Langweiler

Hach, das war ja mal wieder ein Sonntag … *gähn*. Gleich mit zwei bewegungslosen Gesellen teile ich derzeit mein Heim. Der eine lümmelt zwölf Stunden am Stück im Sessel und beobachtet gespannt, wie andere schwimmen, laufen oder radeln, der andere – Nachbars Kater – liegt gelangweilt irgendwo in der Ecke. Die einzige Bewegung die er regelmäßig ausführt, ist ausgiebiges Gähnen. Ätzend!

Wie lange dauern eigentlich so olympische Spiele? Mir geht es jetzt schon ziemlich auf den Geist und unsere Athleten haben bisher ja auch nix gerissen, was viereckige Augen rechtfertigen würde. Mir persönlich ist’s völlig Wurscht, aber es gibt ja Sportbegeisterte, die sehnsüchtig darauf warten.

Einzig die Eröffnungsfeier habe ich mir angesehen und die fand ich größtenteils gut.
Sogar s‘ Lisbeth hat Humor bewiesen und mitgespielt. Dem Einmarsch der Athleten konnte ich immerhin bis etwa zum Buchstaben „I“ folgen, dann bin ich erschöpft weggesackt um bei den Briten wieder kurz zu mir zu kommen. ‚Schön‘, dachte ich, ‚dann kriegst Du die Geschichte mit dem Feuer doch noch mit‘ … und zack, war ich wieder eingeschlafen. Na ja, so richtig spektakulär war es ja wohl eh nicht.

Ich warte jetzt darauf, dass Sender-Zapping olympische Disziplin wird und übe schon mal eifrig – immer in der Hoffnung, dem Ganzen irgendwie entgehen zu können. 🙄

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Coitus interruptus

Man erlebt ja schon so allerhand, wenn man ein bisschen rumkommt!

Bei einem Hotelaufenthalt vor einiger Zeit wohnten wir im obersten Stockwerk und dort im hintersten Winkel. Neben uns gab es nur noch die Captains Suite, die sich durch mehrere Zimmer und eine große Dachterrasse auszeichnet, die über zwei Ecken des Gebäudes geht. Ist wohl für größere Events gedacht oder für Leute, die gerne viel Platz und das nötige Kleingeld haben. Die Terrasse ist theoretisch nicht einsehbar, praktisch aber schon – nämlich von unserem direkt angrenzenden Balkon aus. Es gibt zwar eine halbe Trennwand, aber man kann ohne große Mühe rübergucken.

Die Terrasse war mäßig möbliert. In einer Ecke stand ein kümmerlicher Blumenkübel, an der Ecke ein großer Tisch und verstreut ein paar Stühle. Das sah alles nicht sehr einladend aus. Offensichtlich war die Suite nicht bewohnt.

Wir selbst hatten einen Termin und bevor es los ging, bin ich noch mal auf den Balkon um meinem Laster zu frönen. Ich qualmte still vor mich hin und bereitete mich mental auf den Abend vor. Plötzlich hörte ich Geräusche; Schreie und heftiges Stöhnen. Ich sah mich suchend um und entdeckte bei Nachbars eine Frau, die rücklings auf dem Tisch lag. Ach du Scheiße, was hat die? Musste ich erste Hilfe leisten oder den Notarzt rufen? Die Frau schrie und stöhnte weiter und nun bewegte sich auch noch der Tisch unter ihr. It’s Magic? Spiritistische Sitzung? Teufelsaustreibung?
Mir wurde ganz anders. Ich kniff die Augen zusammen und guckte genauer. Die Frau war nackt und ach … jetzt sah ich auch den Grund, warum der Tisch sich bewegte: Der Captain stand dahinter und gab alles! Bei jedem Stoß schob er den Tisch samt seiner Geliebten ein paar Zentimeter nach vorne und in mein Blickfeld. Hallo???
Nee, da musste ich keine Hilfe leisten; die bekamen das gut alleine hin! ;D

Ich pustete die Backen auf und drehte mich leise lachend in unser Zimmer. Mein Mann sah das und wunderte sich, wollte natürlich wissen, was los sei. Ich deutete nur mit dem Finger in Richtung Nachbarterrasse, was ihn neugierig machte. Er ging auf den Balkon und trat prompt gegen den Stuhl, der direkt neben der Tür stand. Laut kratzten die Stuhlbeine auf dem rauen Untergrund. Danach war es mucksmäuschenstill. Der Captain stoppte auf, die Nackte sprang vom Tisch.

