt, wenn das Fußballspiel mal im Fernsehen übertragen wird

– dass das Gartencenter immer dann rappelvoll ist, wenn ich mal ein paar Blümchen kaufen will

– dass mein Portemonnaie immer prall mit Kleingeld gefüllt und das Fach für die Scheine leer ist.

Des einen Freud, des anderen Leid

„Papa, machen wir jetzt auch ein Feuer?“, fragte der kleine Nachbarsjunge (die, die immer so tun, als sehen sie uns nicht und die vom Grüßen so gar nichts halten) zu seinem Vater, als bei uns die Rauchwölkchen aus dem Kamin aufstiegen und das erste Grillfest der Saison ankündigten.
Nee, mal gar nicht. Und wenn, dann sowieso nur Gemüse und Tofuwürstchen. Nachbars leben schließlich gesund! Trotzdem haben sie ihre Nasen immer in den Wind gehalten und – jede Wette – der Sabber tropfte ihnen aus den Mundwinkeln. Ätsch! 😛

Den Wettlauf um das erste Grillsteak der Saison haben wir jedenfalls Haus hoch gewonnen. Dafür sind wir mit den Gartenarbeiten noch etwas im Hintertreffen und die Terrasse sieht auch noch aus wie Sau. Da muss der Hochdruckreiniger ran und das ist Männersache. Da bin ich fein raus.

Unseren Gästen war das egal. Sie wollten ursprünglich am Samstag in den Urlaub fliegen, was ihnen dieser blöde Vulkan gründlich vermasselt hat. Die waren für jedes Alternativprogramm dankbar und sahen gerne über den schmuddeligen Boden hinweg.

Das Wochenende war übrigens ausgesprochen ruhig. Unsere Nähe zum Frankfurter Flughafen beschert uns normalerweise auch eine gute Portion Fluglärm und der fiel diesmal komplett weg. Ist auch irgendwie komisch; man gewöhnt sich an die Donnervögel. Als richtig störend empfinden wir das nur in der Ferienzeit oder wenn der Wind von der falschen Seite kommt uns sie in die andere Richtung starten müssen.

Allerdings waren wir schon etwas verdutzt, als um kurz nach 20.00 Uhr doch ein Flugzeug zu hören war und sind sofort zum Fernseher gestürzt. Das war aber nur die Testmaschine aus Istanbul, die gerade von ihrem Erkundungsflug zurück gekehrt war. Ich bin gespannt, wann hier wieder alles normal läuft. Für die Bahn ist dieser Vulkanausbruch jedenfalls wie ein Sechser im Lotto und ich bin heilfroh, dass ich nicht in einem der überfüllten Züge sitzen muss.

Klimawechsel

… meine neue Lieblingsserie im ZDF (Do, 21.00 Uhr). Einfach köstlich, wie Doris Dörrie die klimakterischen Störungen ihrer Protagonistinnen auf die Spitze treibt. Jede Frau um die fünfzig kann sich – zumindest in Ansätzen – darin wieder finden und herzhaft lachen … sofern sie nicht gerade selbst von einem Schweißausbruch gebeutelt wird.

Vier Lehrerinnen und ihre Frauenärztin werden gnadenlos dabei beobachtet, wie sie launisch-verschwitzt-lüstern versuchen, ihren Körper und damit vermeintlich auch ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen, was sie erleben und zu erleiden haben. Die Frage der halbwüchsigen Tochter etwa, „Mama, weißt Du eigentlich, wie Deine Oberschenkel von hinten aussehen?“, hat mich gestern fast von der Couch kugeln lassen.

Die Männer in den „besten“ Jahren kommen übrigens auch nicht ungeschoren davon. Potenzprobleme, Lustlosigkeit und Gockelgehabe sind gleichermaßen Thema und machen diese Serie nicht nur für Frauen sehenswert.

