Auswärtsfahrten sind schööön !

Sagt man zumindest und meistens ist das auch so. Da das Grüppchen unserer regelmäßigen Auswärtsfahrer überschaubar ist und locker in einen Kleinbus passt, haben wir eigentlich immer viel Spaß. Man kennt sich, jeder bringt mal was zum Futtern oder Trinken mit und niemand fällt aus der Rolle. Blöd ist nur, dass dann eben dieses Mini-Grüppchen einsam und verloren in einem abgetrennten Stadionbereich steht und gar nicht erst versuchen muss, gegen die Gesänge der Heim-Fans anzustinken. Außerdem geben sich die Organisatoren der Auswärtsfahrten immer viel Mühe, geeignete Fahrzeuge zu kriegen, Fahrer zu rekrutieren und für das leibliche Wohl zu sorgen. Es wäre also wünschenswert, dass diese Mühe mit etwas mehr Zuspruch belohnt würde.

Letzten Sonntag war es so weit: Ein großer Bus wurde gechartert und war tatsächlich ausgebucht – also bis auf die beiden Plätze, die mit dem Unterwegs-Bier belagert waren. Alle Mitfahrer waren pünktlich am Treffpunkt und keiner machte den Eindruck, schon mal „vorgeglüht“ zu haben. Auch ein Novum; normalerweise sind die ersten Bierflaschen schon halb geleert, bevor es wirklich losgeht.

Die Fahrt zum Spiel ist der schönere Teil der Reise. Alle sind in froher Erwartung, weitestgehend nüchtern und ausgeschlafen. Auf halber Strecke gibt’s eine längere Pause mit zünftigem Frühstück, alles läuft in geordneten Bahnen.

Auf dem Rückweg sieht das schon anders aus. Die Stimmung hat viel mit dem Ausgang des Spiels zu tun, mit der Entfernung zum Stadion und mit dem Alkoholkonsum. Auch Saufen will gelernt sein und in jungen Jahren fehlt halt noch die Erfahrung, wieviel wirklich reinpasst. Die jungen Fans sind wichtig beim Spiel, weil sie laut sind und Stimmung machen (na ja, manchmal liegen sie auch daneben, aber auch das hat halt mit mangelnder Erfahrung zu tun und so richtig schlimm sind unsere auch gar nicht). Jedenfalls sind wir froh, wenn ein paar Junge für Stimmung sorgen und gelegentlich auch ein paar ältere Semester mitreißen.

Beim Saufen ist das schon anders. Verkauft wird im Bus nur Bier, Radler oder Weizen-Mix (das sog. Mädchenbier) und natürlich alkoholfreie Getränke, die auch nur die Hälfte kosten. Hochprozentiges gibt es nicht zu kaufen, wohl aber zu trinken. Mitgebrachte Whisky-Cola-Mischungen, Party-Fläschchen mit fragwürdigem Inhalt und der wieder sehr in Mode gekommene Jägermeister sind für die Abstürze verantwortlich, die wir z.B. am Sonntag erleben durften – aber hallo! 🙄

Eine Strecke von rund 200 km war zurück zu legen und wir haben dafür bald vier Stunden gebraucht. Den diversen Staus waren ein paar kleinere Umwege geschuldet, die nicht weiter ins Gewicht fielen. Die drei einzulegenden Stopps hingegen dienten jeweils der Reinigung des Busses und dauerten etwas länger. Wer sich noch nicht unfreiwillig erleichtert hatte, rannte bei der Gelegenheit aufs öffentliche Klo; die Bustoilette war natürlich längst randvoll.
Ich kapier es nicht; ich trinke auch Sekt oder Bier im Bus, aber ich habe noch nie in meinem Leben eine Bustoilette benötigt. Ich stelle mir das auch nicht so prickelnd vor, während der Fahrt …!
Junge Männer (es sind halt überwiegend Vertreter des männlichen Geschlechts) funktionieren wohl wie junge Hunde auch: oben kalt rein und sofort unten warm raus. Dann ist wieder Platz für ein weiteres Kaltgetränk.

Die Fans waren auf der Rückfahrt jedenfalls in drei Grüppchen aufgeteilt: Die einen haben sowieso nix mehr mitgekriegt, die anderen fanden das unmöglich und die dritte Gruppe hat schon so einiges erlebt und wird auch weiterhin bei Auswärtsfahrten dabei sein.
Ich gehöre zur letzten Gruppe und bin gespannt, was beim nächsten Mal so abgeht.

Ach übrigens, wir haben das Spiel 0 : 3 gewonnen und sind derzeit Spitzenreiter der Liga! 😀

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Der Stinkefinger

Es gibt Tage, an denen fühlt man sich einfach nur genervt. Verpeilte Kunden im Supermarkt, die Schnarchnase im Auto vor einem, das schreiende Plag auf dem Spielplatz. Alle sind nur darauf aus, einem auf den Geist zu gehen! Es stört die sprichwörtliche Fliege an der Wand.

Ganz arg wird es, wenn die Fliege keine Fliege ist, sondern ein blutrünstiges, summendes Etwas, das unser Schlafzimmer als Speisekammer betrachtet und lüstern über uns herfällt, kaum dass wir es betreten haben. Diese Viecher nerven ganz besonders und ich weiß nicht, wie man ihnen zu Leibe rücken kann. Winzig wie sie nun einmal sind, können sie sich überall verstecken: In der Gardine, hinterm Schrank, unter einem Bilderrahmen oder sie werden eins mit der Maserung des Schrankes. Wie man sich auch anstrengt – man hat keine Chance, sich ökologisch korrekt zu wehren. 🙄

Erst kürzlich hat mich ein solches Vieh so in den Wahnsinn getrieben, dass ich eine üppige Menge Insektenspray im Zimmer verteilt habe. Mit dem Erfolg, dass sofort der Rauchmelder durchdringend piepsende Geräusche von sich gegeben hat. Das kommt gut, Sonntagsmorgens um sechs Uhr. Die Nachbarn hatten jedenfalls auch ihren Spaß.

Zugegebener Maßen hat das Zeug aber gewirkt; die folgenden paar Nächte konnten wir unbehelligt schlafen. Heute musste ich nacharbeiten und war damit etwas zurückhaltender, als beim letzten Mal. Jedenfalls blieb der Rauchmelder ruhig. Ich hoffe nur, dass dieses blöde Viech eine ordentliche Ladung davon abbekommen hat. Vor meinem geistigen Auge sehe es nämlich in geduckter Haltung unterm Regal sitzen … hämisch grinsend und mit Stinkefinger in meine Richtung!