Jetzt drehen sie vollkommen durch

… die Damen und Herren Sterneköche!
Seit Neuestem wird von den Kochhaubenträgern doch tatsächlich propagiert, Kirsch- oder Cocktailtomaten zu schälen, um den Genuss nicht durch die Schalen zwischen den Zähnen zu trüben. Ganz ehrlich, die ham’se nicht mehr alle! :crazy:

Von mir aus können die das in ihren Sternerestaurants halten, wie sie wollen. Da gibt’s wahrscheinlich extra Personal dafür. Wenn die das aber in aller Ausführlichkeit in einer Fernsehsendung für normale Hausfrauen und –männer vorführen, darf man sich schon mal an den Kopf greifen.
Neben dem Kochen ist Lieschen Müller nämlich auch noch mit der Kehrwoche dran, muss Hausaufgaben überwachen und voll geschissene Babywindeln entsorgen. Da bleibt für solch filigrane Schnitzereien eher keine Zeit und die Familie muss halt auf den ach so schrecklichen Tomatenschalen rumkauen. 8|

Bei mir gibt’s Gemüse meist mit Pelle und wir haben das bisher gut verkraftet. Die meisten Vitamine sitzen direkt unter der Schale und das von den Profis so verschmähte Material sorgt ganz nebenbei auch noch für eine gute Verdauung.
Mahlzeit! ;D

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Der Fakir

Am Dienstag um 14.00 Uhr war es endlich soweit: Der Bautrupp zog ab! Am Vormittag rollten sie einen kleinen Lkw voll nassem Erdreich durch die Wohnung und nach der Mittagspause räumten sie ihr restliches Werkzeug weg, bauten die Rampen ab und rollten Folien zusammen. Der Schaffer wollte mit dem Gartenschlauch noch schnell den Hof reinigen, was ich ihm aber untersagt habe; er hätte danach nämlich mit nassen Dreckschuhen durch das nicht mehr mit Folie ausgelegte Wohnzimmer latschen müssen und das wollte ich mir nicht auch noch geben.

Als die Tür endlich hinter ihnen ins Schloss fiel, habe ich mir das Schlachtfeld erst einmal in Ruhe betrachtet und einen Plan gemacht, wie ich mit den Reinigungsarbeiten am besten vorgehe.
Den ganz groben Dreck habe ich erst einmal mit dem Besen zusammen gekehrt. Dann habe ich unsere Möbel wieder ausgepackt und anschließend kam mein heiß geliebter „Allesfresser“ zum Einsatz. Der Staubsauger (Werbung in der Überschrift) war wirklich die beste Anschaffung, die ich je in meinem Leben getätigt habe! 30 Jahre hat das Ding schon auf dem Buckel und er schluckt nach wie vor alles, was sich ihm vorsetze.

Danach ging es an die Feinheiten: Möbel, Bücher, Bilderrahmen abstauben und ggf. feucht wischen. Ich habe mir das Wohnzimmer in kleine Parzellen eingeteilt und bin abschnittsweise vorgegangen. Bis zum Abend konnte man sich wenigstens wieder auf die Couch plumpsen lassen, ohne eine Staublunge zu riskieren. Inzwischen sind die Möbel mit Politur versorgt, Bücher und Nippes stehen wieder an Ort und Stelle. Nur die Couch muss noch mal abgerückt und auch dahinter sauber gemacht werden, aber das muss bis morgen warten, das schaffe ich alleine nicht.

Gestern Abend ist der Göttergatte der Terrasse mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe gerückt … kurz bevor ein kräftiges Gewitter nieder ging und man danach nur noch mal mit dem Abzieher hätte drüber gehen müssen. Aber egal, jetzt sind halt auch die Ecken sauber.
Am Samstag werden wir den Hof noch gründlich reinigen und die Kübel wieder an ihre Plätze wuchten.

Der Bautrupp ist jetzt erst einmal im Urlaub. Wenn sie wieder kommen, muss noch die Abdeckung auf die Mauer – die war leider vorher nicht lieferbar. Ich hoffe, dass sich der Dreck dabei in Grenzen hält.

Übrigens: seit wir eine schöne große Terrasse haben schüttet es praktisch ununterbrochen! Es geht halt nix über ein gutes Timing!

Steherqualitäten

waren gestern gefragt, aber hallo! Unser Bautrupp kam auch am Samstag um bis mittags die Zementarbeiten fertig zu bekommen, so dass das Ganze übers Wochenende trocknen kann. Bis Mitte der kommenden Woche wollen/müssen sie fertig werden, weil der Schaffer sich am Samstag in den Urlaub verabschiedet. Er will mit seinem Sohn zum Angeln. Den ganzen Tag still auf einem Hockerchen sitzen und regungslos aufs Wasser starren. Nach der Ochsentour bei uns hat er sich das redlich verdient!

