Jogi und die alten Männer in blau

Oh Mann, es klappt einfach nicht gegen Italien, da ist wirklich der Wurm drin! Was waren wir alle so euphorisch, mit unserer jungen Truppe. Diesmal sollte es doch klappen gegen die Altherrenriege, irgendwann muss so ein Fluch doch mal seine Kraft verlieren!

Nee, muss nicht.
Ein Weizen auf ex, nebenher ’ne Caipirinha eingeatmet, eine Schachtel Zigaretten und drei Fingernägel mussten auch dran glauben. Wie wild habe ich mit spitzen langen Nadeln auf mein Voodoo-Püppi eingepieskt, es hat alles nix genutzt. Nun wird sie in den vorzeitigen Ruhe(zu)stand versetzt und kommt wieder in die Kiste. Fähnchen werden eingeholt und die Tor-Jubeltüte bleibt zu. Scheibenkleister! 😥

Das einzig Gute an der Sache: uns‘ Angie muss nicht zum Endspiel in die Ukraine. Da werden einige sehr erleichtert sein.

Übrigens war der französische Schiedsrichter nebst seinen HiWis auch eine Wucht in Tüten. Mannomannomann! Das hatte allerdings mit dem Ergebnis nix zu tun. Das Tor war halt einfach vernagelt.

Bis auf weiteres ist Pizza übrigens von der Speisekarte verbannt, macht eh nur dick das Zeug! 😛

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Über Feiern, Aua und Parkgebühren

Neben dem allabendlichen Fußball gibt’s ja noch den Wochenendstress:

Freitag: Bayrischer Abend mit Schweinsbraten, Haxen und zig Sorten Bier; Übernachtung in Heilbronn
Samstag: Treffen mit Freunden, gemütliche Weinprobe mit anschließendem Grillabend beim Winzer; Übernachtung in Hohen Sülzen (von dem ich bisher noch nie was gehört hatte)
Sonntag: Heimfahrt, Wein ausladen, umziehen und ab zum 40jährigen Abi-Jubiläum meines Liebsten (ja, der Anhang darf mitkommen … irgendwie müssen die Jungs ja wieder nach Hause kommen)
An so einem Wochenende kann ganz schön viel los sein. Von den ungeplanten Dingen, die nebenher noch passiert sind, will ich hier gar nicht erst berichten.

Außerdem habe ich Schulter. Ganz schlimm Schulter! Vor gut einer Woche fing es an und meine Diagnose lautete „Zug gekriegt, geht von selbst wieder weg“. Es ging aber nicht weg, sondern wurde kontinuierlich schlimmer. Schmerzen rund um die Uhr, Tabletten, Wärmebehandlungen, stinkende Salben etc. blieben wirkungslos. Ich schiebe ein Schlafdefizit von gut 30 Stunden vor mir her (was nix mit dem Wochenende zu tun hat) und stehe ziemlich neben mir. Meine Erstdiagnose habe ich inzwischen verworfen und widerwillig heute beim Orthopäden angerufen. Erfolg: er zieht um und ist erst im Juli wieder für seine Patienten da. Wenn ich schon mal ’nen Arzt brauche!
Der Hausarzt (dessen Name ich in einem alten Taschenkalender erst mal nachschlagen musste) hat Zeit, drückt mir auf dem Nacken und den Schultern rum und meint, das sei alles knochenhart und der Schmerz kein Wunder. Ich erwidere, dass das bei mir immer knochenhart ist, aber normalerweise nicht weh tut. Jedenfalls nicht so. Er lässt sich nicht beirren, zieht eine Spritze auf und piekt mir x-mal ins schmerzende Fleisch. Ich hasse ihn dafür aber er verspricht, dass danach alles gut wird. Ich kriege noch Bestrahlungen und Reizstrom und darf wieder nach Hause gehen.
Inzwischen weiß ich … der Mann lügt! Morgen bin ich wieder da und mache ihm die Hölle heiß!

