Kinderfänger

Erst einmal herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche und virtuellen Blumengrüße zu meinem Geburtstag. Ich habe mich sehr darüber gefreut, auch wenn ich erst am Abend dazu kam, alle Emails zu lesen und den Anrufbeantworter abzuhören. Das war ein ganz schön actionreicher Tag gestern, puh! Aber egal, heute ist alles wieder normal und ich habe ja das Wochenende zum Relaxen.

Unter anderem hatte ich gestern den Auftrag, meinen kleinen Neffen von der Schule abzuholen und ihn zur Oma zu fahren. Da ich noch niemals an dieser Schule war und auch nicht wusste, wie lange ich für den Weg dorthin benötigen würde, bin ich beizeiten losgefahren, habe erfreulicherweise einen Parkplatz gefunden und mich in die Gruppe der anderen Abholer eingereiht. Das war schon interessant, da kann man Studien machen! 8| Von der gehetzten jungen Mutter, die zwei Kindersitze in der alten Familienkutsche und selbst noch Babykotze auf dem TShirt hat, bis zum gut situierten Opa im gehobenen Mittelklassewagen mit Ledersitzen ist da wirklich alles vertreten. Man kannte sich untereinander und diskutierte die letzte Englischarbeit und den anstehenden Wandertag. Ins Wochenende hetzende Lehrer wurden freundlich begrüßt und „guter Wind gemacht“. :>> Und Caipi mittendrin.

Um kurz nach 13.00 Uhr erschallte der Gong und wenige Minuten später rollte eine lärmende Kinderlawine auf uns zu, dass es einem Angst und Bange werden konnte! Du lieber Gott! Mehrere Hundertschaften Kids, die alle irgendwie gleich aussahen … und da sollte ich meinen Neffen rausfinden?! Zeitgleich kamen auch noch vier große Schulbusse an und versperrten die Sicht. Plötzlich wuselten überall Kinder, Autos und Busse rum. An einen geordneten Abzug war nicht zu denken. Einige Eltern und Großeltern waren schon fündig geworden und sind mit ihren Sprösslingen abgezogen. „Was machste denn, wenn deiner vergessen hat, dass er abgeholt wird und schon in einem der Busse verschwunden ist?“, schoss es mir durch den Kopf. Ich wollte gar nicht dran denken!

Irgendwann entdeckte ich ihn. Er guckte genau in die andere Richtung und ich gehe jede Wette ein, dass er eher nach einem Kumpel Ausschau hielt, als nach mir. Egal, ich habe ihn eingefangen und war ziemlich froh, den richtigen gefunden zu haben.
„Hast Du mich denn nicht da drüben stehen sehen?“, fragte ich ihn.
„Ach“, meinte der Knirps, „ich wusste gar nicht mehr so genau, wie Du eigentlich aussiehst!“
Mir hat’s bald die Sprache verschlagen! Wir sehen uns zwar nicht jede Woche, aber doch regelmäßig und oft genug, dass er wissen sollte, wie ich aussehe. Ich gehe mal davon aus, dass er etwas geflunkert hat um nicht zugeben zu müssen, dass er eigentlich nach jemand ganz anderem geguckt hat. (Er wird doch nicht etwa schon nach einer ganz Jungen geschielt haben??)

Immerhin hat er mir nach den Hausaufgaben eine schöne Geburtstagskarte gebastelt und dabei Omas Alufolie und Klebestreifen erheblich dezimiert. Die Karte kriegt jetzt natürlich einen Ehrenplatz!

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Er geht mir gewaltig auf den Geist

Christoph W. aus München – der mit dem nächtlichen Harndrang und dem rollenden R, der mir allabendlich mehrmals erzählt, dass es so nicht weiterging mit seinen Pinkelattacken. Er sei es leid gewesen, ständig nachts raus zu müssen und habe nun das geeignete Mittel gefunden. Wie schön für ihn. Schön für uns wäre es, wenn er seine Leidensgeschichte seinem Frisör erzählen würde. Und nur ihm!
Ich will einfach nix mehr hören von Männern, die Nächtens vor sich hin tröpfeln. Von Frauen, die jede öffentliche Bedürfnisanstalt anfahren müssen übrigens auch nicht und ich will auch keine Ersatzflüssigkeiten auf saugfähigen Unterlagen mehr sehen.