Ich habe in der Zwischenzeit gebügelt. Zum einen kann ich dabei die Bauarbeiten gut von oben überblicken, zum anderen wurden bei der Gelegenheit die frisch gewaschenen Wohnzimmergardinen gleich mit geplättet. Die liegen jetzt auf den Gästebetten und warten darauf, irgendwann mal wieder in einem ordentlichen Zimmer zu hängen. Unser Wohnzimmer ziert bislang noch eine dicke Staubschicht und es reizt mich ungeheuer, hier mal Hand anzulegen. Da sieht man dann wenigstens, was man geschafft hat. Ich werde aber keinen Finger krumm machen, bevor hier nicht die letzte Schubkarre durch ist!

Danach ging es ins Fußballstadion. Drei Stunden stehen – die echten Fans sind ja immer etwas früher da, um noch Zeit zum Fachsimpeln zu haben. Wir haben gewonnen, aber so richtig prickelnd war das Spiel nicht. Die neu formierte Mannschaft hatte so viele Vorschusslorbeeren bekommen, dass sie es wohl etwas zu locker angegangen sind. In der ersten Halbzeit lagen sie 0 : 1 zurück.

Danach kurz nach Hause und die Beine hochgelegt. Am Abend wollten wir zu einem Open Air Konzert, das um 19.45 Uhr anfing. Um Punkt sieben hat es erst mal geschüttet, wie aus Kübeln. Super! Kurz danach schien wieder die Sonne und wir sind tatsächlich aufgebrochen, allerdings mit dickem Schuhwerk und Regenjacke, was sich als weiser Entschluss herausstellen sollte. Auf dem Gelände des Kanuvereins – direkt am Rhein – war die Bühne aufgebaut und davor reichlich „Sonnen“schirme und Partyzelte, unter die sich die Gäste im Laufe des Abends dicht drängten. Es war trotzdem eine schöne Veranstaltung, auch wenn mein Rücken die weiteren drei Stunden Stehen so gar nicht mochte. Wir sind dann auch kurz vor Ende der Veranstaltung gegangen; die Musik der letzten Gruppe hat uns nicht so wirklich gefallen und kalt war es dann auch. Eine laue Sommernacht fühlt sich irgendwie anders an.

Heute jedenfalls werde ich nichts tun, wobei man stehen muss!
Euch allen einen schönen Sonntag!

Die Konkurrenz schläft nicht

Mittwoch: Schnürlregen. Die ganze Nacht hat es schon geschüttet und es machte nicht den Eindruck, als wollte es irgendwann mal wieder aufhören. Nachdem die Arbeiter am Montag schon ein paar Mal geduscht wurden, verweigerten sie gestern das Kommen. Konnte ich verstehen und irgendwie war es mir auch ganz recht, so konnte ich mal in Ruhe ein paar Büroarbeiten machen. Dass dadurch die Bauarbeiten verzögert werden, muss ich wohl in Kauf nehmen. :>

Genau letzteres fällt mir aber ungeheuer schwer, zählt doch Geduld zu den Gaben, die bei mir nur sehr schwach ausgeprägt sind. Ich sehe gar keinen rechten Fortgang bei den Arbeiten. Außerdem geht mir auf den Geist, dass die morgens immer erst um 9.00 Uhr hier aufschlagen. Heute, Donnerstag, stehen sieben Sonnen am Himmel. Seit zwei Stunden werden in der Nachbarschaft Gartenpflegearbeiten ausgeführt. Die Konkurrenz ist entschieden schneller, als unsere Mannschaft. So was macht mich ja bekloppt. Den Chef der Truppe habe ich gleich mal gefragt, ob die wieder auf den Regen warten wollten. Er hat den dezenten Hinweis aber nicht verstanden. 😐

Immerhin ist die Mauer jetzt fertig gestellt (bis auf die Abdeckung). Ich sag‘ mal so: die Berliner Mauer war ein Dreck dagegen. Ich hoffe, dass das Ding etwas ansprechender aussieht, wenn es erst mal ordentlich verputzt ist.
Das Bubchen schiebt jetzt Palisaden durchs Wohnzimmer. Die Dinger sind sauschwer und er packt tollkühn immer zwei in die Schubkarre. Ich bin mal gespannt, wie lange er das durchhält.
Der Schaffer schippt weiteres Erdreich auf den sowieso schon recht üppigen Haufen im Garten. Vielleicht stößt er ja irgendwann auf Öl, dann wären wir saniert. ;D
Der Chef denkt. Er rennt die meiste Zeit mit einer kleinen Aktenmappe unterm Arm durch die Gegend und macht einen geschäftigen Eindruck. Wahrscheinlich addiert er im Geiste schon die Zahlenkolonnen zusammen, die wir irgendwann auf der Rechnung finden werden. Gelegentlich gibt er Anweisungen oder kontrolliert mit Hilfe einer Wasserwaage die Leistungen des Schaffers.
Oh Mann, und morgen ist schon wieder Freitag! 🙄

