Nur Italien nicht, nur Italien nicht

Pressemitteilung
Die italienische Nationalmannschaft hat am Tag nach dem WM-Aus ein Waisenhaus in Kapstadt besucht.
„Es ist schwer in so traurige und hoffnungslose Gesichter zu blicken“, meint der 6-jährige Jamal.
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gefunden irgendwo im www

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Der Lauscher an der Wand

Wir saßen am Samstag auf der Terrasse und waren am Grillen. Normalerweise sind wir da ziemlich alleine, weil die Nachbarschaft die Abende lieber vor dem Fernseher verbringt. Nicht so an diesem Tag. Unser Nachbar hatte sich Gäste eingeladen und da die Terrassen aneinander grenzen, kriegt man zwangsläufig auch die Gespräche mit, die dort stattfinden. Das kann durchaus informativ, spannend oder auch lustig sein. Diesmal war es – ungewollt – sehr lustig.

Beim Aperitif unterhielt man sich angeregt über Gartenbau, was in dem Dschungel, den unser Nachbar für einen Garten hält, durchaus nicht unangebracht ist. Lustig war es zu hören, was er angeblich alles dafür tut, dass das Grün so üppig ist und seine profunde Sachkenntnis. Wir wissen, dass er gar nichts in seinem Garten macht. Wirklich überhaupt gar nichts! Alles wächst einfach in den Himmel.
Die Vorbesitzer hatten das bisschen Land mit Büschen und Bäumen total überfrachtet und niemals wird hier irgendetwas beschnitten oder im Zaum gehalten. Der ehemalige Rasen ist verkahlt, hier wächst noch nicht mal mehr Unkraut. Die eine Rose – die einzige Pflanze, die in dem Urwald noch ein bisschen Sonne abkriegt – blüht in drei Metern Höhe, der untere Teil besteht nur aus kahlen Stängeln. Sehr dekorativ. Das Efeu, das an der Hauswand entlang wächst, hat sich längst der Markise bemächtigt und verhindert mit seinen stabilen Trieben, dass diese noch ausgefahren werden kann. Na gut, bleibt sie halt drin. Ist mir ja egal. Nicht egal hingegen ist, dass es auch unsere Hauswand einzunehmen versucht und wir das Mistzeug regelmäßig entfernen müssen. Der Herr Nachbar tut ja nix. Aber egal, mit dem Mund jedenfalls ist er DER Gärtner vor dem Herrn!

Wir unterdrücken das Lachen und wenden uns unseren Steaks zu. Die Nachbarschaft speist lieber im Wohnzimmer, kommt aber nach dem Essen wieder raus. Es ist kurz nach 21.00 Uhr, als der Hausherr wohl sein Glas erhebt und lauthals verkündet: „Schön, dass Ihr da ward!“ Ich hätte das als Rausschmiss empfunden, aber seine Gäste blieben stur hocken. Nun wurde diskutiert, was man als nächstes trinken könne. Sekt gab es wohl noch, aber der war zum Bedauern der Damen nicht gekühlt. Vermutlich wurde dann Rotwein serviert, was einen der Gäste zu der Bemerkung veranlasste, dass er am liebsten Rotwein mit Fanta trinkt. Gourmets unter sich! Später folgte noch der Spruch, dass er ein ganz einfaches Mineralwasser auf dem Markt gefunden habe, das ihm weit besser schmecke als französischer Rotwein. Ich schloss daraus, dass der kredenzte Vino tinto seinen gehobenen Ansprüchen nicht genügte.

Mein Mann war inzwischen Kopf schüttelnd ins Wohnzimmer verschwunden und guckte Fußball. Ich rückte draußen immer mal mit dem Stuhl um kund zu tun, dass nebenan noch jemand da war. Das interessierte die Gästeschar aber herzlich wenig; die Gespräche wurden „geistreicher“ und erheblich lauter.

Nun wurden diverse Themen durchgehechelt: Alternative Medizin, Literatur, kulturelle Veranstaltungen etc. Von Globuli über Brecht bis hin zu Marilyn Monroe und Howard Carpendale.
Je später der Abend, desto seichter die Gespräche!
Nein, stimmt nicht! Irgendwann ging es auch noch über die positiven Auswirkungen des ökologischen Hausbaus auf den menschlichen Körper. Aber holla! Jeder wusste was über Kopfschmerzen, die aus der Tapete kommen! Der Gast bewohnt wohl ein altes Fachwerkhaus, das teilweise restauriert und die Gefache mit Stroh und Lehm erneuert wurden. Seine Ausführungen bewog eine der Damen zu der Frage, aus was denn Lehm bestünde, woraus dieses Material denn hergestellt würde. Sie habe von so was ja keine Ahnung.
„Stimmt!“, dachte ich mir und bin zum Ablachen mal schnell aufs Klo.