Liebe Werbetreibende, habt Erbarmen!

… und dazu machen wir uns eine schöne Bollenda!

Ach Johann, schon deswegen sind Deine Sendungen sehenswert … auch wenn ich mir anfangs unter einer „Bollenda“ wirklich nichts vorstellen konnte.;)

Gestern Mittag habe ich mich mal wieder durch die diversen Sender gezappt, immer auf der Suche nach etwas, was mich von lästigen Fleißarbeiten ablenken und mir die Zeit verkürzen könnte. Was soll ich sagen?? Es ist ein Trauerspiel, was einem da geboten wird!

Mal abgesehen von den unsäglichen Telenovelas (Folge 879), latschen in acht von zehn Sendern irgendwelche Tiere durchs Bild, werden gefüttert oder eingefangen, geimpft, gewogen oder sonst irgendetwas mit ihnen gemacht … garniert mit Kommentaren engagierter Tierpfleger in ihrem jeweiligen Heimatdialekt. Oh Mann! 🙄

Ich bin bestimmt tierlieb, aber diese Zoosendungen kann ich ums Verrecken nicht mehr ab! Dann doch lieber Johann Lafer und seine Kollegen von der Kochlöffelfraktion – obwohl die sich inzwischen wie Karnickel vermehren und sicher auch bald zur Plage werden.

Meine Lieblingssendung am Nachmittags gibt’s um 15.00 Uhr im SWF: „Planet Wissen“. Informativ und kurzweilig, mit Studiogästen und Zusatzinformationen zum jeweiligen Themengebiet. Kann ich nur empfehlen!

Meine nächste Bügelsession terminiere ich jedenfalls auf 15.00 Uhr.

Der erste Schultag

Schon wieder ist ein Jahrgang Knirpse mit großen Schultüten bewaffnet ins reale Leben gestolpert. In einer Beilage der heutigen Tageszeitung wurden ihre Meinungen zu diesem Ereignis abgedruckt, von denen einige ganz drollig waren:

„Am allerbesten ist bestimmt das Turnen – und wenn ich endlich meine Schultüte aufmachen darf!“ … an dem Monstrum hatte die arme Kleine auch echt zu schleppen!
„Ich freue mich auf die Hausaufgaben und das Rechnen.“ … ach Kind *seufz*, das wird dir schnell vergehen!
„Am meisten freue ich mich auf die Pausen!“ … ohne Kommentar! :>>
„Ich möchte gerne lernen, Minusaufgaben zu rechnen.“ … zielstrebig, ergebnisorientiert, pragmatisch. Solche Kinder braucht das Land! ;D
„Eigentlich freue ich mich jetzt auf alles!“ … das treiben sie dir aus, kleine Hanna. Versprochen!

Ich fände es spannend, die gleichen Kinder in zwei Jahren noch einmal zu befragen. Ob sie dann auch noch so angetan sein werden?

Wildes Fleisch

Was sich anhört, wie der Titel eines Pornofilms ist tatsächlich „nur“ ein Gewächs an meinem Fußnagel, das da ganz bestimmt nicht hingehört und mir eine Menge Probleme bereitet. 😥

Gerade komme ich von einer ziemlich schmerzhaften Behandlung bei der Fußpflegerin. Die junge Frau ist neu in dem Laden und sie kommt Zweifels ohne aus dem Osten der Republik. Den Begriff „wildes Fleisch“ habe ich bisher auch nur im Osten gehört und mich damals schon darüber amüsiert.

In echt ist das allerdings weniger lustig; meine Tränen sind gerade erst getrocknet und der behandelte Nagel pocht wie verrückt. Es wurde entzündungshemmende Salbe draufgeschmiert und ein dicker Verband angelegt. Nächste Woche soll ich zur Kontrolle kommen und ich hoffe inständig, dass die junge Sadistin das Problem in den Griff kriegt. Ich hab‘ so überhaupt keinen Bock darauf, während unseres anstehenden Auslandsaufenthaltes damit evtl. zum Arzt rennen zu müssen. In Brasilien gibt es zwar hervorragende kosmetische Fußpflege, aber ob man dort das Berufsbild eines Podologen kennt, weiß ich wirklich nicht. Vorsichtshalber werde ich mich mal schlau machen und darauf hoffen, dass sich bis dahin das wilde Zeug vom Acker von meinem Zeh gemacht hat.