Er flext, er klopft, er saut alles ein

I dont like Mondays! Bis 8.30 Uhr war Caipis kleine Welt halbwegs in Ordnung. Wir hatten ein recht entspanntes Wochenende; am Samstag hat der Göttergatte noch ein paar Löcher gebohrt, einen Schlitz und einmal den Daumen :))geklopft und die Installation der Lampen an der zukünftigen neuen Mauer vorbereitet. Am Nachmittag haben wir unsere neue Fußballmannschaft in Aktion gesehen (Freundschaftsspiel gegen die Zweite von Schalke; 5 : 3 gewonnen). Danach gab es noch 200l Freibier zu vernichten, wobei wir aber nur unerheblich geholfen haben. Ich muss mich an die Steherei im Stadion erst wieder gewöhnen und hatte heftige Rückenschmerzen. Da lockte die Couch zu Hause doch mehr als das Bier.

Am Sonntag waren wir nett beim Italiener und anschließend in der kleinen Kneipe (fast) in unserer Straße. Hier haben wir uns das Endspiel der Damen-WM angesehen. Mann, war das spannend! Vor lauter Aufregung habe ich drei Bier zu viel getrunken und am nächsten Tag schon mit heftigen Kopfschmerzen gerechnet. War aber nix – Gott sei Dank!
Den Japanerinnen gönne ich den Sieg. Erstens hatten die in letzter Zeit ja nicht so viel zu feiern und zweitens haben sie zum ersten Mal überhaupt gegen die Amerikanerinnen gewonnen. Wir können jetzt sagen, dass wir gegen die Weltmeisterinnen ausgeschieden sind – was den Abgang unserer Mädels etwas weniger schmerzhaft macht – und Silvia Neid behält mit ihrer Aussage recht, dass die Japanerinnen nicht zu unterschätzen sind. Alles ist gut.

Ach ja, und ab sofort ist wieder Chaos. Als erstes wurde am Montag mal die Flex in Betrieb genommen, was ja bekanntermaßen staubt wie Sau. Die Terrassen- und die Haustür stehen offen, weil das Bubchen dauernd Steine mit der Schubkarre durch die Bude schieben muss. Dazu noch ein heftiger Windstoß und schon hast Du die ganze Sauerei im Wohnzimmer – und zwar bis in die hinterste Ecke.
Dazu kamen dann noch etliche heftige Regenschauer, die die Sauerei in der Wohnung auch nicht besser gemacht haben.

Für heute nun war eine neue Materiallieferung angekündigt. Um kurz nach sieben – Caipi noch nett im Nachthemd und in der Wachwerdphase, der Göttergatte unter der Dusche – hörte ich den Lkw vorfahren. Leck mich …! Ich hoch, in Leggins und T-Shirt gesprungen, unser Auto weggefahren und den Lkw eingewiesen. Inzwischen war dann auch mein Mann angezogen und überwachte das Abladen. Gar nicht so einfach, sechs Paletten Material in einer schrägen Garageneinfahrt unterzubringen.
Mir ist auch nicht so ganz klar, wo die das alles verbauen wollen …! :??:

Neugier, Dein Name sei Mann!

Es wird ja immer behauptet, dass Frauen neugierig seien. Das ist natürlich Käse!
Gestern Abend z.B. wurde mir bewiesen, dass auch Männer sich eines gewissen Interesses am Tun und Treiben ihres Nachbarn nicht erwehren können. Dass bei den bei uns stattfindenden Bauarbeiten die gesamte Nachbarschaft hinter den Gardinen liegen würde, war mir sowieso klar. Das ist halt mal so und auch mich interessiert ja, was andernorts so abgeht.
Den Vogel abgeschossen hat aber gestern unser direkter Nachbar (der Autoschinder). Zu ihm haben wir noch einen Holzgeflecht-Sichtschutz, der ihm gehört und dem er noch nie irgendeine Beachtung geschenkt hat. Von seiner Seite aus ist das Ding mit Efeu bewachsen; was davon zu üppig zu uns rüber wächst, schneide ich regelmäßig ab.
Abends dann – mein Mann und ich nahmen gerade schweigend eine Baustellenbegehung vor – lugte eben dieser Herr über den Holzzaun. Er hatte sich ein Leiterchen angestellt und war mit etwas Sandpapier bewaffnet, mit dem er zart über die Oberkante des Holzes strich. Es sollte wohl so aussehen, als wolle er dem Ding jetzt mit Lasur zu Leibe rücken – was ihm natürlich nicht gelingt, solange dort das Efeu wuchert.
Ich hätte mich beömmeln können! Vor allem der erschrockene Gesichtsausdruck, als er unserer ansichtig wurde, war sehenswert. :)) Wieso machen wir uns auch nicht bemerkbar, wenn wir auf unserer Terrasse stehen? Dumm gelaufen.

