Geräusche der Nacht

Seit geraumer Zeit schon zwitschern draußen die Vögel und ich mache mir Gedanken darüber, warum um Himmels willen die so früh aufstehen. Es ist noch ziemlich dunkel, die Umrisse im Schlafzimmer kann ich nur erahnen.
Mir persönlich würde es genügen, wenn die Vögel um sechs Uhr mit dem Radau anfangen würden. Das wäre eine christliche Zeit, zu der man aufstehen kann.

Im Nachbarbett pruddelt ein Außenbordmotor; zumindest hört es sich so an. Ich wälze mich von einer Seite auf die andere und kann mich nicht entscheiden, ob es mir zu warm ist oder zu kalt. Mit Decke kriege ich Schweißausbrüche, ohne fröstelt es mich. Beim Rumdrehen schwappt es jedes Mal leise unter mir – das Wasserbett muss entlüftet werden. Mit zusammen gekniffenen Augen schiele ich zum Wecker, kann aber ohne Brille nichts erkennen.

Ich konzentriere mich auf das Ticken der alten Wanduhr im Wohnzimmer. Leise knarzend holt sie zum Gongschlag aus. Einmal. Super, jetzt bin ich genauso schlau wie vorher. Es ist irgendetwas halbes, denn zur vollen Stunde schlägt die Uhr mehrmals.

Irgendwo knackt etwas. Das Geräusch kann ich zwar nicht einordnen, aber es beunruhigt mich auch nicht sonderlich. Im Rumdrehen versetze ich dem Außenborder im Nachbarbett einen leichten Schubs, was mit einem kurzen Japsen quittiert wird. Danach pflügt er unverdrossen weiter durchs Wasser. 🙄

Monoton surrend windet sich der falsch eingestellte Rollladen im Gästezimmer nach oben. Der müsste mal neu programmiert werden, aber solange dort niemand schläft, stört es ja nicht.
Aus meiner Magengegend kommen grummelnde Geräusche – Kaffeealarm!
Meine Hand tastet sich langsam zur Brille.
Sonntagmorgen, vier Uhr fünfundvierzig. Caipi gibt steht auf.

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Hallo … noch jemand hier?

Komme mir auf meinem eigenen blog gerade ziemlich fremd vor. Kein Wunder, nach so langer Abstinenz! Schäm‘ Dich Caipi! 😳

Es war aber auch viel los; ein Event jagte das nächste und Anfang Juli geht es gleich munter weiter. Mann, ich bin doch auch nicht mehr die Jüngste! Es ist nicht mehr so wie früher, wo man nach einer durchfeierten Nacht geduscht hat und anschließend ganz normal ins Büro gefahren ist. Heute habe ich dunkle Ränder unter den Augen, der Kreislauf hängt durch und ich habe Rücken. Es dauert gut eine halbe Woche, bis ich wieder in meinem gewohnten Rhythmus bin. Irgendwie gefällt mir das so nicht!

Was mir auch nicht gefallen hat, war die Diagnose meiner Augenärztin. Ich darf mich schon mal seelisch auf eine Grauer-Star-OP vorbereiten. Hallo??? Meine Mutter hatte das mit 70!
Außerdem habe ich davor richtig Schiss; ich kann es einfach nicht ab, wenn mir jemand an den Augen rumfummelt. Ich kriege schon die Krise, wenn mir eine Kosmetikerin die Wimpern tuscht. Und dann soll ich da jemand mit dem Messer dran lassen?! Panik macht sich in mir breit!
Nee Freunde, alt werden macht keinen Spaß – in keiner Beziehung. Ich fühle mich einfach noch zu jung für so’n Quatsch.

Apropos Quatsch: Am vergangenen Sonntag durfte ich endlich mein letztjähriges Geburtstagsgeschenk „entgegen nehmen“. Mein Mann hatte mir Karten für ein Dieter-Nuhr-Gastspiel geschenkt, das im Januar stattfinden sollte. Dummerweise war Nuhr vorher im Skiurlaub und hatte nix besseres zu tun, als sich die Rippen zu brechen. Die Vorstellung wurde abgesagt bzw. auf den 19. Juni verlegt.
Das war schon das zweite Mal, dass wir Karten für ihn hatten und nicht hingehen konnten. Dass es diesmal klappen würde, glaubte ich erst, als ich ihn auf der Bühne gesehen habe. Aber das Warten hat sich gelohnt und wir hatten viel Spaß an diesem Abend. Allerdings fand zeitgleich und ganz in der Nähe ein Open-Air-Konzert der Eagles (die Älteren unter Euch werden sich erinnern) statt, was die Parkplatzsuche äußerst spannend machte. Na ja, so bin ich auch noch zu einem ausgedehnten Abendspaziergang gekommen – inmitten gaaanz vieler anderer Leute und vorbei an stinkenden Blechlawinen. :-/

Was war noch? Ach ja, eine Business-Veranstaltung, bei der mir wieder einmal aufgefallen ist, wie „daneben“ es aussieht, wenn sich die Damen zu sehr aufbrezeln. 10 cm Highheels und Netzstrümpfe passen einfach nicht zu einer geschäftlichen Veranstaltung.

Eine Hochzeit hatten wir auch noch, wobei die fast zu einer Kinderparty ausgeartet ist. Da sage noch mal einer, es würden in Deutschland zu wenige Kinder geboren! Bei der Hochzeit waren fast mehr Kids als Erwachsene. Vom Säugling bis zum Teenager war alles vertreten. Entsprechend locker und unverkrampft war die Feier: Die Größeren tobten auf dem angrenzenden Sportplatz, für die Kleinen gab es eine Rutsche, die Raucher tummelten sich draußen an Stehbiertischen und wer gemütlich sitzen wollte, konnte das drin an liebevoll dekorierten Tischen tun. Sehr schön, hat mir gut gefallen!

Noch was? Ja, die Geburtstagsfeier meines Liebsten, die wir – des schönen Wetters wegen – im heimischen Garten zelebriert haben. Von dem Katastrophenkuchen, den ich für ihn gebacken hatte, erzähle ich Euch dann beim nächsten Mal.

Schon wieder …

ist jemand auf einem S-Bahnhof zusammengeschlagen und getötet worden. Es ist einfach nicht zu verstehen! Diesmal war es wohl eine Massenschlägerei zwischen Besoffenen; der letzte Vatertag seines Lebens für den 45-jährigen.

Ich selbst bin dem Alkohol ja auch nicht abgeneigt, könnte mich aber nie so volllaufen lassen, dass ich derart die Kontrolle verliere. Wie viel muss man da drin haben?

Oder liegt es vielmehr an einer generellen Verrohung der Gesellschaft?
Wir haben uns als Kinder auch geprügelt, wie die Kesselflicker … und Caipi immer mittendrin.:oops:
Aber es gab ein Tabu: sobald jemand am Boden liegt, wird nicht mehr geschlagen oder getreten! Das war selbstverständlich und wurde von allen eingehalten. Auch legten wir uns nicht mit Schwächeren an oder wurden gar handgreiflich. Drei gegen einen, das ist feige – das gab es einfach nicht!

Mit Entsetzen höre ich heute die Schilderungen meines Neffen, was da so auf dem Schulhof abgeht. Wenn da jemand auf dem Boden liegt, kriegt er den Rest, wird „alle gemacht“.
Wenn es schon unter Kindern (die hoffentlich nüchtern sind) so abgeht, ist klar, dass es da keine Hemmungen mehr gibt, wenn sie erwachsen und stramm besoffen sind.

Mir fehlen die Worte!