Lichtblick

Neulich im Radio: „Gut, dass jetzt bald die Sommerzeit kommt … dann haben wir es eine Stunde länger hell, beim Schnee schippen!“
Die neuesten Wetterbehauptungen gehen dahin, dass es ab Ostern doch noch was werden soll mit dem Frühling. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Einen Lichtblick habe ich am Freitag aber schon entdeckt: Einer der neuen Balkone gegenüber ist bereits möbliert; Tisch, Stühle und ein knallgelber Sonnenschirm warten darauf, dass es endlich los geht!

Einen schönen Sonntag Euch allen, ohne Regen, Schnee oder Graupelschauer!

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Neues vom Autoschinder

Dass die gegenüberliegenden Häuser mit Balkonen verschönert werden sollen, hatte ich ja kürzlich schon erzählt. Nun ist es endlich soweit. Am Donnerstag letzter Woche wurden beidseits unserer Straße Parkverbotsschilder aufgestellt mit dem Hinweis, dass das Verbot von Montag, 8.30 Uhr bis Mittwoch gilt. Gleichzeitig fanden wir Zettel in den Briefkästen, auf denen auf die Vollsperrung der Fahrbahn wegen Hebearbeiten mit einem Autokran hingewiesen und sich für das Verständnis der Anwohner bedankt wurde. Am unteren Rand der Mitteilung stand der Name der ausführenden Firma mit Telefonnummer. Soweit, so korrekt.

Der Zufall will es, dass mein Mann sein Auto für heute und morgen in der Werkstatt angemeldet hatte und sowieso keinen Parkplatz braucht und ich kann mein Auto bei Nachbarn in der Seitenstraße vor die Garage stellen, da die gerade in Urlaub sind. Null Problemo, und wenn es anders gewesen wäre, dann wären wir halt mal ein paar Schritte zu Fuß gegangen.

Nicht so der Autoschinder. Er klingelte am Freitagabend bei den Nachbarn und rief zum Ungehorsam auf. Er wollte sich das nicht bieten lassen und suchte Gleichgesinnte. Wir hielten das für albern, schließlich müssen die schweren Betonteile ja irgendwie an Ort und Stelle und der einzige Zugang ist halt mal über unsere Straße. Als unsere Häuser seinerzeit gebaut wurden, mussten die Anwohner gegenüber ja auch Einschränkungen hinnehmen und die dauerten länger als drei Tage. Was soll das also?

Als ich heute Morgen aus dem Fenster guckte, war das direkt vor unserem Haus aufgestellte Parkverbotsschild weg. Ich wunderte mich ein bisschen, dachte aber, dass die das schon weggeräumt hätten, damit der Kranwagen besser rangieren kann. Die Straße war im Übrigen frei; nur das Auto meines Mannes stand noch da und hinter ihm der Autoschinder. Als mein Mann um halb acht weg fuhr, wurden am Ende der Straße gerade die Absperrungen montiert und einer der Arbeiter fragte meinen Mann, wo denn die ganzen Schilder hingekommen seien; es würden alle Schilder auf unserer Straßenseite fehlen.
Ach??? Ich hab‘ da ja so eine Ahnung …! 🙄

Ich bin um kurz vor acht weggefahren, habe meinen Mann von der Werkstatt ins Büro gekarrt und war anschließend noch einkaufen. Als ich wieder nach Hause kam, stand die Rostlaube vom Autoschinder immer noch auf ihrem Platz. Die hintere Stabilisierung des Krans steht direkt neben seinem Kotflügel, die Straße ist auf beiden Seiten stabil abgesperrt. Der erste Lkw mit Betonteilen ist schon abgeladen, der zweite ist gerade vorgefahren. In der Straße geht praktisch nix mehr. Ich warte jetzt darauf, dass der Autoschinder wegfahren will und Rabatz macht. Mein bevorzugter Aufenthaltsort heute wird die Küche sein, von wo aus ich alles bestens im Blick habe. ;D
Endlich ist hier mal was los!

Es nervt

In dieser blöden Glotze kommt nur noch Sport; von morgens bis abends sausen irgendwelche Leute in glänzenden Ganzkörper-Kondomen auf Skiern irgendwelche Hänge runter, reißen Stangen um, springen von Schanzen oder keuchen durch den Wald und ballern auf schwarze Scheiben. Der Meine sitzt dann in der ersten Reihe und glotzt sich die Augen viereckig. Gerade ist wieder irgendein Event zu Ende gegangen und ein langer Sonntag ohne Sport, das geht ja mal gar nicht!

Also wird umgeschaltet. Der bevorzugte Sender derzeit: DUBAI Sports. Wer jetzt glaubt, da würden spannende Kamelrennen übertragen, der irrt gewaltig! Die übertragen Bundesliga. Nonstop! Gerade läuft Düsseldorf gegen Mainz 05, davor gab es Hoffenheim gegen die Bayern.
Fußball im Fernsehen finde ich ja ziemlich öde; ich liebe die Atmosphäre im Stadion. Ich will mittendrin sein und nicht nur dabei. Aber das nur am Rande.