Übrigens habe ich für den ganzen nutzlosen Quatsch heute Morgen € 4,40 im Parkhaus bezahlt, für gerade mal 1 Stunde und 39 Minuten. Die spinnen doch komplett!
Oh Mann, so eine Woche kann auch besser losgehen. 🙄

Gammelfleisch

Hach, war das ein Spaß gestern! Dauer-Schnürlregen von morgens bis abends, ein Tag zum Abhaken.
Um sechs bin ich aufgestanden, hab‘ ein bisschen Kinderstunde geguckt und Kaffee in mich reingeschüttet. Um acht ging der Rollladen hoch – bei uns geht ja alles irgendwie automatisch – und zeigte mir das ganze Elend, das sich draußen abspielte. Nee, das muss ich nicht haben. Jedenfalls nicht am Sonntag. Außerdem hatte ich mittlerweile kalte Füße und überhaupt fand ich es etwas frisch. Also bin ich kurzentschlossen wieder ins Bett, nur um wieder ein bisschen warm zu werden. 😉

Als ich gegen 12.00 Uhr wieder zu mir kam, war das Bett neben mir leer. Ich schlurfte kurz ins Bad und anschließend ins Wohnzimmer, wo sich mein Göttergatte inzwischen auf dem Sessel festgeschnallt hatte, das Notebook auf dem Schoß. Im Fernsehen lief gerade der Fernsehgarten, eine Live-Show des ZDF. In Mainz regnete es also auch! Zur Einstimmung auf das Thronjubiläum der Queen stand die Sendung ganz im Zeichen der englischen Royals. Menschen in Regenjacken und mit klatsch nassen Haaren wippten zu seichter Musik. Die hatten richtig Spaß! :-/

Gegen eins haben wir dann mal gefrühstückt und weil ansonsten nix los war, bin ich anschließend zu einem kleinen Mittagsschläfchen wieder ins Bett und habe bis kurz vor vier bestens geschlafen. Danach wieder Kaffee und ab auch die Couch.
Im Fernsehen lief inzwischen die Live-Berichterstattung aus der englischen Hauptstadt. Die Themse war voll, wie die Londoner U-Bahn zur Rushhour. S‘ Lisbeth stand – umringt von der königlichen Mischpoke – auf einem der Schiffe und fror. (Zähne-)klappern gehört zum Handwerk, da darf man sich nix anmerken lassen! Offensichtlich war sie aber amused, jedenfalls merkte man ihr nicht an, dass sie das Ganze vielleicht lieber von der heimischen Couch aus im Fernsehen beobachtet hätte. Immerhin war sie nicht nur gut behütet sondern auch bestens überdacht, was man von ihren Untertanen nicht behaupten konnte. Die standen in Regenjacken und mit klatsch nassen Haaren – hatten wir das nicht heute schon mal? – am Ufer und jubelten ihrem Staatsoberhaupt mit Fähnchen zu. Die Bilder wiederholten sich und dazu die sonore Stimme von Rolf Seelmann-Eggebert … mir wurde es bald zu viel.

Ich schnappte mir meinerseits das Notebook und beantwortete während dessen ein paar Emails. Lisbeth winkte. Irgendwann wurde es auch meinem Mann zu viel und er schaltete um auf irgendeinen Sportsender. Das interessiert mich ja nun noch weniger und ich beschloss, den Schlafzimmer-Fernseher zu bemühen. Irgendwo wird es ja noch eine nette Schnulze geben, die noch nicht x-mal wiederholt wurde. Ich landete also wieder im Bett und schaltete in den Sendern rum.
Es gab nix.
Es gab die Queen oder die Queen.
Ich verfolgte einen Bericht über den royalen Arbeits-Alltag und war erstaunt, was die alte Dame sich noch so alles zumutet. Irgendwie tat sie mir plötzlich leid. Einen vergammelten Sonntag im Schlafanzug ist in ihrem Kalender wohl nicht vorgesehen. :no:

Fazit: S‘ Lisbeth hat es auch nicht leicht; da bin ich doch lieber als Gammelfleisch geboren!