Andrea Sawatzki (mit dunkler Perücke kaum wieder zu erkennen) als durchgeknallte Künstlerin im späten Mutterglück ist grandios. Ebenso Ulrike Kriener, deren Film-Ehemann mit den ehelichen Pflichten nix mehr am Hut hat und nun bemüht ist, irgendwie doch noch auf ihre Kosten zu kommen.

Wirklich schade, dass daraus nur eine Miniserie von fünf Teilen geworden ist!

Na sauber!

In Island spuckt ein Vulkan mit unaussprechlichem Namen glühende Brocken und tonnenweise Asche in die Luft und zwingt die Luftfahrt in Nordeuropa in die Knie bzw. auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Natur schert sich einen Dreck darum, ob in London ein Geschäftsmann zu einem dringenden Termin nach Übersee muss oder blasse Nordlichter einfach mal wieder Sonne sehen wollen. Ein beruhigendes Gefühl, dass wir die Natur doch noch nicht vollständig beherrschen … solange man von den Einschränkungen nicht selbst betroffen ist. Der Geschäftsmann und die Touristen sehen es mit Sicherheit weniger gelassen.

Macht aber nix, dass dieser blöde Vulkan uns die Luft verpestet. Die Post hat Abhilfe geschaffen und ist mit einer Innovation ausgebrochen.
Baff!!
Jetzt gibt es Duftbriefmarken.
Wieder etwas, was die Welt nicht braucht. 🙄

Nicht genug, dass man im Taxi von stinkenden Duftbäumen belästigt wird, in Geschäften frisch Gebackenes aus einem Zerstäuber strömt, alte Karossen mit Lederduft aus der Sprühdose wieder auf neu getrimmt werden – nun wabert einem „lemon fresh“ schon morgens am Briefkasten in die Nase. Pfui Deibel.
Eine Vergewaltigung des Geruchssinns!

Nee, wat schade

Irgendwie war es ja doch ungerecht: wir sind 700 km gefahren, haben in einer zugigen Baustelle gestanden und mit ganzen 20 Fans gegen eine Übermacht von 15.500 Braunschweig-Fans angesungen … und doch verloren. Ok, dass es schwer werden würde, war vorher schon klar und ich will auch gar nicht meckern. Unsere Jungs haben sich wacker gehalten und die zwei letzten Tore in den letzten 10 Minuten kassiert. Da waren sie mit ihren Kräften am Ende. Einfach platt. Löwenfutter.

Anfangs hat ihnen vielleicht auch die Kulisse zu viel Respekt eingeflößt; in der dritten Liga vor 15.500 Zuschauern zu spielen, das kommt nicht oft vor. Zu Hause sind wir froh, wenn sich mal 3.000 Leute ins Stadion verirren. 😐
Man kriegt schon eine Gänsehaut, wenn so viele Fans ihre Mannschaft anfeuern. Boah, ey.

Trotzdem hatten wir viel Spaß. So Auswärtsfahrten bestehen ja nicht nur aus dem Spiel und gestern war die Stimmung ausgesprochen gut. :yes: Unsere Mannschaft hatte keines der letzten sieben Spiele verloren und das ließ Platz für zarte Hoffnungen. Außerdem gab es einen Geburtstag zu feiern und so wurde bei der Hinfahrt schon mal das eine oder andere Gläschen Sekt gepitscht und viel gelacht.
Die Rückfahrt verlief dann erheblich ruhiger, was aber nicht an dem verloren Spiel lag. Ich hab‘ – wie die meisten – ein bisschen geschlafen und war nachts um viertel nach zwei froh, als ich mich endlich im Bett ausstrecken konnte. Als Fan macht man schon was mit.

Das Endergebnis war übrigens 3 : 1 – nur für die, die es interessiert.

Das Griechen-Problem

Nee. Nicht das Problem der Griechen mit ihrer Wirtschaft, sondern mein Problem mit der griechischen Wirtschaft, in der wir gestern Abend waren.