Da meine bessere Hälfte des Arabischen nicht mächtig ist, läuft der Ton nur relativ leise (manchmal ist der Fernsehton auch aus und die Kommentare kommen aus dem Radio. Das ist aber auch unbefriedigend, weil nicht synchron). Heute läuft der Fernsehton und auch wenn ich mich nicht weiter darum kümmere, kriege ich die Aufregung der arabischen Kommentatoren natürlich mit. Ich weiß, dass diese Sprache immer ein bisschen aufgeregt klingt, aber gelegentlich mache ich mir doch Gedanken über den Blutdruck Sprechers. Der fiebert dermaßen mit, dass er kaum noch Luft bekommt. Er kennt die Namen aller Spieler und wenn man sich eine Zeit lang eingehört hat, kann man sie sogar verstehen: Mulllherr, Hlamm, Schwnschdeigerrr. Ach ja, und in jeder Mannschaft spielt mindestens einer mit, der Alllahhh heißt. Den kenne ich nicht, aber der muss ziemlich oft am Ball sein. ;D

Geil auch, wenn in der Halbzeitpause ins Studio geschaltet wird, wo sich dunkelhäutige Wüstensöhne in weißen Wallgewändern und mit rot-weißem Kopfputz wortgewaltig über deutschen Fußball auslassen. Eigenartig. Haben die keine eigene Liga oder eine andere Sportart, die sie interessiert? Warum ausgerechnet unser Fußball?

Und was denken sich die arabischen Zuschauer, wenn sie hiesige Fußballfans in den Stadien sehen … singend, Fahnen und Schals schwenkend und mit bescheuerten Kopfbedeckungen oder – zumindest in der wärmeren Jahreszeit – gar mit freiem Oberkörper, in Gruppen hüpfend?
Die müssen uns doch für komplett gaga halten und wahrscheinlich haben sie damit sogar Recht.

Azur

Gestern im Radio: „… und wenn alles gut geht, könnten wir nächste Woche die 15°C-Marke erreichen!“
Hallo … hier, bei uns??? In Deutschland??? Wie geil ist das denn?

Wie zur Bestätigung linsen heute schon mal einzelne Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und krabbeln suchend in unserem Garten rum. Ich fasse es nicht! Sogar ein winziges Stückchen blauer Himmel ist zu sehen. Azur nennt man diese Farbe und ich hatte schon völlig vergessen, wie die eigentlich aussieht. Nee, wie is‘ das schön!

Heute Mittag geht es auf den Fußballplatz und bei dem Wetter müsste doch eigentlich mal wieder ein Sieg drin sein …! Obwohl, die Sonne scheint ja auch für die gegnerische Mannschaft und man soll auch nicht gleich zu euphorisch werden. Trotzdem freue ich mich auf ein paar Stunden draußen sein ohne eingefrorene Gliedmaßen. Heißa, das wird fein! 😀

Euch allen ein schönes Wochenende!

Abgetaucht

bin ich … in die Untiefen meiner Küchenschränke.
Ein Feuerzangenbowle-Abend mit Freunden gab den Anlass dazu. Die Henkelgläser, die ganz oben im Schrank wohnen und wirklich nur alle Jubeljahre mal zum Einsatz kommen, hatten eine nette Staub-Patina angesetzt und mussten erst einmal in die Spülmaschine. Im Schrank war deutlich die Stelle auszumachen, an der die Gläser gestanden haben. Die unteren Schrankfächer werden immer mal zwischendurch ausgewischt, da komme ich ja leicht dran. Für die oberen Regionen muss ich auf einen hohen Hocker klettern, da man an der Stelle keine Leiter stellen kann. Na ja, die Affen-Kletter-Gene sind bei mir nicht so ausgeprägt und wenn man das Elend nicht sieht, dann ist es halt nicht da. Nun hatte ich es aber gesehen; ein Frühjahrsputz war unerlässlich.

Alle Oberschränke waren dran und bei der Gelegenheit wurde auch gleich mal ausgemistet. Herr im Himmel, man sammelt aber auch ein Zeug an! 🙄
Ein ganzes Sortiment an Einzelgläsern mit Werbeaufdruck wurde entsorgt, genau wie exotische Gewürze, die man wirklich nur einmal für ein bestimmtes Gericht benötigt und die danach ungeliebt im Schrank hin und her geschoben werden. Drei große Essigflaschen in verschiedenen Geschmacksrichtungen – jeweils mit einem Pfützchen Inhalt drin – habe ich weggeschmissen; ich werde so etwas in Zukunft nur noch in kleinen Flaschen kaufen, die ich in einem überschaubaren Zeitraum aufbrauchen kann. Plötzlich ist wieder Platz in den Schränken, alles ist ausgewaschen, das Geschirr gespült; alles steht geordnet und übersichtlich an seinem Platz. *freu*
Ein schönes Gefühl! Ich bin richtig stolz auf mich.

Kleiner Wermutstropfen: Zwei Horrorschränke habe ich noch vor mir. Der eine ist voll gestopft mit Plastikdippchen mit und ohne Deckel, rund und eckig, hoch und flach. Ihr wisst schon … die Dinger, wo immer der passende Deckel abgängig ist, wenn man sie braucht.
Der andere Schrank beherbergt das alte Goldrandgeschirr meiner Oma, von dem ich mich natürlich nicht trennen werde. Es ist sehr schön, aber leider nicht Spülmaschinen geeignet. Da brauche ich nochmal einen extra Tritt in den Hintern, bevor ich mich da dran mache.