Schweizer Käse

An Pfingsten wars, als sich unsere alte Markise mit einem hässlichen Geräusch von uns verabschiedete. Wir saßen gemütlich im Garten und schlabberten Eis. Es war warm, die Sonne lachte und ein laues Lüftchen strich uns durchs Haar. Sehr angenehm für uns. Die Markise mochte das mit dem Wind eher weniger. Der 28 Jahre alte Stoff war wohl schon ziemlich morsch. „Ritsch“ machte es und schon war er an der Kederleiste auf 50 cm eingerissen. 88| Schei… !

Aber wir sind alte Camper und wussten uns zu helfen. Mittels eines langen Schnürsenkels, einer aus einem halben Druckknopf gebastelten Öse, etwas Klebstoff und Gummi zur Stabilisierung konnten wir das Problem vorübergehend beheben. Im nächsten Jahr wollten wir ja sowieso eine neue Markise anschaffen, nun musste diese Ausgabe halt vorgezogen werden. So richtig ins Programm passen solche Ereignisse ja eh nie.

Also sind wir losgezogen und haben uns mit den neumodischen Schattenspendern befasst und im zweiten Anlauf auch eine Firma gefunden, die halbwegs vernünftige Preise hatte. *schluck*
Das neue Design für die Bespannung war schnell ausgesucht und das neue Maß war sowieso klar. Also haben wir bestellt und tapfer drei Wochen auf die Lieferung gewartet. Unsere Reparaturarbeit war dauerhaft und hätte vermutlich auch noch den ganzen Sommer gehalten, aber das weiß man ja vorher nie so genau.

Heute jedenfalls wird die Neue installiert. Seit acht Uhr sind drei Männer damit beschäftigt, Löcher in unsere Hauswand zu bohren, die inzwischen einem Schweizer Käse nicht unähnlich ist. Zauberhafte Geräusche! Meine größte Sorge, dass wir die Markisen gar nicht durchs Haus kriegen – ist bei uns nach einigen Umbaumaßnahmen ein bisschen diffizil – hat sich gottlob nicht bewahrheitet. Es war zwar etwas heikel, aber die Männer haben es geschafft. Andernfalls hätten wir auch ein echtes Problem gehabt. Puh!

Jedenfalls sehe ich jetzt gespannt der Fertigstellung entgegen (die Nachbarn übrigens auch – so viele Leute sieht man sonst nie an den Fenstern). Noch sind nicht alle Löcher in der Hauswand. Wenn ich mir die Länge der Bohrer angucke, wird mir angst und bange; so dick sind unsere Wände gar nicht und ich wusste auch nicht, dass es sooo lange Schrauben gibt. Naja, vielleicht kann man von Innen noch einen Schrank dranhängen.

Jedenfalls staubt es wie verrückt und wenn die Mannschaft vom Hof ist, muss ich erst Mal Besen und Schrubber schwingen. Danach werde ich ein paar Steaks kaufen … mir ist, als müssten wir heute mal wieder grillen. Danach gibt’s public viewing in Caipis Wohnzimmer. 😀

Mitleid

Eigentlich war klar, dass Nordkorea das Spiel gegen Portugal verlieren würde, aber was da gerade abgeht …! Du lieber Gott!
Die armen Koreaner werden dermaßen vorgeführt; ich mag schon gar nicht mehr hingucken.
Der Schiri hatte immerhin ein einsehen und hat nicht mal nachspielen lassen. Bei einem Stand von 7 : 0 bringt das niemandem mehr was.

Immerhin hat Ronaldo endlich sein Tor geschossen. Nicht schön, aber mit viel Glück und ziemlich kurios. :DD

Geschenke für Männer

… sind ja immer irgendwie schwierig. „Was könnte ich denn Deinem Mann zum Geburtstag schenken?“, war die mir in letzter Zeit am häufigsten gestellte Frage.
Ach Gott, ja …!
Rasier- und Duftwässerchen fielen diesmal weg; im letzen Jahr wurde er damit üppig versorgt, das reicht bis mindestens 2012.
Wie praktisch, dass da gerade ein Fußball-Event stattfindet! Da findet sich doch bestimmt was, oder?

Seit gestern sind wir nun also auch mit Fußball-Devotionalien eingedeckt. Mal abgesehen von der unsäglichen Tröte (wer sich den Namen nicht merken kann: wenn man „Uwe-Seeler“ ein bisschen nuschelt (Uwu Seela), klingt es wie Vuvuzela und man gilt als gut informiert), Unterhosen und Badeschlappen in Landesfarben, Fahnen in jeder Größe, Chips und Knabbergebäck und auch etwas, um den Frust runter zu spülen, sollte unsere Mannschaft nicht die gewünschte Leistung erbringen. Ach ja, und eine Decke, mit deren Hilfe man die heimische Couch zur Trainerbank umfunktionieren kann. Guckstu hier:

Trainerbank

Mir wurden vom Überbringer die Plätze links und rechts vom Trainer zugewiesen, also Bierholer oder Masseur, je nach Bedarf. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Jobs vier Wochen lang ausfüllen möchte. Vielleicht muss ich den Trainer irgendwann von der Bank schicken. Schau’n mer mal.

Ich bin übrigens schon jetzt froh, dass der ganze Zauber vorbei ist, wenn mein Geburtstag ansteht.