Boah ey, so was braucht kein Mensch!!!

Saftladen

Kaum gibt man vor, es passiere nix mehr im Leben, schon wird man eines besseren belehrt und muss sich seinen Frust von der Seele tippen.

Vor gut drei Wochen gab ich in einem renommierten Juweliergeschäft mein kaputtes Armband ab und bat um Reparatur. Der Chef, bei dem ich gerade einiges an Geld für die Vergrößerung meines Ehe- und Beisteckringes gelassen hatte, war sehr angetan von dem schönen Stück, besah sich alles genau und stellte noch eine zweite defekte Stelle an dem Armband fest. Er schrieb sich meine Telefonnummer auf und wollte mich anrufen, sobald er einen Kostenvoranschlag für die Reparatur gemacht habe; im Übrigen teilte er mir als Abholtermin schon mal den 31.7. mit.

Also, angerufen hat niemand. Na gut, dann wird er es halt ohne Kostenvoranschlag repariert haben, dachte ich mir. Zufällig war ich am 30.7. sowieso in der Stadt und fragte einfach mal nach, ob das Armband schon fertig sei.
Seine Frau, über die ich mich schon ärgerte, weil sie sich während des Gesprächs mit mir zu einer Mitarbeiterin rumdrehte und ein zweites Gespräch mit ihr anfing – so was gehört sich in meinen Augen einfach nicht! – schaute nur auf den Abholtermin und teilte mir ungnädig mit, dass das feste Termine seien und das Armband erst am nächsten Tag aus der Werkstatt käme. Nun gut, wenn das so ist, dann ist das halt so.

Am nächsten Tag hatte ich keine Zeit und die Woche über keine rechte Lust. Heute habe ich mich aufgerafft und bin extra deswegen in die Stadt gefahren.
Die Tussi guckt auf meinen Schein und meint sogleich: „Also, ob das schon da ist, weiß ich nicht“. Ich daraufhin: „Na, nach über drei Wochen sollte das aber schon fertig sein“. „Ach so, ja. Der Termin war ja schon letzten Samstag“. Sie wühlte in ihrer Schublade, zog das Tütchen heraus, öffnete es und lies die einzelnen Brocken auf grünen Samt gleiten. 8|

„Das sieht jetzt aber nicht so aus, als sei es repariert!“ Ich war schon ziemlich angepisst sauer. Die Tussi guckt auf das Tütchen und teilt mir mit, was die Reparatur kosten würde.
„Aha. Schön. Und warum hat man mich nicht angerufen?“
„Wir haben keine Telefonnummer von Ihnen.“
„Ihr Mann hat sie extra aufgeschrieben!“
„Hier steht aber nix.“
„Er hat sie aufgeschrieben! Im Übrigen steht da auch meine gesamte Anschrift; wir stehen im Telefonbuch!“
„Ja also, ich weiß jetzt auch nicht …!“
Nee, is‘ eh klar! :crazy:

Das Armband ist mein absolutes Lieblingsschmuckstück, das ich praktisch täglich trage und ohne das ich mich irgendwie nackt fühle. Ich kochte innerlich, aber da mir auf Anhieb kein anderer Juwelier einfiel, der das schnell und gut reparieren konnte, erteile ich den Auftrag zum zweiten Mal. Nun hat sie mir zugesichert, dass das innerhalb einer Woche fertig ist. Nächsten Samstag kann ich es abholen. Rein vorsorglich habe ich auch ihr meine Telefonnummer aufgenötigt und darauf geachtet, dass sie sie wirklich auf das Tütchen schreibt.

