Weihnachten jetzt doch auch hier

Kaum hatte ich mich darüber mokiert, dass die Stadt dieses Jahr nix weihnachtliches auf die Reihe kriegt, schon geht es auch hier los. Auf dem Weg zum Bäcker las mein Mann morgens die Ankündigung, dass die Stadt am Abend von Papai Noel heimgesucht werden würde und dann auch der offizielle Startschuss für die städtische Illumination fiele. Da sin’ mer dabei …!

Über Nacht war vor dem Kurhotel eine Bühne entstanden oder besser gesagt sogar zwei, wobei eine aus mehreren aneinander gereihten Zelten bestand und bestuhlt war. Hier fand das Orchester Platz. Zwei Videowände waren aufgebaut und dazwischen hatten auch noch ein paar Leuchtengel sowie ein großer Weihnachtsbaum aus Lichterketten Platz. Alles war noch dunkel, als wir um kurz vor 20.00 Uhr eintrafen. Selbst der Cristo auf dem Berg war ohne Beleuchtung. Wenn nicht ein paar Techniker an der Lichtanlage herumgefummelt und immer mal etwas ein- und wieder ausgeschaltet hätten, hätten wir einen Stromausfall vermutet.

Alles, was irgendwie laufen konnte, war auf dem Platz versammelt und starrte Richtung Bühne, auf der ein Ansager die Leute auf die Ankunft des Weihnachtsmannes einstimmte. Dazwischen sprachen dann auch alle möglichen wichtigen Leute, drei Pfarrer, der Bürgermeister und was weiß ich nicht, wer noch alles. Es zog sich hin und ich vermutete, dass Papai Noel den Weg zu uns gar nicht finden könne, weil es viel zu dunkel ist. Man sah die Hand vor Augen kaum!

Um halb neun ist uns das zu doof geworden und wir beschlossen, nun irgendwo ein Bier trinken zu gehen. Wir bahnten uns einen Weg durch die Menschenmassen und plötzlich war es soweit: Der Weihnachtsmann erschien wahrhaftig auf der Bühne! Also … erst einmal kam eine ordentliche Ladung aus der Nebelmaschine und als der Dunst endlich abgezogen war, stand er leibhaftig da und wurde jubelnd begrüßt. Zwei Kanonen spukten rote Folienflocken in die Luft, die dann auf die Menschheit hernieder fielen. Das ist im Moment der neueste Schrei; das kann man auch im Fernsehen dauernd bei irgendwelchen Shows sehen. Egal, jedenfalls vergaßen sie vor lauter Aufregung, das Licht endlich einzuschalten und so tappten wir weiter im Dunkeln, bis wir endlich in eine ruhigere Gegend kamen. Hier war dann auch wieder die normale Straßenbeleuchtung an.

Wir marschierten durch die Stadt und landeten schließlich in der schrillsten Kneipe im Ort, der „Bar do Dutti“. Jene Eckkneipe, die immer rappelvoll ist, obwohl es nichts gibt außer eiskaltem Bier und in einer alten Tonne gegrillten, salzigen Fleisch- oder Käsespießen.
Wir fanden einen Platz und konnten uns von dem Weihnachtsrummel erst einmal ausruhen.

Auf dem Nachhauseweg sahen wir schließlich, dass man inzwischen auch den Lichtschalter gefunden hatte und nun der Platz vor dem Hotel im hellen Glanz erstrahlte. Es wird also doch Weihnachten, auch wenn die Dekoration bei weitem nicht so üppig ist, wie im letzten Jahr. Angeblich soll aber Woche für Woche irgendetwas dazu kommen, sagte man uns. Vermutlich wird dann bei jedem neuen Leuchtobjekt eine große Party veranstaltet. Uns nützt das alles leider nichts mehr; wir müssen ans Koffer packen denken und werden nur wieder einen Sonderposten „städtische Weihnachtsbeleuchtung“ auf der Stromrechnung finden. :-/

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Weihnachten light

So aufwändig die Weihnachtsdekoration im vergangenen Jahr in unserem Urlaubsort war, so sparsam ist sie in diesem Jahr! Zwar sind schon seit geraumer Zeit Arbeiter damit beschäftigt, Strommasten und Bäume mit bunten Lichterketten zu umwickeln, aber die Sache nimmt so recht keinen Fortgang. Wenn die in dem Tempo weiter machen, sind sie vermutlich erst zu Ostern fertig. Einen kurzen Probelauf der Illumination haben wir immerhin schon mal miterlebt: lila ist dieses Jahr angesagt!

Die Straße vor dem Kurhotel – da, wo sich die Touristen tummeln – ist mit Weihnachtssternen geschmückt, die in Blumenkübel gepflanzt wurden. Blöd halt, dass diese Kübel von parkenden Autos verdeckt werden und die Wirkung damit gleich Null ist. Das Ende der Touristenzone ist mit einer windschiefen Pyramide, ebenfalls aus Weihnachtssternen, markiert. Bis hier hin und nicht weiter; dahinter ist nämlich … nichts!

Der Weihnachtsmann in der Badewanne vor dem Kurhaus muss dieses Jahr wohl auf seinen Auftritt verzichten; an seinem Stammplatz befindet sich jetzt eine Baustelle und im Kurpark ist auch nichts los.
Wenn man bedenkt, dass im letzten Jahr schon Mitte November die ganze Stadt ein einziges Lichtermeer war, ist das ziemlich mickrig, was uns diesmal geboten wird. Ich bin mal gespannt, ob sich auch dieses Jahr auf der Stromrechnung ein Sonderposten „Städtische Weihnachtsbeleuchtung“ finden wird. Sonderlich teuer kann das bisschen Lichterglanz ja nicht sein.

Auch die Privathäuser, die im letzten Jahr zum Teil aberwitzig dekoriert waren, sind heuer nicht zu finden. Bei unserer Nachbarin hängt gerade mal ein Nikolausstiefel an der Tür und sonst gibt es nichts, was auf das Fest der Feste hinweist. Im Shopping-Center steht immerhin ein Weihnachtsbaum, versteckt hinten in der Ecke zwischen den Fressständen.
Fällt Weihnachten dieses Jahr aus? Gab es einen Aufruf, den wir nicht mitgekriegt haben? Klar gibt es Xmas-Shops und private Weihnachtsmärkte, mit deren Hilfe z.B. das Altenheim versucht, die Kasse aufzubessern. Es gibt einen Fotoladen, in dem stolze Eltern ihre Sprösslinge in rote Jäckchen und Mützen stecken und ablichten lassen können, das war es aber dann auch schon.

Alles in allem: so richtig Weihnachten will es hier nicht werden und bei Temperaturen um 25° fühlt sich das für uns ja sowieso komisch an.

Trotzdem: ich habe Plätzchen gebacken und Stollen, einen Adventskranz gebastelt und unsere (aus Deutschland mitgebrachte und VDE geprüfte!) Lichterkette erhellt des Nachts den Balkon. Ist mir doch grad’ egal, ob die hier Weihnachten machen oder nicht!