Caipi kämpft

Nachdem die Temperaturen der letzten Tage für körperliche Bewegung eher ungeeignet waren, musste ich mir eine weniger schweißtreibende Tätigkeit suchen. Das fiel nicht weiter schwer, weil es sowohl im Haushalt als auch im Büro genügend stupide Dinge zu tun gibt, die keine große Bewegung erfordern. Für Buchhaltung, Bilder sortieren, Silber putzen hatte ich echt keine Lust und habe mich stattdessen auf Näharbeiten konzentriert. 🙄 Nein, keine Knöpfe annähen oder Socken stopfen, sondern Gardinen nähen … so richtig mit Maschine und viel Stoff! Ich muss bekloppt sein, weiß ich doch, dass ich sofort eine Krise kriege, wenn ich mehr als einen viertel Meter Stoff in den Händen halte! Ich hatte es vergessen verdrängt.

Also schleppte ich den Koffer mit der Nähmaschine erst mal quer durchs Haus in den vermeintlich kühlsten Raum und richtete mir einen Arbeitsplatz ein. Stellte einen Stuhl neben den Tisch, auf dem ich die 4,5 Quadratmeter Gardine, die an der zu erstellenden Naht noch dranhingen, platzieren konnte, ohne dass sie mir ständig wegrutschten, und legte los.
Die erste Naht klappte auch ganz gut 😀 , dann streikte die blöde Maschine bzw. machte nur noch Murks. ‚Das kriegste hin, Caipi‘, dachte ich mir und schraubte an allen möglichen Stellrädchen mal ein bisschen rum und probierte aus, was passiert. Es wurde immer schlimmer und obendrein immer schneller. Ich war kurz vorm Ausrasten. :>
Also Gebrauchsanleitung raus und so merkwürdige Dinge wie Ober-/Unterfadenspannung, Nähfußdruck und all so was nachgelesen. Ganz am Ende gab es ein Kapitel „Ursachen kleiner Störungen“; hier erfuhr ich zu meinem Erstaunen, dass mein Turboteil eine Geschwindigkeitsregulierung hat, die sich just an dem Stellrädchen befindet, an welchem ich zuvor emsig rumgeschraubt hatte. Ein blöder Fehler, der aber schnell behoben war. Die Maschine machte weiter Murks, aber jetzt viel langsamer … zum Zugucken sozusagen.

Ich will Euch nicht mit der ganzen Odyssee langweilen, aber ich habe gefühlt 100 X den Faden wieder eingefädelt, den Unterfaden hochgeholt, einen halben Kilometer Garn auf- und abgespult und zu guter Letzt entnervt aufgegeben. Drecksding elendiges! Gibt’s halt keine Gardinen! Zeitungspapier vorm Fenster ist ja auch dekorativ.
Ich war ziemlich sauer und brauchte drei Tage, um einen neuen Anlauf zu nehmen. Keine Ahnung, was mich geritten hat: ich hab‘ einfach ein anderes Garn genommen und plötzlich ging es. Warum es anfangs auch mit dem alten Garn ging, entzieht sich meiner Kenntnis und inzwischen ist es mir auch schnurzpiepegal. Hauptsache, das Ding lief wieder und ich konnte arbeiten.

Mein Verhältnis zu großen Stofffetzen ist übrigens weiterhin gestört und ich werde ganz sicher so bald keine solchen Tätigkeiten mehr in Angriff nehmen. Bei der nächsten Hitzeperiode wird das Silber geputzt!

5 Gedanken zu “Caipi kämpft

    • „Warum bringst Du das nicht zu mir??? :>>“

      Du bist ja süß! Beim nächsten Mal werde ich an Dich denken … versprochen!

      Im Ernst: Im Prinzip weiß ich, wie es geht – jedenfalls so lange die Technik mitspielt. Ich hab‘ auch eine Nachbarin, die professionell Gardinen näht, aber im Regelfall mit Seidenstoffen zu tun hat. Ich hatte echt Skrupel, da mit meinem IKEA-Tüll anzuklopfen. 😳
      Bei mir scheitert so was immer an mangelnder Routine, mangelnder Nervenstärke und inzwischen leider auch an mangelndem Sehvermögen. Weiße Naht auf weißem Store, da muss ich mich schon sehr konzentrieren.
      … und überhaupt grabe ich lieber den halben Garten um, als mich mit so diffizilen Tätigkeiten rumzuärgern. 😉
      Dir auch ein schönes Wochenende! Wir machen „in Familie“ und gucken mal, wie sich unsere jüngsten Mitglieder so entwickelt haben.
      LG, Caipi

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      • ICH nehme auch IKEA!!!

        Wegen der mangelnden Übung hatte ich ja auch im letzten Herbst den Blazer lieber in Spanien bei der Schneiderin machen lassen.
        Aber jetzt habe ich mir zwei einfache Kaftan-Kleider für die Hitze genäht. Und jetzt kommen noch zwei schwarze Blusen dran. Ich brauche ja eine für’s Konzert 😳 Kann ja nicht mit Top und Blazer gehen, wie in die Alte Oper.
        Und dann habe ich noch 5 – 6 m roten Stoff, da sind auch noch Blusen, oder vielleicht auch ein Rock, geplant.

        Aber heute gehe ich erst mal zum Friseur, und dann mache ich mich an den Rest meiner Steuererklärung, nachdem ich mich nun endlich dazu aufgerafft habe. 😀

        LG, Gudrun

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    • Hallo Lidora,
      da bin ich aber froh, dass auch andere Leute ihre Problemchen mit großen Stoffteilen und langen Fäden haben! :))
      Meine Maschine ist auch gut verstaut und kommt nur im absoluten Notfall ans Tageslicht. Kein Wunder, dass sie mir manchmal nicht gut gewogen ist. Maschinen sind ja auch nur Menschen. 😉
      LG, Caipi

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