Eigentlich wollte ich anschließend noch einige Besorgungen in der Stadt machen, hab‘ mir das aber verkniffen. Ich war so sauer, dass ich sofort wieder in heimische Gefilde gefahren bin. Um nicht ganz umsonst unterwegs gewesen zu sein, bin ich wenigsten noch schnell beim Discounter rein. Frustkauf: Zwei Tüten Lakritzkonfekt und mehrere Sorten Schokoladenplätzchen. Eigentlich wollte ich noch ein paar preiswerte Schnittblumen erstehen, aber da waren mir schon andere zuvor gekommen. Nur noch ein Strauß zerrupfter Astern stand in dem Wasserkübel und den wollte ich auch nicht haben. Dafür hab‘ ich mich zu Hause umgehend über die Lakritze hergemacht.
Wütend bin ich immer noch … und jetzt ist mir obendrein auch noch schlecht. Bääh!

Warum schreibst’n nix mehr?

Da sind sie wieder, die Ungeduldigen und sie haben ja auch irgendwie Recht. Ich hätte mich wirklich schon längst mal wieder aufraffen sollen, aber es passiert irgendwie gerade nix in meinem Leben; jedenfalls nichts, über das es sich zu berichten lohnt. In der Welt tobt das Chaos – Duisburg trauert, Russland brennt, im Golf von Mexiko blubbert das Öl – und bei mir ist langweiliger Alltag.

Es stehen gerade wieder massenhaft Geburtstage und damit verbundene Feten an, die sich aber alle irgendwie gleichen und immer mit Essen und Trinken zu tun haben. Das ist gut, so bleibt meine eigene Küche sauber und ich muss nicht dauernd einkaufen gehen. Das macht übrigens gerade wieder so gar keinen Spaß, da die zwei von mir favorisierten Supermärkte umgebaut werden und man sowieso nichts findet. 🙄

Eine kleine Familienfeier haben wir hinter uns (mit gaaanz viel Essen und reichlich Trinken) und wir haben bei der Gelegenheit mal fast alle Kleinkinder der Familie zusammen erlebt. Vier Knirpse, das älteste gerade mal zwei Jahre alt. Holla, da war Action! Alle Erwachsenen geordnet am Mittagstisch war nicht möglich, da ständig eines der Kleinen die Windeln voll hatte, abgefüttert werden musste oder auf Entdeckungstour gekrabbelt ist und eingefangen werden musste – was meistens mit Protestgeschrei quittiert wurde. Ist ja auch gemein … die Knirpse müssen ja richtig arbeiten, um die Strecke von der Krabbeldecke bis zum Bücherregal zurückzulegen.

Was war noch? Ach ja, das jährliche Hoffest bei unserem Winzer stand an und das haben wir sehr genossen. Nur die Nacht in der kleinen Pension war weniger nett, weil das Bett bretthart war. Für einen Fakir wäre das wahrscheinlich eine Wellness-Oase gewesen, aber ich bin kein Fakir und mein verwöhnter Rücken mochte diese Pritsche so gar nicht. Mein Körper schlief immer nur partiell … mal der Arm, mal das Bein. Ganz tolle Sache! :>

Noch was? – Nee, mehr ist wirklich nicht gewesen. Im Übrigen befasse ich mich mit den Vorbereitungen für das anstehende Gäste-Wochenende und zwischendrin auch immer mal mit Urlaubsvorbereitungen. Bis dahin ist zwar theoretisch noch reichlich Zeit, praktisch vergehen die Wochen aber wie im Flug und ich hab‘ so gar keine Lust, die Mitbringsel für unsere Freunde und Patenkinder auf den letzten Drücker zu besorgen. Also schreibe ich Ideen-Listen, besorge die Dinge und streiche sie dann auf der Liste oder verwerfe die Ideen und versehe die Namen mit dicken Fragezeichen. Davon stehen da übrigens ganz viele! :-/
Weitere Listen gibt es mit Dingen, die noch zu organisieren sind (Post umleiten, Garten- und Blumendienst bestellen, Rechnungen bezahlen etc.) oder die mitgenommen werden müssen (Ausweis bis Zahnbürste) und die Einkaufsliste für unsere Freundin, mit den Dingen, mit denen sie bitte unser Feriendomizil ausstatten möge, auf dass wir am ersten Abend nicht darben müssen.

Ihr seht: alles ganz normal und ohne besondere Vorkommnisse!
Ich wünsche Euch schon jetzt ein schönes Wochenende!