Der Wirt kennt uns und weiß, dass wir verfressen und einem guten Tropfen nicht abgeneigt sind. Wir haben Hunger und bestellen uns eine gemeinsame Vorspeise, um noch Platz für das Hauptgericht zu haben. Wir lassen uns beraten und wählen eine gute Flasche Rotwein, die auch prompt geliefert wird. Dazu gibt es erstmal einen Gruß aus der Küche, der den Tagesbedarf an Knoblauch schon mal großzügig abdeckt.
Dann kam das bestellte Tsatsiki, das auch für eine vierköpfige Familie als Vorspeise gereicht hätte, frisch gebackenes Pitabrot und – falls das nicht reicht – noch ein Körbchen mit Baguette. Danach waren wir satt!

Ich stöhnte schon leicht, als ich einen riesigen Salatteller (lecker, mit Wildkräutern und Blüten) auf unseren Tisch zukommen sah. Der war für mich; mein Mann lehnte sich entspannt zurück und grinste.
Ich stopfte tapfer Teile der Blumenwiese zu dem Knobi-Brot-Joghurt-Gemisch und spülte immer mal mit Rotwein nach. Jetzt war ich reif für einen Kaffee und ganz sicher auch für ein Wöhlerchen.
Stattdessen wurde die Hauptspeise gebracht. Kalbsleber mit Zwiebeln und griechischen Bratkartoffeln für mich, mit Schafskäse gefüllte Hackfleischklopse für meinen Mann, dem gerade das Grinsen aus dem Gesicht fiel. Mist, wieder kein Tupper-Dippchen dabei!

Bei unserem Kampf beschränkten wir uns auf das Wesentliche – in meinem Fall zwei große Scheiben super zarter Kalbsleber. Das Kartoffel-Zwiebelgebirge blieb im Wesentlichen unangetastet.

Jetzt aber wirklich Kaffee und Metaxa, zurücklehnen und schweigend die Bäuche reiben. Wir hatten es geschafft! Einen letzten Schluck Rotwein noch und dann die Rechnung bitte. Der Sohn des Wirtes kassierte und lenkte uns mit der Frage nach einem Getränk aufs Haus ab. Wir entschieden uns für weiteren Metaxa und der Sohnemann zischte in Richtung Tresen ab.
Zeitgleich kam der Wirt aus der Küche … mit einem Teller Halwa und zwei Gläsern Dessertwein in der Hand. 88| Boah, jetzt macht er uns fertig!!!
Ablehnen geht nicht. Der Wein ist sehr lecker, auf griechische Nachspeisen kann ich allerdings gut verzichten. Ich picke trotzdem ein bisschen auf dem Teller rum, lasse dann aber unauffällig ein paar Teile erst in einem Tempo und danach in meiner Handtasche verschwinden. Ich kann beim besten Willen nicht mehr!

Dann kommt der Metaxa. Nie war er so wertvoll wie heute! :-/ Wir bedanken uns artig und hauen schnell ab. Beim letzten Mal gab es anschließend nämlich noch eine Probe verschiedener griechischer Weine. Der Wirt ist ein Weinkenner und immer stolz, wenn er seine Schätzchen präsentieren kann.

Wir schleppten uns heim und fielen bald darauf in ein tiefes Fress-Koma. 😳 Verdauung fand heute Nacht jedenfalls nicht statt; ich fühle mich, als sei ich soeben vom Tisch aufgestanden.
Ach ja … und ich bin heilfroh, dass ich heute keinen Zahnarzt- oder Friseurtermin habe!

Hohe Diplomatie

Wie bestrampelt muss man heutzutage als Diplomat eigentlich sein? Bislang dachte ich ja immer, die Damen und Herren dieses Corps würden sich durch ein gewisses Maß an Intelligenz, gutem Benehmen und eben Diplomatie auszeichnen, wurde aber nun eines Besseren belehrt!

