Dauerfrieren

Die Fußball-WM haben wir erfolgreich hinter uns gebracht und alle Spiele live im Stadion gesehen! Ein unvergessliches Erlebnis, aber auch mit ziemlichen Strapazen und erheblichen Temperaturunterschieden verbunden.
In Fortaleza z.B. hatten wir 39° C und nur ein paar Tage später in Porto Alegre ganze 14° C. Das muss so ein Körper erst einmal abkönnen! Meiner konnte es nicht und wurde krank. Richtig krank. Vier Wochen habe ich an einer Erkältung herumlaboriert, die einfach nicht weichen wollte.
Bei dem Spiel, auf das ich mich am meisten gefreut habe (Brasilien vs. Deutschland) musste ich passen und konnte den 1 : 7 – Erfolg unserer Mannschaft nur am Fernsehen verfolgen. Danach kam der Arzt und hat mir erst einmal Antibiotika verordnet und noch ein paar andere Mittelchen, mit deren Hilfe ich wenigstens zum Endspiel nach Rio mitfahren konnte. Ein gigantisches Erlebnis, auch wenn mein Körper das nicht so wirklich gut fand. Aber da musste er halt jetzt mal durch und Unkraut vergeht ja nicht so schnell. ;D
Inzwischen sind die Pillen aufgebraucht und mein Body hat sich wieder so einigermaßen berappelt. Nun muss er nur noch mit dem brasilianischen Winter zu Recht kommen, was auch nicht sonderlich prickelnd ist. Regen, Nebel und Temperaturen zwischen 11 und 14° C muss man nicht mögen, schon gar nicht ohne Heizung!

Wir tragen jetzt mehrere Klamotten übereinander und hüllen uns notfalls noch in eine Wolldecke. Weicheier!

Die Brasilianer können überhaupt nicht verstehen, wie wir Temperaturen unter 0° C aushalten können, wenn wir erzählen, dass die Winter in Deutschland noch um einiges kälter sind. Aber sie wissen auch nicht, was eine Heizung ist, haben von Doppelfenstern oder isolierten Wänden noch nie etwas gehört.

Immerhin verfügen wir hier über einen Kamin und wenn abends darin das Feuer prasselt und man obendrein ein Heißgetränk in sich hineinschüttet, ist es richtig heimelig.

Nur das Duschen ist fies. Auch wenn das Wasser richtig heiß ist – im Bad ist es erst einmal saukalt und da überlegt man sich schon, ob es wirklich notwendig ist, sich ganz nackig zu machen. Brrr, unangenehm! 88|

Ich hoffe, dass vom deutschen Sommer noch etwas übrig ist, wenn wir Mitte August nach Hause kommen. So ein kleines bisschen draußen sitzen möchte ich ja schon gerne noch in diesem Jahr!

Advertisements