Och Männe, du kannst einem aber auch jeden Spaß verderben! >:-(

Wühlmäuse

Seit Jahren ärgern wir uns über eine Pflanze, die in Nachbars Garten sehr üppig gedeiht. Das Ding heißt „Japanischer Staudenknöterich“ und ist die Pest! Es wächst pro Tag gute 25 cm – leider nicht nur in die Höhe sondern auch unterirdisch in die Breite. Auf diese Weise vermehrt sie sich unkontrollierbar und wächst inzwischen praktisch überall. Grenzen kennt das Ding nicht, Zäune werden überwunden, Stellkanten unterwandert.

Alles was zu uns herüber wächst, wird einmal wöchentlich abgeschnitten bzw. ausgerissen. Kürzlich hatte mein Göttergatte die Faxen dicke und ist dem Ding auf unserer Seite mit dem Spaten zu Leibe gerückt, hat den ganzen Pflanzstreifen umgegraben – was nicht einfach war, weil dieser auf unserer Seite durch die Hofpflasterung begrenzt ist und auf der anderen Seite durch besagte Stellkante. Eine Sisyphusarbeit, bei der jedes winzige Wurzelteilchen entfernt wurde. Vom Bügelbrett aus konnte ich beobachten, wie der Nachbar sich unser Beet anerkennend betrachtete. Das sah ja mal richtig ordentlich aus!

Die Ordnung währte jedoch nur kurz: Zwei Wochen später waren die Ausläufer wieder da und werden seit dem wieder regelmäßig ausgerissen. :## Nachbars fuhren derweil in den Urlaub.
Nun sind sie zurück und offensichtlich voller Tatendrang. Seit drei Tagen buddeln sie fast rund um die Uhr, auch am Sonntag. Das riesige Gestrüpp ist verschwunden, wo früher ein Beet auf ihrer Seite war, befindet sich nun ein gewaltiges Loch, in dem zwei Erwachsene locker Platz haben. Und das Buddeln nimmt kein Ende. Inzwischen verschwindet der Nachbar (stehend) bis zur Brusthöhe darin. 8| Die Kinder sind dazu verdonnert, die Eimer mit Wurzelwerk in die Biotonne zu entleeren und den Erdaushub mit der Schubkarre abzutransportieren.

Wir überlegen jetzt, ob sie vielleicht einen Brunnen bauen oder nach Erdöl suchen wollen. Ich werde das Treiben weiter mit Interesse beobachten!

Wir sind Süden – ätsch!

In der letzten Zeit haben wir immer öfter neid- und sehnsuchtsvoll via Webcam auf das Thermometer und den Himmel in unserer zweiten Heimat geschaut. Die Sonne lacht vom blauen Himmel und die Temperaturen liegen immer mindestens 5 Grad über unseren hier. Der brasilianische Winter ist um einiges angenehmer, als unser diesjähriger Sommer! Es ist zum Heulen.

Die armen Wettermänner und –frauen wissen schon bald nicht mehr, was sie uns erzählen sollen. Ein Tief jagt das nächste, der Himmel ist einheitlich grau und ich habe das Gefühl, durch das viele Wasser wachsen mir allmählich Schwimmhäute zwischen den Fingern.
Der Blick auf die Wetterkarte verhieß auch gestern nichts Gutes. Nur für den Süden der Republik wurden halbwegs sommerliche Verhältnisse angekündigt. Aha, die Bayern mal wieder! 🙄 Immer eine Extrawurst.

Und nun? Unser Himmel ist blau, die Sonne scheint und man kann ohne Regenkleidung in den Garten. Wie geil ist das denn?! :>> Ich hab’s auch sofort ausgenutzt und mal ein paar welke Blüten abgeschnitten. Bei den meisten hatte ich gar nicht mitgekriegt, dass sie überhaupt aufgegangen waren; wer will schon bei Regen im Garten rumlatschen?

