Einkaufen mit Eventcharakter

Normalerweise würde ich samstags ja NIE einkaufen gehen, aber da ich die ganze Woche an einer Erkältung rumlaboriert habe und alles andere als fit war, habe ich mir das Erlebnis heute mal gegeben. Klasse! An der Einfahrt zum Supermarkt baut ein Möbelhaus und blockiert mit diversen Baumaschinen die Fahrbahn. Hat man diesen Engpass überwunden, kommt man auf einen rappelvollen Parkplatz, auf dem zusätzlich ein „Play-Mobil“ aufgebaut ist – ein LKW-Anhänger mit riesigen Lautsprecherboxen und einer Hand voll Animateuren, umringt von einer spielwütigen Menschentraube. Wie bestrampelt kann man als Supermarktbetreiber eigentlich sein? Man muss höllisch aufpassen, dass man keinen der verpeilten Fußgänger auf die Hörner nimmt und gleichzeitig darauf achten, nicht mit einem abgelenkten Parkplatzsucher zu kollidieren. Der Mopedfahrer, der entgegen der Fahrtrichtung und zudem auf dem für Fußgänger vorgesehenen Streifen entlang fährt, ist da nur noch Nebensache.

Im Innern des Supermarktes – an den „einarmigen Banditen“ für die Leergutannahme – lange Schlangen. Menschen mit voll gestopften Müllsäcken rangelen darum, wer als erster die Plastikflaschen einzeln in das dafür vorgesehene Loch schieben darf. Dahinter ich mit sechs Kästen Leergut. Geil! Aber ich hatte Glück: ein Mann mit dicken Arbeitshandschuhen schickte mich an einen Automaten, dessen Einzelflaschenzuführung außer Betrieb war; so konnte ich wenigstens meine Kästen schnell loswerden. Das war aber auch der einzige glückliche Moment an diesem Ort.

Ansonsten nur Chaos: Frisch verliebte Pärchen, die den kleinen Zwist ob Spaghetti-Fertiggericht oder Dosen-Ravioli gekauft werden, knutschend beilegen. Denen ist es Wurscht, ob die Omi mit dem Rollator an ihnen vorbei kommt oder nicht.
Ich kriege ja schon immer Zorn, wenn Leute ihre Einkaufswagen irgendwo mitten im Gang stehen lassen, um schnell „zu Fuߓ noch was aus einem anderen Gang zu holen. Warum kann man die Karre nicht an die Seite schieben? Noch schlimmer als die sind allerdings Mütter mit Kinderwagen. Die sind die Pest! Die Kinderkutschen stehen immer quer im Gang und immer so, dass wirklich niemand mehr vorbei kommt. Denen gehört die Welt.

Ich war ja darauf gefasst, dass Samstagseinkäufe gerne für Familienausflüge genutzt werden und vom Kleinkind bis zur Oma alles unterwegs sein würde. Trotzdem frage ich mich, warum ein Kleinkind seine ersten Schritte ausgerechnet samstags im Supermarkt gehen muss. Papa steht mit weit ausgebreiteten Armen da, um den kleinen Helden in Empfang zu nehmen und die Mama tippelt hinter dem Hosenscheißer her um einen eventuellen Sturz abzufangen. Kinder- und Einkaufskarre stehen … ihr wisst schon. Das ganze passiert zwischen Wursttheke und Gemüseabteilung und in ähnlicher Form noch bei den Backwaren. Vor Kindern einigermaßen sicher ist man bei den Molkereiprodukten, da ist es denen zu kalt. Dafür sollte man die Süßwaren großräumig umfahren. Kinners nee!

Gerne werden samstags auch Sonderstände aufgebaut; heute hätte ich fast einen Ananasberg nieder gerissen, weil ich einem Rentner ausweichen musste. Rückwärts fahren und vorwärts gucken (der Rentner) funktioniert auch im Supermarkt nur, wenn andere aufpassen.
Von meinem Einkaufszettel habe ich gerademal ein Drittel abgearbeitet und dann entnervt aufgegeben; an der Kasse erwartete mich ja auch wieder Chaos. Also habe ich schleunigst das Weite gesucht und ich schwöre, bis auf weiteres kriegt mich samstags keiner mehr in einen Supermarkt! Großes Ehrenwort!

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An Tagen wie diesen

… wünsche ich mir wirklich eine Klimaanlage im Auto! Wenn die Karre acht Stunden in der prallen Sonne gestanden hat, kann man lüften so viel man will; es wird nicht besser. Der Sitz ist schön mollig und das Lenkrad kann man kaum anfassen. Boah nee! Genau mein Ding. 🙄
Da duscht man noch mal, bevor man zum Arzttermin aufbricht und ist bereits an der zweiten Ampel wieder klatschnass geschwitzt. Ich hasse es!

Ich weiß, ich weiß … noch vor kurzem habe ich mich darüber beklagt, dass das Frühjahr 2013 den Namen nicht verdient und nun maule ich schon wieder. Man kann es mir aber auch nicht recht machen. Dabei bin ich doch gar nicht so anspruchsvoll: Temperaturen bis max. 25° C, Sonne und ein paar kleine Wölkchen tagsüber, nachts so um die 10° C und gerne auch Regen.
Ey Petrus, das kann doch nicht so schwer sein, oder? ;D