Ach ja, man erlebt schon was. Heute wurden meine Handwerker mit den letzten Abrissarbeiten fertig und haben sogar schon das Fundament für die neue Mauer betoniert. Gerade sind sie dabei, den Garten von Schutt und Unrat zu befreien. Gott sei Dank! Beim Blumen gießen heute Morgen kam ich mir schon vor, wie eine Bergziege.
Dem Lehrbubchen sind inzwischen Muckis gewachsen, jedenfalls schiebt er heute emsig die Schubkarre und ich hab‘ immer noch Angst, dass er mit dem Ding umfällt.
Wenn die Chaoten heute Abend weg sind, werde ich wenigstens dem groben Dreck mal mit dem Staubsauger zu Leibe rücken.
Euch allen ein schönes Wochenende!

Ja wo laufen sie denn?

Durch dein Wohnzimmer, Caipi. Durch dein Wohnzimmer!

Heute kamen meine Mannen mit einer Stunde Verspätung und ich dachte, die hätten jetzt schon keinen Bock mehr auf die Ochsentour bei uns. Nee, sie hätten so viel aufzuladen gehabt, erklärten sie mir und deuteten auf ihre Pritsche. Massenhaft Schalungsbretter, Moniereisen, Speiskübel etc. grinsten mich von dort an. Als erstes bauten sie sich mal eine Rampe vom Lkw direkt auf das Podest der ersten Treppe. Ich hoffe nur, dass der Transport von Sand, Kies und Splitt mittels Schubkarre über eben diese Rampe funktioniert, niemand abstürzt und auch das Material wohlbehalten auf der anderen Seite des Grundstücks ankommt.

Der Arbeitertrupp besteht aus dem Chef, der schon ein etwas älteres Semester ist und die schweren Arbeiten lieber seinem Angestellten überlässt. Der ist von kräftiger Statur und klotzt richtig ran; abends spürt er wahrscheinlich seine Knochen nicht mehr. Dann gibt’s da noch ein Lehrbubchen, der wohl gerade erst angefangen hat und noch nicht so richtig weiß, was er eigentlich auf der Baustelle soll. Die meiste Zeit steht er im Weg und staunt, was die beiden Alten mit dem vielen Werkzeug so anstellen. Na gut, vom Zugucken lernt man ja auch eine ganze Menge.
Gestern beim Rausreißen des alten Feigenbaumes hat er sich aber mächtig ins Zeug gelegt. Er hat einen Ast umklammert und sich mit seinem ganzen Gewicht drangehängt. Der Erfolg: der Ast brach ab und das Bubchen saß auf dem Arsch/Allerwertesten. Ein Bild für Götter … und wieder keinen Fotoapparat zur Hand. Echt schade! Heute darf er die Schubkarre schieben, aber nur mit halber Ladung; die ganze Ladung würde ihn wohl umwerfen.

An die Rampe, die sie mir über die Wohnzimmertreppe gelegt haben, habe ich mich inzwischen gewöhnt. Anfangs habe ich dem Ding ja nicht so richtig getraut, aber es hat sich als sehr stabil erwiesen. Man kommt sich vor, wie auf dem catwalk – nur am eleganten Gang muss ich noch etwas arbeiten.

12.15 Uhr: Der Chef haut ab. Ihm ist eingefallen, dass er vergessen hat, Kanthölzer aufzuladen, mit deren Hilfe die Paletten mit Baumaterial auf unserer schrägen Garageneinfahrt zum geraden Stehen gebracht werden sollen. Seine Arbeiter machen derweil Mittagspause. Ich stehe in der Küche und schnippele schon mal Gemüse fürs Abendessen, als es plötzlich dunkel wird und ein riesiger LKW mit Baumaterial vor meinem Fenster zum Stehen kommt. Scheibenkleister, das hat ja gut geklappt! Ist aber alles nicht mein Bier; ich scheuche die Männer von ihrem Mittagessen auf. Es wird mit dem Chef telefoniert und ich höre Worte wie „zwischen 12 und 15 Uhr war vereinbart“ und „ich kann nicht überall warten“. Der Fahrer des Lkw ist ein bisschen angefressen. Mit List und Tücke bugsiert er die Paletten auf die schiefe Auffahrt und ich halte die Luft an. Bis jetzt hält die Chose. Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn die Herren einzelne Teile von den Paletten wegnehmen.

Seit 13.30 Uhr ist hier übrigens schweres Gerät im Einsatz und ich gucke mal, ob ich nicht ein etwas ruhigeres Plätzchen finde.