So, und jetzt haben wir es amtlich: wir leben im Süden! :yes: Ich bin wild entschlossen, jeden Sonnenstrahl auszukosten und hoffe, dass das schöne Wetter bis zum Abend hält. Morgen soll es ja schon wieder vorbei sein, auch für die Bayern.

Jetzt geht er schon Tauben vergiften im Park

Man(n) wird ja schon wunderlich, wenn er älter wird.

Mit Viehzeug hatte mein Liebster ja nie viel am Hut – von unserer Katze mal abgesehen, die es immer geschafft hat, ihn durch andauerndes Quengeln und Miauen zur Abgabe eines Leckerchens zu bewegen. Die paar Fische im Teich quengeln zwar nicht, kriegen aber auch immer mal was, schon um eine Volkszählung durchführen zu können.

Ok, Spinnen schlägt er nicht tot. Er fängt sie ein und trägt sie nach draußen – auf dass sie durch die Hintertür wieder reinkommen. Das war es aber dann auch wirklich mit der Tierliebe.
Häschen mag er am liebsten in Rotwein, Hühnchen schön kross, Schwein sollte vom Grill kommen.

Wer schon ein bisschen länger jung ist – so wie wir – hat das Bild von Alten vor Augen, die auf der Parkbank sitzen und Tauben vergiften Vögelchen kleine Brotkrumen zuwerfen.

Mein Göttergatte – noch mitten drin im Arbeitsleben und mental meilenweit von der Parkbank entfernt – bringt jetzt Job und die Fütterung des Federviehs unter einen Hut. Sein Bürofenster liegt direkt über einer Grünfläche. Im hinteren Teil des großen Areals gibt es einen kleinen Teich, ein paar Büsche und Bäume runden das grüne Arbeitsumfeld ab. Ein paar Wildgänse fanden das alles auch ziemlich cool und haben sich dort im Frühjahr häuslich eingerichtet. Sie wohnen da, wo andere nur hingucken können und sie watscheln auch täglich ihre Grenzen ab. Gegen Mittag stehen sie dann schnatternd vorm Bürofenster meines Mannes und betteln um eine kleine Stärkung. Sie geben keine Ruhe, bis nicht ein paar Krümel seines Frühstücksbrötchens in ihrem gefräßigen Schlund verschwunden sind. Beide Seiten ziehen sich danach zurück: die einen satt, der andere zufrieden, der Natur unter die Arme gegriffen zu haben.
So weit, so gut. Für mich tun sich jetzt Fragen auf:
– Muss ich meinen Mann jetzt schon zu den Parkbank-Alten zählen? |-|
– Wie lange brauchen die Viecher, bis sie ein anständiges Schlachtgewicht erreicht haben?
– Sollte man sie vor dem Schmoren in Buttermilch einlegen?

Iiiiijum, brummm

Wenn man sich nicht für Autorennen interessiert, können einem die Geräusche ganz schön auf den Geist gehen! Silverstone im Wohnzimmer ist echt was ganz tolles! Boah nee!

Überhaupt gehen mir heute Geräusche auf den Geist. Das fing schon am frühen Morgen an, als der Regen gegen die Fenster klatschte. Danach der nervige Pfiff, den das neue Monsterhandy meines Göttergatten von sich gibt, sobald eine neue Mitteilung vorliegt. Er bekommt viele Mitteilungen und der Pfiff erfolgte immer dann, wenn ich gerade wieder am Einschlafen war. Warum muss man ein Handy eigentlich mit ins Bett nehmen?

Geräusche werden bei mir immer sofort abgeschaltet. Der Wäschetrockner, mein Handy, der Fotoapparat und das Notebook haben gefälligst zu schweigen! Das Handy klingelt nur, wenn tatsächlich jemand anruft und in Echtzeit etwas von mir will. Alles andere hat Zeit, bis ich von selbst mal wieder einen Blick darauf werfe. Ich lasse mich von Geräten doch nicht tyrannisieren! 😛

Wie lange dauert eigentlich so ein Autorennen? Ich glaube, mir wird das zu nervig. Ich verziehe mich jetzt in eine ruhigere Ecke.
Euch allen einen schönen Sonntag!