Wie den Mittagsnachrichten zu entnehmen war, hat der Vize-Konsul von Katar während eines Inlandfluges in Amerika Terroralarm ausgelöst. Nicht genug, dass er verbotener Weise in der Flugzeugtoilette geraucht und damit die Aufmerksamkeit der Flugbegleiter auf sich gelenkt hat – bei der Befragung, was er so lange auf dem Klo treibt, verwies der Hirni auch noch auf den Sprengstoff, den er angeblich in seinen Schuhen versteckt habe. Das Flugpersonal informierte daraufhin die Sky Marshals, der Witzbold wurde überwältigt und das Flugzeug – nachdem der Pilot den Vorgang gemeldet hatte – von Kampfflugzeugen flankiert zum Zielflughafen geleitet.

Super gemacht, Herr Diplomat!

Ostern in Kiel

Eigentlich wg. Fußball, aber die Entfernung und die Feiertage boten sich für eine kurze Auszeit an und die haben wir auch genossen. 😀

Kiel ist ganz nett … ein bisschen verschnarcht vielleicht, aber das sind wir ja von zu Hause gewohnt. Ich mag die verklinkerten Häuser, den Wind und die Nähe zum Meer. Aufgefallen sind mir breite Straßen, auf denen kaum ein Auto unterwegs war und massenhaft Parkhäuser. Keine Ahnung, wohin sich die Kieler Bevölkerung über die Feiertage verkrümelt hat; das Parkhaus neben unserem Hotel war jedenfalls auch leer. :??:

Vermisst habe ich Stände, an denen man Fischbrötchen kaufen kann. Da hatte ich mich eigentlich drauf eingestellt und war sehr enttäuscht, nur Bratwurststände vorzufinden. Für ’ne Wurscht fahre ich doch keine 600 km! Außerdem gibt es dort zu allem nur labberiges Toastbrot, was ich völlig daneben finde. Bäh!
Im Stadion habe ich notgedrungen zur Frikadelle gegriffen (die übrigens sehr lecker war). Auf das Toastbrot habe ich gerne verzichtet, das war da sicher schon drin. 😉

Das Fußballspiel konnte man vergessen; Not gegen Elend. Wenigstens ist es unentschieden ausgegangen und war damit halbwegs gerecht. Auf die Prügel, die uns von den Kieler Fans angedroht wurde, hätte ich auch verzichten können. Wir waren schon sehr erstaunt, als wir das Riesenaufgebot an Polizei gesehen haben und haben mal nachgefragt, was das soll – wir sind schließlich noch nie als gewaltbereit in Erscheinung getreten.
Sie seien zu unserem Schutz da, wurde uns erklärt, weil sich leider die eigenen Leute nicht im Griff hätten. Nach dem Spiel waren wir tatsächlich ganz dankbar über die Anwesenheit der Schutztruppe. Unsere Fans waren mit zwei Bussen angereist und wurden mit Polizeischutz zur Autobahn geleitet. Wir zwei armen Hanseln mussten mit dem Stadtbus zurück zum Hotel. Auf Anraten der Polizei haben wir allerdings unsere Fanschals unter den Jacken versteckt. So was habe ich auch noch nicht erlebt. Sehr Schade!

Was wir auch leidvoll erfahren mussten, ist die Tatsache, dass die A 1 eine einzige Baustelle ist. Man hört oder liest das immer mal irgendwo, registriert es aber nicht wirklich … bis man drinsteht im Baustellenstau. Allerdings waren wir auch nicht auf ein so hohes Verkehrsaufkommen in Richtung Norden gefasst. Wir sind davon ausgegangen, dass die meisten Osterurlauber in die Berge fahren würden. Aber was soll‘s, wir hatten ja Zeit und richtig lange mussten wir auch nicht im Stau stehen. Jedenfalls haben wir mal wieder etwas anderes gesehen und neue Eindrücke mitgenommen und … ich habe zum ersten Mal in einem Strandkorb gesessen. Man muss ja alles mal gemacht haben. ;D